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Bayern setzt Änderungen an G8 um

MÜNCHEN. Lange wurde ums G8 gestritten, vor der Sommerpause dann zahlreiche Änderungen verabredet. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden sie nun wirksam.

Nach dem langen Hickhack ums achtjährige Gymnasium (G8) werden nun – zu Beginn des neuen Schuljahrs – zahlreiche Korrekturen vorgenommen. Unter anderem werden die Gymnasien darauf vorbereitet, dass das beschlossene zusätzliche Flexibilisierungsjahr in der Mittelstufe in einem Jahr flächendeckend angeboten werden kann. Schon jetzt sollen an 20 Prozent aller staatlichen Gymnasien neuartige Förderprojekte für Schüler – etwa Blockseminare – erprobt werden, wie Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU)  in München sagte.

Um mit dem Zusatzjahr wie geplant 2013/14 starten zu können, wird nach Worten Spaenles schon jetzt eine Art «Frühwarnsystem» an den Schulen eingerichtet. Jugendliche mit schulischen Problemen sollen rechtzeitig beraten werden. «Es gibt einfach Schüler, die brauchen in ihrer Entwicklung mehr Zeit», sagte Spaenle. Diese sollen von dem neuen Angebot Gebrauch machen können – wobei in dem zusätzlichen Jahr besonders die Fächer vertieft werden, in denen der Schüler Nachholbedarf hat. Andere Nebenfächer können weggelassen werden. «Der Schüler hat dann einen Stundenplan, der auf ihn zugeschnitten ist», sagte Spaenle. Das zusätzliche Jahr zähle auch nicht als klassisches Wiederholen.

Zudem empfiehlt das Ministerium den Schulen, zu Beginn des neuen Schuljahrs zwei Intensivierungsstunden umzuwidmen, um Mathematik in der 8. Klasse und Deutsch in der 10. Klasse zu stärken. Um das Flexibilisierungsjahr von 2013/14 an überall anbieten zu können, soll jede Schule eine halbe Stelle zusätzlich bekommen.

Um die Schüler zu entlasten, wird zum Beginn des neuen Schuljahrs in 11 von 25 Fächern der Stoff gekürzt, insbesondere in der Oberstufe, beispielsweise in Geschichte, Informatik, Religion oder in den Fremdsprachen. Damit werden auch Konsequenzen aus einer flächendeckenden Bewertung von Ende 2011 gezogen. «Wir hatten auch vom Landtag den Auftrag, das G8 noch einmal gründlich anzuschauen – und das ist das Ergebnis», erklärte Spaenle.

Im Kampf gegen den Unterrichtsausfall werden 250 zusätzliche Stellen für die sogenannte Mobile Reserve und Aushilfsmittel bereitgestellt. Zudem wird zunächst an 25 Gymnasien mit dem verabredeten Einstieg in eine integrierte Lehrerreserve begonnen – das bedeutet, dass die Schulen rechnerisch eine Stelle zusätzlich bekommen, um Ausfälle auszugleichen. Bis zum Beginn des Schuljahrs 2014/2015 soll es das dann an allen staatlichen Gymnasien im Freistaat geben. dpa

(5.9.2012)

Ein Kommentar

  1. Seit über 8 Jahren wird nun am G8 herumgedoktert, und auch die neuesten Rezepte werden die Probleme nicht grundlegend beseitigen.
    Was wäre von einer Autofirma zu halten, die ihre Modelle jedes Jahr wieder wegen eines Produktionsfehlers in die Werkstatt ruft? Die Murkser wären längst pleite.

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