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Umfrage: Zu wenig Schwimmhallen in Sachsen-Anhalt

MAGDEBURG. Schwimmunterricht ist in den meisten Bundesländern Pflicht. Weil in Sachsen-Anhalt immer mehr Bäder schließen, wird es aber immer schwerer, diesen anzubieten. Einmal in der Woche ins kalte Nass? Mangelware.

Schwimmen

Kinder sollten so früh wie möglich lernen, sich auch ohne Schwimmflügel frei im Wasser bewegen zu können, sagen Experten. Foto: Michael Muecke/Flickr (CC BY 2.0) 

Gleiten, tauchen, schwimmen: An den Grundschulen in Sachsen-Anhalt wird es immer schwerer, den im Lehrplan verankerten Schwimmunterricht anzubieten. Das Schulschwimmen ist wegen stark ausgelasteter oder weit entfernter Schwimmhallen und -bäder oft nicht wöchentlich, sondern nur im Blockunterricht oder in Projektwochen möglich, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Für die Schulen bedeutet das mehr Organisation, einen größeren Zeitaufwand und höhere Kosten.

«Kinder sollten aber regelmäßig schwimmen», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Sachsen-Anhalt, Holger Friedrich. «Am besten jede Woche. Blockunterricht bringt meist nicht viel.» Jede Schließung eines Bades müsse deshalb mit Blick auf die Kinder gut überlegt werden. Die DLRG schätzt, dass seit 1990 etwa 100 Schwimmhallen und -bäder schließen mussten.

Spaßbäder sind kein Ersatz

«Ein ordentliches Gewässer ist die Grundlage für ordentlichen Unterricht», sagte Friedrich. «Und Spaßbäder zählen da nicht.» Er lobte den im Lehrplan verankerten Unterricht, würde aber gern nachbessern. «Die Messlatte muss höher gelegt werden», sagte er. Wer 25 Meter schwimmen kann – wie für das Frühschwimmerabzeichen «Seepferdchen» nötig – sei noch lange kein guter Schwimmer. «Wer nicht regelmäßig schwimmt, kommt aus der Übung.» Friedrich rät, sehr früh mit dem Schwimmen zu beginnen. «Am besten im Vorschulalter.»

Schulschwimmen steht laut Kultusministerium ab der zweiten Klasse auf dem Lehrplan – für ein Schuljahr. Meist werde in der dritten Klasse im Rahmen des Sportunterrichts geschwommen. Am Beckenrand stünden meist die Sportlehrer, aber auch andere Lehrer könnten bei entsprechender Eignung wie dem Deutschen Rettungsschwimmabzeichen in Bronze das Schwimmen lehren. «In Ausnahmefällen können die Schulen die wöchentlichen Einzelstunden in Kursen, Blöcken oder Projektwochen zusammenfassen», sagte Ministeriumssprecherin Karina Kunze. Vor allem auf dem Land werde es so gehandhabt. Ihren Angaben zufolge können am Ende der vierten Klasse sieben von zehn Schülern schwimmen. dpa

(19.01.2013)

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