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Brandstifter legen Feuer an zwei Schulen – Polizei vermutet Serie

BESINGEN/BIETIGHEIM-BISSINGEN. Hitze, Flammen, beißender Rauch: Brandstifter treiben im baden-württembergischen Kreis Ludwigsburg ihr Unwesen. Zwei Brände in Schulen gehen möglicherweise ebenfalls auf ihr Konto. Die Polizei ermittelt, eine heiße Spur fehlt allerdings bislang. 

Die Feuerwehr im Kreis Ludwigsburg muss in letzter Zeit verstärkt ausrücken. Ein Feuerteufel treibt sein Unwesen. Foto: Maik Meid/Flickr (CC BY 2.0)

Die Feuerwehr im Kreis Ludwigsburg muss in letzter Zeit verstärkt ausrücken. Feuerteufel treiben ihr Unwesen. Foto: Maik Meid/Flickr (CC BY 2.0)

«Wir sind uns noch unschlüssig», sagte Polizeisprecher Peter Widenhorn. «Wir können nichts ausschließen. Es könnten auch Trittbrettfahrer sein.» Mit mehreren Bränden seit Mitte Oktober 2012 in der Region haben die Anschläge gemein, dass sie im Dunklen und kurz hintereinander stattfanden. Allerdings seien der oder die Täter nun eingebrochen und hätten im Gebäudeinneren Feuer gelegt.

Um 22.20 Uhr löste in der Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim in der letzten Nacht die Brandmeldeanlage Alarm aus. In einer Schulküche im Erdgeschoss brannte es im Bereich einer Arbeitsplatte. Die Flammen zogen Inventar, Elektrik und Deckenbeleuchtung in Mitleidenschaft. Um 2.05 Uhr alarmierte der Brandmelder im Ellental-Gymnasium in Bietigheim-Bissingen die Feuerwehr. In einem Oberstufenraum griff das Feuer vermutlich von Prospektkartons aus auf den gesamten Raum über, der vollständig ausbrannte. Gesamtschaden: 160 000 Euro.

25 Autos ausgebrannt

Mittlerweile seien zudem 25 Autos komplett ausgebrannt. Laut Widenhorn waren es anfangs hochwertige Wagen, inzwischen treffen die Brandanschläge Mittelklassefahrzeuge. «Wir können uns keinen Reim darauf machen, wie der oder die Täter ticken.» Warum die Serie von Mitte November bis Anfang März unterbrochen wurde? Ebenfalls unklar.

Zuletzt war am Wochenende eine Betriebshalle in einem Industriegebiet von Bietigheim-Bissingen komplett ausgebrannt. Der Schaden betrug hier allein mehr als eine Million Euro. Kurze Zeit später standen auf dem Gelände eines Autohauses wenige Hundert Meter entfernt drei Fahrzeuge in Flammen.

Hoffnung auf Hinweise aus der Bevölkerung

Die Fahnder tappen allerdings noch immer im Dunkeln. Kameraaufnahmen seien von zu schlechter Qualität gewesen, sagte Widenhorn. Zeugen hätten sich zwar schon gemeldet. «Die sprichwörtliche heiße Spur war aber noch nicht dabei.» Die Beamten hoffen auf weitere Tipps aus der Bevölkerung.

Die Polizei hat die Ermittlungsgruppe inzwischen auf 30 Leute aufgestockt. Sie trägt den Namen Logi – nach einer Bezeichnung für das Feuer in der nordischen Mythologie, wie Widenhorn erklärt. Ein Vorschlag aus Reihen der Beamten.

Sie ermitteln wegen Brandstiftung. Was einem Täter – sollte er gefasst und sollten ihm alle Anschläge nachgewiesen werden – droht, vermochte Widenhorn nicht zu sagen. Höher als die Strafe wiege vermutlich die Summe der Schadenersatzanforderungen. Ganz zu schweigen von den Kosten für Polizei- und Feuerwehreinsätze. Allein in der Nacht zum Dienstag waren mehr als 140 Feuerwehrleute dabei. (Marco Krefting, dpa)

(12.03.2013)

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