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Protestaktion: Linke wirbt mit Anzeige um Vertretungslehrer

SCHWERIN. Nur mit einer Lehrerfeuerwehr kann nach Ansicht der Linken in Mecklenburg-Vorpommern der Unterrichtsausfall spürbar gesenkt werden.

Die Linke wirft dem Bildungsministerium in Schwerin vor, zu wenig gegen den Unterrichtsausfall an Gymnasien und Regionalschulen zu tun. «Der Einsatz von 20 Vertretungslehrkräften an Grundschulen hat sich im laufenden Schuljahr bewährt. Das Ministerium darf nicht länger auf der Finanzierungsbremse stehen und muss auch Vertretungsunterricht an den weiterführenden Schulen ermöglichen», forderte am Donnerstag die Bildungsexpertin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg. Sie kündigte für das Osterwochenenden eine Zeitungsanzeige an, mit der Vertretungslehrer geworben werden sollen. Interessenten würden an das Bildungsministerium weitergeleitet.

Die Annonce sei eine Reaktion auf die Untätigkeit des Ministeriums, das Unterrichtsausfall «offenbar als unabänderlichen Zustand» hinnehme, beklagte Oldenburg. Zudem würden Klassen häufig zusammengelegt oder Schüler über eine ganze Stunde mit Aufgaben beschäftigt, um den akuten Lehrermangel zu übertünchen. Mit der ständigen Vertretung etwa von erkrankten Kollegen hätten viele Pädagogen die Grenzen des Machbaren erreicht. Oldenburg forderte die Landesregierung auf, Vertretungslehrer in einem Pool zu registrieren und nach Bedarf einzusetzen. «Nur mit einer Art Lehrerfeuerwehr kann der Ausfall spürbar gesenkt und Unterricht umfassend gewährleistet werden. Diese Feuerwehr muss dort zum Einsatz kommen, wo es schwelt, sie kann und darf nicht länger erst gesucht werden, wenn es bereits lichterloh brennt», mahnte Oldenburg.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hatte erst Ende 2012 darauf verwiesen, dass der Stundenausfall im Schuljahr 2011/2012 insgesamt mit 2,1 Prozent den niedrigsten Wert seit dem Schuljahr 1997/1998 erreichte. Wie aus der Statistik aber weiter hervorgeht, konnten etwa acht Prozent aller Unterrichtsstunden an den Grundschulen und elf Prozent an den Regionalschulen nicht regulär gehalten werden. Meist wurden Klassen zusammengelegt oder leisteten Lehrer Überstunden, um Ausfall zu vermeiden. An den Gymnasien, wo etwa für jede zehnte Stunde der eingeplante Lehrer fehlte, wurde öfter auch Stillarbeit angeordnet. Dort fielen 3 Prozent der Unterrichtsstunden gänzlich aus. (dpa)

(28.03.2013)

3 Kommentare

  1. Und, liebe Linke, wer soll der Job als “Lehrerfeuerwehrmann” oder “Lehrerfeuerwehrfrau” machen? Für ein paar Tage hier und ein paar Wochen dort, mal mehr, mal weniger Stunden (also Gehalt), vielleicht auch mal ein paar Wochen lang nichts?!? Sind das nicht prekäre Beschäftigungsverhältnisse, die die Linke anderswo bekämpft?

  2. Simone Oldenburg

    Lieber Leser,

    es haben sich 12 Bewerberinnen und Bewerber, von denen 10 ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer sind, auf die Anzeige beworben. Sie werden nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt, nach dem auch Lehrer vergütet werden.
    Weder prekäre Beschäftigung noch keine Bewerber.

    Danke all jenen, die helfen, die Schülerinnen und Schüler zu bilden und nicht den Kopf in den
    Sand stecken.

    Simone Oldenburg

  3. Das wäre begrüßenswert: Es handelt sich also nicht um jene beklagenswerten befristeten Verträge, wonach die Kollegen sich jedes Schuljahr wieder neu bewerben und ggf. etwas Neues suchen müssen und die Verträge laufen auch 12 Monate und nicht nur z.B. 10, wie gelegentlich üblich, sodass manche dieser Lehrer nicht einmal einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erwerben. Ja?

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