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Strengere Regeln für Abi-Scherze nach Ärger im Vorjahr

ESSEN. In der letzten Unterrichtswoche vor den Abi-Prüfungen steigen Verkleidungspartys an Gymnasien. Doch weil die Mottotage und Abi-Scherze im letzten Jahr nicht selten eskalierten, müssen sich die Abi-Anwärter jetzt an strengere Regeln halten als bisher.

Im Saarbrückener Gymnasium am Schloss griffen die Abiturienten auf den bewährten Luftballonstreich zurück. (Foto: dertester/Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Im Saarbrückener Gymnasium am Schloss griffen die Abiturienten auf den bewährten Luftballonstreich zurück. (Foto: dertester/Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Ärger um die traditionellen Mottotage: Einige Schulen in Nordrhein-Westfalen genehmigen Abi-Streiche und Verkleidungsspaß in der letzten Schulwoche von Abiturienten nur noch unter Vorbehalt. In den vergangenen Jahren waren mancherorts die Spaßtage aus dem Ruder gelaufen. Eskapaden mit Alkohol und Zigaretten, mit hohem Lärmpegel und gefährlichen Autokorsos wollen die Essener Schulen nicht mehr dulden, wie Elmar Prinz, Sprecher der dortigen Direktorenrunde, sagt. Die Lehrer haben ihre Schüler dazu verpflichtet, die Tage ohne Alkoholexzesse und Ruhestörungen zu begehen. Bisher laufe alles rund.

Es war in den vergangenen Jahren zur Tradition geworden, dass die Schüler andere Schulen besuchten – verbunden mit einem Autokorso. Sie saßen auf Motorhauben, der Ghettoblaster auf dem Dach», erinnert sich Prinz an teilweise gefährliche Spritztouren. «Das konnten wir in dieser Form nicht mehr hinnehmen.»

Die gegenseitigen Besuche wurden untersagt. Es gehe jedoch nicht darum, die Mottotage völlig zu verbieten, sondern um Kompromisse. An seiner Schule haben Schüler und Lehrer die Absprache getroffen: Solange niemand den Unterricht stört, ist verkleiden erlaubt. «Da sitzen ihnen dann plötzlich Biene Maja und die Schlümpfe gegenüber. Diesen Spaß will ich ja niemandem nehmen», so Prinz, Schulleiter des Maria-Wächtler-Gymnasiums.

Furcht vor einer verwüsteten Schule

Auch in Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein stand ein Abi-Streich am letzten Schultag auf der Kippe – aus Furcht vor einer verwüsteten Schule. «Die letzten Abi-Gags waren wirklich kein Scherz mehr: Die Schule wurde total vermüllt, es war zu viel Alkohol im Spiel», sagt Erwin Harbrink, Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums. Genehmigt wird der Gag nun doch. Halten sich einzelne Schüler nicht an das Alkoholverbot und richten in der Schule Schaden an, werde es das letzte Mal gewesen sein, kündigt der Schulleiter an.

Für die Rheinische Direktorenvereinigung seien eskalierende Mottowochen bisher kein großes Thema gewesen, berichtet dagegen deren stellvertretende Vorsitzende Ingrid Habrich. Die Mottotage und Abi-Streiche im Rheinland verliefen meistens friedlich und fröhlich – solange kein Alkohol und keine Zigaretten im Spiel seien. Und dass dies an Schulen generell verboten sei, regele schließlich das NRW-Schulgesetz ganz eindeutig, sagt die Schulleiterin. An ihrer eigenen Schule in Mönchengladbach hielten sich die Schüler an diese Vorgabe und so seien die Mottotage mit Verkleidung genau das, was sie sein sollen: ein großer Spaß. dpa

(19.3.2013)

Zum Bericht: “Neuer Trend: Stretch-Limo und roter Teppich zum Abiball”

Ein Kommentar

  1. Also zu meiner Zeit liefen solche Abi-Streiche noch recht harmlos ab. Wir haben natürlich auch gefeiert und es gab vielleicht den ein oder anderen Ausreißer, aber im Großen und Ganzen war alles im Rahmen. Was allerdings heutige Abiturienten veranstalten, ist wirklich teilweise nicht mehr lustig, sondern geht in die Richtung einer Straftat, wie etwa in Köln geschehen http://www.koeln-portal.info/nachrichten/abifeier-oder-feuer-frei/322
    Solange alles friedlich abläuft wäre ich ja die Letzte, die etwas dagegen sagt, aber solche Aktionen müssen unbedingt unterbunden werden, schließlich nehmen sich ja vor allem die jüngeren Schüler aus den unteren Klassen ein Vorbild an sowas!

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