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Umfrage: Politiker kümmern sich zu wenig um Kinder-Probleme

MAINZ. Die meisten Kinder zwischen 8 und 12 Jahren fühlen sich von Politikern unverstanden – das hat eine Umfrage für das ZDF ergeben.

Fühlen sich nicht gut von der Politik repräsentiert: Kinder in Deutschland. (Foto: roarpett/Flickr CC BY-NC-SA 2.0)

Fühlen sich nicht gut von der Politik repräsentiert: Kinder in Deutschland. (Foto: roarpett/Flickr CC BY-NC-SA 2.0)

Rund zwei Drittel fänden, dass die Politiker im Bundestag sich in der Welt der Kinder nicht gut genug auskennen. Das sei das Ergebnis einer Online-Befragung des Instituts Psyma unter 419 Kindern für die Kindernachrichten «logo!», teilte das ZDF in Mainz mit. Die Politiker wüssten weder, welche Probleme die Kinder hätten (meinen 71 Prozent) noch kennten sie deren Zukunftswünsche (sagen 67 Prozent).

Defizite sehen die 8-12-Jährigen vor allem, wenn es um Familie und Schule geht: Wären sie selbst Bundeskanzler, würden sie sich der Umfrage zufolge beispielsweise um eine bessere Kinderbetreuung oder ein Mindestgehalt für Eltern kümmern. Zu ihren Wünschen zählen schnelle Lösungen gegen das soziale Ungleichgewicht in Deutschland und die oft schwierige finanzielle Situation in Familien. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Kinder würde gern selbst mitwählen und fordert eine eigene Stimme bei der Bundestagswahl. Nur 15 Prozent geben an, sie hätten kein Interesse an einem eigenen Wahlrecht. dpa

 

63 Kommentare

  1. Mir scheint, hier plappern die Kinder nach, was sie aus ihrer familiären Umgebung so aufschnappen. Kann es überhaupt sein, dass sich Kinder dieser Altersgruppe so dezidiert eine autonome Meinung zu den angesprochenen gesellschaftspolitischen Fragen bilden können? Diese „ausgeschlafenen“ Kinder hätte ich auch ‚mal gerne im Unterricht!

  2. Nachgeplappert oder nicht ist eigentlich unerheblich, scheinbar sind die angesprochenen Problem auch bei der Altersgruppe von hoher Wichtigkeit, sonst würde sie dies in einer Befragung nicht angeben. Zumal viele Kids am eigenen Leib erfahren wenn die Familienkasse knapp ist oder wenn die Eltern Probleme bei der Betreuung der Kinder haben. Daher wäre ich mit Äusserungen in Bezug auf die Aussage der Kinder etwas vorsichtiger. Genau dies erfahren wir immer wieder in der Politik, Kinder erzählen das was ihre Eltern ihnen „vorsagen“ und werden am ende des Tages nicht für „voll“ genommen. Ich glaube das viele Kinder genau wissen was diese Aussagen bedeutet und Politik sowie Gesellschaft sollte das verdammt ernst nehmen!

    • Schüler zwischen 8-12 Jahren würden ohne Kamera und Wissen ums Fernsehen bestimmt nicht von einem sozialen Ungleichgewicht in Deutschland reden. Ist aber auch egal, wie Sie selbst sagen.
      Was aber sollen Gesellschaft und Politik so verdammt ernst nehmen? Tun sie es nicht längst und zwar in einer nicht mehr nur sozialen, sondern teilweise schon sozialistischen Weise, die Nöte auf der anderen Seite schafft? Sollen alle Schultern schmal werden, damit Gleichgewicht herrscht und sich keiner mehr beklagen kann, dass andere mehr Geld, mehr Bildung oder auch mehr Ansehen haben? Mich nervt das Wehklagen und Ernst-Nehmen-Müssen nur noch.

    • „scheinbar“ oder „anscheinend“ – Entschuldigung, das ist ein gewaltiger Unterschied!

  3. @ mehrnachdenken, Sprache vollzieht sich im Gebrauch. Wenn die Mehrheit der Deutschen nicht mehr „buk“, sondern „backte“ sagt, dann lautet das Präteritum von -backen- eben -backte-! Wenn die meisten Deutschen nicht mehr zwischen -anscheinend- und -scheinbar- differenzieren, dann gibt es diesen Unterschied auch nicht mehr! (Sprachgeschichtlich soll die Unterscheidung vor Jahrhunderten ja mal genau umgekehrt gewesen sein, als das, was jetzt immer „eingefordert“ wird, aber real nicht mehr existiert.)

    • @sofawolf
      Ich kann Ihrer Argumentation nur teilweise folgen. Zu Ende gedacht hieße das ja, jede noch so große sprachliche Dummheit begründen oder rechtfertigen zu können. Stellen Sie sich vor, Ihre These würde auch für die SchülerInnen gelten. Warum sollten die dann eigentlich noch Rechtschreib- oder Grammatikregeln lernen?
      Weil viele Leute nicht mehr zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“ bzw. scheint“ oder zwischen „wie“ und „als“ unterscheiden können, heißt das für mich noch lange nicht, diese Differenzierungen fallen zu
      lassen. Für mich bedeutet das, dass sich die Leute anstrengen sollten, es zu lernen. Wer hat sich wem anzupassen? Die Leute an die Sprache oder die Sprache an die Leute?
      Nach meinem Kenntnisstand bedeutet „scheinbar“ immer noch: Es sieht nur so aus, ist in Wirklichkeit aber ganz anders. Wenn ich „anscheinend“ schreibe, weiß ich es tatsächlich nicht. Das gilt auch für
      „scheint“.

  4. @ mehrnachdenken, nein, Sie und ich haben ganz unterschiedliche Ansätze, was die Betrachtung von Sprache, ihre „Richtigkeit“ und Entwicklung anbelangt. Das ist der Punkt. Ich kann Ihnen ganz klar antworten: Sprache hat sich an die Leute und ihre (Kommunikations-)Bedürfnisse anzupassen und nicht die Leute haben sich an die Sprache anzupassen und einen „Sprachstand“, der in Büchern eine festgeschrieben wurde, aber eine Momentaufnahme darstellt, die inzwischen überholt ist. Man muss dazu nicht „in Extreme abgleiten“ und jede „sprachliche Dummheit“ bzw. Neuerung mitmachen und gutheißen, aber man sollte gelassen(er) sein. Vieles verschwindet so rasch, wie es gekommen ist. Manches bleibt und das ist dann auch das real existierende Deutsch! Wenn eine Mehrheit (!) der Deutschen -wegen- nicht mehr mit dem Genitiv verwendet, sondern mit dem Dativ, dann ist das das „real existierende Deutsch“. Ich muss Ihnen leider sagen, Ihr „Kampf“ um den „Sprachstand“ des Deutschen, der vielleicht vor 50 Jahren gültig war, ist ein Kampf gegen Windmühlen. Sie werden Änderungen, die bereits eine Mehrheit ergriffen hat, auch nicht mehr aufhalten, geschweige denn rückgängig machen können!!!

    • PS: Dass Sprache so ist und bleibt (!), wie man sie selbst gelernt hat, ist absolut ahistorisch! Es ist ja auch absurd zu glauben, dass sich eine Sprache, die sich immer geändert hat, plötzlich (zu eigenen Lebzeiten) nicht mehr ändert. Nur tote Sprachen ändern sich nicht mehr!!!

      • @sofawolf
        Wie Sie richtig bemerken, haben wir da recht unterschiedliche Sichtweisen. Bei Ihrer – mit Verlaub – dreht sich die Abwärtsspirale immer schneller.

  5. @ mehrnachdenken, das alleine halte ich ja schon für falsch. Diese Theorie vom angeblichen „Sprachverfall“. Das ist absolut ahistorisch und „unsprachlich“, denn Sie gehen davon aus, dass das Deutsch, das Sie einmal gelernt haben, das „perfekte Deutsch“ ist. Dass das auch schon eine Abweichung vom Vorherigen war und dieses wiederum vom Vorherigen, blenden Sie aus. (Das ist nicht böse gemeint, nur Sie ignorieren das ja völlig.) Es gab und gibt keinen „Zustand“, in dem Deutsch perfekt war oder ist, es ändert sich und änderte sich, solange es „lebt“. Nur tote Sprachen ändern sich nicht mehr! Kurz: Man kann eben aus falschen Voraussetzungen nicht die richtigen Schlussfolgerungen ziehen!!!

    • @sofawolf Natürlich gibt es einen „Sprachverfall“, so wie es auch einen Verfall in anderen Fähigkeiten gibt, die zu wenig geübt und gepflegt werden. Bei Schulanfämgern wird z.B. zunehmend festgestellt, dass ein Verfall der Körperbeherrschung stattfindet. Viele können nicht mehr einfachste Bewegungsabläufe wie balancieren, auf einem Bein hüpfen oder aus dem Stand über ein niedriges Hindernis springen.
      Warum gibt es denn im Vorschulalter seit einigen Jahren Sprachtests, wenn alles nur eine Sache „lebendiger“ Sprache ist, die „sich an die Leute und ihre (Kommunikations-)Bedürfnisse anzupassen“ hat anstatt umgekehrt?
      Eine gar zu laxe Einstellung gegenüber dem mündlichen und auch schriftlichen Sprachgebrauch ist die Mutter jeden Sprachverfalls.

      • @Petra Werner
        Ihre Replik auf die Sichtweise von @sofawolf kann ich nur unterstreichen.

        Die nächste „Anpassung“ vollzieht sich gerade atemberaubend schnell. Ich meine damit die unsägliche durchgehende Kleinschreibung. Leider auch immer wieder bei News4teachers zu lesen.
        Nach der Diktion von @sofawolf muss nur oft genug von vielen Leuten so geschrieben werden, und schon hat sich die Sprache an die Leute und ihre (Kommunikations-) Bedürfnisse angepasst. Für mich ist das eine geradezu gruselige Vorstellung.
        Die Dämme brachen m.E. mit den so genannten Rechtschreibreformen, die Verwirrung und Orientierungslosigkeit mit sich brachten. Die vorher doch zu erkennende klare Linie ist dadurch verloren gegangen. Nichts ist mehr so richtig verbindlich. Ich bin mir ganz sicher, dass die gedankenlose und unreflektierte Schreibweise durch die digitalen Medien noch einen weiteren Schub bekommen hat.

  6. @ Petra Werner: Bekanntermaßen wird etwas nicht alleine dadurch wahr, dass man es immer und immer wieder wiederholt. Natürlich gibt es keinen Sprachverfall. Die Sprachtests haben vor allem mit Kindern aus Migrantenfamilien zu tun, für die Deutsch „nur“ die zweite oder u.U. bis zum Schuleintritt gar keine Muttersprache ist. Ansonsten wurde Deutsch immer schon und zu allen Zeiten von verschiedenen Menschen(gruppen) unterschiedlich gut beherrscht. Daran hat sich nichts geändert und auch insofern gibt es Kontinuität und keinen „Abwärtstrend“ (Verfall).

  7. @ mehrnachdenken, Ihre Replik auf Petra Werners Beitrag muss ich leider entschieden zurückweisen. Indem Sie die Kleinschreiberei (die ich privat auch praktiziere und sinnvoll finde) geißeln, gehen Sie wie beim vermeintlichen Sprachverfall davon aus, dass sich das Deutsch, wie Sie es einmal erlernten, in einem perfekten Zustand befand. Alle Abweichungen davon, alle Neuerungen sind daher Sprachverfall. Sie blenden auch im Bereich der Rechtschreibung (Kleinschreiberei) vollkommen aus, dass „Ihr perfektes Deutsch“ selbst eine Abweichung / Veränderung (Verfall???) des vorherigen Deutsch ist. Die heutige Großschreibung der Substantive hat sich in einem jahrhundertelangen Prozess schrittweise herausgebildet. Noch immer jedoch wurden die Substantive im Deutsch länger klein als groß geschrieben. Die heutige Großschreibung ist dann also Ergebnis des Verfalls der vorher üblichen Kleinschreibung. Aber das sehen Sie sicher nicht so, denn wie gesagt, „Ihr Deutsch“ (wie Sie es erlernten) ist ja das „perfekte Deutsch“. So ein Zufall und so ein Glück, dass gerade Sie es in einer nunmehr gut 1000-jährigen Geschichte der deutschen Sprache „erleben“ durften. (?)

    • „Die heutige Großschreibung der Substantive hat sich in einem jahrhundertelangen Prozess schrittweise
      herausgebildet.“

      Sehen Sie, geschätze(r) sofawolf, hier liegt offensichtlich das Verständigungsproblem. Sie schreiben selber, dass sich Sprache in einem längeren Prozess durchaus verändern kann. Da stimme ich Ihnen natürlich zu. Die Veränderung von Sprache vollzieht sich aber gegenwärtig nicht in Jahrhunderten oder Jahrzehnten, sondern in Jahren oder vielleicht in noch kürzeren Abständen. Das mit einer Wucht, die mich regelrecht sprachlos macht.

      • @mehrnachdenken
        Einleuchtend argumentiert! Ein historisch langer Entwicklungsprozess bedeutet Veränderung, einer im Sauseschritt bedeutet Verfall.

        • @ U.B., einleuchtend ist das überhaupt nicht. Wie sollte denn die Großschreibung der Substantive in einem langen Entwicklungsprozess wieder rückgängig gemacht werden? Indem wir erst die maskulinen Substantive wieder klein schreiben und in 100 Jahren dann auch die femininen usw.-usf. (?)

          (Wie sich die Großschreibung herausbildete, mögen Sie bitte mal selbst nachforschen. In Dänemark übrigens wurde sie 1948 abgeschafft, nachdem viele Dänen bereits privat zur Kleinschreibung übergegangen waren. Die einheitliche Rechtschreibung von 1901 wurde auch in einem Jahr beschlossen. Sauseschritt? Sprachverfall?)

  8. @ mehrnachdenken, nein, geehrter Mitkommentator, 🙂 gibt es eine Ursache, finden sich auch Gründe. Da könnte ich nun argumentieren, wie ich wollte, Sie würden immer etwas dagegen zu sagen haben. Die „Ursache“ hinter all den „Gründen“ ist, dass Sie keine Veränderung WOLLEN (!). Und das wiederum liegt daran, dass Sie immer noch bewusst oder unbewusst davon ausgehen, dass Ihr Deutsch das perfekte Deutsch ist, das keiner Veränderung mehr bedarf. Ist es nicht so?

    • Nein, so ist es nicht! Ich orientiere mich sowohl im Mündlichen als auch im Schriftlichen an den – Sie werden es kaum glauben – noch bestehenden und allgemein verbindlichen Regeln und gehe bestimmte modische Trends wie z.B. den der generellen Kleinschreibung bewusst nicht mit. So einfach ist das. Wenn ich mir unsicher bin, schlage ich auch im Duden nach oder ich informiere mich im Internet.
      Es wurde hier bei News4teachers bereits einmal der Verdacht geäußert, dass viele Leute inzwischen diesem Trend folgen, weil so ihre Rechtschreibunsicherheit nicht auffällt. Bestimmt kommt dann noch Bequemlichkeit dazu, sich vielleicht einmal im Duden schlau zu machen. Da diese Leute aus der Gesellschaft kaum Gegenwind spüren, haben sie auch keinen Anlass, über ihr Schreibverhalten nachzudenken.
      Ich habe niemals behauptet, das „perfekte“ Deutsch zu sprechen oder zu schreiben. Wer ist schon perfekt? Selbst der Literatur – Nobelpreisträger Grass kann offensichtlich nicht zwischen „wie“ und „als“ unterscheiden. Das habe ich neulich mit einer Mischung aus Vergnügen und Entsetzen im Foccus gelesen.
      Sie werden möglicherweise jetzt antworten: „Prima, der Mann passt sich wenigstens an!“

    • @sofawolf
      Sie behaupten: „Und das wiederum liegt daran, dass Sie immer noch bewusst oder unbewusst davon ausgehen, dass Ihr Deutsch das perfekte Deutsch ist, das keiner Veränderung mehr bedarf.“
      Da ich zum Standpunkt Ihres Meinungsgegners neige, beziehe ich diese Aussage einfach mal auf mich und entgegne: Sie ist ein beliebtes Totschlagsargument. Mit „bewusst oder unbewusst“ können Sie mir alles unterstellen nach dem Motto: Ich durchschaue Sie und bin mir über Ihre selbstgefälligen Meinungsmotive u. U. mehr im Klaren als Sie selbst. Die anschließende Frage „Ist es nicht so?“! verschafft dem Ganzen dann noch das souveräne Ausrufezeichen.
      Mit diesem beliebten Rechthabertrick verlassen Sie im Gegensatz zu Ihrem Kontrahenten die Sachebene, dem Sie allerdings genau diesen Fehler vorwerfen, obwohl nicht er ihn begeht. „Ist es nicht so?“
      Übrigens hatte ich mit dieser Ihrer Feststellung ähnliche Schwierigkeiten: „Bekanntermaßen wird etwas nicht alleine dadurch wahr, dass man es immer und immer wieder wiederholt.“
      Hierzu erkläre ich aber nicht lange, sondern entgegne einfach nur: „Wer im Glashaus sitzt, …“

  9. @ mehrnachdenken, dass es Ihnen gar nicht um einen „schrittweisen längeren Prozess“ geht, sondern einfach um die Bewahrung eines Ist-Zustandes, den Sie für perfekt halten, zeigt ja z.B. auch, wie Sie gegen die Aufgabe der Bedeutungsdifferenzierung von -scheinbar- und -anscheinend- zu Felde ziehen (Sprachverfall). Wie sollte sich das denn in einem schrittweisen längeren Prozess vollziehen, sodass Sie es akzeptieren könnten? Sprachliche Veränderungen fangen immer als „Fehler“ an, indem Leute von einer Norm abweichen. Erst Einzelne, dann mehrere, dann viele, dann „alle“. Aber Sie wettern ja dagegen, behindern also die Entwicklung. Weil Sie sie nicht wollen. Nicht, weil es langsam und schrittweise passieren soll. Darum geht es gar nicht.

  10. @ mehrnachdenken, sehen Sie, das ist ja schon der „nächste Fehler“ in Ihrer Betrachtungsweise. Sie sagen, Sie richten sich nach den immer noch geltenden und allgemein verbindlichen Regeln des Dudens. Das ist, we könnte es anders sein, zufällig das Deutsch, wie Sie es verwenden, nicht wahr?! Aber das scheint wiederum nur so. Zwei Fehlgedanken liegen dem zugrunde. Der Duden wie auch andere „Sprachlehrwerke“ bilden die Sprache ab, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt „mehrheitlich richtig“ war. Das ist ein riesiger Unterschied in der Betrachtungsweise: Der Duden schreibt den Sprachgebrauch nicht vor, sondern bildet ihn ab. Er ist ein Ratgeber und kein Befehlshaber – ein Ratgeber für die, die unsicher sind, wie man derzeit „mehrheitlich“ Deutsch richtig schreibt, spricht, verwendet. Ändert sich die Sprache, ändert sich auch der Duden – prinzipiell vollzieht er immer nach, was sich im Sprachgebrauch geändert hat. Das ist der zweite Denkfehler. Ein Duden von 1950 ist bereits teilweise anders als ein Duden von 2013 und ein Duden 2050 wird wieder anders sein. Dabei muss man beachten, dass der Duden wie auch andere „Sprachlehrwerke“ dem tatsächlichen Sprachgebrauch immer etwas hinterher hinken, weil sie natürlich nicht jede neue Mode sofort mitmachen, sondern erst einmal „abwarten“, ob etwas Bestand hat oder nicht wieder von selbst verschwindet. Wenn einmal der Unterschied zwischen -als- und -wie- aufgegeben worden ist im real existierenden Deutsch, dann werden das auch die Sprachlehrwerke entsprechend vermerken. Bei -wie wenn- und -als wenn- gibt es diesen Unterschied schon anerkanntermaßen (!!!) nicht mehr. (Du schaust, wie wenn du gerade ein Gespenst gesehen hättest. – Du schaust, als wenn du gerade ein Gespenst gesehen hättest.)

  11. @ Sophia St., (witzig, woher jetzt wieder diese ganzen bislang unbekannten Kommentatoren kommen), Totschlagargument, Glashaus … Jetzt wird wieder allerhand Geschütz aufgefahren, um doch nur eines nicht zugeben zu müssen: Es ist genau so, wie ich es sage. „mehrnachdenken“ und seine Meinungsbefürworter gehen davon aus, dass das Deutsch, wie sie es lernten, ein ideales, perfektes Deutsch sei. Alle Entwicklung davor (sofern überhaupt bekannt) hatte das Ziel, diesen Idealzustand zu erreichen; alle Entwicklung danach ist Abweichung davon, also Verfall. Was bereits perfekt ist, kann ja schließlich auch nicht mehr besser werden. Rasche und umfangreiche Veränderungen werden abgelehnt, weil rasch und umfangreich; aber gegen kleine und kleinste Veränderungen wird mindestens genauso gewettert. Folgt man Ihnen, so bleibt doch nur eines übrig: Nichts darf sich ändern, alles soll so bleiben, wie es ist. Das (eigene) ideale und perfekte Deutsch. Denken dürfen Sie das ja, sagen auch, aber mit dem Wesen und Werden einer Sprache hat das nichts zu tun, so aber auch gar nichts.

    • @ sofawolf
      Apropos „bislang unbekannte Kommentatoren“. Was meine Person betrifft, sollten Sie mal hier oder auch anderswo nachschauen:
      http://www.news4teachers.de/2013/09/experten-inklusion-wird-torpediert-schwarzbuch-veroeffentlicht/
      Frühere Beiträge der anderen angeblich auch ganz neuen Kommentatoren werden Sie vielleicht ebenso finden, wenn Sie sich mal die Mühe machen, Ihre „witzige“ Behauptung auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen.
      Und hier wieder Ihr Credo: „Es ist genau so, wie ich es sage. “mehrnachdenken” und seine Meinungsbefürworter gehen davon aus, dass das Deutsch, wie sie es lernten, ein ideales, perfektes Deutsch sei.“ Dazu vorweg: „Jetzt wird wieder allerhand Geschütz aufgefahren, um doch nur eines nicht zugeben zu müssen: Es ist genau so, wie ich es sage.“
      Wenn Sie darauf bestehen, dass Sie im Besitz der Wahrheit sind und sich Andersdenkende mit allem, was sie einwenden, nur um die Tatsache herumdrücken, Ihnen zustimmen zu MÜSSEN, dann ist jede weitere Diskussion sinnlos. Sie würde nur weitere Unterstellungen und eigennützige Mutmaßungen nach sich ziehen – fernab von der Sache, um die es eigentlich geht.

    • @ sofawolf Es hat mich gereizt, jetzt auch die beiden anderen angeblich neugeborenen Kommentatoren unter die Lupe zu nehmen, denn mit Ihrer Feststellung von „bislang unbekannt“ haben Sie „mehrnachdenken“ einem Verdacht ausgesetzt.
      Und siehe da, „U. B.“ und „Petra Werner“ springen ebenso wenig wie Sophia St. urplötzlich als Klone von „mehrnachdenken“ aus der Kiste.
      Hier ist U. B.:
      http://www.news4teachers.de/2013/09/hamburg-bringt-mehr-abiturienten-hervor-aber-niveau-sinkt/#comment-8758
      Und hier Petra Werner:
      http://www.news4teachers.de/2013/08/gew-inklusion-droht-in-schleswig-holstein-zu-scheitern/

      Zur Frage hausgemachter Sprachverfall oder natürliche Sprachentwicklung habe ich keine eindeutige Meinung. Mir leuchten die Argumente beider Seiten ein. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

  12. @sofawolf
    Es hat keinen Sinn mehr, sich mit Ihnen über das Thema auszutauschen.

    – Sie haben schon lange die sachliche Diskussionsebene verlassen.
    – Sie werten und verurteilen, indem Sie mich dauernd bezichtigen, fehlerhaft zu argumentieren oder
    einfach nur dumm zu sein.
    Es gibt in dieser Diskussion nicht „falsch“ oder „richtig“. Es kann nur verschiedene Meinungen geben,
    die ich akzeptiere oder auch nicht.
    – Sie meinen offensichtlich, über die absolute, unumstößliche Wahrheit zu verfügen. Andere
    Sichtweisen wollen Sie augenscheinlich nicht sehen.
    – Mit Ihrem „Tunnelblick“ erkennen Sie dann auch nicht, dass ich Ihrer Argumentation teilweise sogar
    folge, wenn es bspw. um die prozesshafte Veränderung unserer Sprache geht.

  13. @ mehrnachdenken, Recht haben Sie in dem Punkt, dass wir unsere wesentlichen Positionen und Argumente dafür nun zur Genüge ausgetauscht haben. Es ist nicht zu erwarten, dass einer von uns beiden heute und hier seine Meinung ändert. Auch Meinungen ändern sich (wie die Sprache) schrittsweise in einem längeren Prozess. Was Sie mir jetzt alles Böses unterstellen, ist ja nur der letzte Rettungsanker, auf seiner Position bestehen bleiben zu können. Zur Sache sagen Sie nichts mehr. Was ist denn falsch daran, wenn ich sage, Sie sind im Grund gegen jede Veränderung / Abweichung vom Ist-Zustand der deutschen Sprache? Das ist doch so. Sie schreiben zwar, dass Sie „prozesshafte Entwicklungen“ in der Sprache akzeptieren, aber Sie gehen nicht ein auf die Nachfrage, wie das denn prozesshaft passieren soll (Ihrer Meinung nach), denn (meiner Meinung nach) besteht jeder Prozess aus vielen kleinen Einzelschritten und eben die bekämpfen Sie ja (auch hier im „Forum“ vehement), wie z.B. mit Ihrer Korrektur des Gebrauchs von -scheinbar- und -anscheinend- bei einem anderen Kommentator oder der Verweis auf Kleinschreibung und die falsche Verwendung von -als- und -wie-. Genau diese prozesshafte Veränderung, gegen die Sie angeblich nichts haben, behindern Sie ja!!! Aber natürlich weiß ich, dass ich Sie nicht überzeugen kann und dass Sie jedes Argument von mir wieder vom Tisch wischen werden. Das ist ok. So ist das doch immer in Diskussionen. Aber fangen Sie nun bitte nicht an, mir lauter Bosheiten unterzuschieben. Nach meiner Erfahrung werfen immer die anderen Rechthaberei vor, die sich ärgern, weil man ihnen partout nicht zustimmen mag. (Ich habe Ihnen keine Rechthaberei vorgeworfen.)

  14. @ mehrnachdenken, ich frage jetzt mal ganz konkret: Welche Veränderungen in der deutschen Sprache der letzten Zeit akzeptieren Sie denn? Waren Sie etwa ein Befürworter der Rechtschreibreform? Das würde mich echt erstaunen!!! Bitte, mal Butter bei die Fische, wie man so schön sagt. 🙂

  15. Hab ich da irgendwas missverstanden? Das Thema dieses Artikels war: ‚Umfrage: Politiker kümmern sich zu wenig um Kinder-Probleme.‘
    ‚Er hat gesagt…‘, ‚Ich hab aber gesagt…‘, Er hat behauptet…‘, ‚Nein, hab ich nie gesagt…‘
    Und dann entwickelt sich daraus solch ein Kindergarten-Hickhack? Wie peinlich ist das denn? Wer hat denn hier wem das Sandschäufelchen weggenommen? Ich war immer der Meinung, dass hier größtenteils Lehrer unterwegs sind.

    • @teatotaller
      Lange nichts mehr von Ihnen gelesen. Interessant, wann Sie sich in eine Diskussion „einklinken“.
      Es steht Ihnen ja frei, wieder zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Das würde ich viel mehr begrüßen, als hier den Oberlehrer/die Oberlehrerin zu spielen und Zensuren zu verteilen.
      Überhaupt, warum haben Sie denn nicht schon längst etwas zum eigentlichen Thema geschrieben?

  16. @ mehrnachdenken, da muss ich Ihnen nun mal zustimmen. Immer diese Unkenrufe aus dem Hinterhalt. Kindergarten und das übliche Geschrei, wenn man selbst an einer Diskussion kein Interesse hat. *gäääääääähn* Das ist doch in jedem Gespräch so, dass man mit dem einen Thema beginnt und bei einem ganz anderen endet. Also locker bleiben oder ggf. einfach nicht mitlesen / mitdiskutieren.

  17. @ Warner, wieso wollen immer die einen den anderen vorschreiben, wie oft und wie lange sie etwas diskutieren dürfen. Man kann doch immer einfach aussteigen bzw. gar nicht erst mitmachen?!? 🙂

    @ Sophia, gut-gut, habe ich mich also nun geirrt. Aber statt etwas in der Sache zu sagen, kommen Sie wieder nur mit Kritik an der Form. Haben Sie denn in der Sache nichts weiter zu sagen? (Falls es da noch was zu sagen gibt, ich meine ja auch, es ist genug nachgewiesen, warum die Theorie vom Sprachverfall nicht haltbar ist. Und: Ja, wer diese Theorie vertritt, kann meiner Meinung nach nicht allzu viel über die Sprachgeschichte wissen. Sind Sie da kompetent???)

  18. @ mehrnachdenken, wie gesagt, ich habe Ihre Bemerkung nicht übersehen, dass Sie „prozesshafte sprachliche Veränderungen“ akzeptieren. Aber ich glaube nicht, dass Sie es damit wirklich ernst meinen. Ich frage noch einmal, welche prozesshaften sprachlichen Veränderungen der letzten Zeit akzeptieren Sie denn beispielsweise. Ist es Zufall, dass darauf keine Antwort mehr kommt?

    • Ich habe doch bereits klargestellt, dass ich keine große Lust mehr habe, mich zu dem Thema zu äußern.
      Wenn ich da schon wieder in der Antwort auf @Sophia Ihren Satz lese, dass nun genug nachgewiesen worden sei, dass die Theorie vom Sprachverfall nicht haltbar sei.
      Nur, weil Sie das ständig behaupten, ist noch überhaupt nichts nachgewiesen. Wer sind Sie, dass Sie sich trauen, so eine absolute Behauptung in den Raum zu stellen? Sind Sie so etwas wie der „Sprach – Gott“ mit dem totalen Überblick? Ich meine, dieses Urteil sollten wir Sprachwissenschaftlern überlassen. Wer weiß, vielleicht zählen Sie ja dazu!
      Die Rechtschreibreform halte ich in Teilen für sinnvoll. Persönlich habe ich damit kaum Probleme. Ich erwähnte bereits, dass sie andererseits aber offensichtlich viel Verwirrung stiftet, weil mir scheint, dass dadurch die klare Orientierung verloren gegangen ist. Wenn die Verbindlichkeit fehlt, nimmt sich jede(r), was sie/er für richtig oder sympathisch hält.

  19. @ mehrnachdenken, wie Sie vielleicht bemerken, werfe ich Ihnen keine bösen Dinge vor, nur weil Sie sich meiner Meinung nicht anschließen. Ich finde schon, dass ich grundsätzlich bei Ihren Sachargumenten bleibe, die ich „hinterfrage“ und „verwerfe“, ja, verwerfe, weil sie mir falsch erscheinen. Aber ich schreibe nicht, Sie seien „ein böser Mensch“ mit allerhand „bösen Charaktereigenschaften“. Lassen wir das doch einfach! Es ist klar, dass es Ihnen nicht gefällt, wie ich Ihre Aussagen zurückweise. Sind Sie Gott, dem nicht widersprochen werden darf (um jetzt mal Ihren Stil nachzuahmen)?!? Ihre Aussage zur Rechtschreibreform nehme ich zur Kenntnis. Naja, Sie formulieren das aber nicht wirklich als ein klares Bekenntnis, sondern eher so ein „Ja, aber …“ Für Sie persönlich ist sie in Teilen ok, aber ansonsten stiftet(e) sie viel Verwirrung. Gut, ich will keine Diskussion zur Rechtschreibreform aufmachen. Mich interessiert es schon noch genauer: Welche Teile der Reform finden Sie sinnvoll? Und gibt es prozesshafte Veränderungen im grammatischen Bereich in der letzten Zeit, die Ihr Gefallen bzw. Ihre Akzeptanz finden? Das würde mich wirklich interessieren. Einfach interessieren!!! Danke.

  20. Dies habe ich soeben bei „eigentümlich frei“ gelesen und mich köstlich amüsiert. Auch wenn es sich hier um ein Migrantenkind handelt, wird doch der sprachliche Zeitgeist deutlich. Natürliche Entwicklung?

    Szenen in der deutschen Schule, damals und heute
    Das folgende Szenario entspringt dem literarischen Schaffen eines Polizisten aus Westfalen.

    Szenario:
    Roberts Mitschüler Ahmed kann wegen mangelnder Deutschkenntnisse dem Unterricht nicht folgen und bleibt schließlich in der achten Klasse sitzen.

    Anno 1973:

    Ahmed nimmt in den Sommerferien Nachhilfeunterricht, spielt vermehrt mit deutschsprechenden Freunden und schafft den Schulabschluss ein Jahr später ohne Probleme.

    Anno 2013:

    Ahmeds Fall landet vor der Gleichstellungskommission der Schule. Die Presse findet das Verhalten der Schule unvertretbar. Deutsch sei schließlich nicht „die Mutter aller Sprachen“. Man denke mal daran, was im Namen der deutschen Sprache schon alles für Unheil angerichtet wurde. Der Fall Ahmed sei ein klares Beispiel für wachsende Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung. Die Schule lässt unter dem immensen Druck eine Nachprüfung mit Fragen für Drittklässler zu und Ahmed wird versetzt. Den Abschluss schafft er nicht, er bezieht Hartz IV und kann immer noch kein Deutsch.

  21. @ mehrnachdenken, danke für den Link zur Rechtschreibreform. Wenn ich das nun richtig interpretiere, sind Sie ja also dann doch kein Befürworter der Reform. Was darf ich dann also davon halten, wenn Sie mir auf meine Frage, welche prozesshafte sprachliche Entwicklung Sie akzeptieren, geschrieben haben, dass Sie Teile der Rechtschreibreform sinnvoll fanden. Ich frage noch einmal: Welche Teile denn? (Wenn Sie so vage antworten, ergibt sich diese Nachfrage quasi von selbst.) Was soll man sich nun unter diesen „sinnvollen Teilen“ vorstellen???

  22. @ mehrnachdenken (II), danke auch für den 2. Link. Eine Meinung wird natürlich nicht dadurch belegt, dass man auf jemanden verweist, der es auch so sieht. Außerdem ist es ja lediglich der Artikelschreiber Dankwart Guratzsch, der die These vom Sprachverfall verfolgt (also nur eine weitere Privatmeinung), aber nicht das Institut für deutsche Sprache, auf dessen Tagung und Forschungsergebnisse er sich bezieht und denen ich durchaus einen wissenschaftliche(re)n Anspruch zubillige. Die sagen nämlich etwas ganz anderes aus: (Zitat) „Am verblüffendsten sicherlich, dass viele Erscheinungen des heute „gefühlten Sprachverfalls“ seit Jahrhunderten beobachtet werden, ohne dass sie sich durchgesetzt hätten. Berühmt berüchtigt ist der Dativ auf „wegen“. Sein vermeintlicher Vormarsch, so Ludwig M. Eichinger, Direktor des IDS, ist offenbar nicht nur ins Stocken geraten, sondern bewegt sich womöglich rückwärts – zumindest im Schriftlichen. Hier standen bei einer Untersuchung 25.669 Belegen für „wegen des“ nur 2266 für „wegen dem“ gegenüber.“ Nun frage ich wieder, welche prozesshaften sprachlichen Entwicklungen in der deutschen Sprache der letzten Zeit Sie akzeptieren, da Sie ja meine „These“, Sie würden doch in Wirklichkeit überhaupt keine Veränderung befürworten und alles ablehnen, falsch finden. Bitte widerlegen Sie mich!!!

  23. @ mehrnachdenken, ich hoffe, wir (geneigten) Leser und Kommentatoren bekommen noch ein konkretes Beispiel für eine „prozesshafte sprachliche Änderung“ des Gegenwartsdeutschen, die von Ihnen akzeptiert wird?!?

  24. @ mehrnachdenken, nein, es tut mir leid, aber das sind für mich alles nur Ausflüchte. Sie spielen sich hier immer als der große Kritiker an den (vermeintlichen) Rechtschreib- und Grammatikfehlern anderer auf. Nun sind auf jemanden getroffen, der nicht so schnell kleinbei gibt und mal nachhakt und auch hartnäckig bleibt dabei und man merkt sehr klar, dass alles nur „heiße Luft“ ist. Ich habe Ihnen aufzeigen können, dass sich jede lebendige Sprache ändert. Darauf haben Sie Ihre Meinung angepasst, indem Sie nur noch rasche, rapide Änderungen der Gegenwart ablehnen, aber nicht prozesshafte Entwicklungen. Mehrmals musste (!) ich nach einem Beispiel fragen, weil da nichts kam. Nur ein sehr vager Verweise auf sinnvolle Teile der Rechtschreibreform, die sie aber wegen der Verwirrung, die sie angeblich stiftete, dennoch eher ablehnen. Nach all den bereits erfolgten „Bösewicht-Vorwürfen“ in meine Richtung reagieren Sie wiederum emotional. Nun wollen Sie behaupten, dass Sie nur deshalb kein Beispiel für eine prozesshafte Änderung der deutschen Sprache, die Ihre Gnade findet, bringen, weil ich wiederholt danach frage. (Und gleichzeitig, während Sie verkünden, keine Lust an diesem Thema zu haben, verweisen Sie in einem anderen Kommentar zu einem anderen Artikel wieder auf den Sprachverfall und dass Sie ja doch damit Recht haben.) Sie haben sich selbst als ernstzunehmender Diskutant in der Frage Sprachverfall diskredtiert. Was Sie vorbringen sind nichts weiter als Stammtischparolen. Mehr nicht, mehrnachdenken!

  25. @ mehrnachdenken, ich habe mir Ihren Link angesehen. Wie schon gesagt (Sie formulieren ja auch immer recht bissig in meine Richtung), das ist genau diese Stammtischparolenargumentation, von der ich im letzten Beitrag schon sprach. Sie haben also Recht mit Ihrer These vom Sprachverfall, weil andere das auch so sehen. Es ist völlig unerheblich, wie viel Ahnung diese anderen von Sprachgeschichte haben (siehe meine Hinweise darauf) und was wissenschaftlich fundierte Untersuchungen dazu sagen. Kurzum: Sie haben Recht. Das ist das Einzige, was zählt – auch wenn alle Fakten dagegen sprechen. (Und als die Mehrheit der Menschen noch glaubte, dass die Erde eine Scheibe sei, da war das auch wahr, weil es ja schließlich eine Mehrheit glaubte und die Mehrheit irrt nicht.)

    • Jetzt haben Sie es mir aber so richtig gegeben, schmunzel. Ich bin nun richtig geschockt, verkrieche mich in eine dunkle Ecke, reflektiere über meine „Sünden“ und „lecke meine Wunden“.

    • @sofawolf
      Sie werfen „mehrnachdenken“ vor: „Sie haben Recht. Das ist das Einzige, was zählt – auch wenn alle Fakten dagegen sprechen.“
      Es kann doch sein, dass andere – wie z. B. ich – nicht denselben faktischen Eindruck haben wie Sie. Sind diese Leute deswegen gleich Stammtischbrüder?
      In der Frage Sprachverfall oder Sprachentwicklung ist die Antwort m. E. nicht so einfach. Es geht hier meiner Meinung nach nicht um Schwarz oder Weiß, sondern um Grau. Darum ist die Argumentation und Meinung von jemandem, der in diesem Zusammenhang „teils, teils“ sagt für mich überzeugender als die Festlegung auf eine alleingültige Wahrheit.
      Meinem Eindruck nach ist überdies ein Merkmal von Stammtischmeinungen, dass sie in der Regel schwarz oder weiß sind, selten aber grau.

  26. @ mehrnachdenken, nein, lieber mehrnachdenken, das müssen Sie nicht, das erwarte ich nicht, das ist nicht mein Ziel. Nur verstehe ich nicht, wieso Sie immer und immer wieder „etwas drumherum“ schreiben, aber nicht endlich einmal konkret Ihre eigene Behauptung mit einem Beispiel untermauern, dass Sie prozesshafte sprachliche Entwicklungen im Gegenwartsdeutsch akzeptieren. Warum zieren Sie sich da so? Das muss doch jeder Mitlesende so auffassen, dass das eine bloße Behauptung (= Ausrede) war und Sie gar nichts benennen können!

  27. @ Ursula Prasuhn, ich begrüße Sie nun auch in unserer Diskussion. Das ist doch alles ok. Jeder darf seine Meinung haben, aber darf man Meinungen nun nicht mehr hinterfragen und versuchen herauszufinden, worauf sie eigentlich beruhen?!? Ist es nun so, dass „mnd“ einfach nur alles Neue in der Sprache ablehnt? Ok, dann kann er es doch zugeben. Dann ist es so und man kann sich eben damit auseinandersetzen, wenn man will oder auch nicht, wenn man nicht will. Oder ist es so, dass „mnd“ nur rasche rapide Änderungen ablehnt, aber langsame prozesshafte nicht? Letzeres hat „mnd“ gesagt und ich habe nach Beispielen gefragt und nun lese ich von „mnd“ und anderen immer nur, „wie ich böse ich bin“, aber ich bekomme diese Beispiele nicht, also darf und muss ich doch „nach Adam Riese“ vermuten, dass es sie auch gar nicht gibt und „mnd“ eben doch in Wirklichkeit alle Änderungen in der Sprache ablehnt. Auch das darf „mnd“ ja denken und meinen und ich darf dann doch wohl die Gegenmeinung vertreten, dass das völlig am Wesen, Werden und Wachsen einer jeden Sprache vorbeigeht, weil jede lebendige Sprache sich ändert. Ich kann das belegen, „mnd“ kann weder die eine noch die andere Meinung (s.o.) belegen, sondern zieht sich einfach beleidigt zurück und tut so, als hätte er Beispiele, sagt sie aber nicht, weil „sofawolf“ so böse ist. Nein, es gibt keine Beispiele! Das war nur Gerede. „mnd. akzeptiert keinerlei gegenwärtige Änderungen in der Sprache – auch prozesshafte nicht. So einfach ist das.

  28. @ Zum Link von „mnd“ weiter oben, schrieb einer der dortigen Kommentatoren, was ich nun mal zitieren möchte:

    “ Dr. Wiedemann
    • vor 7 Monaten

    Das Sonderbare an diesem Artikel ist, daß seine These vom angeblichen „Sprachverfall“ allen im Text selbst angeführten Belegen genau widerspricht. Der Autor suggeriert einen Verlust an „Fülle, Farbigkeit, Feinheit im Ausdruck“, an „Vokabular der deutschen Hochsprache“ (was auch immer „Hochsprache“ genau sein soll) und eine Vergrößerung der „Distanz [zum] Bildungskanon“, ohne auch nur ansatzweise den Versuch zu unternehmen, solches irgendwie zu belegen. Im Gegenteil: Die von ihm zitierten und wiederum ohne stichhaltige Argumente kritisierten Linguisten liefern ja gerade überzeugende Belege für das Gegenteil von Herrn Guratzschs wenig originellem und altbacken-spießbürgerlichem Postulat vom „Sprach- und Kulturverfall“.

    Zwei Bemerkungen seien mir zur angeblich um sich greifenden Unfähigkeit gestattet, „Kant, Lessing, Schiller, Kleist, Heine oder die Libretti der Wagneropern zu verstehen“: Erstens könnte man sich genauso gut darüber beklagen, daß heute kaum jemand die Originalsprache von Wolfram von Eschenbach versteht. Aber so wie sich seit dem Mittelalter die deutsche Sprache in einem Maße gewandelt hat, daß mittelhochdeutsch heute von Menschen ohne Germanistikstudium nicht verstanden werden kann, so wandelt sich die Sprache eben auch weiter, bis irgendwann selbst gebildete Deutsche Kant oder Goethe ohne spezielle Ausbildung nicht mehr verstehen können. Das ist kein beklagenswerter Verfall, sondern gewöhnliche Transformation. Zweitens versteht heute ein größerer Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung Kant als zu Kants Zeiten. Die Texte der „Hochkultur“ des 18. und 19. Jahrhunderts waren damals schließlich nur einer kleinen bildungsbürgerlichen Elite zugänglich, wohingegen heute deutlich mehr Menschen in den Genuß gymnasialer und universitärer Bildung gelangen.“

    nochmal der Link von „mnd“: http://www.welt.de/kultur/article114694278/Das-Gefuehl-des-Sprachverfalls-truegt-nicht.html#disqus_thread

    • @Reni
      Ja, die Seite kenne ich. Es ist interessant, was alles so an die Oberfläche kommt, wenn sich mit unserer Sprache genauer beschäftigt wird.

      Was Sie über die permanente Kleinschreibung schreiben, gefällt mir ausgesprochen gut.

  29. @ Reni, was tragen diese Links zu unserer Diskussion bei und vor allem zu der letzten Frage, die unbeantwortet bleibt, welche prozesshaften sprachlichen Entwicklungen denn die Sprachverfall-Theoretiker wie „mnd“ akzeptieren?

  30. Da bin ich vorhin auf diese interessante Diskussion zum Thema Sprachverfall gestoßen und ich muss auch sagen, nachdem ich die Argumente und „Beweise“ der einen Seite kenne (sofawolf) kenne, hätte ich gerne mal was Konkretes von der anderen Seite (mehrnachdenken) statt eines beleidigt-bockigen „Sag ich nicht!“.

  31. Seht ihr und nun habt ihr es auch – wie Politiker- prima hinbekommen, euch tagelang mit euch in eurer nur allzu wichtigen Wichtigkeit zu beschäftigen, anstatt mit dem, was dort gaaanz oben ursprünglich stand und wichtig war. Die Probleme der Kinder. Und alles was ihr ab Beginn eurer“Pseudosprachwichtigkeit“ von euch gegeben habt- ist für die Kinder so gar nicht wichtig. Und nur den Ansatz einer Problemlösung konnte ich auch nicht erkennen. Schade, dass auch ihr kein Ohr oder keine Ohren für die Kinderprobleme habt. Im übrigen ist es mir egal, ob ein Kind etwas wiedergibt, was die Elten bewegt, denn das Problem der Eltern ist meist auch das Problem des Kindes. Und nur, weil es nicht das Elternteil, sondern das Kind nach „außen“ bringt, ist es nicht weniger wichtig und notwendig zu lösen. Eigentlich seid ihr zu bedauern, denn ihr verpasst soviel Schönes auf dieser so wunderbaren und mit Kindern erlebbaren Welt und wenn wir in unserem Ort, in dem wir uns wirklich um die Probleme unserer Kinder kümmern, Zeit haben, dies zu tun – seid gewiss, werden wir es tun. Bis dahin wünsche ich euch Pseudoproblemanalytikern und diskutierern – Alles Gute. Liebe Grüße aus der kleinsten Hansestadt der Welt – Werben an der Elbe – und vom Verein „Werben für Kinder“e.V. – Ines Bergmann

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