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Zu viele Ausländer-Kinder in der Klasse? Einwanderer-Familien klagen

BERLIN. Drei türkisch- und arabischstämmige Familien haben gegen den Berliner Senat geklagt, weil ihre Kinder die Probezeit an einem Neuköllner Gymnasium nicht bestanden haben. Die Eltern meinen, in der Klasse seien zu viele Ausländer gewesen.

Die Eltern meinen, ihre Kinder seien diskriminiert worden - und klagen deshalb. Foto: Florentine / pixelio.de

Die Eltern meinen, ihre Kinder seien diskriminiert worden – und klagen deshalb. Foto: Florentine / pixelio.de

  

Weil die Klasse einen zu hohen Anteil nichtdeutscher Kinder gehabt habe, hätten ihre Kinder nicht angemessen gefördert werden können, meinen die Eltern und zogen vor das Verwaltungsgericht. An diesem Donnerstag (9.30) werden die Klagen gegen die Senats-Bildungsverwaltung nun verhandelt. Es gehe nicht um die Rückkehr der Drei an das Gymnasium, sagte ein Gerichtssprecher. Bei den Feststellungsklagen entscheide das Gericht, ob es Fälle waren, in denen zurückliegende Diskriminierungen ausgeglichen werden müssten.

Die betroffenen Schüler besuchten jetzt eine Sekundarschule und wollten nicht wieder an das Gymnasium, sagte Kläger-Anwalt Carsten Ilius. Vorher hätten die beiden Jungen und ein Mädchen massenhaft die Note Fünf kassiert. In ihrer siebten Klasse seien 63 Prozent der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache gewesen. In dem neuen Umfeld gehörten zwei der Drei zu den Klassenbesten, der dritte verbessere sich weiter.

Anwalt Ilius sagte, die Eltern akzeptierten die Kriterien nicht, nach denen die Schule die Klasse zusammengestellt habe. Ilius sprach in dem Zusammenhang von «ethnischer Diskriminierung». Laut «Berliner Morgenpost» waren in zwei anderen siebten Klassen mit dem Schwerpunkt Latein nur 13 bis 29 Prozent der Schüler nichtdeutscher Herkunft.

Viele Eltern von Schulkindern fühlten sich diskriminiert, sagte der Anwalt weiter. Oft trauten sie sich nicht, dagegen vorzugehen – besonders dann nicht, wenn das Kind auf derselben Schule bleiben soll. Die Bildungsverwaltung wies laut «Morgenpost» den Vorwurf der Diskriminierung durch die Klassen-Zusammensetzung zurück.

Im Berliner Schulgesetz war in den 90er Jahren der Paragraf abgeschafft worden, der die Einrichtung von Ausländerregelklassen erlaubt hatte. Schulen dürften jetzt nicht durch die Hintertür diese Klassen wieder einrichten, sagte Grünen-Bildungsexperte Özcan Mutlu der Zeitung. dpa

Zum Bericht: „Eltern meiden Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil“

2 Kommentare

  1. Ausländer gegen Ausländer. Ist das zu fassen!?

    • Wirklich Ausländer gegen Ausländer?
      Muss das, was der gesunde Menschenverstand gegen Wohngebiete oder Schulklassen mit exorbitand hohem Migrantenanteil einwendet, immer gleich fremdenfeindlich sein?
      Man stelle sich vor, nicht „türkisch- und arabischstämmige Familien“ hätten hier geklagt, sondern deutsche. Der automatische Aufschrei in den Medien wäre unüberhörbar gewesen und neue Warnungen vor einem sich rasant ausbreitenden Rechtsradikalismus hätten die Runde gemacht.
      Das Gericht hätte außerdem die Klagen sofort abgewiesen und die Polizei beauftragt, Hausdurchsuchungen bei den Klägern nach Beweisen für rechtsextremes Gedankengut und geplante Gewaltakte durchzuführen. So sieht es leider für jeden aus, der sich Gedanken zur Integration oder auch zu anderen Themen macht, die von der gutmenschlichen, politisch korrekten Linie abweichen. Denk- und Meinungsverbote bestimmen zunehmend den Alltag bei gleichzeitiger Mahnung an die demokratische Grundwerte.
      Neu ist bei Ihnen, gudrun, allerdings, dass auch Ausländer in den Verdacht von Ausländerfeindlichkeit geraten, wenn sie Bedenken anmelden gegen Klassen oder Schulen mit zu vielen nichtdeutschen Kindern.

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