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Schon wieder: Ansteckende Tuberkulose an Schule – Lehrerin erkrankt

FRANKFURT/ODER. Erneut gibt es einen Fall von ansteckender Tuberkulose an einer deutschen Schule,  wieder in Brandenburg. Eine Pädagogin aus Frankfurt (Oder) sei an offener Lungentuberkulose erkrankt, teilte die Stadtverwaltung mit. Damit sind es nun mindestens zwei Lehrerinnen und ein Lehrer, die in diesem Jahr in Deutschland an Tuberkulose erkrankten – eine davon starb.

Das Bakterium Mycobacterium tuberculosis.verursacht Tuberkulose. Foto: Microbe World / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Das Bakterium Mycobacterium tuberculosis.verursacht Tuberkulose. Foto: Microbe World / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Bei dem aktuellen Fall werde die Patientin behandelt. Schüler und Kollegen seien informiert worden – weitere mögliche Kontaktpersonen würden gebeten, Blutproben abzugeben, teilte die Stadt mit. Sollte sich dann herausstellen, dass sich noch jemand infiziert habe, seien weitere Untersuchungen und Behandlungen geplant. Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte am Nachmittag, der Fall sei seinem Haus bekannt. Das Ministerium sei daran interessiert, dass der Fall umfassend aufgeklärt werde, um weitere Menschen zu schützen.

Erst im Juni war eine 14-Jährige aus dem Gymnasium in Prenzlau (Uckermark) an offener Lungentuberkulose erkrankt. Im September teilte die Kreisverwaltung dann mit, dass die Gefahr einer Tuberkulose- Epidemie gebannt sei. Ebenfalls im September wurde ein Fall aus Limburg bekannt, bei dem der Lehrer eines Gymnasiums an Tuberkulose erkrankte. Im Juni verstarb eine Lehrerin aus Schleswig-Holstein an den Folgen der Krankheit.

Ebenfalls am Mittwoch hieß es aus dem brandenburgischen Gesundheitsministerium, dass es in der Zentralen Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt den Verdacht auf Tuberkulose gebe. Dort seien drei Menschen aus Tschetschenien betroffen. Das Gesundheitsamt des Kreises Oder-Spree habe dies festgestellt. Es sei vereinbart worden, die Asylbewerber erst einmal in dem Haus in Eisenhüttenstadt zu lassen, um eine mögliche Ansteckung zu verhindern.

Tuberkulose wird nach Angaben der Stadt über Bakterien ausgelöst. Bei der offenen Variante können Patienten mit Husten und Niesen andere Menschen anstecken. Symptome seien lang anhaltender Husten mit Auswurf, Gewichtsabnahme und Nachtschweiß. Die Übertragung sei bei einem längeren gemeinsamen Aufenthalt in unmittelbarer Nähe zu einem erkrankten Menschen möglich.

Die Tuberkulose ist immer noch eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, obwohl sie heilbar ist. Im Jahr 2011 gab es schätzungsweise 8,7 Millionen neue Fälle, rund 1,4 Millionen Menschen starben an der Krankheit. Besonders betroffen sind arme Länder. Auch in Deutschland bleibt die früher Schwindsucht genannte Krankheit ein ernstzunehmendes Problem. Sie lässt sich in der Regel mit Antibiotika heilen.

Bricht die Krankheit aus, so ist in der überwiegenden Zahl der Fälle die Lunge betroffen. Sie kann aber auch jedes andere Organ befallen, zum Beispiel die Haut. Zu den Symptomen gehören Husten, Atemnot, Gewichtsabnahme, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schweißausbrüche. Unter einer offenen (infektiösen) Tuberkulose versteht man Erkrankungen, bei denen vom Infektionsherd aus Erreger – etwa über die Luftwege – freigesetzt werden können.

Seit 1982 nimmt die Weltgesundheitsorganisation den 24. März zum Anlass, um auf Tuberkulose aufmerksam zu machen. Hundert Jahre zuvor hatte Robert Koch den Erreger Mycobacterium tuberculosis beschrieben.

Zum Bericht: Schleswiger Lehrerin stirbt an Tuberkulose – 120 Schüler und Lehrer werden getestet

 

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