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Nur jede zweite Schuluntersuchung in Mecklenburg-Vorpommern findet statt – Ärztemangel

SCHWERIN. Zwei Schuluntersuchungen sind in Mecklenburg-Vorpommern gesetzlich vorgeschrieben: In der vierten und in der achten Klasse. Sie finden aber längst nicht überall statt, weil die Ärzte fehlen. Nach Angaben der Linksfraktion im Landtag liegt der Umfang der schulärztlichen Untersuchungen im Landesdurchschnitt lediglich bei 50 Prozent. Dabei beruft sich die größte Oppositionsfraktion auf Antworten der Landesregierung auf drei Kleine Anfragen zum Thema. Die größte Oppositionsfraktion sprach von einem permanenten Gesetzesbruch und forderte von Landessozialministerin Birgit Hesse (SPD), für die Einhaltung der Vorschriften zu sorgen. Die Fraktion stellt in der Landtagssitzung am Freitag einen entsprechenden Antrag zur Debatte.

Doch bei den Verantwortlichen herrscht weitgehende Ratlosigkeit. Die Kommunen, deren Amtsärzte die Schuluntersuchungen durchführen müssen, verweisen auf unbesetzte Stellen und einen hohen Krankenstand. «Wir können die Amtsärzte nur nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlen», sagte der Geschäftsführer des Landkreistags, Jan-Peter Schröder, der Nachrichtenagentur dpa. Wer aus einem Krankenhaus zum Gesundheitsamt wechsele, für den bedeute das einige hundert Euro im Monat weniger. Allerdings gebe es auch keine Schichten, Nacht- und Wochenenddienste. Das aber lockt offenbar kaum einen erfahrenen Mediziner an. «Wir haben erhebliche Probleme, freiwerdende Stellen wieder zu besetzen», sagte Schröder.

Auch Langzeiterkrankungen bremsen demnach die Schulärzte. Das sei vor allem im Landkreis Ludwigslust-Parchim der Fall. Dort fanden in der Vergangenheit die vorgeschriebenen Schuluntersuchungen besonders häufig nicht statt. «Das ist keine erfreuliche Situation», räumte Schröder ein. «Wir arbeiten an der Baustelle, wir müssen uns gesetzeskonform verhalten.» Doch man könne sich die Amtsärzte nicht stricken. Eine Patentlösung habe im Moment niemand. Mehr Geld für mehr Personal könne nur vom Land kommen.

Auch Sozialministerin Hesse hat keine Idee, wie das Gesetz eingehalten werden könnte. Sie empfiehlt den Eltern, mit ihren Kindern zu den Vorsorge-Untersuchungen beim Kinderarzt zu gehen. Die würden von den Krankenkassen bezahlt, teilte sie mit. dpa

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