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Geldnot: Odenwaldschule muss Gebäude verkaufen

WIESBADEN/HEPPENHEIM. Nach Missbrauchsskandal und neuen Vorwürfen kommt die Odenwaldschule nicht richtig voran. Aufsichtsbehörden verlangen ein neues Konzept für das Internat. Nun gibt es im Sozialministerium ein Gespräch.

 Die umstrittene Odenwaldschule muss dem hessischen Sozialministerium erklären, wie es in Zukunft weitergehen soll. Bei einem Treffen an diesem Dienstag (22. Juli) in Wiesbaden geht es um das von den Aufsichtsbehörden eingeforderte neue Internats-Konzept. «Wir erwarten Klarheit und Verlässlichkeit in den Leitungs- und Betreuungsstrukturen», sagte die Sprecherin des Ministeriums, Esther Walter.

Auch die plötzliche Trennung der Schule in Heppenheim von gleich drei Leitern in verantwortlichen Positionen spiele eine Rolle. «Wir werden nun prüfen, welche Auswirkungen dies auf die konzeptionelle Neuausrichtung des Internates haben wird und inwieweit der Trägerverein zuverlässig den Betrieb des Internats sicherstellen kann», meinte Walter.

Kurz vor der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Odenwaldschule waren 2010 lange vertuschte sexuelle Übergriffe von Lehrern an Schülern hochgekocht. Eine Untersuchung nannte die Zahl von 132 Fällen.

Der „Internatstag“ fand hinter verschlossenen Türen statt. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Die Odenwaldschule hat massive Probleme. Kriegt sie noch die Kurve? Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Nach mehreren neuen Missbrauchsvorwürfen 2014 hatte das Ministerium im Mai angekündigt, die Betriebsgenehmigung für das private Reforminternat zu prüfen. Keine zwei Wochen später verkündete die Schule einen Kurswechsel. Im Internat sollen Lehrer in den als «Familien» bezeichneten Gruppen nicht mehr neben dem Unterricht auch noch als Betreuer zuständig sein. Dies sollen Sozialpädagogen übernehmen.

«Wir werden dieses Konzept stufenweise umsetzen», sagte der Vorsitzende des Schul-Trägervereins, Gerhard Herbert. «Es wird nicht so sein, dass wir einfach einen Schalter umlegen.» Die gesuchten Pädagogen müssten auch erst gefunden werden. «Wir haben aber schon Ausschreibungen laufen.»

Wegen finanzieller Probleme plant die Schule laut «Spiegel», Grundstücke und Gebäude am Schulgelände im hessischen Ober-Hambach verkaufen. Dies sei nötig, um die Liquidität der Einrichtung zu sichern, sagte Herbert nach einem Bericht des «Spiegel». Auch eine Verringerung des Lehrpersonals schloss er darin nicht aus.

Zum Schuljahresende haben demnach rund 60 Schüler das Internat verlassen. Dem stehe nur eine niedrige zweistellige Zahl an Anmeldungen gegenüber, sagte Herbert dem Magazin. Andere Mitglieder des Trägervereins hätten von «nicht einmal fünf festen neuen Plätzen» gesprochen, hieß es.

Nach einem starken Abgang gebe es derzeit insgesamt nur noch etwas mehr als 130 Schüler. «Wir werden hier erst einmal eine Lücke haben», sagte Herbert. Sie könne aber erfahrungsgemäß bis Ende dieses und Anfang nächsten Jahres wieder geschlossen werden.

Ein Kommentar

  1. .. die odenwaldschule ist erledigt! sie hat es nur noch nicht gemerkt!…

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