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Kinder debatieren im Landtag über Ferien

DÜSSELDORF. Im nordrhein-westfälischen Landtag debatierten Kinder die Frage, ob es künftig nur noch sechs statt zwölf Wochen Schulferien geben soll.

Politik ist ein Mannschaftssport wie Fußball, und Schiedsrichter braucht es auch. Auf diese Weise hat der Besucherdienst im nordrhein-westfälischen Landtag am Sonntag Kindern den Politbetrieb nähergebracht. Und mitspielen durften sie auch. Sie saßen auf den Abgeordnetenplätzen im Plenarsaal, auf der Regierungsbank und sogar im Präsidium. In die Fußballwelt übersetzt waren die Landtagspräsidentin der Schiedsrichter, die Fraktionsvorsitzenden die Mannschaftskapitäne, und Ordnungsrufe galten als gelbe Karten. Das Thema der Debatte: Soll es pro Jahr künftig nur noch sechs statt zwölf Wochen Schulferien geben?

Der nordrhein-westfälische Landtag war am Sonntag fest in Kinderhand. Foto: Andreas Lischka /Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Der nordrhein-westfälische Landtag war am Sonntag fest in Kinderhand. Foto: Andreas Lischka /Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Die Debatte war einseitig – und der elfjährige Daniel sagte in der Rolle von Schulministerin Sylvia Löhrmann, was fast alle dachten: «Das ist nicht gut, weil am Gymnasium bereits die Schulzeit gesenkt wurde, so dass es immer mehr Druck in der Schule gibt.» Andere Abgeordnete betonten, Kinder bräuchten ausreichend Zeit zum Toben und Spielen. Ergebnis nach 20 Minuten Diskussion: Antrag abgelehnt – mit haushoher Mehrheit. Elias (11) forderte als Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gar eine Verlängerung der Ferien.

Florian (11) übernahm im Rollenspiel den Platz von Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD). Er war der Schiedsrichter der Debatte. Den gesamten Dreiviertel-Kreis im Blick läutete er die Sitzung ein und erteilte den Abgeordneten das Wort. Eine spannende Aufgabe für Florian: «Es hat Spaß gemacht, der Chef zu sein. Ich habe gelernt, wie das hier so geht.»

Eben das ist das Ziel des Rollenspiels, das Teil eines großen Kinderfestes rund um den Landtag zum Weltkindertag am 20. September war. «Es macht Sinn, glaube ich, dass Kinder schon früh Demokratie lernen», sagte der stellvertretende Landtagssprecher Florian Melchert. Dies sei eine der Möglichkeiten dazu, an einem entscheidenden Ort, dem «Schaufenster der Demokratie». (dpa)

zum Bericht: Politisches Engagement von Jugendlichen: Schere klafft auseinander

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