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Kirche investiert Millionen in Computerausstattung ihrer Schulen

MÜNSTER. Gottes Mühlen mahlen vielleicht langsam, aber das an den Schulen des Bistums Münster bald über Breitband-Internet. Bis zum Jahresende will das Bistum außerdem seine 32 Schulen mit Tablets und Laptops ausstatten.

Das Bistum Münster will bis Jahresende alle seine 32 Schulen mit mobilen Computern ausstatten. Jede Schule solle rund 50 Tablets und Laptops erhalten, teilte das Bistum am Donnerstag in Münster mit. Alle Schulen bekommen zudem einen schnellen Breitband-Internetanschluss. Früher habe der Unterricht mit PCs frontal in einem Computerraum stattgefunden, sagte Projektleiter Gregor Bernhart. Die mobilen Computer ermöglichten den Einsatz im gesamten Schulgebäude. Die Schüler sollen mit den Computern zum Beispiel im Internet recherchieren oder Präsentationen erstellen.

Ein Jahr lang hatten zwei Pilotschulen den Einsatz von Tablet-Computern getestet. Foto: vernieman / flickr (CC BY 2.0)

Ein Jahr lang hatten zwei Pilotschulen den Einsatz von Tablet-Computern getestet. Foto: vernieman / flickr (CC BY 2.0)

Der Einsatz der Computer wurde ein Jahr lang an zwei Pilotschulen getestet. «Die Geräte eröffnen Lernzugänge, die anders nicht möglich wären», sagte der Direktor der am Pilotprojekt beteiligten Marienschule in Münster, Arno Fischedick. So könnten Schüler beispielsweise Videos in Fremdsprachen in der für sie richtigen Geschwindigkeit abspielen. Schüler mit einer Sehbehinderung könnten das Tafelbild abfotografieren und auf dem Bildschirm vergrößert betrachten.

Das Bistum ist der Schulträger der 32 Schulen. Bei diesen zahlt das Land NRW 94 Prozent der Betriebskosten, das Bistum sechs Prozent. Zudem stellt das Bistum das Grundstück, die Gebäude und die Einrichtung. Für die neu eingeführten Computer gibt das Bistum alleine mehrere Millionen Euro aus.

Landesweite Vorschriften, wie viele Computer eine Schule haben muss, gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht. «Die Ausstattung ist Sache des Schulträgers», sagte eine Sprecherin des Schulministeriums. «Wir begrüßen digitale Medien, wenn sie in ein pädagogisches Konzept eingebunden sind.»

Ein solches Konzept hält auch Dirk Allhoff von der Medienberatung NRW für zentral. «Die Frage ist: Wie wird das im Unterricht eingesetzt?», sagte Allhoff. Um schnell etwas im Internet zu recherchieren oder als Ersatz eines schweren Schulbuchs seien Tablets gut geeignet, zum Schreiben langer Texte oder zum Programmieren hingegen weniger. (dpa)

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