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Schule nach Sanierung mit Naphthalin belastet. Jetzt gibt’s mehr Pausen.

EISENACH. Eine sanierte Schule kann auch ihre Nachteile haben. Die nun luftzugsicheren Fenster lassen leichte Naphthalindämpfe aus dem Boden nicht mehr entweichen. Die Schüler machen erstmal öfter Pausen.

Zum Schutz ihrer Schüler oder Lehrer vor Folgen von Naphthalindämpfen hat die Stadt Eisenach den Unterricht in der Wartburgschule von 45 auf 30 Minuten je Schulstunde verkürzt. Die Naphthalindämpfe träten in mehreren Räumen der Schule aus den Boden aus, sagte Stadtsprecherin Janina Walter. Sie stammten nach bisherigen Proben aus einer Teerschicht in den Fußböden, die schon um 1966 eingebaut wurde. Allerdings fielen die leichten Dämpfe erst nach einer Schulsanierung im Jahr 2011 auf, nachdem die Fenster erneuert und wesentlich dichter geworden waren.

Das aus Steinkohlenteer gewonnene Naphthalin kann beim Einatmen Augen und Atemwege reizen und Kopfschmerzen hervorrufen. Nach Angaben der Sprecherin habe im Mai erstmals eine Mutter die Schulverwaltung über Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen ihres Kindes informiert. Vermehrt hätten Schüler und Eltern dann nach Beginn des Schuljahres Anfang September von Problemen berichtet. Nach Ihrer Kenntnis seien aber bisher keine ernsten Probleme aufgetreten, sagte Walter.

Nun wurden als erstes die Unterrichtsstunden verkürzt und die Pausen verlängert. Das Schulamt wolle die Regelschule dann während der Herbstferien (6. bis 19. Oktober) räumen, um die Böden zu sanieren, sagte Walter. Die fünften bis neunten Klassen derweil in eine leerstehende Schule ziehen, die zehnte in einer Berufsschule unterkommen. Das Gebäude war laut Walter 2011 saniert und dabei wohl so gut «eingepackt» worden, dass die Dämpfe unter anderem nicht mehr durch undichte Fenster entweichen konnten. Der MDR Thüringen und Antenne Thüringen hatten am Morgen bereits über die Unterrichtskürzung berichtet. dpa

3 Kommentare

  1. Die Überschrift suggeriert, dass die Belastung erst nach der Sanierung auftrat. In Wahrheit tat sie es schon immer, der marode Bau hat sie nur nicht messbar werden lassen. Interessant ist die Zeit zwischen 1966 und 1976. Damals waren die Fenster sicherlich noch halbwegs dicht. In der DDR der 1970er Jahre waren die Kinder und Lehrer aber bestimmt noch widerstandsfähiger als heute, genauso wie in der BRD und dem Rest der Welt auch.

    • kommt darauf an, ob Sie die Emission (aus dem Boden) oder die Immission (in die Kinderlungen) meinen. Bei hoher Luftwechselrate bleibt die Konzentration niedriger.

      • eben. der Vergleich der damaligen mit den heutigen Grenzwerten wäre auch interessant. im Zweifel sind sie heute dank besserer Technik strenger, die Kinder und Lehrer genauso gesund wie heute. im chemieunterricht darf ja auch nicht viel mehr im Schülerversuch gemacht werden, was gefährlicher ist als kochsalz in kaltem wasser auflösen.

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