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Linke will mehr Schulsport und weniger Leistungsdruck

SCHWERIN. Computer und Fernsehen statt Bolzplatz und Kletterbaum. Kinder bewegen sich heutzutage zu wenig. Die Diagnose ist klar. Doch an der Therapie hapert es, meint die Linke.

Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen nach Meinung der Linken den Kindern mehr Spaß am Sport vermitteln und so auch dem Trend zu teilweise krankhaftem Übergewicht entgegenwirken. Die Bildungsexpertin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, verwies auf Ergebnisse der schulärztlichen Untersuchungen. Demnach sind 17 Prozent der Viertklässler zu dick. In Klasse acht betrage der Anteil übergewichtiger oder gar krankhaft fettleibiger Schüler 21 Prozent. «Diese negative Entwicklung ist seit Jahren festzustellen, aber im Rahmen des Sportunterrichts an den allgemeinbildenden Schulen ändert das Bildungsministerium nichts», beklagte Oldenburg.

Ihrer Meinung nach sind nur noch zwei Sportstunden ab Klasse sieben zu wenig, um Ausdauer und körperliche Fitness zu trainieren und so auch die Gesundheit zu fördern. «Deshalb fordern wir die Einführung einer dritten Sportstunde mindestens in den Jahrgangsstufen 7 und 8», sagte Oldenburg. Bislang gibt es nur bis Klasse sechs drei Sportstunden je Woche. Auch der Schweriner CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Parlaments, hatte unter Hinweis auf die zunehmende Zahl zuckerkranker Kinder für mehr Bewegung durch zusätzliche Sportstunden plädiert.

Das Bildungsministerium in Schwerin sieht dafür aber angesichts der schon vollen Stundenpläne derzeit keine Spielräume. Ein Mehr an Sport ziehe Streichungen in anderen Fachbereichen nach sich, hieß es. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hofft auf zusätzliche Sportangebote im Rahmen von Ganztagsschulen. Vereine und Verbände können dort Kurse – unter anderem auch im Sport – anbieten. Dafür stellt das Land 18 Millionen Euro bereit.

Nach Ansicht Oldenburgs werden mit den meist leistungsorientierten Nachmittagsangeboten aber kaum jene Schüler erreicht, die Bewegung am nötigsten hätten: «Sport darf nicht nur Leistungsdruck sein, sondern muss vor allem auch Spaß machen und Fairness trainieren», mahnte sie. So müsse sportlich nicht so fitten Schülern die Möglichkeit gegeben werden, «sich den Anforderungen an eine gesunde Lebensweise anzunähern».

Auch die individuellen Voraussetzungen müssten bei der Bewertung im Sportunterricht eine Rolle spielen, um Kinder und Jugendliche zu motivieren, ihre Leistungsbereitschaft dauerhaft zu erhöhen. Die neue Verordnung über die Leistungsbewertung setze jedoch hohe Maßstäbe. «Dies sind sportmedizinisch und pädagogisch fragwürdige Entscheidungen, die weder zu einer erhöhten Freude am Sportunterricht, noch zur Motivation der Schülerinnen und Schüler beitragen», kritisierte Oldenburg. «Zu viele übergewichtige Kinder und fragwürdige Neuregelungen im Sportunterricht sind kein Aushängeschild für ein Land, das darum ringt, «Gesundheitsland Nummer 1» zu sein.» dpa

Ein Kommentar

  1. Drei Sportstunden bringen auch nicht viel mehr als zwei. Effektiver wäre es aus meiner Sicht, wenn die Schüler mit dem Fahrrad zur Schule fahren oder komplett zu Fuß gehen. Natürlich, wenn es die Entfernungen zulassen, z.B. bis 30 Minuten.

    Ich habe im Sportunterricht immer mein Bestes gegeben, auch wenn meine Leistungen nur selten auf irgendeiner Liste standen — und wenn doch, dann sehr weit unten. Aber gerade aufgrund meines Einsatzes hat es immer für ein „befriedigend“ auf dem Zeugnis gereicht. Fußball gespielt habe ich gerne, technische Übungen wie Slalom-Dribbeln u.ä. fand ich hingegen furchtbar, weil es für mich mit dem Spiel nichts mehr zu tun hatte.

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