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Wie Studentenwerke die Wohnungsnot lindern wollen

MAINZ. Das Wintersemester beginnt und viele Studenten sind auf der Suche nach einer Bleibe. Auch in Rheinland-Pfalz ist die Lage angespannt. Vertreter von sehen Aber auch Lichtstreifen am Horizont.

Bevor sich angehende Studenten auf ihre ersten Seminare und Vorlesungen konzentrieren können, steht oft eine nervenaufreibende Wohnungssuche auf dem Stundenplan. Das ist auch in den rheinland-pfälzischen Hochschulstädten zum Start des Wintersemesters so. Neue Wohnheime haben allerdings an manchen Orten die Situation etwas entspannt.

Studentenzimmer

Begehrt, aber schwer zu kriegen: Studentenzimmer. Foto: _Mike_ / flickr (CC BY 2.0)

In TRIER jedoch sind alle rund 1530 Wohnheimplätze in den fünf Anlagen des Studierendenwerks belegt. Für Studenten, die noch auf der Suche nach einer Bleibe sind, gibt es Hilfe: Etwa eine Online-Wohnungsbörse zur Privatzimmer-Vermittlung. Unter www.erste-blei.be können Vermieter Angebote aufgeben, wie das Studierendenwerk mitteilte. In einem Studi-Heim kostet ein Zimmer rund 250 Euro mit allen Nebenkosten.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Uni bietet erneut eine «Couchbörse» an: Dabei stellen Studenten wohnungslosen Neuankömmlingen ein Bett zur Verfügung. Die Uni sei sich des knappen Angebots bewusst und suche mit Stadt und Studiwerk nach Lösungen, teilte die Hochschule mit.

Die Zahl der Studienanfänger werde auf rund 2500 geschätzt, sagt der Leiter für Studentische Angelegenheiten, Guido Käsgen. Neu angeboten würden der Master-Studiengang «Digital Humanities» und der duale Bachelor-Studiengang «Klinische Pflege». Extrem viele Bewerbungen seien erneut im Bereich Psychologie und Medienwissenschaften eingegangen. Insgesamt zählt die Uni knapp 15 000 Studierende.

Als angespannt beschreibt der Sprecher der Stadt MAINZ, Markus Biagioni, den Wohnungsmarkt in der Landeshauptstadt. «Insbesondere bezahlbarer Wohnraum fehlt», sagt er. Deshalb sollen in den nächsten zwei Jahren in neuen Baugebieten mehr günstige Bleiben geschaffen werden, nicht nur für Studierende. «Mainz ist eben ein teures Pflaster», sagt Biagioni.

So sieht das auch der Chef des Studierendenwerkes, Matthias Griem. Zwar seien noch einige Plätze in dessen Wohnheimen frei, es fehle aber an Wohnraum für unter 300 Euro. Der Bafög-Satz sehe 220 bis 230 Euro Wohnungszuschuss vor. «Eigentlich sollte es dann auch so sein, dass ein Student dafür etwas kriegt.»

Griem zieht aber auch eine positive Bilanz: «Noch vor zwei Jahren standen bis zu 1000 Namen auf der Warteliste für die Wohnheimplätze, in diesem Jahr ist es keiner.» Im vergangenen Jahr sei ein neues Haus eröffnet worden, das habe die Lage deutlich entspannt. Von 4200 Plätzen standen 2014 rund 1000 zur Vermietung zur Verfügung.

Wie viele Erstsemester in diesem Jahr ihr Studium an der Johannes Gutenberg-Universität beginnen, kann die Sprecherin der Universität nicht sagen. Auch eine Tendenz zu benennen sei nicht möglich. «Die Einschreibung läuft noch», hieß es.

«Immer zum Semesterbeginn ist die Wohnungssituation angespannt», sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Studierendenwerks KOBLENZ, Jörg Denecke. Allerdings sei die Lage längst nicht so dramatisch wie in anderen Hochschulstädten. Letztlich komme in Koblenz über kurz oder lang jeder Student unter. Notunterkünfte gebe es nicht.

Gleichwohl müsse die angespannte Situation in der Rhein-Mosel-Stadt ernst genommen werden. Die Wohnheimplätze seien belegt, es gebe Wartelisten. Während des Semesters lernten sich aber viele Erstsemester kennen, bildeten WGs, so dass einige von den Wartelisten nachrücken könnten. Insgesamt hat Koblenz nach Angaben Deneckes sechs Wohnheime, darunter auch private, mit insgesamt 717 Plätzen.

Die Hochschule Koblenz verzeichnete zum Semesterstart Ende September fast 1700 Erstsemester an den drei Standorten in der Rhein-Mosel-Stadt, in Remagen und in Höhr-Grenzhausen. Insgesamt zählt sie damit mehr als 8800 Studierende, vor einem Jahr waren es rund 8400. Zur Begrüßung der Neuen war der Andrang so groß, dass die Veranstaltung per Video in einen weiteren Saal übertragen werden musste.

Einen Ansturm gibt es nach wie vor bei den Sozial- und den Wirtschaftswissenschaften. Dort übersteige die Zahl der Bewerber die der freien Plätze enorm, sagt Sprecherin Christiane Gandner. Mehr Studierende seien in den sogenannten MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – wünschenswert. «Da haben wir festgestellt, dass viele zwar Interessen in diese Richtungen haben, es sich aber nicht zutrauen. Das ist schade.» Die Berufsaussichten seien hervorragend.

In LANDAU hat sich der Wohnungsmarkt aus Sicht des Studierendenwerkes Vorderpfalz deutlich entspannt. Das sei auf eine neue Wohnanlage zurückzuführen, sagt die Sprecherin des Landauer Campus der Universität Koblenz-Landau, Kerstin Theilmann. Nennenswerte Wartelisten gebe es derzeit nicht. Neu ist in Landau im Lehramtsstudiengang das Erweiterungsfach «Darstellendes Spiel».

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks KAISERSLAUTERN, Marco Zimmer, sagt, es gebe zwar eine Warteliste von insgesamt 600 wohnungssuchenden Studenten für die Hochschulen in Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken. Aber viele davon hätten wohl schon ein Dach über dem Kopf gefunden und das nicht mitgeteilt. «Die Lage ist noch angespannt, aber das hat sich dann auch immer reguliert in den letzten Jahren. Mehr als 2000 Plätze stehen zur Verfügung.

In LUDWIGSHAFEN sind die Wohnheime alle vollbelegt. «Es ist nichts mehr frei. Es stehen aber auch nicht mehr viele auf der Warteliste», sagt Alexandra Diestel-Feddersen vom Studierendenwerk Vorderpfalz. Die Hochschule Ludwigshafen verzeichnet nach eigenen Angaben nach wie vor für die Bachelorstudiengänge durchschnittlich neun Bewerber pro Studienplatz. Besonders Marketing und Soziale Arbeit seien gefragt. (dpa)

zum Bericht: Wohnungsnot: Studentenwerk rät zu Wohnungssuche im Umland

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