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Niedersachsens Philologen gegen Reform der Lehrerausbildung

Der niedersächsische Philologenverband hat Ideen zur Abschaffung der eigenständigen Ausbildung zum Gymnasiallehrer eine Absage erteilt. Die 350 Delegierten des Verbandstages forderten am Donnerstag in Goslar die Landesregierung dazu auf, die Gymnasiallehrer-Ausbildung zu erhalten. Die rot-grüne Koalition strebt nach Angaben des Verbandes eine einheitliche Lehrerausbildung für die Sekundarstufe I an, also die Klassen 5 bis 10.

Der Philologenverband, der rund 7500 Gymnasiallehrer vertritt, wirft der Landesregierung vor, sie wolle das Gymnasium insgesamt zugunsten der Integrierten Gesamtschulen zurückdrängen. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) hatte dieser Darstellung am Mittwoch in Goslar aber widersprochen. Die Befürchtungen entsprächen nicht der Realität.

Eine Gesetzesnovelle der Landesregierung sieht vor, dass integrierte Gesamtschulen künftig wie Oberschulen ersetzende Schulform sein können. Damit können beispielsweise Haupt- und Realschulen auch zu einer Integrierten Gesamtschule zusammengelegt werden, falls ausreichend Schüler vorhanden sind. Ein Gymnasium muss aber weiterhin unter zumutbaren Bedingungen erreichbar bleiben. Für zumutbar hält Heiligenstadt eine Stunde Fahrzeit. dpa

4 Kommentare

  1. Vertritt der Philologenverband nur 7500 Gymnasiallehrer oder hat er vielleicht (wie in Rheinland-Pfalz) auch in Niedersachsen die überwiegende Mehrheit im Personalrat der Gymnasien?

  2. Das riecht nach einer einheitlichen Bezahlung aller Sek I-Lehrer unabhängig von der Schulform. Das ist zwar an sich nicht unbedingt schlecht, jedoch wird sich das Land auf die niedrigste Gehaltsstufe einigen, was für viele Lehrer eine finanzielle Schlechterstellung bedeutet.

    Reine Sek II-Lehrer halte ich für nicht praktikabel, es sei denn, sie beinhaltet gleichzeitig die Fakultas für die Sek I. In diesem Fall ändert sich wenig bis nichts und eine Benachteiligung der Gymnasien ist nicht vorhanden, weil die Sek I-Lehrer wegen der nicht-Eignung für Sek II nicht an die Gymnasien kommen können.

  3. Gleicher Entlohnung für Primarstufe und SekI; es gibt – zumindest in NRW – doch nur noch SekI-Lehrer, die einen mit Schwerpunkt Primarstufe und die anderen mit Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschule bis Jahrgang 10. Daneben gibt es das Lehramt GY/BK. Neu ist dass an Sekundarschulen Stellen für SekI+II-Lehrer eingerichtet werden/worden sind. Ein eigenständiges Realschullehramt gibt es in NRW schon ewig und drei Tage nicht mehr.

    Reine SekII-Lehrer gibt es nicht, dieLehrbefähigung des höheren Dienstes (Studienratslaufbahn) umfasst immer die Klassen 5 bis 12/13.

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