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Schüler wollen persönliche Beratung bei der Berufsorientierung

SCHWERIN. Schüler der Klassen 9 bis 12 nutzen kaum soziale Medien, um sich über Ausbildungsangebote zu informieren, ermittelt die IHK Neubrandenburg. Wohnortnähe und Vergütung sind wichtige Kriterien für die Attraktivität eines Ausbildungsplatzes.

Das geht aus der landesweit ersten Schülerbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg hervor, die jetzt IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch vorstellte. Die untergeordnete Rolle sozialer Medien habe ihn überrascht, sagte er. «Je höher der mögliche Schulabschluss, desto niedriger wurden Social-Media-Angebote eingeschätzt.» Für die Umfrage wurden fast 1000 Jugendliche an 19 Schulen aller Schulformen im Bezirk der IHK Neubrandenburg zum Ausbildungsverlauf befragt.

Praktikumserfahrungen sind für die meisten Schüler wichtige Entscheidungskriterien bei der Ausbildungsplatzwahl. Foto: ME-Arbeitgeber / Flickr (CC BY 2.0)

Praktikumserfahrungen sind für die meisten Schüler wichtige Entscheidungskriterien bei der Ausbildungsplatzwahl. Foto: ME-Arbeitgeber / Flickr (CC BY 2.0)

Zur Vorbereitung auf die Ausbildung wünschen sich demnach 80 Prozent der Schüler die persönliche Beratung. Dazu gehörten Messen, Schuleinladungen oder Tage der offenen Tür. Die Leiterin der Regionalschule Ost in Neubrandenburg, Regine Stieger, bestätigte, wie wichtig zum Beispiel Projekttage in Unternehmen seien. «Wie soll sich ein Schüler für eine Ausbildung in der Hotellerie entscheiden, wenn er noch nie in einem Hotel war?», sagte sie.

Für die Erstinformation über Betriebe und Berufe hat laut Umfrage die Homepage der Unternehmen eine hohe Bedeutung. Für 85 Prozent der Befragten ist ein Praktikum ein wichtiges Entscheidungskriterium. Die Unternehmen sollten dies als wesentliche Chance der Azubi-Werbung ernst nehmen, sagte Haasch.

Die Nähe zum Wohnort sei für Jugendliche wichtig, aber sie sei nicht alles. Generell seien die Ausbildungsbewerber mobil. Sie wünschten sich aber zu einer guten Ausbildungsvergütung – für 61 Prozent ist dies sehr wichtig – eine materielle Unterstützung bei den Fahrkosten. Das derzeitige Landesprogramm müsse dafür verändert werden, sagte Haasch. Für 91 Prozent ist die spätere Übernahme in ein Arbeitsverhältnis ein entscheidendes Argument für eine Lehrstelle.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, sieht sich durch die Umfrage bestätigt. Das Land müsse endlich die Kosten für die Fahrt zu den Berufsschulen und Ausbildungsstätten übernehmen, sagte sie. «Gleichwohl müssen die Unternehmen ihre Auszubildenden angemessen vergüten.» (dpa)

zum Bericht: Abbrecher-Quote steigt: Jeder Dritte Lehrling löst seinen Ausbildungsvertrag vorzeitig

Ein Kommentar

  1. “Die untergeordnete Rolle sozialer Medien habe ihn überrascht, sagte er …” Sieh an, die Jugendlichen sind klüger und reifer, als man denkt! Sie haben das Wesen der virtuellen “Realität” verstanden und wissen, dass man im Internet alles schön darstellen kann …

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