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Kämpferische Stimmung: Auch Erzieher und Sozialarbeiter streiken für mehr Lohn

LÜNGEBURG. Mehr Beschäftigte als erwartet sind dem Aufruf von Verdi zu Warnstreiks in Kindertagesstätten gefolgt. Die Stimmung ist kämpferisch. Gibt es bald ein erstes Angebot der Arbeitgeber?

Wegen Warnstreiks sind heute viele kommunale Kindertagesstätten in Niedersachsen und vier weiteren Bundesländern geschlossen geblieben. In Niedersachsen beteiligten sich rund 2300 Erzieher, Sozialarbeiter und -pädagogen sowie Kinderpflegerinnen, teilte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch in Lüneburg mit. Die Eltern der Kinder seien schon in der vergangenen Woche über den Ausstand informiert worden. Die Streikaktionen zogen sich quer durch Niedersachsen. In einigen Städten gab es zentrale Kundgebungen, darunter in Braunschweig, Oldenburg, Göttingen, Stade und Lüneburg.

«Die Beteiligung an den Aktionen ist höher als erwartet», sagte Verdi-Sprecher Martin Peter in Lüneburg. Die Stimmung sei kämpferisch, die Beschäftigten erwarteten zu den Verhandlungen mit den Arbeitgebern am Montag ein erstes Angebot.

Für Donnerstag rief Verdi in Bremerhaven die pädagogischen Fachkräfte der 20 kommunalen Kindertagesstätten und die Beschäftigten in den sozialen Diensten zum Warnstreik auf, ebenso das pädagogische Personal der niedersächsischen Umlandgemeinden. Auch in den Landkreisen Osnabrück, Friesland, Cuxhaven sowie in den Städten Osnabrück und Dissen sollte die Arbeit vorübergehend niedergelegt werden.

Zum Höhepunkt der Warnstreiks der Erzieherinnen sind am Donnerstag in Stuttgart fast alle Kitas geschlossen. Laut Verdi sind von 183 nur sechs Einrichtungen geöffnet. Der Stuttgarter Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) hat die Ausstände auf dem Rücken der Eltern im Vorfeld als unangemessen und verfrüht gerügt. Erzieherinnen und Sozialarbeiter treten für eine neue Eingruppierung ihrer Tätigkeiten ein, die ihnen ein Einkommensplus von zehn Prozent bringen würde. Die Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern werden am kommenden Montag in Münster fortgesetzt. Neben Stuttgart sind die Landkreise Rems-Murr, Böblingen und Ludwigsburg, die Stadt Karlsruhe sowie Heilbronn, Crailsheim, Weinsberg und Neckarsulm betroffen. Die von der Gewerkschaft verlangte neue Zuordnung von Tätigkeiten in Entgeltgruppen betrifft rund 240 000 Beschäftigte im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst.

Insgesamt wurden in fünf Bundesländern Beschäftigte zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Verdi fordert für die Erzieher eine Neuregelung der Eingruppierung, was zu einer Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich zehn Prozent führen würde. dpa

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