Startseite ::: Nachrichten ::: Mehr Deutsch statt Englisch in der Grundschule? – Parteien streiten im Landtag

Mehr Deutsch statt Englisch in der Grundschule? – Parteien streiten im Landtag

SCHWERIN. Mehr Deutschunterricht an der Grundschule wäre gut. Darüber sind sich noch alle im Landtag vertretenen Parteien einig. Parteien im mecklenburgischen Landtag. Über das wie gehen die Meinungen auseinander.

Überlegungen im Regierungslager für mehr Deutschunterricht zulasten von Englisch in Mecklenburg-Vorpommerns Grundschulen sind kontrovers im Landtag diskutiert worden. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) unterstützte die Idee von SPD und CDU und verwies auf eine Umfrage unter mehr als 2000 Grundschullehrern im Land. Von ihnen sprachen sich demnach mehr als 80 Prozent für mehr Deutsch aus, wie er sagte. «Und ich bin nicht klüger als 2000 Grundschullehrer.»

Mehr Deutsch soll in den Stundenplan der Grundschule. Aber auf Kosten von Englisch? Foto: Claudia Hautumm / pixelio.de

Mehr Deutsch soll in den Stundenplan der Grundschule. Aber auf Kosten von Englisch? Foto: Claudia Hautumm / pixelio.de

Die Linken-Bildungsexpertin Simone Oldenburg kritisierte, dass lediglich Stunden von einem Fach zum anderen umgelagert würden. Die Schüler würden so wichtiger Kompetenzen beraubt, die für ihren weiteren Lebensweg unerlässlich seien. Sie forderte mehr Unterricht für die Grundschüler. In Spitzenländern der Schulbildung wie Bayern und Sachsen hätten die Grundschüler deutlich mehr Schulstunden. In Bayern seien es in den vier Grundschuljahren zusammen zehn Stunden mehr, in Sachsen vier, sagte sie. Auch der CDU-Bildungspolitiker Torsten Renz forderte eine Debatte darüber, ob die Stundenzahl in der Grundschule erhöht werden sollte.

In einem ersten Schritt soll im Nordosten bereits mehr Deutschunterricht erteilt werden, indem er mit Sachkunde gekoppelt wird. So soll eine Wochenstunde mehr Deutsch in jeder Klassenstufe der Grundschule gewonnen werden. Hintergrund sind unbefriedigende Rechtschreibleistungen vieler Kinder am Ende der vierten Klasse. (dpa)

zum Bericht: Englisch in der Grundschule: Je früher je besser? – Es ist Zeit für einheitliche Standards

3 Kommentare

  1. Deutsch mit Sachkunde koppeln und damit eine Stunde mehr Deutsch unterrichten bedeutet für mich nichts anderes als Sachkunde um eine Stunde zu kürzen. So kann man das auch umschreiben …

    Im Übrigen halte ich von dem Englischunterricht, wie er in NRW gehalten wird überhaupt nichts. Die Materialien sind das Papier kaum wert. Ich weiß von Grundschulen, an denen Englisch-Förderunterricht für die künftigen Gymnasiasten von Gymnasiallehrern erteilt wird, die anderen Schüler bekommen dann Förderunterricht Deutsch oder Mathe. Warum das nicht von den Grundschullehrern gemacht werden kann, weiß ich nicht. Ich hoffe, es liegt nicht an deren mangelnden Englischkenntnissen. Angesichts der Lächerlichkeit des Förderunterrichtes in Englisch, möchte ich den regulären Englischunterricht nicht erleben. Abschaffung der Synchronisation auch im Kinderfernsehen ist wahrscheinlich effektiver.

    • Zum Material gebe ich ihnen recht. Englischlehrkräfte müssen eigentlich immer ihr eigenes Material herstellen. Studierte Englischlehrkräfte wissen dies aber auch und nutzen die Verlagsmaterialien nur für den groben Rahmen. Unterrichtet man komplett ohne Lehrwerk, ist allerdings zum Einen ein möglicher Lehrerwechsel erschwert und zum Anderen muss man bei Hörübungen regelmäßig überprüfen, ob die geforderten Redemittel bereits gelehrt wurden. Man kann Hörübungen nicht einfach selbst erstellen. Insofern hält man sich meist an das vorhandene Lehrwerk und hangelt sich an den Themen entlang – mit eigenem Material (sofern die Schule die entsprechende Anzahl Kopien erlaubt)

      Hinzu kommt, dass es an jedem selbst liegt, ob er das Auslandsjahr finanziert oder es sich spart. Aber ohne Auslandsjahr kann man meiner Meinung nach kein vernünftiges Sprachverständnis entwicken. An vielen Unis ist es inzwischen vorgeschrieben, aber als Englisch für Grundschulen von oben angeordnet wurde, mussten schnell Fachlehrer qualifiziert werden und da hat man auch in der Ausbildung auf Auslandsjahre verzichtet.
      Das Problem an Grundschulen war lange Zeit, dass es für das plötzlich eingeführte Fach keine Fachlehrer gab, sondern andere Lehrer nachqualifiziert wurden. Frei nach dem Motto: Was in der Grundschule gelehrt wird, kann jede Hausfrau unterrichten. In vielen Grundschulen sind inzwischen studierte Kräfte für den Englischunterricht eingeteilt, aber es gibt weiterhin viele Ausnahmen bzw. Schulen die schulscharf ausschreiben, denken nicht unbedingt daran, die nicht-studierte Englischlehrkraft zu entlasten, wenn es gerade einen Mangel in anderen Fächern gibt, der Englischunterricht aber stattfindet.
      Meine erste Stelle war an einer Schule, die nur eine nicht-studierte Englischlehrkraft hatte. Ich erhielt – als studierte Kraft – dennoch nur eine Klasse und den Auftrag, mich an das Lehrwerk zu halten, da sie hauptsächlich eine Mathelehrkraft brauchten, die sich um die Kinder mit Dyskalkulie kümmert.

  2. Ja, mehr Deutsch. Mehr Grundlagen ! Aber bitte nicht mehr Schulstunden.

    Kinder brauchen auch Freizeit, müssen sich auch erholen, sollen auch spielen !!!!!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*