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Jan Josef Liefers ermittelt in der „7. Stunde“ – Film verpasst? Hier können Sie ihn trotzdem gucken

KÖLN. Ob „Der Lehrer“ oder „Frau Müller muss weg“:  Spätestens seit der Erfolgskomödie „Fack ju Göhte“ erfreut sich die Schule als Schauplatz von Filmhandlungen wieder zunehmender Beliebtheit. Heute Abend steht der nächste Streifen an – diesmal ein Krimi.

Liefers und Stappenbeck in der "7. Stunde". Foto: ZDF

Liefers und Stappenbeck in der „7. Stunde“. Foto: ZDF

Es gab Zeiten in Deutschland, da waren Lehrer im Film verschrobene Originale wie in der „Feuerzangenbowle“. Und unter einem aus der Art geschlagenen Schüler verstand man einen Jungen wie den Kinohelden Pepe Nietnagel – einen «Lümmel von der ersten Bank», der es den Paukern mit kecken Streichen mal so richtig zeigt. Im Vergleich zu den Schülern, auf die Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) in seinem neuen Fall heute Abend (4. Januar, 20.15 Uhr – oder auch danach noch in der Mediathek) im ZDF trifft, sieht Pepe Nietnagel aus wie ein braver Messdiener. Statt um Streiche geht es um blanken Wahnsinn – um Sex, Gewalt, Mord und Erpressung. Und um etwas, das in Fachkreisen «LARP» genannt wird.

Es ist eine wirklich grelle Mischung an Themen, in die Buch-Autorin Elisabeth Herrmann ihren Helden Vernau in «Die 7. Stunde» schickt. Diesmal soll der Berliner Anwalt eigentlich nur eine Jura-AG an einer teuren Privatschule leiten. Das Haus hält sich für elitär und soll bald in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Recht schnell wird allerdings klar, dass Vernaus Zöglinge ein mysteriöses Doppelleben führen und sich in Rollenspiele (Englisch: «Live Action Role Playing» oder auch «LARP») verstrickt haben, hinter denen wohl mehr als ein bisschen Kostümierung im Mondschein steckt. Vorbild sind nämlich – offenbar für jeden zugängliche – Krankenakten vom Dachboden des piekfeinen «Friedrich-von-Stein-Campus», der einst eine Nervenheilanstalt war.

«Die 7. Stunde» ist der mittlerweile vierte verfilmte Kriminalroman von Elisabeth Herrmann mit Jan Josef Liefers als Anwalt Vernau. Er spielt ihn als ebenso weltläufigen wie sympathischen Juristen. Vernau ist weniger verschroben als Liefers beliebter Professor Boerne aus der ARD-Reihe «Tatort», dabei allerdings wird er nach und nach zu einem ähnlichen Quotenbringer. Der Vernau-Fall «Der Mann ohne Schatten» im Januar 2015 lockte 7,20 Millionen Zuschauer zum ZDF.
Die Themen, die bei der «7. Stunde» im Hintergrund mitschwingen, sind relativ klar: verselbstständigte Eliten, entkoppelte Parallelwelten wie eine exklusive Privatschule, moralischer Verfall bei Kindern, von denen viel zu früh viel zu viel verlangt wird. Der Film zeigt, dass so etwas auch mit unterhaltsamen Schauergeschichten und einem lockeren Ton verbinden lässt.

So eine wilde Mischung richtig abzuschmecken, ist allerdings kompliziert. Gleich zu Beginn wird der Zuschauer mit düsteren Wahnbildern einer Massenmörderin auf Temperatur für einen Thriller gebracht. Wenige Szenen später tapst Vernau mit einer Eisenwanne auf dem Kopf durch einen Hausflur und schlägt geradezu absurd oft an. Es gibt weitere Slapstick-Einlagen. Zudem entspinnt sich eine Nebenhandlung, in der der als «Supergeil»-Sänger bekannt gewordene Friedrich Liechtenstein eine Version von sich selbst spielt.
Auch die Schauspieler mussten sich an die Themen etwas herantasten.

Sie sei ja ein großer Fan von Brett- und Kartenspielen, sagt Stefanie Stappenbeck, die Vernaus Kanzleikollegin Marie-Luise spielt, im Gespräch mit uns. Aber: «Live-Rollenspiele haben mir vorher überhaupt nichts gesagt.»

Dass es sich gleichsam um kein ganz kleines Phänomen handeln muss, wurde ihr allerdings schnell bewusst. «Kaum ist es mir begegnet, treffe ich nun Leute, die so etwas machen. Ein Beleuchter hat mir erzählt, er mache Rollenspiele.» Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Sendung verpasst? Hier – in der ZDF-Mediathek – ist sie weiterhin abrufbar.

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