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EKD-Institut: Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert gerechtere Bildung

HANNOVER. Die Changerechtigkeit der aufkommenden „Arbeitswelt 4.0“ wird erheblich davon abhängen, wie es dem Bildungssystem gelingt, den Digital-Divide klein zu halten. Nach Ansicht von Gerhard Wegner, Direktor des sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland müsse sich dazu in Sachen Bildung aber noch eine ganze Menge verbessern. Auf einer Klausurtagung beschäftigt sich jetzt Niedersachsens Landesregierung mit den Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt erfordert aus Sicht des sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mehr Bildungsgerechtigkeit und Partizipation sowie ein modernisiertes Arbeitsrecht. «Arbeit 4.0 und Digitalisierung kann nur gelingen, wenn sich in Sachen Bildung eine ganze Menge ändert und verbessert», sagte Institutsdirektor Gerhard Wegner in Hannover. Das Recht auf Weiterbildung müsse ausgebaut und ein chancengerechterer Zugang zu Bildung geschaffen werden.

Früh übt sich, wer bei der digitalen Umwälzung der Arbeitswelt mithalten will. Foto: Lucélia Ribeiro / flickr (CC BY-SA 2.0)

Früh übt sich, wer bei der digitalen Umwälzung der Arbeitswelt mithalten will. Foto: Lucélia Ribeiro / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die niedersächsische Landesregierung beschäftigt sich bei einer zweitägigen Kabinettsklausur bis Freitag mit den Umwälzungen in Industrie und Arbeitswelt durch die Digitalisierung.

«Man muss die Bildungsgerechtigkeit in den Vordergrund schieben», betonte Wegner. «Es kann nicht sein, dass einige, die jetzt schon gut gebildet sind, noch etwas draufkriegen und andere völlig abgehängt werden, da muss man schon einiges machen.»

Wie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bereits einmal gesagt habe, sei angesichts der Digitalisierung ein Arbeitsrecht 4.0 erforderlich. «Arbeitsrechtsmäßig braucht es gute Regelungen, um die steigenden Flexibilitätsanforderungen durch bessere Sicherheit auf dem Arbeitsplatz, durch größere Ausgleichsmöglichkeiten, durch bessere Vereinbarkeit von Leben und Arbeit aufzufangen». Ein Arbeitsrecht 4.0 müsse gemeinsam zwischen den Tarifpartnern kooperativ erarbeitet werden.

Außerdem sei vielen Menschen gute Arbeit wichtig. «Zu guter Arbeit gehört entscheidend dazu, dass Menschen eine sinnvolle Arbeit leisten wollen, in der sie sich selber wiederfinden mit ihren Möglichkeiten und Kräften und was sie gerne machen wollen.» Das müsse bei der Digitalisierung berücksichtigt werden.

«Arbeit 4.0 braucht auch eine neue Form von Partizipation in der Arbeitswelt», sagte Wegner. Der Übergang zu radikal anderen Arbeitsformen mit wesentlich mehr Technik könne nur gelingen, wenn Menschen dabei wirklich mitgenommen und gefragt und nicht einfach eingesetzt und rumkommandiert würden. (dpa)

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