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Miss Germany meint: „Schöner Schein reicht nicht“ – sie wird wieder Religionslehrerin im Münsterland

NORDWALDE. Die amtierende «Miss Germany», Lena Bröder (27) aus Nordwalde bei Münster in Nordrhein-Westfalen, wird nach einem Jahr als Schönheitskönigin wieder Lehrerin. «Am 1. März kehre ich in meine Schule und damit an meine alte Wirkungsstätte zurück», sagte sie. Sie werde an der Gesamtschule bei Münster wieder unterrichten. Sie lehrt dort katholische Religion und Hauswirtschaft. Bröder wurde vor rund elf Monaten zur schönsten Frau Deutschlands gekürt und ließ sich danach als Lehrerin beurlauben. Am 18. Februar wird im Europa-Park in Rust mit der «Miss Germany 2017» ihre Nachfolgerin gewählt.

Lena Bröder (hier noch als Miss Westdeutschland) hat sich für die einjährige Amtszeit als Miss Germany vom Schuldienst beurlauben lassen. Foto: MISSGERMANY.DE / FILIPE RIBEIRO

Lena Bröder (hier noch als Miss Westdeutschland) hat sich für die einjährige Amtszeit als Miss Germany vom Schuldienst beurlauben lassen. Foto: MISSGERMANY.DE / FILIPE RIBEIRO

«Nun wird das Klassenzimmer wieder meine Bühne», sagte Bröder. Dies sei mit der Schule so vereinbart. Ziel sei es, ihr dort im Mai 2015 begonnenes Referendariat zu Ende zu führen. Laufe alles nach Plan, werde sie Ende Oktober ihr Zweites Staatsexamen in der Tasche haben. Seit Februar vergangenen Jahres hatte sich Bröder auf ihre Tätigkeit als Schönheitskönigin konzentriert. «Miss Germany» ist nach Angaben der Veranstalter der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland. Es gibt ihn seit genau 90 Jahren. Bröder ist bislang die einzige Lehrerin unter den Gewinnerinnen. Wir sprachen mit ihr.

Als Schönheitskönigin stehen Sie auf der Show-Bühne, als Lehrerin vor einer Schulklasse. Wieso der Schritt zurück ins Klassenzimmer?

Bröder: Das Jahr als Miss Germany war schön, spannend und lehrreich. Ich konnte Erfahrungen machen, die durchweg bereichernd waren und die ich positiv in Erinnerung behalten werde. Aber langfristig ist es der Lehrerberuf, für den ich mich entscheide.

Wird die Rückkehr schwer?

Bröder: Am Anfang werde ich sicher auf Neugierde stoßen und Fragen beantworten müssen, wie es so war als Miss Germany. Doch das wird sich rasch legen. Letztlich geht es darum, einen guten Unterricht zu machen. Daran wird man mich messen. Läuft alles nach Plan, werde ich Ende Oktober mein Zweites Staatsexamen in der Tasche haben. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Keine Angst, von Schülern als Ex-Schönheitskönigin blöde Sprüche hören zu müssen?

Bröder: Überhaupt nicht. Ich bin während meiner Amtszeit auf eine große Welle des Zuspruchs gestoßen. Bei Miss Germany geht es ja nicht allein um gutes Aussehen. Es zählt die Persönlichkeit. Es geht darum etwas auszustrahlen und etwas zu verkörpern, für etwas zu stehen und vor allem in Kontakt zu kommen mit Menschen und diese zu begeistern. Schöner Schein alleine reicht nicht. Das unterscheidet Miss Germany von Model-Contests.

Und im Klassenzimmer?

Bröder: Ich denke, dass ich nun sicherer auftrete, weil ich es inzwischen gewohnt bin, vor Publikum zu stehen. Beim Schönheitswettbewerb treten die Teilnehmer vor eine Jury und werden von dieser bewertet. Das ist als Lehrer nicht anders. Und Schüler sind die härteste Jury der Welt. Ich bin zuversichtlich. Mit Applaus werde ich bei meinen Auftritten künftig, im Gegensatz zum jetzigen Job, wohl aber nicht mehr rechnen können. Aber das erwartet auch niemand.

Lena Bröder traf Papst Franziskus bei einer Audienz auf dem Petersplatz– und nutzte die Gunst der Stunde: Sie schoss ein Selfie mit dem Heiligen Vater. Dann schenkte sie ihm noch ihr Buch, das sie während ihrer Auszeit vom Schuldienst geschrieben hat: „Das Schöne in mir – Mit Glaube zum Erfolg“ (Herder Verlag, 16,99 Euro). Agentur für Bildungsjournalismus / mit Material der dpa

 

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