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Protest der Grundschullehrer schwillt an! Jetzt auch in Sachsen – 4.200 Unterschriften an Kurth übergeben

DRESDEN. Der VBE in Nordrhein-Westfalen fordert einen „Masterplan Grundschule“. Zwei Drittel der Grundschulen in Frankfurt am Main haben einen Brandbrief an den hessischen Kultusminister Lorz geschrieben. Tenor: Es geht so nicht mehr weiter! Und jetzt Sachsen: Eine Delegation des Sächsischen Lehrerverbandes hat heute in Dresden Kultusministerin Brunhild Kurth eine Resolution mit 4.255 Unterschriften von Lehrkräften aus 474 sächsischen Grundschulen überreicht. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen und eine Gleichstellung des Grundschullehramts mit denen anderer Schulformen.

In immer mehr Bundesländern begehren Grundschullehrkräfte auf. Foto: Tony Webster / flickr (CC BY 2.0)

In immer mehr Bundesländern begehren Grundschullehrkräfte auf. Foto: Tony Webster / flickr (CC BY 2.0)

Die Herausforderungen sind groß (und in immer mehr Bundesländern vergleichbar). An sächsischen Grundschulen lernen über 4.000 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Auch die Belastungen durch die Integration von Flüchtlingskindern betrifft besonders die Primarstufe. Andererseits fehlt es auch in Sachsen an qualifiziertem Berufsnachwuchs. Wenn Stellen überhaupt noch besetzt werden können, kommen immer mehr Seiteneinsteiger – also Menschen ohne pädagogische Qualifikation – in die Grundschulen. Was weitere Belastungen für die Kollegien bringt, müssen die Seiteneinsteiger doch mit besonderem Aufwand eingearbeitet werden.

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Rund die Hälfte der Grundschullehrkräfte in Sachsen, die 63 Prozent der Schulen vertreten, haben nun die Petition unterschrieben.  Ausgangspunkt war ein Protestbrief, verfasst von Leipziger Grundschullehrn, in dem sie verbesserte Arbeitsbedingungen, insbesondere eine verbesserte Eingruppierung fordern. Der Sächsische Lehrerverband (slv) unterstützte diese Initiative und verbreitete das Schreiben an alle 746 Grundschulen im Freistaat.

In einer Gesprächsrunde, so heißt es nun in einer Pressemitteilung des slv, verdeutlichten die Grundschullehrer der Kultusministerin ihr Anliegen. Das gute Abschneiden von Sachsens Schülern im Bundesländervergleich sei nicht zuletzt ein Verdienst der Grundschullehrerinnen und -lehrer. Die Methodik und Didaktik, gerade in der Schuleingangsphase, sei in ihrer Spezifität nicht mit anderen Schularten zu vergleichen und erfordere ein besonderes Engagement der Lehrkräfte, so stellte die Delegation klar. Eine fundierte Grundschulausbildung ist entscheidend für eine erfolgreiche Fortsetzung der Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen.

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Deshalb sei es für die Grundschullehrkräfte nicht nachvollziehbar, sie im Vergleich zu anderen Schularten in niedrigere Gehaltsgruppen eingruppiert werden – eine Schieflage, die nicht nur Sachsen, sondern auch die anderen Länder in Deutschland betrifft. „Die verbesserte Eingruppierung von Grundschullehrern ist ein Prozess, in dem zuerst politische Entscheidungen getroffen werden müssen, bevor sich diese in tarifvertraglichen oder besoldungsrechtlichen Regelungen wiederfinden“, sagt Katlen Worotnik vom Sächsischen Lehrerverband.

Sie betont: „In den Köpfen der Menschen und nicht zuletzt der politischen Akteure dürfen Grundschullehrer nicht länger als Lehrer zweiter Klasse gesehen werden“ Allzu optimistisch, dass ihre Initiative in absehbarer Zeit Wirkung zeigt, ist Worotnik allerdings nicht. „Da haben wir noch dicke Bretter zu bohren!“ Agentur für Bildungsjournalismus

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