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Hurrelmann: Schule muss sich neu erfinden – mehr erziehen, mehr mit Eltern kooperieren

ERFURT. Der renommierte Bildungs- und Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat sich für eine «Neuerfindung der Schule» ausgesprochen.  Schulen müssten junge Menschen heute ebenso auf die Arbeitswelt vorbereiten, wie sie auch die Persönlichkeit ihrer Schüler bilden müssten, sagte er auf einer Schulleitertagung in Erfurt.

Bielefeld: Prof. Dr. Klaus Hurrelmann.10.12.2008 Foto: Reinhard Elbracht

Der Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann hat lange die renommierte Shell-Jugendstudie geleitet. Foto: Reinhard Elbracht

Die Vorstellung, Persönlichkeitsentwicklung sei Sache der Eltern, nannte Hurrelmann überholt. Deshalb müssten Schulen sehr stark mit den Eltern kooperieren – auch, weil schon seit einigen Jahren das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern viel intensiver sei als in der Vergangenheit. «Es hat keinen Sinn, etwas zu tun, was gegen die Eltern gerichtet ist», sagte Hurrelmann. Gleichzeitig sprach der Bildungsforscher davon, dass es Anzeichen gebe, dass mit der Generation der nach dem Jahr 2000 Geborenen wieder eine Generation heranwachse, die sehr viel stärker als ihre Vorgängergeneration politisch sei. Deshalb müsse Demokratie in Schulen viel mehr als bisher gelebt werden. dpa

4 Kommentare

  1. Mit anderen Worten sollen die Lehrer den Eltern die Helikoptertür aufhalten, um ihnen die Flüge zu erleichtern.

    Andererseits ist eine verstärkte Erziehung durch Schule auch eine Indoktrination der aktuellen politischen Stimmung. Mit kritisch denkenden Menschen hat das für mich weniger zu tun als mit Ideologie und Gleichschaltung.

  2. Für mich läuft genau diese Strategie darauf hinaus, dass eine bestimmte Klientel an Eltern sich völlig aus der Pflicht genommen sieht. Schule muss mittlerweile so viel Komplexes leisten, dass es kaum mehr machbar ist, wenn man alles beachten und bewerkstelligen will. Die Bedingungen IN den Schulen müssen sich ändern. Mehr Lehrer und andere Pädagogen müssen her. Sicher geht es niemals ohne die gute Zusammenarbeit mit den Eltern, aber bestimmte Bereiche sollten einfach auch im Elternhaus belassen werden.

  3. Diese Art von dpa-Meldungen sind schlichte Stimmungsmache und “Ich-bin-auch-noch-da!” Agenturen-Meldungen (was hier wohl nicht von Hurrelmann selbst kommt). Soll zum Beispiel dann in den Schulen “Demokratie weniger “gelebt” werden, wenn die Generation mal “weniger” “politisch” ist ?? – Und was meint hier eigentlich eine “politische Generation” ?? – was “weniger/ stärker” ??
    Solche Texte in den Unterricht nehmen – das wäre gut.

  4. Ich meine, gute Schule und gute Lehrer haben immer schon mit den Eltern zusammengearbeitet. Das Problem sind ja oft jene Eltern, an die man nicht rankommt, von denen man keine Unterstützung hat oder die sogar gegen unsere “Erziehung” arbeiten.

    Wenn Schule und Lehrer wieder mehr erziehen sollen, dann müssen wir auch wieder mehr Möglichkeiten dafür haben – z.B. auch ohne die Eltern, die nicht mitmachen.

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