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Klassenfahrten mit Teambuilding: „Meine Erfahrung ist, dass die Schüler danach besser zusammenarbeiten und auch produktiver sind“

SIMMERATH-RURBERG. Individualisierung, ständige digitale Verfügbarkeit, Cyber-Freundschaften – Lehrer beobachten, wie sich die Welt der Jugendlichen zunehmend verändert. Soziale Kompetenzen und Erfahrungen als Gruppe bleiben dabei häufig auf der Strecke. Die Jugendherbergen im Rheinland reagieren auf diese Entwicklung und bieten Klassenfahrten mit Outdoor-Aktivitäten und Teambuilding-Aktionen an. Lehrer nehmen dieses Angebot gerne an, denn auch der Unterricht profitiert davon. Ein Ortsbesuch in Simmerath-Rurberg bei Aachen.

Gratis Katalog bestellen oder herunterladen: Hier geht es zur Seite des DJH Rheinland.

Klettern im Hochseilgarten oder am Kletterturm – bei den Klassenfahrten in der Jugendherberge Simmerath-Rurberg geht es vor allem um Teambuilding. Foto: Ludolf Dahmen / DJH Rheinland.

Die Jugendherberge Simmerath-Rurberg, gelegen im Nationalpark Eifel in der Nähe von Aachen, ist umgeben von Wiesen und Wäldern. In der Ferne schimmert der Rursee. Wenn der Nebel – wie an diesem Tag – tief hängt, wirkt die ganze Szenerie wie in Watte gepackt. In dieser ländlichen Idylle suchen die Schüler des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums aus Köln Nippes aber keine Ruhe, sondern vor allem eins: Action.

Die Lehrer Daniel Deharde und Kai Pfannenschmidt haben für ihre zwölf- bis 14-jährigen Schüler die „Adventure Academy“ gebucht – eine Klassenfahrt mit erlebnispädagogischem Konzept und verschiedenen Tagesprojekten. An diesem Tag steht Kanufahren auf dem Programm. „Ich finde es gut, dass ein Programm angeboten wird, das den Jugendlichen neue Impulse gibt und sie vor Herausforderungen stellt“, meint Kai Pfannenschmidt. Solche Programme seien in der heutigen Zeit besonders wichtig. „Die Jugendlichen kennen es kaum noch, in die Natur zu gehen und sich längere Zeit einer Aufgabe zu widmen.“

Um dieses Erlebnis noch zu intensivieren, haben sich die beiden Lehrer in Absprache mit den Eltern der Schüler dazu entschieden, Handys und Smartphones komplett zu Hause zu lassen. „Das tut den Kindern gut“, ist sich Kai Pfannenschmidt sicher. Zuerst haben die Schüler gegen diese Entscheidung protestiert. Inzwischen finden sie die Klassenfahrt ohne Smartphone selbst viel entspannter.

Trainer Hermann betreut die Schüler während der „Adventure Academy“ und verteilt vor dem Kanufahren die Schwimmwesten an die Teilnehmer. Foto: Laura Millmann

Bei den sogenannten „Outdoor-Challenges“, dem Kanufahren und dem Floßbauen, wäre das Handy sowieso nur gefährdet, ins Wasser zu fallen. Die Herausforderungen beim Kanufahren bestehen darin, dass die Schüler paddeln lernen, zu viert ein Kanu steuern und als Klasse Rettungssituationen üben. Die Lehrer sind im Zweisitzer, dem Kanadier, ebenfalls dabei. Begleitet wird die Klasse die ganze Zeit von zwei Trainern von „Hoch 3“, einem Anbieter für Erlebnispädagogik. Die zwei Trainer Hermann und Manuel – es ist hier üblich, sich nur beim Vornamen zu nennen – verteilen Schwimmwesten und erklären, wie man das Paddel richtig hält. „Leider arbeiten die Schüler im Moment noch eher gegeneinander“, beschreibt Hermann seine Beobachtung der Jugendlichen aus Köln. Das Ziel der Klassenfahrt ist es, den Zusammenhalt innerhalb der Klasse zu stärken und soziale Kompetenzen langfristig zu fördern.

Jugendherbergen reagieren auf Bedürfnisse der Lehrer

Alex Hartmann ist seit 2014 Leiter der Jugendherberge Simmerath-Rurberg. Sein erklärtes Ziel ist es, pädagogisch sinnvolle Klassenfahrten für Lehrer und Schüler anzubieten. Um herauszufinden, welche Bedürfnisse es seitens der Schulen gibt, hat sich das Team der Jugendherberge beraten lassen und auf wissenschaftliche Studien geschaut. Das Ergebnis ist die Kooperation mit „Hoch3“ und die verschiedenen Erlebnis-Programme: mit Klettern am Kletterturm, Besuch im hauseigenen Hochseilgarten, den „Challenges“ am Rursee, dem Outdoorprogramm „Survival light“ und seit neuestem auch Segeln. Teilweise befinden sich bis zu sieben Klassen gleichzeitig in der Jugendherberge, die alle individuelle Schwerpunkte setzen können.

Kanufahren auf dem Rursee gehört zu den „Outdoor-Challanges“ der Klassenfahrt. Foto: Ludolf Dahmen / DJH Rheinland

Fester Bestandteil aller Klassenfahrten ist ein Vorab-Telefonat zwischen den Trainern von „Hoch3“ und den teilnehmenden Lehrern, um die gemeinsamen Ziele für die Klassenfahrt abzustimmen. Die Frage ist: Wo soll sich die Klasse im Idealfall hin entwickeln? Daniel Deharde kennt das Programm bereits und freut sich vor allem auf positive Effekte im Unterricht: „Meine Erfahrung ist, dass die Klasse danach besser zusammenarbeitet und auch produktiver ist.“

Ein Feedback, das Erlebnispädagogin Dana häufig bekommt. Sie betreut an diesem Tag mit ihrem Kollegen Marc eine Klasse im Hochseilgarten. Es regnet leicht. Die Schüler stehen in bunten Regenjacken im Wald und schauen hoch zu den verschiedenen Stationen in den Wipfeln. Sollte es noch stärker anfangen zu regnen, müsste das Programm spontan nach drinnen verlagert werden – doch noch hören die Schüler geduldig Danas Erklärungen zu, wie sie sich gegenseitig im Hochseilgarten sichern sollen.

„Wir arbeiten natürlich anders als die Lehrer, die zu uns kommen. Wir haben viel mehr Zeit und können uns auf ganz andere Sachen als Wissensvermittlung konzentrieren“, so die Trainerin. Die Klassengemeinschaft stärken, Grüppchenbildung aufbrechen, Außenseiter einbinden, Selbständigkeit fördern – das sind die Ziele, die sich die Erlebnispädagogen stecken. Daran können Lehrer dann in ihrem Unterricht anknüpfen.

Lehrer schlüpfen in andere Rolle

Die Lehrer haben außerdem die Möglichkeit, während der Klassenfahrt in die Rolle von Beobachtern zu schlüpfen. „Dadurch bekommen die Lehrer häufig einen anderen Blick auf die Schüler“, schildert Dana ihre Erfahrungen, „sie entdecken neue Qualitäten und lassen sich neue Seiten zeigen.“ Aber auch andersherum funktioniert dieser Rollenwechsel. „Der Lehrer-Schüler-Kontakt wird besser“, sagt Daniel Deharde. „Die Schüler sehen uns nicht mehr nur als ‚Lehr-Roboter‘, sondern als Menschen.“

Die Lehrer Kai Pfannenschmidt und Daniel Deharde begleiten ihre Schüler beim Kanufahren. Sie freuen sich auf die positiven Effekte der Teambuilding-Aktionen im eigenen Unterricht. Foto: Laura Millmann

Die Trainer von Hoch3 weisen im Vorhinein immer darauf hin, wie wichtig es ist, dass auch die Lehrer Spaß an Outdoor-Aktivitäten haben – denn sonst verbessert sich die Schüler-Lehrer-Beziehung in der Regel nicht. Wichtig ist außerdem, dass der Lehrer einen Rettungsschwimmerschein hat, wenn sie die „Outdoor-Challanges“ am See buchen wollen. Und noch etwas ist Dana wichtig: „Die Lehrer sollten die Klassenfahrt so planen, dass sie ihren Schülern auch Freiräume lassen, zum Beispiel nach dem Abendessen.“ Sie hat in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass auch die gemeinsamen Tage immer mehr durchgeplant und durchgetaktet werden. Sollen die Kinder allerdings neue Erlebnisse machen und als Gruppe zusammenwachsen, gehört ihrer Ansicht nach auch Zeit zum Entspannen dazu – etwas, das heutzutage leider auch häufig auf der Strecke bleibt. Agentur für Bildungsjournalismus

 

Das Angebot des DJH Rheinland

Neben der „Adventure-Academy“ bietet die Jugendherberge Simmerath-Rurberg die „Team-Experience“ und „Die Expedition“ an. Alle drei Programme gehören zum Katalog von „KlasseAktiv“ des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) Rheinland, das sich mit seinen Klassen-, Kurs- und Studienfahrten an Schüler ab der 7. Klasse richtet. Der aktuelle Katalog 2018, der die Angebote von 27 Jugendherbergen in den Regionen Niederrhein, Ruhrgebiet, Eifel und Bergisches Land sowie in den Städten Düsseldorf, Köln und Bonn bündelt, ist jetzt erschienen. Ein umfassender Service, der von weiteren Zusatzangeboten wie Grillen, Getränke-Pauschale, Disco- oder Outdoor-Abend bis hin zur Vermittlung des Bustransfers reicht, erleichtert Lehrkräften die Organisation der Tour.

Ein Service-Team steht für Anfragen unter der Telefonnummer 0211 / 30 26 30 26 bereit.
Hier kann der Katalog „KlasseAktiv 2018“ gratis bestellt werden. 

Weitere Angebote des DJH Rheinland sind in den ebenfalls jetzt erschienenen Katalogen „FahrtFinder 2018“ (für die Klassen 1 bis 6) sowie „Go-to-City 2018“ (für Abschlussklassen) zu finden – die gratis ebenfalls hier bestellt werden können.

Zum Herunterladen gibt es die Kataloge hier:
FahrtFinder 2018 – für die Klassen 1 bis 6

KlasseAktiv 2018 – ab der 7. Klasse

Go-to-City 2018 – für Abschlussklassen und -kurse

 

 

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