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Jeder Lehrer der sich bewirbt soll auch eingestellt werden – Volksinitiative erhöht Druck auf die Landesregierung

MAGDEBURG. Als «plakativ und auch ein Stück weit unrealistisch» hatte Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner noch im Oktober die Forderungen der Volksinitiative für mehr Lehrer bezeichnet. Dennoch lägen die Ziele der Landesregierung und der Initianten gar nicht weit auseinander, heißt es heute aus dem Schulministerium. Vor dem Petitionsausschuss fanden Vertreter der Initiative deutliche Worte.

Mit deutlichen Worten haben Vertreter der Volksinitiative für mehr Lehrer ihre Forderungen im Petitionsausschuss des Landtags vorgetragen. «Unsere Schulen laufen am Limit», sagte der Vorsitzende des Landeselternrats, Thomas Jaeger, bei der Anhörung. In noch nie da gewesenen Dimensionen falle Unterricht aus. «Ich erfahre ständig von neuen Fällen.»

Das Logo der Bürgerinitiative von ihrer Homepage www.volksinitiative-denmangelbeenden.de

Laut Jaeger gibt es kaum Vertretungsreserven. Wenn ein Lehrer krank werde, bleibe nur, Klassen zusammenzulegen – sonst falle der Unterricht komplett aus. «Dem hohen Anspruch, unsere Kinder mit einer soliden Bildung ins Leben zu schicken, steht der Personalabbau der letzten Jahre entgegen.»

Die Volksinitiative verlangt, zusätzlich 1000 Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiter einzustellen. Mehr als 77 000 gültige Unterschriften wurden gesammelt. Der Landtag muss sich deshalb mit dem Anliegen befassen. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hatte die Forderung als «plakativ und auch ein Stück weit unrealistisch» bezeichnet. Die Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2021 14 500 Vollzeit-Lehrerstellen zu erreichen. Derzeit sind es rund 14 000, bis Ende dieses Jahres sollen es 14 237 sein.

Den Vertretern der Volksinitiative geht das nicht weit genug. «Wir brauchen das Ganze jetzt und so schnell wie möglich, um den Schulen einen neuen Hoffnungsschimmer zu geben», sagte die Landeschefin der Gewerkschaft GEW, Eva Gerth, die auch Sprecherin der Initiative ist. Gerth und Jaeger forderten, jeder Lehrer, der sich bewerbe, müsse auch eingestellt werden. «Wir schicken noch immer zu viele weg», sagte Gerth. Ausschreibungen müssten noch flexibler werden. Im Sommer waren von 370 ausgeschriebenen Lehrerstellen 100 unbesetzt geblieben.

Derzeit läuft eine Ausschreibung für 220 Stellen. Man sei zuversichtlich, den größten Teil besetzen zu können, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Die Ausschreibungen seien bereits größtmöglich flexibilisiert. So würden etwa Stellen nur für ein Fach statt für zwei Fächer und außerdem nach Regionen und nicht nach konkreten Schulen ausgeschrieben. Die Ziele der Volksinitiative und der Landesregierung lägen gar nicht weit auseinander.

Das Anliegen der Initiative wird nun in den Ausschüssen beraten. «Ich wünsche und hoffe, dass wir gemeinsam eine Lösung finden», sagte die Vorsitzende des Petitionsausschusses, die Linken-Abgeordnete Christina Buchheim. «Der Druck ist angekommen.» (dpa)

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Ein Kommentar

  1. Jeder Lehrer, der sich bewirbt, soll eingestellt werden? Jeder mit Lehrerabschluss? Aufgrund des Lehrermangels muss man das doch eh.

    Und wenn es welche gibt, die so gar nicht geeignet sind, die soll man trotzdem einstellen? Weil es ja heißt: Jeder ! (?)

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