Jeder fünfte Grundschüler nimmt nicht am Religionsunterricht teil – Forderung nach Fach Ethik

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STUTTGART. Jeder fünfte Grundschüler in Baden-Württemberg nimmt nicht am Religionsunterricht teil. Von 362.000 Grundschülern im Schuljahr 2015/16 besuchten nach einer Antwort des Kultusministeriums auf eine SPD-Anfrage 19,4 Prozent keinen Religionsunterricht. Der Anteil lag im Schuljahr zuvor bei 18,4 Prozent.

Die SPD im Landtag sieht deshalb dringenden Bedarf bei Einführung des Ethikunterrichts an Grundschulen. «Bisher wird einem Fünftel der Schülerschaft während des Religionsunterrichts kein qualitätsvolles Unterrichtsangebot unterbreitet», kritisierte der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei. Das Kultusministerium habe zwar erkannt, dass es etwas tun müsse, aber die Ankündigungen von Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) seien noch zu vage.

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Grundschul-Ethik wird dem Ministerium zufolge in der nächsten Legislaturperiode angegangen – «sofern es dazu entsprechende politische Beschlüsse gibt». Die Bildungspläne würden vorbereitet.

Die Betreuung einer wachsenden Zahl von Schülern, die nicht den Religionsunterricht besuchen, stelle für die Grundschulen eine große Herausforderung dar, mahnte Fulst-Blei. Denn den Schulen stünden dafür keine gesonderten Ressourcen zur Verfügung.

In den weiterführenden Schulen schreitet der Ausbau des Fachs schon in dieser Legislaturperiode voran. Geplant ist er ab 2019: Dann soll die Einführung von Ethik absteigend von Klasse 7 begonnen und stufenweise bis Klasse 5 vollzogen werden. Ethik wird bereits an Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen von der achten Klasse an unterrichtet, an Gymnasien von Klasse sieben an. dpa

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38 KOMMENTARE

  1. Ausgerechnet die SPD sorgt sich um Religion und Ethik. An Grundschulen wären wohl erstmal Lesen, Schreiben und Rechnen gefragt statt eine “qualitätsvolle” Ethik. Wie wäre es denn, den Religionsunterricht stundenmäßig zu reduzieren? Es ist doch grotesk, wenn es (teilweise) 3 Stunden Mathematik und 2 Stunden Religion pro Woche gibt. Die Stundentafeln sind nicht in der Verfassung festgeschrieben. Also könnte man auch verfügen, dass Religion erst ab Klasse 7 überhaupt unterrichtet wird. Physik und Chemie fangen ja auch erst später an.
    In der Türkei gibt es Schulen mit 10-12 Stunden Religion pro Woche, Erdogan sei Dank. Aber bei PISA hat man in Mathe ganz schlecht abgeschnitten.

    • Wo gibt es denn Grundschulen, die nur 3 Stunden Mathematik unterrichten?

      Und Ihre Behauptung “Physik und Chemie fangen ja auch erst später an.” ist zwar dem Wortlaut nach richtig, allerdings gibt es ab Klasse 1 Unterricht, der diese Inhalte mit berücksichtigen, in den Grundschulen meist mit “Sachunterricht” benannt, ein Fach, das in manchen BL als Hauptfach zählt und z.B. für den Notenschnitt zum Übergang herangezogen wird, gerade weil daraus an weiterführenden Schulen viele Fächer entstehen: Physik, Chemie, Biologie, Geographie, Sozialkunde (oder wie es heute heißt), Wirtschaft, Technik… die ebenfalls in unterschiedlichen Schulformen und BL kombiniert werden und epochal mit mehr oder weniger Stunden in den Stundentafeln auftauschen.

      Das eigentliche Problem: Für 20% der SuS geben die Eltern an, dass ihre Kinder nicht am RU teilnehmen sollen. Diese SuS müssen dann anderweitig untergebracht werden, man kann sie ja nicht einfach auf den Flur setzen.

      Abgesehen vom organisatorischen Problem finde ich die Inhalte des RU oder eines Ethik-Faches durchaus sinnvoll ab Klasse 1, die helfen sogar beim Lesen.

      • 3 Stunden Mathematik gibt’s zumindest an bestimmten Oberschulen (Grundkurse), und auch da haben wir dann 2 Stunden Religion. Ist das ein vernünftiges Verhältnis, wenn man die Ansprüch der jeweiligen “Kompetenzen” vergleicht? Ich finde nein. Auch 4 : 2 wäre noch eine höchst fragwürdige Relation. Was bitte wird denn in Religion konkret “kompetenzorientiert” gelernt? Wenn hinterher die Leute auf der Straße befragt werden, dann wissen sie nicht einmal, warum Ostern oder Pfingsten gefeiert werden.
        Um das Problem mit der Unterbringung zu mildern, habe ich ja eine Reduktion des Religionsunterrichts vorgeschlagen, natürlich zugunsten anderer Fächer, von mir aus auch Lesen. Die Inhalte der RU finde ich fragwürdig. Die Frage, ob es überhaupt einen Gott gibt, wie nie thematisiert. Stattdessen mutet man den 6-Jährigen schon zu, absolut unlogische Dinge als wahr zu akzeptieren und nie hinterfragen zu dürfen.

        • Was sie über den RU denken, zeigt, dass Sie sich mit den Curricula nicht auseinandergesetzt haben.
          Zudem wurde ja im Beitrag oben als Alternative Ethik gefordert.

          Letztlich geht es nicht darum, das Fach abzulösen, sondern den SuS, die vom RU abgemeldet werden, eine sinnvolle Alternative anzubieten, als sie irgendwo in andere Klassen zu stecken, damit sie beaufsichtigt sind.

          Und als jemand, der die Inhalte des RU schätzt, wäre mir wichtig, dass GERADE die Kinder, die vom RU abgemeldet werden, viele dieser Inhalte (religionsunabhängig) vermittelt bekämen.
          Auch, wenn ich weiß, dass Kirchen soweit nicht gehen würden, wäre mir sogar daran gelegen, dass ALLE SuS gemeinsam “Ethik-Unterricht” o.ä. erhielten, wobei dort Grundzüge des Christentums gelernt würden, aber eben auch anderes, und man seine Kinder dann nicht davon abmelden könnte.

          • “mit den Curricula nicht auseinandergesetzt”

            Ich habe erstens 13 Jahre RU in der Schule genossen und zweitens die kompetenzorientierten Bildungsziele im Bildungsplan 2016 in BaWü näher angesehen (vorwiegend evangelisch).

            Diese Bildungsziele sind weitgehend ahistorisch. Nie wird die weltliche Herrschaft der Kirchen negativ erwähnt, nie, dass die Pfaffen im Deutschen Reich sich auf die Seite der Mächtigen geschlagen haben, die ihr Volk unterdrückt und ausgebeutet haben. Die Waffen wurden gesegnet, mit denen die Soldaten in den 1. Weltkrieg gejagt wurden, mit dem Spruch “Gott mit uns” am Gürtel ihrer Uniform (die Kriegs-gegner desgleichen). Wilhelm II war Kaiser “von Gottes Gnaden”. Auschwitz wird immerhin erwähnt, aber die Nazis waren ja auch gegen Religion, die dürfen kritisiert werden. Sonst nur braves Eiapopeia in den Bildungszielen, was die Rolle der Kirchen betrifft: Religion darf nur positiv dargestellt werden, für andere Ideologien gilt das nicht. In anderen Bundes-ländern kann das kaum anders sein, vielleicht schauen Sie nochmal nach.

          • “Ich habe erstens 13 Jahre RU in der Schule genossen”
            Ja, klar. Das ist immer das stichhaltigste Argument.
            Ich war auch schon mal auf einem Flughafen und würde mich dennoch nicht als Pilot bezeichnen.

            “Diese Bildungsziele sind weitgehend ahistorisch.”
            Merkwürdig. Die Auseinandersetzung mit dem historischen und nicht historischen Jesus ist allein schon historisch, darum geht es ja. Allerdings ist RU nicht ausschließlich Geschichtsunterricht.

            “Nie wird die weltliche Herrschaft der Kirchen negativ erwähnt,”
            Thema Reformation – immer.
            Nationalsozialismus, Kirche im 3. Reich

            “Sonst nur braves Eiapopeia in den Bildungszielen, was die Rolle der Kirchen betrifft: Religion darf nur positiv dargestellt werden, für andere Ideologien gilt das nicht. ”
            Feuerbach, Nietzsche, Marx, Freud, Sartre, Camus werden in meinem BL genannt, Auseinandersetzung mit anderen Religionen ebenso.
            Von “nur positiver Darstellung” ist dort nicht die Rede, sondern von Auseinandersetzung, Theologischen Positionen, Religionskritik … das bedeutet nicht, dass die Meinung oder Haltung vorgegeben ist, sondern dass es um sachliche Auseinandersetzung und fachlichen Diskurs geht.

            … wo waren Sie, als Sie 13 Jahre RU genossen haben?

            Dennoch ist es ja bisher so, dass RU-Lehrkräfte auch von Kirche abhängig sind und Kirche ein Mitspracherecht am RU hat …
            … aus diesem Grund ist es m.E. sinnvoll, einen unabhängigen Ethikunterricht zu unterstützen – siehe Beiträge von mississippi und xxx

          • Palim: Das, was ich hier lese, empfinde ich halt als ahistorisch:

            http://www.bildungsplaene-bw.de/site/bildungsplan/get/documents/lsbw/export-pdf/depot-pdf/ALLG/BP2016BW_ALLG_SEK1_REV.pdf

            Es gibt einen einzigen kleineren Punkt: “sich mit ausgewählten Aspekten der Kirchen-geschichte auseinandersetzen.”
            Der geht bestimmt unter in den vielen anderen gleichrangigen Punkten.

            Nicht vergessen: Heute tun Kirchenfunktionäre so, als hätten sie die Demokratie und die Menschenrechte erfunden. Als das aber akut war, haben sie beides bekämpft. Das darf natürlich im RU nicht gesagt werden, im islamischen schon gar nicht. Bei Ethik wäre das was anderes, in der Tat.

          • Wer bestimmt eigentlich, was Ethik und ethisch richtiges Denken und Handeln ist? Lobbyisten, Politiker, Ideologen oder sonst wer?

          • Idealerweise sollte das jeder Schüler für sich entscheiden. Der Unterricht soll verschiedene Sichtweisen objektiv, aber fundiert präsentieren. Richtig oder falsch ist wie Sie, g.h. richtig gefragt haben, abhängig vom Betrachter. Insbesondere heutzutage spielen die von Ihnen genannten Personengruppen eine gehörige Rolle. Das merken Sie hier bei n4t regelmäßig, wenn es um die Inklusion (und ihre Auslegung in der UN-BRK) geht.

          • Hallo Palm,
            leider besteht hier ein grundsätzlicher Irrtum über Inhalte und Ziele des Ethikunterrichtes. Auch alle anderen Kommentare lassen dies vermuten.

            Es geht eben nicht um eine christliche oder wie auch immer geartete Moralerziehung, sondern um eine Reflexion der moralischen Praxis, das heißt:
            Kinder lernen zu begründen, zu argumentieren, zu reflektieren, … und dabei die eigene Urteilsfähigkeit auszubilden/zu erweitern. Das ist der eigentliche Grund, warum ALLE Kinder in den Genuss eines Ethikunterrichtes durch darin gut ausgebildete Pädagogen kommen sollten. … gerade in Zeiten von Afd und Co.
            Klagen wir nicht alle darüber, dass in der Gesellschaft das Denken immer mehr abhanden kommt? In dieser Hinsicht ist kein Fach wertvoller als Ethik. Behaupte ich mal.

          • zustimmung. nur hat die wirtschaft lieber funktionierende Arbeitstiere als kritisch denkende individuen. daher ja auch die kompetenzorientierung und die nivellierung auf niedrigem Niveau.

          • simmiansen: So wie Sie das sagen, klingt es schon ganz anders. Zustimmung. Nur frage ich mich, ob das “Reflektieren und Argumentieren” schon in der GS realistisch ist. Und was werden die religiösen Autoritäten dazu sagen, wenn etwa zu viel über Sinn und Unsinn von Religion reflektiert wird? Sie werden zum Gegenschlag ausholen, besonders die islamischen. Möglicherweise gehen manche Kinder ja auf eine Koranschule, wo konträr entgegengesetzte Dinge gelehrt werden.

          • @simmiansen
            Mir sind die Inhalte und das Verständnis des Ethik-Unterrichts weitestgehend bekannt, erstaunt bin ich hier eher über die Auffassung des RU!

            Im übrigen sehe auch ich den RU nicht als Mission. Sicherlich wird christliche Ethik gelehrt, für mich wird sie aber nicht über alles andere gestellt, sondern als EINE Möglichkeit betrachtet. Es ist nicht die Aufgabe einer Religionslehrkraft, den Glauben der SuS zu beurteilen!

            Und auch im RU geht es um bewerten und begründen.
            In dem von Cavalieri verlinkten Curriculum zählt dies, wie sonst auch, zum Anforderungsbereich III. Ob den alle schaffen, bleibt als Frage stehen, dennoch spart man diese Anforderungen im Untericht nicht aus … auch nicht in der Grundschule, was nicht allein auf RU bezogen ist.

            Letztlich ist es so, dass Kinder, die am RU oder Ethikunterricht teilnehmen, sich mit diesen Inhalten beschäftigen, sich mit Argumenten und Ansichten auseinandersetzen (eine aktive Teilnahme vorausgesetzt), während sich andere abmelden oder abgemeldet werden, mit dem Ergebnis, dass eine Auseinandersetzung nicht stattfinden muss, im schlimmsten Fall nicht einmal eine Begegnung mit Menschen anderer Meinung/ Religion/ Auffassung.

      • Richtig.und außerdem wird über den Religionsunterricht die deutsche Sprache in Wort und Schrift vermittelt.Die Schüler erhalten einen Einblick in die uns selbstverständlichen Werte und Grundhaltungen gegenüber unseren Mitmenschen.
        Das ganze ist in eine interessante Erlebniswelt unserer Kultur eingebettet und wird so für die Schüler greifbar.Deyhalb hat der Religionsunterricht einen hohen Stellenwert.
        Man liest die Urschrift des Hochdeutschen.

  2. Obwohl ich Religion unterrichte, würde ich einen verbindlichen gemeinsamen Ethikunterricht bevorzugen. Die Grundzüge des Christentums und anderer Religionen wären u.a. Themen.

    • Ich hätte auch nichts dagegen. Aber leider steht der Religionsunterricht in manchen Länderverfassungen, so z.B. in NRW. Und genau das ist das Problem: Der RU findet nicht im Interesse der Kinder statt, sondern im Interesse der Pfaffen.

      • wenn ein ru im interesse der pfaffen gelehrt werden würde, hat sich dann nicht die lehrkraft zu deren handlanger machen lassen?

        wer hindert wen an der interessanten gestaltung eines meinetwegen auch religionsorientierten ethikunterrichtes?

        wieso soll das christentum “bevorzugt” thematisiert werden, wenn die zielgruppe einer anderen relgion zugehörig ist?

        sind die eltern der kinder nicht unsere kunden, an deren lebenswelt wir uns auch zu orientieren haben?

        geht respektvoller umgang mit “weltreligionen” nur hierarchisch, weil das abendland sonst unchristlich wird?

        • Alles richtige Fragen. Aber beim RU dürfen die Religions-funktionäre massiv mitreden über Inhalte usw., bei Ethik wohl nicht (?? bin unsicher). In Hessen gibt es als sog. “islamischen RU” sunnitischen Ditib-Islamunterricht im Sinne von Erdogan und Ahmadiyya-Unterricht. Ironie: die Sunniten erkennen die Ahmadiyyas gar nicht als Moslems an! Sie halten sie für Ketzer. Mit solchem Quatsch werden dann die Kinder behelligt. Dann lieber Ethik, aber unabhängig von religiösen Autoritäten.

        • unverzagte
          Irgendwie klingt bei Ihnen vieles verdreht und verschroben.Fehlt Ihnen die Bindung an Ihre kulturellen Wurzeln.Ein derartiges Verhalten sieht man bei anderen Völkern nicht in diesem Ausmaß, und die 68er sind längst passe’ und sie sind umgeben vom modrigen Dunst einer dekadenten Studentenrevolte aus gutbürgerlichen Hause.

          • @ i.wrobel

            geht mir beim lesen ihrer kommentare ganz ähnlich: die gute nachricht ist, dass wir uns nicht verstehen müssen, schönes leben noch!

  3. Verbindlichen konfessionsübergreifenden Ethikunterricht halte ich für richtig und wichtig. Die Atheisten, Moslems, Zeugen Jehovas, Hindi usw. sollen alle daran teilnehmen. Unterrichten können das alle Religions- und Philosophielehrer nach einem einheitlichen Lehrplan, wobei man wegen mir das Christentum und den Islam als in Deutschland vergleichsweise häufig auftretende Religion intensiver behandeln kann als den Hinduismus, den Buddhismus usw. Die Lehrpläne KR, ER und PP (praktische Philosophie/Ethik) sind ohnehin in vielen Punkten identisch.

    • “Verbindlichen konfessionsübergreifenden Ethikunterricht halte ich für richtig und wichtig.”

      Zusätzlich zum RU oder als Ersatz? Gibt’s denn Lehrpläne für Ethik in NRW? Ich habe nicht das Gefühl:

      https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplannavigator-s-i/realschule/index.html

      Und wenn die Religionslehrer Ethik unterrichten, ist das Wischiwaschi, sozusagen “Religion light”. Dann müsste man schon eigene Ethik-Lehrer haben. Aber haben wir wirklich keine dringenderen Sorgen angesichts der Situation an den Schulen?

      • Jeder Schüler in der Sek I sollte zwei Wochenstunden Ethikunterricht haben. Ob man den Ethik, KR, ER oder PP nennt, ist gleichgültig. Wieso ist Ethik eigentlich Religion light? Über Sterbehilfe und (neutral) über diverse Religionen kann man in jedem der Fächer sprechen. In der Sek II sollen sich die Schüler für Religion oder (echte) Philosophie entscheiden. Rein islamischen Religionsunterricht würde ich aktuell noch weglassen, weil der Lehrplan noch nicht abgesegnet ist und es noch keine dafür angemessen ausgebildete Lehrer gibt. Prediger mit auch nur ansatzweise extremistische An- oder Absichten haben in öffentlichen Schulen nichts verloren.

        • “Wieso ist Ethik eigentlich Religion light?”

          Das habe ich nicht behauptet. Es gilt m.E. nur dann, wenn die Religionslehrer Ethik unterrichten. Die haben ja nichts anderes gelernt als Religion zu unterrichten. Ethik ist damit fachfremder Unterricht.

        • Mich wundert’s. In dem so konservativ gesehenen Bayern gibt es im Stundenplan parallel zum RU schon lange Ethikunterricht – als ganz normales Fach im Lehrplan verankert mit Inhalten und Kompetenzen – und neuerdings Islamunterricht mit staatlich angestellten Lehrkräften. Ich finde schon, dass die SuS ein Fach brauchen, wo es um Werteerziehung geht.

  4. In der Grundschule in By gibt es Ethikunterricht?
    In den weiterführenden Schulen ist das in BaWü auch so. Man kann wählen, soweit ich weiß. In der GS kann man sich vom RU abmelden, aber es gibt keinen Ersatz.

    • in einer mir gut bekannten hamburger schule sind philosophische themen kein privileg der sek 1, d.h. auch grundschulkinder sollten die möglichkeit nutzen können, mit ihren diesbezüglichen fragen in einem entsprechenden lehrangebot nach antworten forschen zu dürfen!

  5. Es sieht so aus, als wären sich eigentlich alle Kommentatoren hier einmal einig: Verbindlicher Ethikunterricht für alle. Ein denkwürdiger Tag:)

    • “verbindlicher Ethikunterricht”
      Zusätzlich zu Religion oder stattdessen? Religion kann nicht einfach in “Ethik” umbenannt werden, das Pendant zu Religion wäre Weltanschauung. Und Religion plus Ethik wären ja schon 4 Stunden pro Woche. Ob das sinnvoll ist?

  6. Wahrscheinlich gehöre ich hier zu den wenigen, die sich grundsätzlich fragen, was RU in der (nicht konfessionell gebundenen) Schule zu suchen hat. Gibt es nicht eine Trennung von Kirche und Staat? Wenn Eltern ihre Kinder religiös erziehen wollen, können sie dies gern in ihrer Freizeit tun und sie z.B. zum Kindergottesdienst bringen oder mit ihnen gemeinsam am Sonntag den Gottesdienst besuchen. Aber das wäre ja wieder mit Anstrengung verbunden…

    • “… was RU in der (nicht konfessionell gebundenen) Schule zu suchen hat.”

      Grundgesetz Artikel 7.
      Die Väter des Grundgesetzes dachten, alles, was die Nazis bekämpft haben, müsse gut sein, und so dachten sie, Religion wäre gut für Kinder. War m.E. ein Irrtum.
      NB: Die christlichen Kirchen unterstützen des islamischen RU nur deshalb, damit ihr eigener RU nicht in die Kritik gerät und von Abschaffung bedroht wird. Das hat mir ein Pfarrer bestätigt.

    • Nein, in Deutschland gibt es keine Trennung von Kirche und Staat. Lesen Sie einfach das Grundgesetz, das beantwortet viele Fragen. Außerdem gelten die jew. Länderverfassungen. Glaubensfeste Atheisten dürften sich da (reine ungeprüfte Vermutung von mir) in Berlin oder Bremen am wohlsten fühlen. In RP ist Religionsunterricht in der Verfassung verankert §34-35), außerdem ist “Gottesfurcht” eines der Bildungsziele (§33). Ich habe mich gerne auf diese Verfassung vereidigen lassen.

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