Bildungsforscher ziehen Bilanz: Fast alle schulpolitischen Maßnahmen seit dem ersten PISA-Schock sind – gescheitert

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BERLIN. Kaum eine der bildungspolitischen Maßnahmen, die seit dem ersten PISA-Schock 2001 in Deutschland ergriffen wurden, hat einen Effekt auf die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern in Deutschland gehabt. Allenfalls rauschen manche Kinder schneller durch das Bildungssystem. Zu diesem Ergebnis kommt das MINT Nachwuchsbarometer – eine Studie unter Federführung des Bildungsforschers Prof. Olaf Köller, der die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK leitet.

Das MINT Bildungsbarometer rechnet hart mit der Schulpolitik nach der ersten PISA-Studie ab. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Ausgangspunkt der Analyse sind die Ergebnisse der jüngsten Ausgabe der PISA-Studie vom vergangenen Dezember, denen zufolge das Niveau in Deutschland nie schlechter war als zum Zeitpunkt der Erhebung (News4teachers berichtete). Dabei hatte es schon vor über 20 Jahren einen „PISA-Schock“ gegeben: „Die Ergebnisse der ersten OECD-Erhebung zu den Lernergebnissen von Schülerinnen und Schülern (PISA) im Jahr 2000 waren ein Weckruf für Deutschland. Damals wurden die Ergebnisse von 31 Ländern veröffentlicht. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland lagen in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften unter dem OECD-Durchschnitt“, so resümiert die Industrieländer-Vereinigung OECD (die PISA herausgibt).

„Die PISA-Ergebnisse zeigten außerdem, dass die Leistungen stark mit dem sozioökonomischen Hintergrund zusammenhingen“

Und weiter: „Dies stand nicht nur im Gegensatz zu der positiven Wahrnehmung des Bildungssystems in der Öffentlichkeit, sondern war für eine große Exportwirtschaft wie Deutschland, deren Wettbewerbsvorteil auf Kompetenzen und Wertschöpfung basiert, auch ein ernstes Warnsignal. Die PISA-Ergebnisse zeigten außerdem, dass die Leistungen stark mit dem sozioökonomischen Hintergrund zusammenhingen. Besonders fiel auf, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund vergleichsweise schlecht abschnitten. Dieser ‚PISA-Schock‘ sorgte für einen öffentlichen Aufschrei und löste eine bildungspolitische Debatte aus, die die Medien des Landes monatelang beschäftigen sollte und schließlich den Anstoß für grundlegende Reformen gab.“

Welche Reformen konkret seitdem umgesetzt wurden – und was sie gebracht haben – fasst nun das MINT Nachwuchsbarometer zusammen. Und kommt zu ernüchternden Ergebnissen:

Flexible Eingangsstufe in der Grundschule und Aufweichung der Stichtagsregelung: Kinder können vor dem sechsten Geburtstag eingeschult werden, benachteiligte Kinder werden nicht mehr zurückgestellt, sondern erhalten ein Jahr mehr Zeit für die ersten beiden Schuljahre. „Tatsächlich sind dadurch die Zahlen verzögerter Schulkarrieren zurückgegangen“, heißt es im MINT Nachwuchsbarometer.

Ausbau der Ganztagesangebote in der Sekundarstufe I: Der Nachmittag wird für Betreuungs- und Förderangebote genutzt. Fazit: „Hier deuten die Ergebnisse des StEG-Projekts von Fischer et al. darauf hin, dass das Ganztagesprogramm keine positiven Effekte auf die kognitive Entwicklung hatte.“

Hintergrund: Die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG), durchgeführt von einem wissenschaftlichen Konsortium  unter Beteiligung des Deutschen Jugendinstituts und des Instituts für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund, hatte umfassende Forschungsbefunde zum Ausbaustand und zur Entwicklung, zur Qualität und zu Wirkungen von Ganztagsschulen vorgelegt – und war unter anderem zu dem absehbaren Ergebnis gekommen, dass der verbreitete sogenannte offene Ganztag, der lediglich Betreuungsangebote am Nachmittag vorhält, wenig zur Förderung von Schülerinnen und Schülern beiträgt (News4teachers berichtete).

Vermeidung von Klassenwiederholungen: Leistungsschwache Schülerinnen und Schüler sollten nicht mehr sitzenbleiben, sondern besser gefördert werden, um Verzögerungen in der Schulkarriere zu vermeiden. „Dies hat zu einer Reduktion verzögerter Schulkarrieren geführt“, bilanziert das MINT Nachwuchsbarometer.

Vorschulische Sprachstandsdiagnostik: Einführung von Sprachstandserhebungen ein bis zwei Jahre vor der Einschulung mit Förderangeboten für Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung. Bilanz: „Positive Effekte sind hier ausgeblieben, da die Diagnosen häufig mit zu wenigen oder nicht gezielten Fördermaßnahmen verbunden waren.“

Verkürzung der gymnasialen Schulzeit um ein Jahr: Diese Verkürzung wurde inzwischen in den meisten Bundesländern wieder zurückgenommen. „Die Verkürzung der Gymnasialzeit wie die spätere Verlängerung hatten keine Effekte auf Schulleistungen“, heißt es im MINT Nachwuchsbarometer.

Zentrale Abschlussprüfungen: In den Kernfächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache finden zentrale Abschlussprüfungen am Ende der Sekundarstufe I und hierdurch eine zunehmende Zentralisierung aller Prüfungsfächer im Abitur statt. „Hier sind bislang keine Effekte nachweisbar“, erklären die Bildungsforscherinnen und Bildungsforscher.

Zwei-Säulen-Modell im allgemeinbildenden Schulsystem: Neben dem Gymnasium existiert lediglich eine zweite Säule, in der alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse (vom Ersten Abschluss bis zum Abitur) erworben werden können. Diese Säule übernimmt auch weitgehend die Inklusion der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Durch diese Reform wurden die Wege zum Abitur flexibilisiert, positive Effekte auf die Leistungsentwicklung ließen sich nicht nachweisen“, heißt es.

Professionalisierungsprogramme für pädagogische Fach- und Lehrkräfte: Ein Beispiel stellt das bundesweite SINUS -Programm zur Effizienzsteigerung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts dar (endete 2013). „Die Evaluierung konnte positive Effekte auf die Leistungen zeigen“, heißt es hier immerhin.

Studienleiter Köller macht für die schlechten Resultate der Schülerinnen und Schüler allerdings auch die abnehmende Leistungsbereitschaft verantwortlich – auf allen Seiten. „Wir beobachten nicht nur in der Mathematik, sondern auch bei den Leseleistungen, dass das Anspruchsniveau in den letzten zehn Jahren gesunken ist. Die Latte ist deutlich niedriger gelegt worden. Dazu hat auch die Diskussion um G8 und den in diesem Zusammenhang beklagten Leistungsdruck beigetragen. Das hat dazu geführt, dass auch die Lehrkräfte Abstriche machen und mit weniger zufrieden sind“, so erklärt er in einem Interview mit der „Welt“.

Allerdings sei der Unterricht dringend reformbedürftig. „Es mag aber auch eine Rolle spielen, dass Unterrichtskonzepte, die vielleicht vor 20 Jahren noch funktioniert haben, die Schüler heute nicht mehr erreichen. Wir sehen auch einen deutlichen Rückgang der Lernmotivation“, so Köller.

„Wir wissen eigentlich, was hilft. Aber es gibt ein Umsetzungsproblem in der Politik, auch aus finanziellen Gründen“

Warum ist die Bildungspolitik so wenig erfolgreich? Köller: „Es ist wie bei der Klimaforschung: Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass es den Klimawandel gibt. Trotzdem werden immer mehr Verbrenner zugelassen. Genauso ist es bei der Bildung. Wir wissen eigentlich, was hilft. Aber es gibt ein Umsetzungsproblem in der Politik, auch aus finanziellen Gründen. Nehmen Sie das Startchancenprogramm. Da werden jetzt zehn Jahre lang zwei Milliarden Euro im Jahr in benachteiligte Schulen investiert. Seriöse Schätzungen gehen aber davon aus, dass man pro Jahr 14 Milliarden Euro in die Hand nehmen müsste, um die Bildungsmisere zu bekämpfen. Wir müssten wie bei der Bundeswehr die Bazooka herausholen.“ Hintergrund: Seit der ersten PISA-Studie ist bekannt, dass in Deutschland arme Kinder und Jugendliche zu wenig gefördert werden.

Der Chef der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der KMK schreibt der Politik ins Stammbuch: „In Zeiten des Lehrkräftemangels müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Schulen so aufstellen und den Unterricht didaktisch so weiterentwickeln, dass wir mit weniger Personal besser arbeiten als bisher – auch durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel. Wir brauchen eine Bildungsagenda 2035. Die Verwaltung des Status quo hält nun schon einige Jahrzehnte an.“

Genauer: seit Veröffentlichung der ersten PISA-Studie im Jahr 2001. News4teachers 

Hier lässt sich das vollständige MINT Nachwuchsbarometer herunterladen.

Iglu-Studie: Jeder vierte Viertklässler kann nicht richtig lesen – 20 Jahre gescheiterte Bildungspolitik!

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GriasDi
1 Monat zuvor

Nicht nur die Bildungspolitischen Maßnahmen, auch die didaktischen Revolutionen haben ihr Ziel verfehlt.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Man würde also nichts verlieren, wenn man die ganzen Reformen und Ideen rückgängig machen würde.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Man verlöre sehr viel!

Die Kraft, welche die Kollegen völlig sinn- und ergebnislos investiert haben.

Vergangene Lebenszeit (Konferenzen, Erarbeitung, Umsetzung) kehrt nicht zurück.

Katze
1 Monat zuvor

So ist es.
 „Die Ergebnisse der ersten OECD-Erhebung zu den Lernergebnissen von Schülerinnen und Schülern (PISA) im Jahr 2000 waren ein Weckruf für Deutschland.“
Viele KuK wären 2024 froh, wenn die SuS Leistungen und Lernergebnisse hätten, welche dem Niveau von 1995-2005 entsprächen.
Als man nach „Weckrufen“ die SOL-Sau begann durchs Dorf zu treiben und den bösen Leistungsdruck systematisch aus den Klassenzimmern verbannte sowie uns mit sinnfreien didaktischen Reformen beglückte, wurden aus Weckrufen Einschlafhilfen für SuS und Kraftfresser für die im Quadrat springenden, dienstleistenden Animateure (LuL).
Ich will die nächste Weckrufe einfach nicht mehr hören.

Alex
30 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Nicht zu vergessen: Es gab immer Mahner und Kritiker der zahlreichen schulpolitischen Maßnahmen. Doch sie wurden als ewig Gestrige beschimpft, als rückständig und fortschrittsfeindlich.
Wenn Herr Köller sagt, „Wir wissen eigentlich, was hilft. Aber es gibt ein Umsetzungsproblem in der Politik, auch aus finanziellen Gründen“, so kann ich dem nur sehr bedingt zustimmen.Ich finde, dass die Politik viel zu oft den Ratschlägen von „Experten“ gefolgt ist. Für fast alles, was sich heute als falsch herausstellt, gab es die Empfehlung von Experten.
Für mich ist heute niemand mehr Experte, der nicht aus der Schulpraxis kommt und zumindest noch mit einem Bein in ihr steht. Seine Ideen kommen wenigstens nicht aus Elfenbeintürmen, sondern aus dem Bewusstsein von Realität und Machbarkeit.

Katze
1 Monat zuvor

Nee, wer hätte das gedacht.
Studienleiter Köller zündet den Erkenntnis-Pöller!

Studienleiter Köller macht für die schlechten Resultate der Schülerinnen und Schüler allerdings auch die abnehmende Leistungsbereitschaft verantwortlich – auf allen Seiten.
Also auch auf Seiten der Lehrer?
„Wir beobachten nicht nur in der Mathematik, sondern auch bei den Leseleistungen, dass das Anspruchsniveau in den letzten zehn Jahren gesunken ist. Die Latte ist deutlich niedriger gelegt worden.
Den Niveau-Limbo mit immer niedriger Latte beklagen die hierzu genötigten Lehr(Leer)- körper seit Jahrzehnten.
„Dazu hat auch die Diskussion um G8 und den in diesem Zusammenhang beklagten Leistungsdruck beigetragen.“
Ich und viele KuK können dieses nicht von uns angestimmte Klagelied vom Leistungsdruck nicht mehr hören, denn es hat uns erst in dieses Jammertal geführt.
„Das hat dazu geführt, dass auch die Lehrkräfte Abstriche machen und mit weniger zufrieden sind“, so erklärt er in einem Interview mit der „Welt“.
Hä? Nu is aber gut.
Die Lehrkräfte, welche keine Abstriche machen wollten und sich nicht ins fachliche Flachwasser mit inflationären Notenvergabe abdrängen ließen, wurden doch zunehmend als Druckmacher und didaktische Tiefflieger geschmäht.
Diese KuK wissen eigentlich, was hilft, haben aber schon lange ein Umsetzungsproblem. Als wieder der Kausalzusammenhang: Geliefert wie bestellt (natürlich nach Megastudien Anfang der 2000er Jahre). Die gewünschte Lieferung also bitte nicht in unzähligen Studien bejammern.
Wir wollen nicht mehr. Manche KuK können auch nicht mehr.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Berichtigung: Es muss Erkenntnis-Böller heißen im Zusammenhang mit krachend zerplatzen bzw. zerbersten.
Oder Erkenntnis-Poller im Sinne von Absperrpfosten mit Abprallgarantie.
Der Erkenntnis-Poller (ohne abprallen) führt sonst zwangsläufig zum Koller.
(Koller steht für: einen Anfall durch Ausfall im ZNS)

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Immer wieder tolle Kommentare! Dankeschön. 🙂

MB aus NRW
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Mein Grundkurs von vor 10 Jahren hat mehr Mathematik betrieben als mein letzter LK vor einem Jahr.
Schuld bin also ich. Gut zu wissen, jetzt schäme ich mich. Ja, ich habe partielle Integration und Integration durch Substitution (hier kann es sein, dass das damals schon nur im LK war), Polynomdivision, Übergangs- und Populationsmatrizen gar nicht mehr unterrichtet, da das im Abitur nicht mehr überprüft wird.
Aber hey mein LK konnte zwar in großen Teilen den Gauß-Algorithmus nicht lösen, aber wusste, dass man den im GTR mit „Menü-3-2“ lösen kann.
Ganz böse und didaktisch tieffliegend habe ich allerdings sowohl die Quotientenregel bei Ableitungen, als auch das Kreuzprodukt samt seiner sinnvollen Anwendungen noch unterrichtet, obwohl beides aus dem Lehrplan geflogen war und werde im Grundkurs auch wieder die Koordinatenform einer Ebene behandeln, obwohl die „raus“ ist.

Dass ich im Abitur aber „Niveaulimbo“-mäßig 4 Punkte dafür gebe, dass ein Graph richtig skizziert wird, den der Prüfling aus dem GTR ablesen kann (man konnte sich den betreffenden Graphen dort anzeigen lassen), liegt dann doch am vorgegebenen Erwartungshorizont.

Frischundfertig
1 Monat zuvor
Antwortet  MB aus NRW

Ich habe vor 9 Jahren mein Abitur (G8) gemacht und war der letzte oder vorletzte Jahrgang an meiner Schule, der Mathe im GK noch ohne GTR gemacht hat. Und ehrlich gesagt, bin ich auch froh drum, denn so konnte ich das Konzept nachvollziehen, bevor ich zu Hilfsmitteln wie einem Taschenrechner gegriffen habe.
Und damals musste ich mir schon von meinem Vater anhören, wie wenig wir doch in der Schule in Mathe machen würden… Wenn ich damals also schon abgespeckte Inhalte hatte, wie sieht das dann jetzt aus? Puh.

OMG
1 Monat zuvor

„die seit dem ersten PISA-Schock 2021es muss 2001 heißen, oder?

Lanayah
1 Monat zuvor

Die „Maßnahmen“ sind an mir irgendwie vorbei gegangen. Niemand ist eingestellt worden, um Kinder besser zu fördern. In meiner Klasse lernt auch gerade ein Kind den Stoff des letzten Schuljahres. Ich hätte es für sinnvoller gehalten, dass es dies in der tieferen Klassenstufe tut, wo der Unterricht dazu passt. Statt dessen erlebt dieses Kind zwischen meinem Unterricht kurze hektische Erklärungen von mir, für mehr ist keine Zeit. Letztendlich hat es so in diesem Schuljahr weniger gelernt, als wenn es die Klasse wiederholt hätte. Für eine „verstärkte Förderung“ dieses Kindes ist jedenfalls niemand vorbeigekommen.
Wo der Vorteil bei der Einschulung nicht schulreifer junger Kinder liegen soll, erschließt sich mir im übrigen auch nicht.
Dass Aktionismus, der nichts kosten darf, bzw. sogar noch Sparmaßnahmen beinhaltet (z. B. G8) eher kontraproduktiv ist, ist einfach logisch. Aber vermutlich gibt es demnächst eine Studie, wo völlig überrascht festgestellt wird, dass Kindet, für die in der Stundentafel kein Förderunterricht vorgesehen ist, tatsächlich keinen erhalten.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Einige Eltern, die arbeiten müssen, sagten mir Recht offen, dass a. Kita etwas kostet und je nach Einkommen gar nicht wenig b. Plätze rar sind. Schule ist gratis, und die Kinder müssen einen Platz bekommen, das auch meist wohnortsnahe. Pädagogische Gründe hat niemand angeführt.

Philine
1 Monat zuvor

Das hat dazu geführt, dass auch die Lehrkräfte Abstriche machen und mit weniger zufrieden sind“, so erklärt (Studienleiter Köhler) in einem Interview mit der „Welt“.
Hab ich’s doch geahnt: Die Lehrkräfte sind verantwortlich – wer auch sonst?

vhh
1 Monat zuvor

„…sollten nicht mehr sitzenbleiben, sondern besser gefördert werden, um Verzögerungen in der Schulkarriere zu vermeiden. „Dies hat zu einer Reduktion verzögerter Schulkarrieren geführt““
Sie werden aber nicht besser gefördert, warum trotzdem ‚erfolgreich‘? Mal sehen:
„…Diese Säule übernimmt auch weitgehend die Inklusion der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. „Durch diese Reform wurden die Wege zum Abitur flexibilisiert, positive Effekte auf die Leistungsentwicklung ließen sich nicht nachweisen“
…und trotz Inklusionsklassen und zu wenig Lehrkräften weniger ‚verzögerte Schulkarrieren‘? Wie das wohl geht::
„…dass das Anspruchsniveau in den letzten zehn Jahren gesunken ist. Die Latte ist deutlich niedriger gelegt worden. … dass auch die Lehrkräfte Abstriche machen und mit weniger zufrieden sind“ Böse, böse Lehrkräfte. Reagieren doch tatsächlich auf die Fähigkeiten ihrer Klassen! Wahrscheinlich sollte einfach das Anforderungsniveau erhöht werden, dann wird alles von selbst besser. Ist wie BWL, einfach Preise erhöhen und Personal freisetzende, schon steigt der Gewinn.
Logische Schlussfolgerung: „…Unterricht didaktisch so weiterentwickeln, dass wir mit weniger Personal besser arbeiten als bisher – auch durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel.“ Welch brillante Idee! Die Forderung nach mehr Geld führt dann zur nächsten Digitalisierungsoffensive, weil Apps ja so großartig und individuell fördern können. Bekanntlich hatte der digitale Distanzunterricht ja zu einem unglaublichen Leistungssprung geführt.
Meine Gegenthese: Die Bildungspolitik ist so wenig erfolgreich, weil sie lieber den verbohrten Forderungen der SWK folgt als zehntausende Menschen mit praktischer, täglicher Erfahrung auch nur anzuhören. Alles bildungspolitische Geisterfahrer, und gleich tausende… Echte Wissenschaft stellt sich selbst ständig in Frage, immer recht haben nennt man Ideologie.

Ulrike
1 Monat zuvor

Die Idee, hier ein bisschen und dort ein bisschen rumzudoktern und vor dem Hintergrund von irgendwelchen „wissenschaftlichen Erkenntnissen“ fragwürdige Reformansätze halbherzig anzubieten und sie als Ei des Kolumbus zu propagieren, war sicher verlockend. Gerade dadurch hoffte man, die eigentlichen Probleme zu verwischen und seine hochdotierte Daseinsberechtigung zu verteidigen.
Fakt ist aber, dass wir ein Schulsystem haben, in welchem die Schüler wenig Motivation entwickeln, nicht angemessen gefördert und gefordert werden und die Lehrer sich zunehmend von der Schulverwaltung verheizt fühlen.
Es nützt auch nichts, hier ein paar Millionen und dort .etwas blinden Aktionismus in den Ring zu werfen. Das aktuelle Schulsystem ist eines, was vor 100 Jahren mal funktioniert hat, aber nicht mehr der heutigen Zeit entspricht.
Nicht einmal der Einsatz von viel Geld und Fördermaßnahmen kann die Situation entscheidend verbessern,- hat man doch durch jahrelanges Missmanagement den Lehrerberuf so unattraktiv gemacht, dass nicht genügend Personal für notwendige Förderung zur Verfügung steht.
Der Umgang der Behörden mit ihren Mitarbeitern ist teilweise unterirdisch, Änderungen werden vehement abgelehnt und jeder, der sich engagiert für Verbesserungen einsetzt, wird ausgebremst,- dies auf vielen verschiedenen Ebenen.
Daher muss m.E. die Grundstruktur im Schulwesen komplett erneuert werden,- wir brauchen an der Spitze kompetente Führungskräfte, die einen Schulapparat entwickeln, der nicht von sturem Beamtendenken, sondern von Kompetenz, Partnerschaft und Karrierechancen geprägt ist.
Schulbehörden komplett anders aufstellen und gerne mal schauen, wie Personalführung in großen Firmen abläuft, wäre ein erster Schritt.

Mannkannesnichtfassen
1 Monat zuvor

Nach dem Abi in NRW in diesem Jahr sieht man auch, wohin die reine Kompetenzorientierung führt. Die SuS können gaaanz viel, sie wissen nur nichts.

Es ist beschämend, wofür man heutzutage ein Abitur bekommt. In Englisch ist es fast unmöglich, keine 4 oder besser zu schreiben und in Deutsch ermöglicht das materialgestützte Schreiben jeden Depp, der halbwegs Paraphrasieren kann, den Abschluss zu erreichen. In meinen Fachschaften haben wir uns angeguckt und fragten uns, warum wir überhaupt noch irgendwelche Inhalte in der Q gemacht haben. Inhalte spielen doch keine Rolle mehr. In der EF bitte alle Kompetenzen vermitteln und am Ende der EF die Abiprüfung. G7 for the win. Weg mit dem nutzlosen Faktenwissen (oder auch Fuckthewissen), Humboldt ist tot! Es lebe inhaltsleere Kompetenz!

Die Bildungsspirale führt abwärts, offenbar politisch so gewollt, denn die Zahlen müssen ja stimmen. Es ist nur noch zum …

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Der Dezernent versichert uns in den Implementationsveranstaltungen aber immer wieder, dass das materialgestützte Schreiben ungeheuer anspruchsvoll sei.

Ich schüttle immer den Kopf über Kolleg:innen, die dazu nicken.

Ich bin eher der Meinung, dass Aufgaben, die hauptsächlich darin bestehen, den Inhalt von Texten in anderer Form darzustellen, im Abitur gar nichts zu suchen haben.

Eine KI kann das besser.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor

Ja, politisch so gewollt, damit möglichst alle irgendwie ein Abi kriegen.. Können zwar nichts, Handwerker bräuchten Azubis, die wenigstens Prozentrechnen können. Aber es bieten sich ja immer berufliche Chancen ohne Ausbildung, besonders als Politiker bei den Grünen und Roten gibt es leuchtende Vorbilder, die sich um 360° drehen und so in alle Richtungen strahlen können, Hunderttausende Kilometer weit sichtbar. Inhaltsloses oder falsches Gelaber inklusive, dann hat auch die Inklusion geklappt.

vhh
1 Monat zuvor

So strahlend wie diverse Promotionen bei den Schwarzen? Geht es auch ohne persönlichen Frust, ohne Beitrag zur allgegenwärtigen Verteufelung und Diffamierung, ohne Gegner=Idiot? Sollte für eine pädagogische Fachkraft nicht so schwer sein.

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Sach ma, warum bist du Schlaumeier eigentlich nicht in der Politik, wenn man dafür nichts zu können brauch? Und mehr Kohle würdest du auch verdienen.//

447
1 Monat zuvor

Sie ringen mit etwas, mit dem man -konkret vor Ort, in dem historischen Moment, alleine oder mit wenigen- nicht ringen KANN.

Umgekehrt läuft es, von Ghandi lernen:
Ja, dann macht man eben relaxt aus dem Buch die Kompetenzen.
Ja, dann ist das eben so!

Es gibt eine Grundlogik der polutischen Macht oder allgemein des Verhandelns:
Wer MEHR in die Situation investiert ist, hat WENIGER Macht.

Und genau so geht es: Immer eine Schippe weniger investieren, so friedlich, langsam aber konsequent klar machen, wer hier die Hosen an hat.

Auf unsere EMOTIONALE ÜBERINVESTITION setzen doch die politischen Machtstrategen über uns – und die Assi-Strategen unter uns.

Luft rauslassen.
Langsam machen.
„Nö“ sagen.

Pauker_In
30 Tage zuvor
Antwortet  447

Oder einfach „Jaja“ sagen.
Denn „Jaja“ heißt…

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor

Und was kommt jetzt?

Wieder Aktionismus.

Die arme Sau muss wieder herumdrehen und wird wieder zurück durchs Dorf getrieben. Verreckt noch dran.

Bei jedem einzelnen, oben genannten Punkt hört man doch noch die lobenden Worte bei der Einführung – als hätte man den Stein der Weisen gefunden.

Herr Köller wird es schon zusammen mit der SWK richten und uns Lehrern erklären, wie man „richtig“ unterrichtet. Ist wie beim Teledoktor samt Ferndiagnose.

Darauf drei Schläge auf den Achtsamkeits-Gong.

Philine
1 Monat zuvor

Mir tut das Tierchen auch leid. Wenn ich so Revue passieren lasse, welche Reformen mir und meinen KollegInnen in den letzten 20, 25 Jahren als pädagogisches Ei des Kolumbus verkauft worden sind und wie simultan das Anforderungsniveau ins Unterirdische absank, kann ich das nur noch humoristisch nehmen. Der neueste Trend scheint zu sein, dass die Lehrkräfte ihr „mindset“ ändern müssen, denn die Arbeitsbedingungen stehen „niemals nicht“ zur Debatte und die Kompetenz der Bildungsexperten auch nicht.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Philine

„… wie simultan das Anforderungsniveau ins Unterirdische absank,“
So ist es. Wir haben (hatten noch nie) Bock auf Simultandolmetscher.
Dafür sind viele KuK dank Oldschool-Bildungsgang völlig überqualifiziert und wollen ihre geistigen Horizonte auch nicht den IQB-Erwartungshorizonten anpassen.

Manfred Fuchs
1 Monat zuvor
Antwortet  Philine

Mein mindset hat sich geändert, ich verlasse das Schulsystem. Es gibt grade viele andere Jobs, der Markt sieht gut aus. Weniger Verdienst und keine Ferien. Aber würde ich länger bleiben, wäre ich im Burnout. Keine Lust da drauf…

Frischundfertig
1 Monat zuvor
Antwortet  Philine

Als frische Lehrerin denke ich mir immer mehr, dass diese ganzen alten Maßnahmen, die ja gerne mal verschrien werden, bei guter Umsetzung doch gar nicht so schlimm sind. Da fragt man sich wirklich, ob die alten Maßnahmen in unserem System vielleicht besser funktioniert haben. Und zusätzlich kommt ja auch noch der ganze Workload an Konzeptarbeit. Inklusionskonzept hier, Hygienekonzept da… Und es wird immer wieder eins draufgesetzt. Manchmal fragt man sich dann doch wirklich, was das mit dem Job als Lehrkraft zu tun hat, wenn man sich dauernd auf tausend andere Dinge konzentrieren muss und der Unterricht dann entweder hinten rüberfällt… Oder die Lehrkräfte an Burnout kaputt gehen, weil sie einen unheimlichen Workload haben.

Mondmatt
1 Monat zuvor

All diese Reformen und auch die nicht ergriffenen Maßnahmen haben etwas gemeinsam.
sie hätten bei korrekter Ausführung richtig Geld gekostet.

Statt dessen hat man sie einfach so auf die Schultern der Lehrer geladen, Macht mal, für die Kinder, für das Vaterland, außerdem ist es halt aus dem Elfenbeinturm so verordnet.

Bildung darf eben einerseits nichts kosten und muss andererseits irgendwelche weltfremden Weltbilder aus den Köpfen von Leuten widerspiegeln die von Schule eigentlich keine Ahnung haben.

Der gleiche Irrglaube, an dem schon die Alchemisten gescheitert sind. Aus Luft, einer Hand voll Dreck und vielen gemurmelten Zaubersprüchen lässt sich eben kein Gold machen.

Hysterican
1 Monat zuvor

„In Zeiten des Lehrkräftemangels müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Schulen so aufstellen und den Unterricht didaktisch so weiterentwickeln, dass wir mit weniger Personal besser arbeiten als bisher – auch durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel.“

Und sie tun es schon wieder!

Es ist zum verzweifeln. Didaktik hin oder her … auch über die Methodik lässt sich trefflich diskutieren – aber zu glauben, dass man mit weniger gut ausgebildeten Personal eine größere Anzahl von SuS gelingend unterrichtet bekommt, ist (immer noch) völlig auf dem Holzweg.

Kleinere Lerngruppen, mehr Zeit für individuelle Förderung und Lernbegleitung und -betreuung, intensivere persönliche Beziehungsmöglichkeiten zu den Lernenden … das wird aus Kostengründen seit Jahrzehnten abgelehnt und versucht, es durch (jetzt offenbar nachweisliche) „Ersatzkonzepte mit großartigen populistischen Namen“ zu ersetzen.

Die gesamte SWK gehört in die Wüste geschickt, denn die bereiten immer wieder auf’s Neue den argumentativen Weg für die falschen Entscheidungen der Bildungs- und Finanzpolitik in die falsche Richtung.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Aber, aber… Herr Hattie fand doch heraus, dass die Klassengröße im Grunde keinen Einfluss habe, ebensowenig die Schulform. Also entwickeln Sie bitte Ihren Unterricht entsprechend und holen Sie die Kinder dort ab, wo sie stehen – am besten alle individuell und trotzdem gleichzeitig.

Hysterican
1 Monat zuvor

Hattie kann mich mal ganz gepflegt am Allerwertesten lecken … Moment…ich muss nur noch mal kurz überlegen, ob ich ihn so nahe an mich herankommen lassen will. 😉

Unfassbar
1 Monat zuvor

Kurz zusammengefasst: Obwohl man die Lehrpläne deutlich reduziert hat, obwohl man mit den zentralen Abschlussprüfungen die Abschlüsse leichter gemacht hat, obwohl man den Ganztag zwecks besserer Betreuung am Nachmittag eingeführt hat, obwohl es zig Experimente mit individueller Förderung, Lernwerkstätten usw. gegeben hat, obwohl länger gemeinsam gelernt wird usw. sind die Leistungen und die Motivation schlechter geworden. Oder vielleicht deshalb? Wenn menschliche Gehirne nicht gefordert (mit „o“, nicht mit „ö“) werden, entwickelt es sich nicht bis hin zu seiner maximalen Leistungsfähigkeit.

Was jedoch fehlt, ist der Hinweis auf die demographische Entwicklung.

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Zum Ganztag:
Auch der gebundene Ganztag bringt gar nichts, wenn der Schultag einfach nur „nach hinten ausgedehnt“ ist.
Eigentlich sollten Ganztagsschulen anders laufen. Wie in den USA z.B., wo nachmittags der Neigungsbereich stattfindet. Das ist ein viel besseres Konzept und außerdem motivierender.
Ja, in den USA läuft vieles falsch in Schulen, was aber nicht an der Konzeption des Schultages liegt, sondern an anderen Faktoren.
Wenn die Sportfreaks über die Schulen Meisterschaften gewinnen können, wenn Nerds durch die Nachmittagsangebote „Jugend forscht“ rocken, wenn Kids ihren Moped-/Trekker-Führerschein machen können, wenn man durch Orchester, Chor, Theater-AG groß rauskommen kann, wenn Zusatzengagement (auch Teilnahme an Fördermaßnahmen) belohnt wird, …, dann wäre Ganztag cool.
Müsste allerdings verbindlich sein, damit man das so gestalten könnte. Aber das wäre ja quasi Freiheitsberaubung, ich weiß.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Aber auch dann wird den Schülern nachmittags Lernzeit genommen, was dazu führt, dass sie weniger lernen als in der Halbtagsschule

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ergibt für mich keinen Sinn. Wenn der Vormittag wie an einer Halbtagsschule liefe, würde keine Lernzeit weggenommen.

MaGe
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Insofern, als dass es dann aufgrund der vollen Stundentafel keine Zeitfenster für so etwas wie „Hausaufgaben“ gäbe. An den gebundenen Ganztagsschulen, die ich kenne, liegen meistens im Nachmittagsbereich die (ziemlich wenig effektiven) Lernzeiten/SegeL-Zeiten, in denen individuelle Übungsphasen anliegen. Machte man jetzt im Nachmittag nur Neigungsaktivitäten (fände ich persönlich super) , müsste das Lernen komplett in den Privatbereich übertragen werden. Oder man kürzt eben die Stundentafel – dann ist Zeit da. Aber worauf will man verzichten?

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  MaGe

Man könnte auch Lern-/HA-Zeit anbieten. Man muss auch nicht jeden Tag Neigungsgruppen-Zeit einrichten.
Ich arbeite übrigens an einen gebundenen Ganztagsschule, an der nachmittags normaler Unterricht stattfindet. Da haben die Kids schon mal eine Doppelstunde Englisch am Nachmittag. Ich kann Ihnen sagen, dass das irgendwie funktioniert. Aber es ist natürlich eine Qual für alle Beteiligten.
DAS ist meine Argumentationsgrundlage. HA gibt es bei uns nur selten.

Gelbe Tulpe
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Schüler haben doch an den Schulen keine Einzelzimmer, in denen sie ungestört lernen können wie die meisten Schüler daheim. Natürlich nimmt so Ganztagsunterricht jeglicher Form den Schülern Lernzeit.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Erscheint mir sinnvoll … mit ausreichend Personal.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

… und es kostet Geld und braucht Personal – geht also schon mal gar nicht!

Pit2020
1 Monat zuvor

Und „von oben“ 16 mal so:

„Haben uns das die ‚faulen Säcke‘ nicht schon seit Jaaaahren immer und immer wieder vorgejammert?! … Ergo: KANN ja gar nicht sein!!! Also Befehl an die ‚faulen Säcke‘ im „Maschinenraum“: WEITER SO!!! Aber jetzt mal so richtig, VERSTANDEN?! … und ne ANDERE Studie ist schon in Arbeit, für Studien gibt es ja schließlich einen Dauerauftrag …“

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Sind Studien eigentlich studidumm oder studigescheit?
Wieviele Silvester muss man Akamien und Unitäten stagnieren, um die Studiendauerlizenzkompetenz und die Studienpatentdauerkompetenz zu erwerben?
Ich würde den faulig riechenden Maschinenraum nämlich (oh, ich hatte nämlich zunächst mit „h“) zeitnah verlassen und zum Studienleiter*in elfenhaft auftürmen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Hier noch was für die die Befürworter*innen von G9:
Verkürzung der gymnasialen Schulzeit um ein Jahr: Diese Verkürzung wurde inzwischen in den meisten Bundesländern wieder zurückgenommen. „Die Verkürzung der Gymnasialzeit wie die spätere Verlängerung hatten keine Effekte auf Schulleistungen“, heißt es im MINT Nachwuchsbarometer.“

Niemand hat geglaubt, dass S*S besser durch G8 würden, oder? Sie sind einfach eher fertig. Insofern ist G8 ein guter Weg, da die Kids dann nach der Schule prima ein FSJ o.ä. machen können. Jetzt hängen doch trotz Rückkehr zu G9 sehr viele Kids ein „Gap Year“ ran.

Der G9-Fetisch hierzulande ist für mich nicht nachvollziehbar.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

G9 mit Halbtagsschule hat schon seine Berechtigung, weil dann die Schüler mehr Lernzeit nachmittags haben. Außerdem können sie so mehr Dingen wie Programmieren, dem Lernen zusätzlicher Sprachen, Sport etc. nachgehen, was einem ja auch berufsrelevante Fähigkeiten verleiht.

Betroffene
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Aha
Die Schüler haben mehr Lernzeit.
Und wer bezahlt ihnen am Nachmittag den Sprachkurs? Die private Nachhilfe?
Wer macht mit ihnen (für sie!) Hausaufgaben, Referate,….
Ja, genau:
Ihre potenten, reichen, akademischen Eltern!

G9 im Halbtag als Geschenk an die sowieso schon privilegierten Familien , das ist ja vielleicht ein toller Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.

Sehr entlarvend ihr Kommentar

Mo3
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Es gab auch G8 im Halbtag und die meisten Gymnasien sind auch in G9 im Ganztag geblieben…

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

G8 ist für die SuS, welche tatsächlich auf ein Gymnasium gehören, vollkommen ausreichend.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Zumindest für NRW und das Fach Mathematik kann ich sagen, dass die Lehrpläne mir persönlich wieder vollständiger erscheinen, die G8er waren meiner Meinung nach unausgegoren, lückenhaft und unabgestimmt. Zudem ist die Rückkehr zu G9 erst in drei Jahren abgeschlossen, mal sehen, was es hier gebracht hat.
Im Moment ist mir G9 sympathischer, aber den Wechsel hin und dann wieder zurück hätte man sich sparen können.

Anadur
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wir waren 20 als wir unser Abi machten ohne eine Ehrenrunde. Das GapJahr nannte sich Bundeswehr oder Zivi. Warum genau müssen Schüler heute denn mit 17 ihr Abi haben? Damit Mama und Papa mit zur Anmeldung an die Uni müssen? Weil wir schon mit 67 in Rente gehen? Na ja also noch. Es wird ja schon sehr laut darüber nachgedacht das Rentenalter hochzuschieben. Lasst den Kindern ihre Kindheit. G8 war schwachsinnig genau wie die Früheinschulung. Zur Krönung hat man dann noch Bologna oben drauf gesetzt.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Anadur

Ja, junge Menschen in allen anderen Ländern der Welt sind tougher als in Deutschland. Kein Wunder, dass hier urgendwie alles schlechter wird. Motto: „Och, nö, das ist mir zu anstrengend.“

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich habe in Ländern mit sechzehnjährigen Abiturienten und einundzwanzig jährigen Ärzten gelebt. Soo dolle ist es auch nicht.
Das Abitur ist größtenteils Multiplechoice, das schaffen junge Schüler gut.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Das Abitur ist ein Ankreuztest? In welchem Land?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Anadur

Nachtrag: Dann wissen wir ja, woher die Jungen diese Attitüde haben. Von Leuten wie Ihnen.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das die Abiturienten “ zu alt“ sind, kam von der Wirtschaft. Die Politik bekam bei dem Gedanken, dass die jungen Leute ein Jahr länger in die Rentenkassen einzahlen, Dollarzeichen in den Augen. Es hatte so gar keine pädagogische Begründung.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

So erinnere ich das auch. Hinzu kam dann in NRW die Verschiebung des Stichtages für die Einschulung, die eigentlich bis zum 31.Dezember fortschreiten sollte. Das hat man aber gestoppt…..dennoch habe ich einige Kinder, die gerade erst sechs Jahre alt werden oder geworden sind….auch das wirkt sich aus…..

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ja, ja, die G9-Lobby …
Tatsächlich bin ich extrem wirtschaftskritisch. Was die wiil (z.B. Fachkräfte aus dem Ausland teilfinanziert von dt. Steuerzahler*innen), lehne ich in der Regel ab.
Ich finde, G8 kann helfen, Pflichtdienste besser zu etablieren. Von G9nys kommt immer das Argument, dass die S*S dann ja noch ein Jahr verlieren würden. …

Mo3
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Mein Sohn meinte gestern, dass er durch die Verschiebung des Stichtags und die Wiedereinführung von G9 tatsächlich zwei Jahre verloren hat. Der Sohn von Bekannten (eine Woche älter als unser Sohn) wurde vorzeitig eingeschult und macht nächstes Jahr das letzte G8-Abi in NRW. Unser Sohn ist erst 2027 dran. Ich habe damals – obwohl wir betroffen waren – übrigens nicht für G9 gestimmt. Dieses hin und her hat mich gestört.

Alx
1 Monat zuvor

Zu unserer Verteidigung:

In europäischen Ländern mit vergleichbaren Herausforderungen geht es auch bergab.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Alx

Wenn man sich bei PISA nicht allein auf die Gesamtpunktzahlen stützt, wird man schnell erkennen, dass es auch in europäischen Ländern mit deutlich besseren Rahmenbedingungen bergab geht, z.T. sogar steiler als in einigen deutschen Bundesländern. Nützt aber wenig auf andere Länder zu zeigen, denn dadurch wird es im Inland auch nicht besser. Trotzdem irgendwie seltsam, dass ausgerechnet ein Bildungsexperte jetzt die Wirksamkeit von Dingen in Zweifel zieht, die damals von Bildungsexperten als vielversprechende Maßnahmen angepriesen wurden. Irgendwie auch lustig, dass er dann zu dem Schluss kommt, man müsse jetzt nur das umsetzen was Bildungsexperten aktuell empfehlen, dann wüde alles besser.

Marc Albrecht
1 Monat zuvor

Ich komme aus einem Lehrerhaushalt. Seit über fünf Jahrzehnten höre ich daher von Lehrkräften, dass es nicht an ihnen liegt, sondern an den Eltern, der Politik, dem Geld, dem Samstagunterricht, dem Streichen des Samstagunterrichts, dem Stand des Mondes. Meine Erfahrung sagt, dass Lehrkräfte selten komplett falsch liegen, aber fast nie ganz richtig. Bis auf den Mond hat sicher alles Einfluss auf die seit Jahrzehnten immer weiter fallende Allgemeinbildung – aber eben auch das Lehren an sich, die Didaktik, Methodik, Motivation durch Vorbild. Ich würde gerne einen Beitrag z. B. zur Mathematik schreiben – es ist erstaunlich, wie viele Handwerkerinnen, Forscherinnen und Menschen en zu den selben Schlüsse kommen wie ich (nur ein Mann, also meistens falsch und immer schuld). Nicht einmal I ANSATZ wird im Matheunterricht vermittelt, was alle, mit denen ich außerhalb der Lehrkörperblase gesprochen habe, vom Matheunterricht fordern.
Realitätsferne,Selbstbezug, totale Obrigkeitsgläubigkeit: das sind AUCH Ursachen für unsere miese Bildungssituation!

Leider nimmt, siehe oben, niemand innerhalb des „Systems“, geschützt durch Verbeamtung und Schulpflicht, Meinungen von außen ernst. Weil das Lehramt a priori göttliche Unfehlbarkeit mit sich bringt.

Disclaimer: um ein Bild zu zeichnen, übertreibe ich hier bewusst und verallgemeinern, wo Differenzierung wichtig wäre. FRÜHER war so etwas als Diskussionseinstieg willkommen, man tauschte dann Argumente aus und rüttelte Standpunkte durch, auch und gerade die eigenen. DAS… ist auch nicht mehr gewünscht. Das… halte ich aber auch für ein Teil des Problems.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc Albrecht

Dementsprechend darf man die Hinweise der Lehrer auf Elternverantwortung, schlechte Arbeitsbedingungen und politische Fehlentscheidungen ähnlich wie Ihre „Realitätsferne, Selbstbezug, totale Obrigkeitsgläubigkeit“ lediglich als Anregung zur Diskussion verstehen.

Besseranonym
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Aber aber, das war doch nur ein Impuls über “ göttliche Unfehlbarkeit, Realitätsferne, Selbstbetrug „….. 😉 🙂
zu meditieren, diese achtsam zu vermeiden, wenn nicht möglich: der nächste Yogakurs kommt bestimmt und zur Not können wir ja einen Schulgarten anlegen( das ist ernst gemeint: das Anlegen eines Schulgartens )
Da gabs doch mal ein Buch über ein Lehrerkind……..

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc Albrecht

Obrigkeit: Praktizierend aber nicht gläubig….

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Marc Albrecht

Oh, die Formulierungen kenne ich doch aus dem Buch von K. K. ,,Bildungsnot -Ursachen und Auswege“. Auswege? Ich wurde nicht fündig. Ein schreckliches, nicht lösungsorientiertes (,,fäkal- schimpfendes“) Buch übrigens! Der Autor, nun ja, hat wohl ein mega Problem mit sich selbst! 😉

SoBitter
1 Monat zuvor

Wir reiten seit Jahren ein totes Pferd.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

Sprich: Gemeinschaftsschule und Verwässerung der Realschulen haben genau nichts gebracht… Im Gegenteil. Und was ist nun die Strategie? Weiter so!

Spirale
1 Monat zuvor

„Diese Säule übernimmt auch weitgehend die Inklusion der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. “

Du musst kein Experte sein, um zu verstehen, warum dieses Modell der Zwei-Säuligkeit keinen positiven Effekt auf die Leistungsentwicklung hat:

Viele Eltern werden hier IMMER versuchen, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken um nicht auf die „Resteschule“ zu müssen. Zusammen mit „selbst mit 5ern in allen Hauptfächern“ (weil freier Elternwille) wird das Kind erstmal versuchsweise aufs Gymnasium geschickt, was ernsthafteren Kandidaten eventuell einen Platz wegnimmt (Wohnortnähe), auf den Leistungsdurchschnitt drückt und für alle Beteiligten (Kind, Klassengemeinschaft, Lehrer, Eltern) unangenehm werden kann und vor allem für Lehrer häufig mit Mehrarbeit verbunden ist. Und gebrochenen Bildungsbiographien.

Diese Reform der Dreigliedrigkeit zum sog Zwei-Säulen-Model in Verbindung mit einer zum großteil stattgefundenen Abschaffung der teuren Förderschulen ist einfach ein Sparmodel und Chancenvernichter. Und damit letztlich ein Wohlstandsvernichter.

Elma283
1 Monat zuvor
Antwortet  Spirale

Das will nur keiner der Inklusionsbefürworter hören. Während noch vor wenigen Jahren ein Klassenlehrer an der Förderschule Lernen durch intensive Begleitung die Schüler teilweise zum einfachen Hauptschulabschluss führen und in einfache Ausbildungen vermitteln konnte, gehen diese Schüler jetzt in der Gesamtschule unter. 50 Schüler auf einen Sonderpädagogen zu 17 Schüler auf einen Sonderpädagogen in der Förderschule Lernen. Hauptsache es wird inkludiert. Schlimm wie gut funktionierende Systeme vor die Wand gefahren wurden.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Elma283

Die Idee, einen Kompromiss zwischen einer Schule für alle und Dreigliedrigkeit zu finden, indem man ein zweizügiges System etabliert, ist halt typisch für Deutschland. Dass das die schlechteste aller möglichen Lösungen ist, hätte eigentlich jeder wissen können. Es bleibt nur die vage Hoffnung, dass die Gymnasien irgendwann auch ihren Anteil leisten müssen.

Hauke Haien
1 Monat zuvor

Ach??!! Jetzt wirklich?? Dafür musste man eine Studie machen? Was eine Vergeudung von Steuergeldern. Hätte man einfach mal einen Lehrer fragen können….aber wir haben ja keine Ahnung….

Godwin
1 Monat zuvor

Bei der Überschrift dachte ich noch:
„endlich sagt es mal einer offen heraus“.

Zunächst sind Politik und Verwaltung inzwischen so verblendet und auf Ergebniskosmetik getrimmt, dass es für diese Kreise völlig unmöglich ist, ein totales Scheitern aller Maßnahmen einzugestehen.
All die Jahre der statistischen Schönfärberei umsonst?
Das kann und darf nicht sein!

Wenn Köller nun – wie in anderen Artikeln zu lesen – ständig ominöse, noch gar nicht ausgereifte KI-Systeme als Wunderwaffe propagiert, wäre evtl. auch mal zu prüfen, inwiefern diese MINT-Studie durch Firmen finanziert wird, die von KI profitieren…

„In Zeiten des Lehrkräftemangels müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Schulen so aufstellen und den Unterricht didaktisch so weiterentwickeln, dass wir mit weniger Personal besser arbeiten als bisher“

Heißt nichts anderes, als Mittel und Wege (er-)finden, um das ohnehin schon überforderte und entsprechend immer weniger motivierte Personal nach Strich und Faden weiter auszupressen anstatt für Entlastung zu sorgen.

Ein Statement, eine Idee, wo die 14 Milliarden pro Jahr kommen könnten, wäre hilfreich.
Solange ein Lindner Finanzminister ist, wird das wohl nichts werden…

Godwin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Wirtschaft Wissenschaft erheblich mitfinanziert, ist kein „wissenschaftsfeindliches Verschwörungsgeraune„, sondern einfache Tatsache.
An sich ist das auch nicht weiter schlimm. Irgendwo muss das Geld ja her kommen.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Am besten legt man die Herkunft der Gelder offen, dann weiß man mehr.

OMG
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hey? Es gibt Geld????????? 🙂

Godwin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Jetzt halten wir doch aber mal den Ball flach.
Ich unterstelle keineswegs, dass irgendwelche Ergebnisse verfälscht wurden.
Ich kritisiere die, meiner Meinung nach, etwas vorschnelle und blinde KI-Gläubigkeit.
Ein wesentlicher Teil der Lehrer-Arbeit besteht – soweit ich weiß – aus der Kreativität auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen.
Und kreativ kann KI (noch) nicht sein.

Die Grenzen der Künstlichen Intelligenz – Matthias Hamann

JoS
1 Monat zuvor

Da Zentralisierung und der Ausbau des Ganztags nachweislich nichts gebracht haben, können wir diesen unflexiblen, teuren Irrweg, der zudem vielerorts Vereine in große Nachwuchsnöte gebracht hat, dann bitte wieder beenden?

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es reicht ja, die Nachmittagsbetreuung auf die ersten zwei Klassenstufen der Grundschule zu beschränken. Ab der dritten Klasse ist man alt genug, sich mittags Brote zu schmieren und sich mit Freunden zu verabreden. Beschränkt man das Ganztagsangebot auf die ersten zwei Klassen, bleiben auch mehr finanzielle Mittel für gesunde Schulstühle, Fahrstühle in den Schulen für Rollstuhlfahrer und mehr Lehrer übrig.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

… und wieder meine Frage, die ich schon sehr oft gestellt habe, die mir aber bisher keiner so richtig beantworten konnte: Warum müssen Schüler heutzutage nach dem Grundschulalter ständig von Erwachsenen betreut und bespaßt werden? Das war doch früher (in meiner Kindheit und bei meinen eigenen Kindern) auch nicht notwendig (Schlüsselkinder)? Oder ist das so ein Ost-West-Ding, welches ich nicht verstehe?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Kontrolle, Fürsorge, Macht? Sie werden keine eindeutige Antwort darauf bekommen.
Ich war ab Klasse 5 ein Schlüsselkind. Das war oft ganz prima, aber ich habe mir sehr oft gewünscht, dass jemand zu Haus ist, wenn ich kam. Ich habe das bei meinen Freundinnen gesehen und sie heiß beneidet.
Daher fand ich es super, dass mein Mann all die Zeit zu Hause war und unsere Kinder umsorgt hat. Das Kinder schon früh in der Lage sind, verantwortungsbewusst zu sein, haben wir festgestellt, als unsere Tochter ins KH musste und mein Mann sie begleitet hat. Ich musste früh zur Arbeit und unser Sohn (dritte Klasse) musste selber aufstehen und an alles denken (auch die Hausis bei allen Lehrern einsammeln). Das hat er super gemacht…..über drei Wochen lang…..
Also ja, Kinder sind in der Lage, aber ist das wirklich schön? Eher nein…..

potschemutschka
29 Tage zuvor

@Fräulein Rottenmeier
„…, aber ist das wirklich schön?“ – Ist es nicht auch schön, wenn Kinder merken, dass Eltern (oder auch andere Erwachsene) ihnen vertrauen und ihnen etwas zutrauen (je nach Alter und individuellen Fähigkeiten).. Ist nicht gerade dieses Vertrauen und Zutrauen wichtig für die Entwicklung von Selbständigkeit und Selstvertrauen? Einerseits werden Kinder heutzutage wie kleine Erwachsene behandelt (jede Kleinigkeit wird mit ihnen stundenlang bis ins Detail „diskutiert“), andererseits traut man ihnen nichts zu und räumt ihnen jedes noch so kleine Steinchen aus dem Weg. Es gibt oft keine Abgrenzung mehr zwischen Kind und Erwachsenen – das ist mMn. für beide Seiten nicht gut!

potschemutschka
28 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Fräulein Rottenmeier
Sie nennen neben Fürsorge noch Kontrolle und Macht als mögliche Gründe, dass auch größere Kinder betreut werden müssen. Das erste verständlich, vor allem je jünger die Kinder, aber die letzten beiden Gründe finde ich persönlich sehr bedenklich!

potschemutschka
27 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Fräulein Rottenmeier
Kontrolle und Macht über die Kinder? – Wer wiil das und warum?

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Über dieses Thema habe ich viel nachgedacht: Viele Kinder sind überraschend unselbständig. Denen kann man keinen Haustürschluessel mitgeben. Andere so verhaltensoriginell, dass sie auf Ideen kommen, da wäre keiner von uns drauf gekommen.
Und die Kindheit ist anders. Ich erinnere mich daran, dass ich mit Freundinnen Kirschen und Äpfel geklaut habe. Hätte der Bauer uns erwischt, hätte es Haue gegeben. Ich denke heute, gut, dass uns das nie in einem Supermarkt eingefallen ist, da wären wir ja aktenkundig kriminell geworden. Der Bauer hat nie die Polizei gerufen.
Dazu kommen Sicherheitsbedenken. Die Sensibilität beispielsweise gegenüber sexueller Belästigung ist größer, und das ist richtig. Auch da gab es in der Kindheit gefährliche Situationen, die ich später erst als solche realisierte. Damals galt, wenn etwas komisch wurde, rannte man davon. Gewalt war damals schon ein Thema, immerzu würde jemand verprügelt. Die Erwachsenen mischten sich entweder nicht ein oder forderten das Opfer auf, zurück zu schlagen.
Die Freiheit und das freie Spiel waren schön, doch die mangelnde Sensibilität gegenüber Kindern wollte ich nicht zurück haben

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Unselbständigkeit der Kinder – mangelndes Vertrauen der Eltern in ihre Kinder => das heißt, die Eltern trauen ihrer eigenen Erziehungsarbeit immer weniger. Was sind die Ursachen dafür? Liegt es daran, dass der Staat immer mehr Erziehungsarbeit abnimmt und immer mehr „Erziehungsratgeber“ den Eltern ein schlechtes Gewissen einreden?

Als ich noch Kind war, wurden wir übrigens auch noch von anderen Erwachsenen „erzogen“ – da gab es schon öfter mal eine Ansage von Fremden, wenn wir uns daneben benahmen und das zeigte meist auch Wirkung. Und heute?
„Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf.“ – das setzt aber auch voraus, dass es noch so etwas wie „Respekt“ gibt.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das steht unter der Prämisse, dass Betreuung außerhalb der Familie eine gute Sache ist. Darüber könnte man auch durchaus streiten.

Jette
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es ging doch darum, ob Betreuung pädagogisch wertvoll ist, nicht ob es wirtschaftlich erwünscht wird, damit beide Elternteile- also nicht nur Mütter, liebe Redaktion!- berufstätig sein können.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und warum soll das Schule lösen? Könnte man das nicht durch „Aufbewahrungsorte“ machen?
Ob diese der Betrieb stellt oder Vereine oder wer auch immer … Aber in einer Bildungseinrichtung (soweit man davon noch sprechen kann …) dann auf reine Betreuung setzen … Ich weiß ja nicht.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist mal erhoben worden, wie viele der nichterwerbstätigen/ in Teilzeit beschäftigten Mütter genau das WOLLEN, sich also bewusst dafür entschieden haben ihre Kinder nicht oder nur wenig fremdbetreuen zu lassen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Egvina

Warum nur Mütter? Ein Freund meiner Kinder blieb beim zweiten Kind 1 Jahr zu Hause, da seine Frau sich gerade selbständig gemacht hat (Apothekerin, er IT-Spezialist). Jetzt arbeitet er Teilzeit – 30 Stunden – und betreut die Kinder auch, wenn seine Frau Wochenend- oder Notdienste hat (beide ost-sozialisiert).
Außer Schwangerschaft, Geburt und Stillen können Männer alles andere genausogut wie Frauen, wenn sie es denn wollen und die Frauen/Mütter sie auch lassen! 🙂

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Vielleicht sollte man das mal stärker propagieren?
Sie schreiben ja selbst „Ein Freund …“

“ …die Frauen/Mütter sie auch lassen!“
Frauen wollen sich nicht nachsagen lassen, dass sie schlechte Mütter und Ehefrauen wären. Das ist immer noch in zu vielen Köpfen drin.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, ein Freund, der 1 Jahr zu Hause geblieben ist. Aber bei allen anderen Freunden und Bekannten dieser Generation und eigentlich auch schon bei den meisten meiner Generation, teilen sich die Eltern die Kindererziehung und Hausarbeit. Da gibt es kaum noch diese Unterscheidung in: das ist Frauen- bzw. Männersache. Jeder macht das, was er am besten kann oder am liebsten tut. Alles andere macht man gemeinsam oder abwechselnd.
Auch schon mein Mann kümmerte sich um das kranke Kind, wenn er Spät- oder Nachtdienst hatte, damit ich wenigstens den Unterricht am Vormittag abdecken konnte. Meine SL war froh darüber und erließ mir die Nachmittagsveranstaltungen in solchen Fällen (klappt natürlich nicht bei allen Berufen).
Und zu Ihrem letzten Abschnitt: Genau das fällt mir immer wieder auf: einerseits wollen die Frauen gleich(berechtigt) behandelt und sprachlich berücksichtigt werden, aber andererseits wollen sie ihre „Sonderrolle“ als Frau und Mutter in Abgrenzung zu den Männern.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Klar, kenne ich auch. Meine Frage bezog sich auf die Zahlen in dem von der Redaktion verlinkten Artikel. Es wird immer suggeriert, dass speziell die Mütter aus der Not heraus zu Hause blieben. Deswegen meine Frage, ob mal erhoben wurde, bei wie vielen Frauen dem so ist und bei wie vielen Frauen das eine individuelle Lebensentscheidung ist.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Egvina

Das ist eigentlich irrelevant, denn es muss ja Betreuungsangebote für diejenigen geben, die umgekehrt arbeiten wollen.
Wenn immer davon ausgegangen wird, dass Frauen ja eigentlich gar nicht wollen, dann gibt es natürlich auch zu wenig Möglichkeiten Kinder unterzubringen.
Was viele hier vergessen, ist, dass Frauen nicht immer nur Mütter sind, sondern durchaus eigene Persönlichkeiten, die sich nicht nur durch die Eigenschaft „Ich bin Mutter“ definieren.
Daher könnte ich mir vorstellen, dass mehr Frauen mehr als nur halbtags arbeiten wollen würden, wenn das Betreuungsangebot für Kinder besser und vor allem flexibler wäre. Was viele junge Mütter in Deutschland heutzutage erleben, ist doch, dass sie durch die Organisation der Betreuung gestresst werden. Man stelle sich vor, die Kita öffnet wegen Personalmangels erst um 8.00 Uhr, aber sowohl Vater als auch Mutter müssen selbst um 8.00 Uhr mit der Arbeit anfangen. Dann kommt der Anruf, dass die Kita an diesem Tag früher schließen müsse, weil sich jemand krank gemeldet hat und … Am nächsten Tag macht sie gar nicht erst auf …
Ein weiterer Punkt ist, dass durch diese Umstände Arbeitgeber*innen natürlich genervt sind, was dann irgendwann erneut Stress erzeugt.

Und da es nach wie vor traditionell so ist, dass in Deutschland Frauen als Betreuende, also auch in der Verantwortung für Kinder gesehen werden, gibt es natürlich auch viele Mütter, die sagen, sie würden lieber zuhause bleiben. Diese Reaktion finde ich sogar recht logisch. Wer hat schon Lust darauf, nicht nur gestresst zu sein, sondern sich auch noch anhören zu müssen, dass sie immer Extrawürste bräuchten und unzuverlässig wegen der Kindersituation sind?!
In Ländern, in denen Fremdbetreuung besser und flexibler organisiert wird, sieht es etwas anders aus.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ob das gut oder schlecht ist, kann man auch an anderer Stelle besprechen. Dazu könnte man mal die Kinder und die Eltern befragen. Nach Ihrem Narrativ müsste die übergroße Mehrheit der Kinder gerne bis 16 Uhr in der KiTa oder Schule sein wollen und die übergroße Mehrheit der Mütter kleiner Kinder in Vollzeit arbeiten wollen. Das Motiv Doppelverdiener, weil das Einkommen des Vaters nicht ausreicht, und daher Betreuung erforderlich, darf dann nur sehr selten genannt werden.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ja, Narrativ! Als ob Eltern kleiner Kinder beide Vollzeit arbeiten WOLLEN. Das will garantiert niemand, aber manche sind dazu gezwungen es zu tun.
Wer es nicht zwingend muss, tut es auch nicht….natürlich wegst Fachkräftemangel wird da jetzt ganz massiv interveniert und den Menschen glauben gemacht, sie müssten unbedingt arbeiten gehen. Besonders den Frauen wird das eingeredet, wegen Benachteiligung und so….da muss man sich als Frau noch rechtfertigen, wenn man es sich leisten kann Teilzeit zu arbeiten oder einige Jahre ganz zu Hause zu bleiben….

potschemutschka
1 Monat zuvor

Wieviele Kinder jenseits des GS-Alters wären gern am Nachmittag ohne ständige Beaufsichtigung?
Okay, wahrscheinlich wissen viele gar nicht mehr, wie man sich sinnvoll (ohne Smartphone und Co) beschäftigen kann. Wie wäre es, wenn alle Familien mit Kindern eine KI bekommen, die die Kinder nach der Schule beaufsichtigt und bespaßt? Spart Personal und erzielt den gleichen Effekt wie Ganztagsbetreuung in der Schule.(Ironie?)

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Und um das ganze noch weiter zu bedienen, werden die Lohnsteuerklassen verändert, als ob es nicht darauf ankäme, was insgesamt in einer Familie Netto auf dem Konto landet….
Und um die Benachteiligung der Frau ganz auszumerzen, wird dann das Ehegattensplitting in Frage gestellt…..Mensch, da ist doch die Frau benachteiligt…..die wäre doch soooo glücklich arbeiten zu gehen….oder in meinem Fall der Mann…..

potschemutschka
1 Monat zuvor

Ehegattensplitting gab es in der DDR nicht.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

In anderen Ländern wie Frankreich, England oder Schweden ist Nachmittagsunterricht seit jeher üblich, ohne dass man bis heute von negativen Auswirkungen für die Kinder gehört hätte.

Das ist eine rein deutsche Diskussion, wo manche immer noch glauben, dass Kinder ( sogar Schulkinder) neben der Mutter keine anderen sozialen Kontakte haben sollten und die Mutter deshalb in die Küche gehört.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

In Frankreich besteht momentan die Diskussion und Ursachenermittlung der stark sinkenden Geburtenraten, trotz des sehr guten Betreuungsangebots.
https://www.wiwo.de/politik/europa/geburtenrate-abstieg-eines-vorbilds-geburtenrate-in-frankreich-stuerzt-ab/29616048.html

Schweden als (ehemaliges) Musterbeispiel für Bildung und Schulen hat momentan die Digitalisierungsdebatte. Eben, weil wohl(im Nachhinein) „offensichtlich“ falsch digitalisiert wurde.

Im Punkt Nachmittagsunterricht sprechen wir bei diesen Systemen allerdings auch von Bildung und Unterricht. In der „deutschen Debatte“ sprechen wir hauptsächlich von (Not-)Betreuung. Das ist ein wahnsinniger und wichtiger Unterschied. Würden wir von sinnvoller Förderung und Rahmenbedingungen dessen spechen, dann sähe dies vllt. auch anders aus. Der Trend ist und geht weiterhin in „Aufbewahrung“. Leider.

Das mit „die Mutter in die Küche gehören“ spielen allerdings viele Mütter sehr gerne als eigenen Joker aus. Die Situation ist oft „hausgemacht“. Dazu können wir gerne verschiedene Punkte in Betracht ziehen und diskutieren. Möglichkeiten gibt es oftmals. Diese zu nutzen … Ist eben nicht verpflichtend.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Auch das.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer Schweden gut kennt, versteht auch diese Digitalisierungsdebatte.

Und ich bin absolut gegen die SD, wie Sie ja wissen. Ich finde es auch übel, dass man mit ihnen koaliert.
Es besteht also nicht immer ein Zusammenhang zwischen „Digitalisierung überdenken“ und „Nazis“.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, tatsächlich haben neue Erkenntnisse zu dieser Digitalisierungsdebatte geführt. Eine Due Veröffentlichung einer Studie des renommierten Karolinska-Institut war es doch, das diese Wende in Gang gesetzt hat. Ich meine, auch die WHO hat sich ähnlich geäußert. Muss ich mal googlen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich bin keine Digitalisierungsgegnerin, aber in Schweden wird total übertrieben. Man kommt auf keine Toilette ohne Handy. Busfahren ohne Bargeld? No chance … In der Schule kann man nicht mehr analog arbeiten. Was bei uns parallel läuft, geht dort nicht mehr.
Wenn dort das Stromnetz gehackt wird, dann ist dort komplett Sense.
Da ich selbst immer wieder freiwilliges Opfer in der Schule werde, weil etwas nicht geht, und ich dann gestresst bin, weiß ich, wie übel diese Digi-Abhängigkeit ist. Zum Glück kann ich aber ausweichen.
Diese Abhängigkeit bereits bei sehr jungen Menschen zu forcieren, ist faksch. Eigentlich brauche ich dafür keine Karolinska-Papier, um das zu beurteilen zu können.
Und auchwenn ich die aktuelle schwedische Regierung ablehne, hat sie mMn in dieser Sache durchaus recht.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Na ja, manchmal ist Wissenschaft unnötig. Hier genügt Erfahrung.

DerechteNorden
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Die der meisten Lehrkräfte.
Der Punkt ist doch nicht, dass verneint wird, dass die Nutzung digitaler Medien sehr sinnvoll sein kann.
Das Problem bei der Nutzung von digitalen Medien in Schulen ist doch, dass sie dort eben sehr oft nicht richtig/sinnvoll werden. Und man kann das auch sehr schwer verhindern.
Außerdem muss man sich fragen, ob es sinnvoll ist, Kinder, die außerhalb der Schule quasi permanent digital sind, in der Schule dann noch on top andauernd Digitalität auszusetzen.

Mir ist nicht klar, warum Sie als nicht in Schule Aktive immer solche Studien von anderen nicht in Schule Aktiven hervorkramen, um etwas zu widerlegen, was für in Schule Aktive tägliche Erfahrung ist.

Noch einmal: Ich nutze selbst digitale Medien in meinem Unterricht und lasse meine Schüler*innen digital arbeiten, aber Fakt ist nun einmal, dass man eine gesunde Balance finden muss, so dass auch ein völlig analoges Arbeiten noch möglich ist.
Wer nur digital kann, wird massive Probleme bekommen. Und in Schweden gibt es nun einmal keine gesunde Balance mehr.

Ach, was schreibe ich da?! Ich habe ja keine Ahnung, weil ich nur eine kleine unbedeutende Lehrkraft bin, die von ihren eigenen Erfahrungen und die ihrer vielen Kolleg*innen ausgehend solche Dinge behaupte.

DerechteNorden
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie verstehen nicht, worum es mir geht.
Natürlich wollen wir die, denn die, die wir jetzt haben, sind unzureichend.

DerechteNorden
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

? Wenn man KI so nutzt, wie die Kids es tun, dann beeinträchtigt es.
Schon wieder meine Erfahrung.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Was Sie da anführen, hat aber nichts mit negativen Folgen für die Kinder zu tun.

Es wird ja immer unterstellt, dass Kinder, die nicht von ihren Müttern betreut werden, psychische Schäden davontragen würden.

Dass die Geburtenraten in Schweden und Frankreich zurückgehen, hat jedenfalls nichts mit der Ganztagsschule zu tun. In Deutschland gehen die Geburtenraten seit den 60ern zurück, obwohl es erst seit den 2010ern Ganztagschulen gibt.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Negative Folgen für die Kinder können bei schlecht gemachten Ganztag eintreten. Das ist der/mein Punkt.
Bei gut gemachten Ganztag kann der Ganztag sogar förderlich sein.

Ja, das teile ich auch nicht. Kommt halt immer auf die einzelnen Fälle drauf an. Gibt Kinder, wo gerade die mütterliche Nähe nicht sonderlich förderlich ist … Klar.

Das hat andere Hauptgründe. Der Ganztag spielt trotzdem eventuell sogar rein. Dazu gibt es allerdings (noch) keine validen Zahlen. Ist natürlich auch immens schwierig bei der Komplexität des Themas.
Jedoch ist gut gemachter Ganztag eher für die Geburtenrate positiv zu benennen.
Ein Paradoxon schließt sich natürlich nicht aus. Gibt es im Bereich der Wahlfreiheit der Berufe von Frauen und den Berufsfeldern ja auch …

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Welche Realität meinen Sie?
Hier ein link zu einem wirklich lesenswerten Artikel der „Berliner Zeitung“ vom 18. bis 20. Mai 2024. Es geht darum um das Grundgesetz der BRD und die Verfassung der DDR in Bezug auf die Gleichberechtigung und die Rolle der Frauen.
https://deref-gmx.net/mail/client/YkTYK2dcfJE/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fepaper.berliner-zeitung.de%2Farticle%2F24ef95dbb924978941e05d3cebd8c3d6c159c8I8a04837c26a0a8eb50538814e4

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion
potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

„Berliner Zeitung“ vom 18.bis 20. Mai 2024:
„Für Ostfrauen wurde es normal, einen Beruf zu ergreifen, ökonomisch unabhängig zu sein, über den eigenen Körper selbst zu bestimmen. Im direkten Vergleich hatte die Mehrzahl der Frauen in der DDR nach der Zäsur 1989/90 durch ihre Sozialisation einen Emanzipationsvorsprung gegenüber den Frauen aus der Bundesrepublik.“

Bevor wieder Totschlagargumente von Ihnen kommen, bitte den verlinkten gesamten Artikel gründlich lesen!
Da steht u. a. auch:
„… Ostfrauen, die es gewohnt waren, mit eigenem Geld unabhängige Entscheidungen zu treffen, mussten sich nach der Wende immer wieder anhören, das sei gar keine „echte Gleichberechtigung“, gewesen, denn: „Ihr MUSSTET ja arbeiten“. …“. …“
Übrigens, mein ganz persönlicher Eindruck: ost-sozialisierte Männer meines Alters (ü60) und auch deren Söhne sind auch meist mehr emanzipert in puncto Kindererziehung und Betreuung, sowie Hausarbeit (Beobachtungen im Familien- und Bekanntenkreis – aber vielleicht sind das nur „Einzelfälle“ = anekdotische Evidenz)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Alles richtig! Steht auch am Ende des von mir verlinkten Artikels:
„Aber im Himmel der Gleichheit lebten sie nicht: Die Kluft zwischen Theorie in Verfassung und Gesetzen und dem harten Alltag der Frauen und Männer schrumpfte auch in der DDR nur langsam, Gewohnheiten und Ansichten, die der Gleichberechtigung entgegenstehen, können nicht per Federstrich aufgehoben werden.“
(aus dem verlinkten Artikel)
Warum, liebe Redaktion, fällt es Ihnen so schwer, einfach mal amzuerkennen, dass manches in der DDR vielleicht doch ein ganz kleines bißchen besser war als in der BRD. Haben Sie wirklich den gesamten Artikel gelesen, auch den Vergleich GG und Verfassung und die Passagen dazu, woher der Deutsche Frauenbund der DDR seine Ideen überwiegend hatte? Die kamen nicht aus der Sowjetunion sondern eher aus Frankreich. Lesen bildet!
Und noch eine Ergänzung: Die ostdeutschen Männer der Generation meiner Eltern und die meiner Generation und die meiner Kinder unterscheiden sich doch schon ganz gewaltig. Also Ihre Beispiele aus den 60er Jahren passen nicht zum Ende der 80er Jahre, da hat sich eine Menge getan. Vor allem deshalb, weil viele ostdeutsche Mütter ihre Söhne entsprechend erzogen haben.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Redaktion
Eine Frage noch zu den Scheidungen: Wieviele westdeutsche Frauen hätten im gleichen Zeitraum gern die Scheidung eingereicht, wenn die Bedingungen ähnlich wie in der DDR gewesen wären, aber mussten stattdessen eine unglückliche Ehe weiter ertragen?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„ „1968 wurden 60 Prozent der Scheidungen von Frauen eingereicht, was sich bis in die 1980er Jahre bei ungefähr 66 Prozent einpegelte. Als Hauptbegründung gab eine Mehrheit an, dass ihre Männer nicht genug im Haushalt helfen würden und Probleme mit einer gleich berechtigten Partnerin hätten.““

Das zeigt doch, dass DDR-Frauen nicht der Versorgung wegen in einer Ehe festhingen, aus der sie sich gern befreit hätten. Für mich ist dieser Aspekt etwas sehr Positives!

„ Dazu hatte auch beigetragen, dass in der DDR bereits Mitte der 1950er Jahre die Unterhaltspflicht von Männern für ihre Frauen bei einer Scheidung abgeschafft worden war. Damit sollten Frauen dazu gebracht werden, arbeiten zu gehen und nicht als „Faulenzerinnen“ und „Heimchen am Herd“ das Leben „rückständiger bourgeoiser Dämchen“ zu führen.““

Das haben wir doch jetzt nicht groß anders: nachehelichen Unterhalt gibt es nur, wenn der ehemalige Ehepartner bedürftig ist UND nicht allein für seinen Unterhalt sorgen kann.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Danke!

Besseranonym
30 Tage zuvor
Antwortet  Mika

“ nicht der Versorgung wegen …festhingen “ Bekamen diese Frauen dann einen Arbeitsplatz zugewiesen, der sie und mögliche Kinder ernähren konnte ?
Im Westen war geschieden und vlt noch alleinerziehend schlimm – geschiedene Frauen ( mit Kindern schon gleich gar ) wurden zuletzt eingestellt, auf möglichen Unterhalt ( wenn schuldlos geschieden) Familie, Staat oder Freunde angewiesen und gesellschaftlich teils fast schon geächtet.

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

… sie bekamen die Möglichkeit für sich und die Kinder selbst zu sorgen, ein uneheliches Kind zu haben oder geschieden zu sein war kein gesellschaftliches Stigma, höchstens eins, bei sehr konservativen „Alten“. (Bsp. eine meiner Omas: „Stellt euch vor, die ist 17 und kriegt ein Kind.“ – sie vergaß dabei aber, dass sie meinen Vater ebenfalls mit 17 unehelich bekam und erst mit 18 heiratete)

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

In der DDR gabs keine Arbeitslosigkeit. Den Arbeitsplatz konnte man sich i.d.R. (der Qualifikation und dem Bedarf des Betriebs entsprechend ) aussuchen, in bestimmten Berufsgruppen wurden sie nach Bedarf zugeteilt (z.B. Lehrer) und man musste dann ca. fünf Jahre dort arbeiten (analog zu den heutigen Zuschüssen zum Bafög in einzelnen Bundesländern, wenn man sich verpflichtet, in diesen Ländern eine bestimmte Zeit zu arbeiten). Die Gehälter waren an die Lebenskosten angepasst, die Mieten spottbillig (Altbauten auch entsprechend unsaniert). Durch das bedarfsgerechte Angebot an Kindergarten/-Krippenplätzen konnten auch Alleinerziehende Vollzeit arbeiten und so sich und ihre Kinder ernähren.

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich antworte auf demselben Niveau: die Zahlungen aus dem Westen hat der Osten nach der Wende an die Glücksritter aus dem Westen mehr als zurückgezahlt. Ohne die Wende wäre der Westen in eine tiefe marktwirtschaftliche und damit auch politische Krise gerutscht: einfach mal die damaligen Zahlen der bundesdeutschen Wirtschaft und die damalige Politik anschauen. Der Zusammenbruch der DDR war DAS Konjunkturprogramm für die BRD.

Reparationsleistungen hat übrigens allein der Osten leisten müssen. Den Soli nach der Wende haben Ostbürger genauso wie Westbürger gezahlt. Reich am Aufbau Ost sind vor allem westdeutsche Firmen geworden.

Die Staatsverschuldung der Bundesrepublik beträgt aktuell übrigens knapp 2,5 Billionen Euro. Geborgt bei kommenden Generationen, die den Niedergang des öffentlichen Dienstes im Bereich Schule, Kita, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung … gerade miterleben dürfen, weil kein Geld da ist. Die aktuelle Schuldentilgung macht bereits 64% des Bruttoinlandsproduktes aus (Quelle: Bund der Steuerzahler).
Die einen borgen bei anderen Ländern, die anderen bei ihren Kindern.

Ich denke nicht, dass ich hier irgendjemandem „Danke für Deine Gabe“ sagen muss. Die Wende haben wir allein geschafft, ganz ohne Hilfe aus dem Westen. Ich habe zu denen gehört, die durch die Wende die DDR erneuern wollten: solidarisch, sozial, demokratisch. Mit den Menschen für den Menschen. Ging aber nicht, weil die Masse schnell den Wohlstand des Westens haben wollte und der Westen mit Bananen und Trauben zu verlockend war. Vielen aus der Umweltbewegung ging es damals so wie mir – Demokratie kann auch ziemlich bitter sein. Egal, es ist gekommen wie es kam, und im Ergebnis ist es gut so.

Es macht für mich keinen Sinn mehr, mich mit Ihnen zum Thema DDR auseinanderzusetzen. Sie haben Ihr vorgefertigtes Bild und mit diesem marschieren Sie gegen jeden, der auch nur verhalten äußert, dass es Dinge in der DDR gab, die zu übernehmen sich für alle gelohnt hätte. Im Ergebnis verstummen die Menschen, und wenn sie sich nicht gewollt fühlen, sind schnell die zur Stelle, die sie mit offenen Armen empfangen und instrumentalisieren. Sehe ich hier auf dem Land jeden Tag, und werde immer machtloser dagegen. Jetzt kann man sich wieder moralisch erheben nach dem Motto: ‚Wer aus Protest AfD wählt, wählt Faschisten – alles Nazis in den neuen Bundesländern‘, aber das ändert nichts an den geschaffenen Tatsachen.
Sei‘s drum, ich bin raus aus der Diskussion zu diesem Thema mit @redaktion.
Mit freundlichen Grüßen (sogar ernst gemeint)
Mika

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Mika

@Mika
Danke! Ich konnte das leider nicht so gut ausdrücken wie Sie! Ich bin wohl schon zu sehr frustriert!

dickebank
28 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Staatsverschuldung – sie ist eine Folge der Kameralistik. Bei einer Bilanz werden im Regelfall Aktiva und Passiva gegenübergestellt. Bei der Staatsverschuldung hingegen wird lediglich der fehlbetrag aus der GuV-Rechnung ausgewiesen, ohne dass die „Vermögenswerte“ der öffentlichen Haushalte dagegen gestellt werden. Die Höhe der Staatsschulden als absoluter wert ist Blödsinn, wenn er nicht in relation zum BIP gesetzt wird.. In jedem Wirtschaftsunternehmen wird ja auch der Quotient von Fremdkapital zu Eigenkapital ermittelt, um dessen Rentabiltät zu ermitteln.

Und was den Wirtschaftsboom nach dem „Beitritt zum Geltungsbereich des GG“ angeht, der ist Folge der gestiegenen Nachfrage im vereinigten Inlandsmarkts gewesen, wobei die Nachfrage in den FNBL deutlich größer war als in den alten Bundesländern.

Als NRWler weise ich immer gerne dasrauf hin, dass der Bevölkerungsanteil der Länder BB, ST, SN, MV, TH und (Gesamt-)BE an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik genauso hoch ist wie der des Landes NRW. Beide Gruppen stellen etwas mehr als 20% der bundesdeutschen Bevölkerung und haben in etwa die gleichen wirtschaftlichen Probleme, die Folge der notwendigen Umstrukturierungsprozesse sind. Die Ost-West-Problematik wird in den Vordergrund gerückt, um das Nord-Süd-Gefälle bezüglich der Wirtschaftsleistung zu überdecken. Letzteres ändert sich allerdings gerade durch die Energiewende, die im Norden und im Osten zu erheblichen Überschüssen bei der Produktion erneuerbarer Energien geführt hat. Es macht also keinen Sinn, geschlagene Schlachten neu beleben zu wollen. Die Veränderungen im Bereich Automotive werden dem Süden genauso zusetzen und Umstrukturierungsprozesse erforderlich machen, wie sie der Westen (Montanindustrie) und der Osten (anderes Wirtschaftssystem) sowie der Norden (Werften) bereits hinter sich haben bzw. in denen sie sich derzeit noch befinden.

Besseranonym
28 Tage zuvor
Antwortet  Mika

@ Mika
Ich kann es auch immer wieder nicht glauben wie simpel profan die Gründe sind, AfD zu wählen

„Ging aber nicht, weil die Masse schnell den Wohlstand des Westens haben wollte und der Westen mit Bananen und Trauben zu verlockend war. “

Die in den alten Buländern, die mit etwas Geld Bananen und Trauben immer schon haben konnten, nehmen als Grund Staat, zu viel Migranten, fehlende Freieieiheit ( und schließen sich einer Truppe an, die sie marschieren lässt und knutet ); einige viele warten auch nur auf Erlösung – von allem, was ihr ruhiges vom Sozialstaat ermöglichtes Dasein bedroht.
( Die Partei dafür kann heißen wie sie will ).
Danke für Ihren Beitrag, liebe Mika.

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
… und wieder werden die Ossis von Ihnen als Nichtsleister und Versager dargestellt, die nur auf Kosten des Westens gelebt haben! Es ist zwar richtig, was Sie schreiben, aber es geht auch um das wie! Und wie üblich haben Sie dabei den Unterschied in den Reparationszahlungen zwischen DDR und BRD nach dem 2. WK „vergessen“ zu erwähnen.

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Apropos „früher war alles besser“ – stimmt, es war nicht alles besser, manches aber schon und wenn ich die ersten Kommentare und die Zustimmungswerte dazu hier in diesem Thread richtig verstehe, sollte man manche neuen pädagogischen Konzepte doch mal überdenken. Und das hat mMn. nicht unbedingt was mit der Ost-West-Problematik zu tun. „DieKindheit heute Ist eine völlig andere. Die Schulen stehen vor völlig anderen Herausforderungen. “ Es wäre an der Zeit, die Ursachen dafür mal wirklich ideologie-frei zu erforschen. Was läuft wie und warum schief in den letzten Jahrzehnten? Ideen findet man, wenn man will, hier bei n4t in den Praxisberichten der Lehrer und Erzieher und auch Eltern genügend.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Ursachen kennen wir eigentlich schon. Da sie gesellschaftlicher Natur sind, kann Schule unter den gegebenen Umständen nur darauf reagieren. Sie kann nicht wirklich etwas an den Entwicklungen ändern.
Im Wesentlichen geht Einflussnahme in diesem Bereich nur durch Beziehungsarbeit, die aber sehr personal- und dadurch natürlich sehr kostenintensiv ist.
Und da gerade gespart werden muss, wird es erst einmal noch schlimmer werden. Wenn Schulen nämlich den Personalmangel, der durch die Sparmaßnahmen noch größer werden wird*, durch mehr eigenständiges Arbeiten aufzufangen versuchen, kann für Kinder, die eigentlich viel mehr an die Hand genommen werden müssten, nichts herauskommen.
Ich halte die derzeitige Politik (Finanz- und Bildungspolitik) für absolut verantwortungslos und mache mir sehr große Sorgen, weil einerseits die gesellschaftliche Spaltung vorangetrieben wird und andererseits der Wohlstand großer Teile der Gesellschaft in Gefahr ist.

*Die Ministerien haben die Angewohnheit, unbesetzbare Stellen irgendwann ganz zu streichen, um zu sparen. Das hat zur Folge, dass, falls es doch wieder mehr Personal geben sollte, offiziell gar keines gebraucht wird und niemand eingestellt wird.

potschemutschka
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

@DerechteNorden
Volle Zustimmung! Sehen Sie irgendein kleines Lichtlein am Horizont? Ich leider nicht!

Besseranonym
29 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Vielen Dank, also ganz anders als bei uns 😉 in den alten Bundesländern.
Wenn wir nun anfangen, klären zu wollen, welche Pros und Contras jeweils auf ‚ Osten oder Westen ‚ bezogen oder solo Ost oder West zu erkennen sind, dann plaudern wir – in einem Jahr noch.
Warum schaffen wir es eigentlich nicht, uns die Positiva zu Nutze zu machen, egal ob ostisch oder westisch…..

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

Mein Reden….

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

@Besseranonym
Volle Zustimmung zu Ihrem letzten Satz – genau das frage ich mich ständig!

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

? Weil nicht klar ist, wer eigentlich wertneutral bestimmen kann, was genau positiv und was negativ zu betrachten ist.
Schauen Sie sich doch das Forum an, wenn es zum Beispiel um längeres gemeinsames Lernen geht. Das gab es ja in der DDR und einige hier finden das Prinzip super. Andere wiederum denken, dass vier Jahre gemeinsame Grundschulzeit schon fast zu viel sind.

Was ein großes Problem darstellt, ist nun einmal die Verklärung der DDR. Leider wird dieses Problem gerade nicht kleiner. Überall kommen Leute hervor, die die Vorteile der DDR preisen. In 20 Jahren war dann für die meisten Deutschen die DDR vielleicht gar keine Diktatur mehr, weil sie nur noch die vermeintlichen „Positiva“ (verklärt wiederholt) kennen.

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ja, ja. Und im Westen gab’s nur Arbeitslosigkeit und Drogen im Erdbebengebiet Hannover.
Nach Olliver Kalkhoffe

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Na wenn Sie das sagen, wird’s wohl so sein. Ich hab das jedenfalls nie behauptet. Und wenn Sie schon den großartigen Sprachspieler Kalkofe ins Spiel bringen, nehmen Sie sich doch wenigstens die Zeit, die korrekte Schreibweise seines Namens zu googeln. Das hat er nämlich echt verdient.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Übrigens, in dem Artikel der „Berliner Zeitung“ geht es um den Demokratischen Frauenbund Deutschlands, gegründet 1947 in Ost-Berlin, eine überparteiliche Organisation. Der DFD wurde 1957 in der BRD verboten, während er in der DDR bis zur Wende eine Massenorganisation war. Wenn man den von mir verlinkten Artikel aufmerksam liest, kann man sich vielleicht denken, warum diese Organisation in der BRD verboten wurde.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja das mit der „Versenkung“ ist ein Wunschtraum, den nicht nur Sie haben und das mit dem „Freund-Feind-Schema“ gebe ich gerne an Sie zurück.
Haben Sie den Artikel wirklich vollständig gelesen? Ich glaube nicht, wenn ich Ihre Kommentare dazu lese. Oder liegt es daran, dass im Osten, nach Ihrer Vorstellung, alles, aber auch wirklich alles, schlechter gewesen sein muss als im Westen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Es war also nicht in Ordnung, weil Diktatur, dass der DFD für die Gleichstellung und Mitbestimmung der Frauen, für die Sicherung des Friedens, für den Kampf gegen Faschismus und Militarismus, gegen atomares Wettrüsten, … eintrat? Ach so! Deshalb wurde er auch in der BRD 1957 verboten!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„Alibi-Veranstaltung“ – richtig. Genau so habe ich es erlebt. Es war eine Nische für viele Frauen, in der sie ihre Fragen und Probleme, ohne „Männer“ und ohne Parteibuch besprechen konnten und sich gegenseitig halfen.
Und Ihr Beispiel mit der Mafia – würden Sie die Kinder lieber verhungern lassen, als das Geld der Mafia zu nutzen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Okay, dann wäre nach Ihren Kommentaren, das ganze Waisenhaus schlecht, sowie alle Menschen, die sich um die Kinder kümmern und aus den Waisenkindern kann nichts ordentliches werden! Verstehe! Dann wäre es aber besser, die Kinder gleich verhungern zu lassen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

… und hätten die Deutschen nicht zwei Weltkriege geführt, wäre DE nicht geteilt worden!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

… und hätten Ihre Eltern und Großeltern das Pech gehabt nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone zu leben, dann hätten diese ganz sicher durch „mutiges Falschparken“ die Diktatur und den Bau der Mauer verhindert!
Ach nee, Mangelwirtschaft, Autos hatte nicht jeder, da hätte man Fahrräder nehmen müssen 🙂

Besseranonym
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Jetzt ärgern Sie mich. Während unserer gesamten Studienzeit, oft auch im Referendariat hatten wir alle Gefährte, für die teils die Bezeichnung Fahrrad übertrieben war.
Was soll das? Nicht jeder hatte ein Auto, ein Pferd, ein Model zur Frau, die Villa und die Weltreise.
Sagen Sie sich immer noch: Im Westen auf blühenden Wiesen weidets sich besser?
Unsere Nachbarn verließen Thüringen, weil sie dieses ewige Nachgepokere satt hatten und weil sie ihre Kids von der JA/AfD fernhalten wollen.

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

Das mit dem „mutigen Falschparken“ ist ein Insider-running-Gag zwischen der Redaktion und mir, deshalb nicht für alle hier verständlich. Sorry, was Sie schreiben , ist natürlich richtig!

RainerZufall
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wo ist Papo, wenn man ihn braucht? XD

Besseranonym
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nicht so ganz, so himmelhoch jauchzend positiv, wie er verkauft wurde, war der DFD auch nicht.

“ Hintergründig zieht jedoch die SED die Fäden. Forderungen nach Gleichberechtigung und Frieden werden vorangestellt, um das eigentliche Ziel, der Mangelwirtschaft in der DDR entgegenzuwirken und die Produktion der Betriebe zu steigern, zu erreichen. Dazu ist die Arbeitskraft der Frauen nötig. “ aus

https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/geschichte-demokratischer-frauenbund-deutschland-100.html

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Besseranonym

Ja! Aber haben Sie den, von Ihnen verlinkten, Artikel richtig gelesen? Es gab verschiedene Ebenen – lokal, Kreisebene und staatlich. Wie sah die Gleichberechtigung der Frauen in der BRD in dieser Zeit (bis in die 70er Jahre) aus?:

  • Scheidungsrecht
  • Abtreibungsrecht
  • uneheliche Kinder
  • Arbeitserlaubnis vom Ehemann
  • eigenes Konto
  • „Haushaltstag“
  • Kindergartenplätze (frühkindliche Bildung) plus Personalschlüssel

Und die Arbeitskraft der Frauen ist auch heute nötig.

Besseranonym
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sicher, doch: es ist einfach unnötig, dass Sie DDR- Institutionen andauernd überhöhen; auch in der BRD gab es Ähnliches: Frauenbund, Theatergruppen, Sport- Koch Nährunden…. Frau wusste sich zu helfen – wie eben auch im Osten, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.
Ich verstehe nun nicht, dass Sie es so toll finden, dass die Stasi auch das überwachte. Im Westen versuchten evtl. die Kirchen noch sehr lange, das Frauen- und Familienbild zu prägen.
Auch hier war, mit anderen Problematiken als im Osten, nicht alles gut – ich würde es aber nie verschweigen, es könnte zur Nachglorifizierung kommen.

DerechteNorden
30 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

Auch hier war, mit anderen Problematiken als im Osten, nicht alles gut – ich würde es aber nie verschweigen, es könnte zur Nachglorifizierung kommen.“
Danke, denn genau das ist der Punkt!
Der Foristin scheint entgangen zu sein, dass diese „Nachglorifizierung“ gerade ein wachsendes Problem darstellt, denn sehr viele AfD-Wähler*innen im Osten unseres Landes wollen genau diese Dinge hören. Damit werden aber demokratische Traditionen ausgehöhlt. Wenn die DDR eigentlich gar nicht schlecht war, weil es dort ja so viele Dinge gab, die besser als in der alten und neuen Bundesrepublik waren, dann könnten schlichte Gemüter sich eine neue Diktatur wünschen. Nach der Prämisse: „Hat ja eigentlich besser geklappt.“

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Besseranonym

@Besseranonym@Redaktion
Stichwort „Mangelwirtschaft“ – Wenn Sie einen Korb Äpfel geschenkt bekommen und da sind ein paar Äpfel madig, schmeißen Sie dann den ganzen Korb weg?
Wir haben noch gelernt, aus den madigen kann man noch prima Apfelmus kochen und die anderen ergeben leckeren Kuchen!

Besseranonym
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Hätten Sie meine Großmutter gehabt, wüssten Sie, dass Ähnliches im Westen möglich war. Kennen Sie Brennesselspinat, Hollerkücherl, Salat mit Giersch, Brotsuppe…. ? und Äpfel ausschneiden, Kartoffeln kontrollieren, Getreide durchsieben, war der Job von uns Kindern. – Und ich bin noch nicht uralt.

Da ich thüringennnah wohne, frage ich mich oft, woher die armen Menschen das Geld nahmen, ihre Anwesen supertoll herzurichten? – Würde mich wirklich interessieren 😉

DerechteNorden
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Mangelwirtschaft gab es aber auch im Westen, die Jahre bis zum sog. Wirtschaftswunder waren nämlich nicht ohne. Meine Eltern haben uns Kinder auch so erzogen, dass wir nie damit rechneten, dass es alles, was gern gehabt hätten, gab.
Sie beschreiben andauernd Dinge, die damals (also vor inzwischen über 34 Jahren!) so gut waren und vergessen dabei, dass viele dieser Dinge in der alten Bundesrepublik sehr ähnlich waren.
Als ältere Wessi frage ich mich immer, warum Sie meinen, bestimmte Dinge hätte es im Westen nie gegeben?

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

@Besseranonym@DerechteNorden
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass die meisten hier das Stilmittel der Metapher (er)kennen. Schade, habe mich getäuscht. Aber jetzt verstehe ich manche Kommentare hier besser. Ich hatte wohl zu viel vorausgesetzt.

Besseranonym
29 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

🙂 Sie hatten schon bessere Ideen.

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Offensichtlich wissen Sie nicht, was eine Metapher ist, wenn Sie meinen Ihre Ausführungen wären welche..

Besseranonym
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

🙂 s. mein post…..
– wie im richtigen Leben ( Dunning-Kruger etc. )

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

„Partie“ soll natürlich „Party“ heißen. Sind wohl noch die Nachwirkungen 🙂

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

@Besseranonym
Interessant dazu der letzte Absatz vom Kommentar @Marion zu dem Artikel zum Dunning-Kruger-Effekt hier bei n4t 🙂

Besseranonym
29 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sagen Sie mal, wohnen Sie eigentlich in der Redaktion oder haben Sie den heißen Draht ? 😉

Ich komme ja überhaupt nicht mehr nach, obwohl ich Ferien habe.
Beste Grüße, – macht trotz mancher Uneinigkeit irgendwie Spaß – der Disput ( und bringt mir auch neue facts, s. auch @ Mika: Scheidungsthema)

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Besseranonym

Der Vorteil, wenn man im wohlverdienten Ruhestand ist (nach 40 Dienstjahren in Vollzeit) 🙂

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Metapher/Allegorie – Sie haben natürlich recht. Ich sollte mehr darauf achten, nichts nach einer weinseligen Partie zu posten. Ich gelobe Besserung! Es ändert aber nichts am Inhalt meiner „Bilder“, mit denen nicht ich begonnen habe, sondern die Redaktion von n4t. Ich habe dieses „Spiel“ nur mitgespielt und weitergesponnen:

  • DFD => Redaktion: Mafia- Waisenhaus => ich: Korb mit Äpfeln
  • Redaktion: SED-Diktatur = Wald und Bäume => ich: Monokultur mit 17 Millionen Bäumen = DDR-Bürgern

Aber ist auch egal! Die Meinungen über den Osten und die Ossis stehen eben fest! „Man“ kennt sich aus, es gibt ja genügend Berichte darüber, die hat „man“ ja gelesen und gehört.

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

@Besseranonym@DerechteNorden
Vielleicht sollten Sie den Disput zwischen @Redaktion und mir, beginnend mit meinem link zum Artikel der „Berliner Zeitung“, noch einmal lesen, um zu verstehen, welcher Kommentar von mir sich auf welchen Kommentar der Redaktion bezieht. Vielleicht werden dann die Metaphern verständlicher.

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Wann und wo habe ich die SED-Diktatur verniedlicht und die Opferpespektive ignoriert? – bitte belegen Sie diese Behauptung!

Mein persönlicher Eindruck bei verschiedensten „Diskussionen“ heutzutage: Für die Darstellung der Gegenwart und der persönlichen Befindlichkeiten sind für viele Menschen die Farben des Regenbogens nicht bunt genug. Geht es aber um die Vergangenheit (Geschichte) oder Politik, dann gibt es für viele nur noch schwarz und weiß!

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe nicht Geschichte unterrichtet, sondern Geschichtsunterricht in der DDR als Schüler erlebt! da haben sie wohl etwas falsch verstanden oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt!

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist okay, kann passieren!

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Übrigens wurden (zumindest hier in Berlin) nach der Wende alle Lehrer auf Kontakte zur Stasi usw. überprüft. Viele Staatsbürgerkunde- und Geschichtslehrer sowie Schulleitungen kamen dem durcheigene Kündigung zuvor. Einige (habe ich an meiner Schule selbst erlebt bzw. von anderen Schulen gehört) wurden „gegauckt“, wie es damals so schön auf neu-ostdeutsch hieß. Oft hatte es ein großes Aufatmen im Kollegium zur Folge.
So lief es auch in vielen Behörden, Unis und anderen Arbeitsstellen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun, Gesetze des NS-Staates sollten heute auch nicht mehr legitimiert sein, trotzdem gibt es einige davon weiterhin in der Bundesrepublik: das Ehegattensplitting geht auf die Gesetzgebung dieser Zeit zurück, oder der Mordparagraph.
Ich wünsche mir nicht die DDR zurück. Ich sehe jedoch, dass Ihre Argumentationslinie „selbst wenn es etwas gäbe, was in der DDR fortschrittlicher geregelt gewesen wäre als in der BRD (z.B. die Abtreibungsregelung), wäre das schlecht, weil in einer Diktatur entstanden“ inkonsistent in Bezug auf die Bundesrepublik ist. Warum nicht den Fortschritt aus der DDR ideologiebereinigt übernehmen? Ich verstehe Ihre Vehemenz nicht.
Aber das ist ein anderes Thema.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„Weil Sie den prinzipiellen Unterschied offenbar nicht verstehen“… stimmt, ich verstehe nicht, warum es gut ist, Gesetze aus der Nazi-Zeit zu übernehmen, zumal diese nach dem Prinzip „wir übernehmen alles und streichen, was uns nicht gefällt“ übernommen wurden (es wurde also nicht demokratisch darüber abgestimmt, ob diese Gesetze nach 45 weiter gelten sollten). Aber wenn man dieses Prinzip anwendet, hätte man es genauso mit den Gesetzen der DDR machen können. Da allerdings wurde alles gestrichen und hart verhandelt – mit deutlichen Nachteilen, was z.B. die Selbstbestimmung der Frau betrifft. Gleiche Situation, unterschiedliches Handeln, unterschiedliche Bewertung.
Ist das jetzt übrigens eine Anerkennung Ihrerseits gewesen, dass das DDR – Recht in Bezug auf die Selbstbestimmung der Frau fortschrittlicher als das zeitgleich geltende Recht der Bundesrepublik war?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„In der Diktatur ist angeblich immer alles toll“
Hat wer gesagt? Ich nicht, potschemutschka nicht, und ich kenne auch (außer AfDlern) niemanden, der Diktatur toll findet und die DDR uneingeschränkt toll fand. Es gibt Elemente meines Lebens in der DDR, die ich vermisse, und es gibt Elemente, die ich nie wieder haben will und gegen deren Glorifizierung ich eintrete.

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
… und aus Ihren Kommentaren spricht mangelnde (Lebens-)Erfahrung!

RainerZufall
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Benötigt es zwingend Lebenserfahrung, Diktaturen abzulehnen?
Die DDR hat starke Verstrickungen in die Gesellschaft hinein, wie auch die Altnazis – und ich weiß, wer mir da lieber ist.

Aber wir haben doch deutlich dekokratischere und freiere Alternativen. Wer seinerzeit nicht benachteiligt, unterdrückt oder verfolgt wurde: congrats!
Aber ÜBERALL ist noch viel Luft nach oben, ohne das Bisherige sofort mit den Nazis gleichzusetzen -___-

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

… aber dann setzt man es eben mit der Mafia gleich?

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

@Rainer Zufall
Wer ist Ihnen und warum lieber? Das interessiert mich jetzt wirklich, v. a. das WARUM.

Besseranonym
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Oh, das Totschlagargument für alle Lebenslagen: Wenn ihr erst mal das erlebt habt, was ich erlebt habe !…
auch von eigentlich pädagogisch/ psychologisch Geschulten unterrichtswirksam, Schüler* innen brüskierend, benutzt.

Sorry
Brauchts das ? Verbessert das Ihr Wohlbefinden ?

Mika
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich schrieb: „Es gibt Elemente meines Lebens in der DDR, die ich vermisse“. Ich schrieb nicht: „Es gibt Elemente der Diktatur des Proletariats, die ich vermisse“.
Mein Leben dort ist Teil meiner Biographie, und wie in jeder Biographie gibt es schöne und schlechte Erinnerungen. Die erste Liebe ist Teil meines Lebens in der DDR gewesen: eine schöne Erinnerung. Aber ich habe keine Hoffnung, dass Sie das nachvollziehen können. Sie bestätigen aus meiner Sicht die Aussage: Geschichtschreibung ist die Darstellung der Sieger. Diejenigen, die (in meinem Fall ohne Schuld, weil hineingeboren und kein Täter) in diesem System gelebt haben, werden von Personen wie Ihnen belehrt, wie das Leben in der DDR war und wie ich meine Erinnerungen daran zu werten habe. Ich finde das anmaßend.

Stromdoktor
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Passt aber nicht unbedingt zur Idee der Gründungsväter, das GG als „Verfassung auf Zeit“ bis zu einer potentiellen Wiedervereinigung zu sehen.

Eigentlich war nicht der „Anschluss“ der DDR an die BRD gedacht, sondern eine gemeinsame neue Verfassung im Falle einer Wiedervereinigung.

Aus „Zeit- und Akzeptanzgründen“ haben beide Seiten gerne darauf verzichtet und den Beitritt der DDR zum GG beschlossen.

Grundsätzlich ist es immer noch möglich, der heutigen BRD eine Verfassung zu geben.

So habe ich es verstanden…

Besseranonym
30 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Eigentlich sogar Immer noch mit Zustimmung der Alliierten; kann das sein?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
„Es spielt schlicht keine Rolle mehr.“ = Interessiert uns nicht? Wir wissen, was wir wissen (wollen) und das auf jeden Fall besser, als die, die dabei waren?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

So ist das seit Jahrhunderten mit der/den Geschichte(n).

RainerZufall
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

„Schätzungsweise rund 200.000 Menschen waren zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen inhaftiert. Sie leiden bis heute an den Folgen dieses Unrechts: seelisch und körperlich.“

Beziehen Sie sich darauf oder dass Sie dies eben nicht wissen (wollen)?
Wie viele Menschen heute wohl aus politischen Gründen inhaftiert sind (nicht aufgrund von Gesinnung, sondern Straftaten) und wie viele derzeit in den Medien weinen, nichts mehr sagen zu dürfen und verfolgt zu werden…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
In Ihrem link steht auch etwas zu „Projektarbeit auf lokaler Ebene“ – und genau das war es, was zur Emanzipation der Frauen im Osten beigetragen hat und die Organisation zu einer Massenorganisation gemacht hat. Es gab viele kulturelle Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, Info-Veranstaltungen zu Kindererziehung, Gesundheit u. a. (die wenigen SED-Themen wurden, zumindest in meinem Wohnort kaum besucht – es war ja alles freiwillig), Unterstützung und Hilfe für Frauen, auch nicht berufstätige. Ich bin, wenn ich mich recht erinnere mit 14 beigetreten und meine Mutter war da schon lange Mitglied. Weder ich noch meine Mutter waren jemals Mitglied der SED.
Wäre so ein Verein nicht auch etwas, um Frauen und Mütter heute zu unterstützen? Das wäre vielleicht wirkungsvoller als Gendern mit den ganzen Sonderzeichen 🙂

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Ich habe wieder eine Frage: Inwiefern war der DFD-West an die Direktiven der SED gebunden?

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Wichtiger wäre die Frage: Wieviele verschiedene Pflanzen und Tiere machen einen Wald aus? Der Wald den Sie, liebe Redaktion, vor Augen haben scheint eine „Monokultur“ aus 17 Millionen Bäumen zu sein, solche Wälder gibt es nirgendwo auf der Welt (Biologie- Unterricht auffrischen!)

RainerZufall
30 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Jetzt mal im Ernst: Papo und ich werden angegangen, Schwachsinn zu produzieren?
Was hat das jetzt noch mit PISA zu tun? 😀

potschemutschka
30 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Es war eine Antwort auf @Redaktion, der „Wald und die Bäume“ kamen von dort. Aber, wie ich leider schon weiter oben feststellen musste, haben einige hier beim Thema Metaphern und deren Verständnis wohl gerade in der Schule gefehlt. 🙂

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die meisten Männer „müssen“ auch arbeiten. Ich hörte sogar schon die Neiddebatte ‚ Ihr Frauen habt es gut, ihr habt die Wahl „

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Der Kuchen und die Rosinen …

Besseranonym
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Klar, als Alleinerziehende mit Kind/ern ( von denen es zunehmend mehr gibt, übrigens umgekehrt auch unpassende Aussage bei alleinerziehenden Vätern ) besonders gut. ):
In deren Kuchen sind häufig nicht viel Rosinen.

Stromdoktor
28 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe Ihnen ja schon in früheren Beiträgen recht gegeben und möchte das auch an dieser Stelle tun.

Die Bildungshistorie vieler westdeutschen Frauen ist oft recht ähnlich. Besser in der Schule, in der Ausbildung und im Studiem als ihre männlichen Mitstreiter. Selbstbewusst, gleichberechtigt und frei in den eigenen Entscheidungen

Mit dem Partner bzw. dem ersten Kind gibt es den Knick. Unzulängliche Betreuungsmöglichkeiten UND das eigene Bedürfnis nach einer längeren Auszeit – z.T. mehrere Jahre.

In der Zwischenzeit machen die Männer „Karriere“ und die Frauen sich finanziell von Ihrem Partner abhängig. Viele Männer finden das auch ganz toll.

Das ganze Wohngebiet ist voll von solchen Beispielen und wir fahren hier in der niedersächsischen Provinz das ostdeutsche Modell.

Sind jetzt seit Jahren über den Berg, was das Thema Betreuung etc. angeht…war aber nicht immer einfach und hat eine Menge Geld gekostet.

Im Ergebnis verdienen wir beide gleich viel und wir haben beide unsere Aufgaben.

Ganz nebenbei hat man als Vater dann auch ein ganz anderes Verhältnis zu seinen Töchtern / Kindern und ist nicht nur der Versorger.

Da ich in einer Firma arbeite, wo viele Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen-Anhalt kommen, kann ich Ihre Schilderungen bestätigen. Gilt auch noch heute so. Das Selbstverständnis zur eigenen Berufstätigkeit und Rolle ist ein anderes und kommt mir entgegen.

Warum ist das bei uns so gelaufen?

Bin mit meiner Frau gemeinsam erwachsen geworden und habe meine Schwiegermutter ernst genommen ;-). Die hat immer gesagt, dass meine Frau bloß nicht abhängig von einem Mann werden soll. Fand ich total albern, ist aber vielen anderen so ergangen.

Ändern können das nur die Mütter in der Erziehung der Kinder und insbesondere der Söhne. Idealerweise ohne religiösen / konservativen Einfluss. Hier sehe ich eine weitere Ursache.

potschemutschka
28 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

@Stromdoktor
Danke! Und besonders Ihren letzten Abschnitt finde ich wichtig.

Besseranonym
28 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Zu Ihrem letzten Absatz:
Ja, eigentlich richtig/ zutreffend auf viele.
Und jetzt wirds schwierig:
Bis heute noch ? Seit wann ? Warum? Bei welchen Kids ? nicht mehr ?

> Gesellschaft machts möglich oder auch eben nicht mehr
> Schule soll ausgleichen, reparieren, den Schalter umlegen > irgendwie ein bisschen Ersatz für Mama und ( bitte nicht vergessen, weil sehr wichtig ) Papa sein
Wenn zu viel Problematiken >Immer mehr
> Abwendung von traditionellen Stützen/ Hilfen/ Wegweisenden Leitbildern – dafür Hinwendung/ Interesse an Radikalisierung, Gruppierungen wie der AfD.

?

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Betreuung braucht man in der Grundschule und ggf. noch in Jahrgang 5/6. Und warum diese Aufgabe zugunsten der Wirtschaft an die Schulen delegiert werden muss, ist mir jetzt auch nicht unbedingt einsichtig.

OMG
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

…aber keine Tiefe, keine musischen Angebote, sondern i.d.R. nur Aufpasszeiten druch nicht qualifiziertes Personal (was nicht ehrenrührig gemeint ist).
Es wird eine Ganztags-Sparwochen_Nummer gefahren. Wissentlich und vorsätzlich. Dann kann ich den ganztag auch gleich Betreuung nennen.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Dass der Ganztag nichts gebracht habe, steht in der Studie ja nicht.

Lediglich für die kognitive Entwicklung hat er nichts gebracht.

Wie auch, wenn er in der Regel lediglich ein Betreuungs- und kein Förderangebot ist?

Aber man hat ja versucht in Pisa besser zu werden, ohne Geld zu investieren. Im Gegenteil, Man hat sogar versucht, die Schulen als Sparschwein der Landeshaushalte zu nutzen. Allein in NRW musste mehrfach wegen unrechtmäßig zu niedriger Lehrerbesoldung vor das Landesverfassungsgericht gezogen werden.

Und auch die Inklusion sollte ohne jeden finanziellen Mehraufwand gleingen. Man hat wahrscheinlich sogar gedacht, man könne durch die Schließung der Förderschulen Geld sparen.

Und man vermutet wahrscheinlich auch richtig, dass der Spargedanke bei der Einführung von G8 auch eine große Rolle gespielt hat.

Wenn die Politk nicht endlich einsieht, dass Deutschland bei Pisa nur so gut abschneiden wird wie andere Länder, wenn man auch pro Schüler ebenso viel Geld investiert, dann geht es noch eine Weile länger den Bach runter.

Und dann wundert man sich noch über den fehlenden Lehrkräftenachwuchs.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Und wer soll dieses „Förderangebot“ machen? Etwa die Lehrkräfte, obwohl es von denen vielerorts nicht einmal genügend für die reguläre Stundentafel gibt?
Da müsste man schon sehr viel Geld in die Hand nehmen, um den Beruf im Verhältnis zu entspannten Bürojobs mit tageweise Homeoffice attraktiver zu machen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

… für die kognitive Entwicklung hat der ganztag nichts gebracht, meine Frage (und vielleicht mal eine seriöse Studie wert), wie wirkt sich der Ganztag auf die psychische Gesundheit der Schüler aus?
Okay, ich ziehe die Frage zurück, das haben Studien ja schon geklärt, die Zunahme von psychischen Problemen bei Schülern liegt ja an Corona und Schulschließungen. 🙂

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

In anderen Ländern wie Frankreich und England gibt es seit jeher Ganztagsunterricht.

Es ist nicht bekannt, dass Franzosen und Engländer deshalb psychisch krank wären.

Diese Argumentation stammt aus der typisch deutschen Verherrlichung der Mutterrolle, deren Schattenseite ja schon immer die Stigmatisierung als „Rabenmutter“ war. Das Konzept gibt es in anderen Sprachen gar nicht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wieder meine Frage: Warum können Schüler jenseits des GS-Alters nicht ohne Erwachsene sein? Da muss keine Mutter oder kein Vater zu Hause bleiben, um die Kinder zu bespaßen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, man könnte Kinder einfach sich selbst überlassen, insbesondere solche, die Eltern haben, die sie von Anfang an nicht dazu erzogen haben, allein sinnvolle Dinge zu tun (dazu zähle ich auch Spielen (also nicht Extremdaddeln)). Die erziehen sich dann endlich selbst irgendwie, so streetwise, Recht der Stärkeren oder so.//
Nichts für ungut, aber es haben sich inzwischen (also seit Ihrer und meiner Kindheit) so viele Dinge geändert, dass ich die Notwendigkeit durchaus gegeben sehe.
An meiner Schule haben wir inzwischen zu viele Kids, denen wir Lehrkräfte uns fast wünschen, dass sie keine Ferien haben, weil das Leben außerhalb der Schule einen so schlechten Einfluss auf sie hat.

Nein, das trifft nicht auf alle zu. Das behaupte ich nicht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

@DerechteNorden
Richtig! Es steht und fällt mit den Eltern! Die Schule allein kann es nicht richten, auch nicht mit Ganztag! Was tun? Ich weiß es auch nicht. Aber diese ganze Entwicklung bei immer mehr Kindern macht mir Angst für die Zukunft.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Dann ist es wohl besser, die Kids sind spätestens ab 13.00 Uhr schön auf sich allein gestellt. Gute Lösung.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Die Realität sieht aber momentan keinen sinnvollen Ganztag vor … Daher müssen wir unterscheiden:
Sinnvolle Ganztagsangebote wie in Land xy. Ja. Warum nicht.
Aufbewahrung und „Zeit totschlagen“ wie oftmals bei „deutschen“ „Ganztagsangeboten“. Nein. Das ist dann nicht sinnvoll und sorgt eher für „Schaden“.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Nun ja, die Argumentation der allermeisten GT-Gegner*innen hier ist aber eher eine grundsätzliche.

Schaden würde ich das nicht nennen, denn viele Kids, die sonst ihren Eltern oder der Straße „ausgeliefert“ wären, sind immerhin beaufsichtig untergebracht.
Ja, das ist richtig übel. Allerdings weniger übel als das andere Szenario.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Mag vielleicht daran liegen, dass ich kein Ganztag-Gegner bin. Ich bin nur ein Gegner des schlecht gemachten Ganztags. Und das haben wir leider momentan weitgehend so.
Ganztag mit viel Zeit für die Kinder und Förderungen, sowie auch kindlichen Freiräumen und Rückzugsorten stehe ich positiv gegenüber. Allerdings … Fehlen diese eben überwiegend.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Natürlich.
Leider ist aber dieser unzureichende GT für recht viele Kids trotzdem die bessere Option.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Auch das ist richtig. Allerdings löst man mit einem schlechten Ganztag auch die anderen Probleme und Ursachen nicht.
Im Prinzip eine schlechte Notfallsmedizin mit Nebenwirkungen … Besser als ohne, trotzdem nicht die beste Wahl.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Werden die größeren Schüler eigentlich auch in den Ferien im Ganztag betreut? Die Frage ist ernstgemeint!

potschemutschka
29 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wie ist das denn nun mit den Ferien im Ganztag? Warum bekomme ich darauf keine Antwort? Stimmt also meine Vemutung, dass größere Schüler in den Ferien und an Den wochenenden und Feiertagen nicht ganztätig schulisch betreut werden? Das würde ja bedeuten, dass sie knapp die Hälfte der Tage im Jahr nicht unter „schulischer Aufsicht“ stehen? – Das geht doch gar nicht! 🙂

Mo3
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Unsere Kinder bräuchten keinen Ganztag und in der Grundschule sehe ich den auch kritisch aus Sicht der Kinder, aber in der weiterführenden Schule können wir dem tatsächlich etwas abgewinnen: In der Schule sind Handys weitgehend verboten und die Kinder sind unter Gleichaltrigen. Zu Hause würden wir ständig diskutieren, dass sie in ihrer freien Zeit nur mit Konsole und Co. rumdaddeln würden. Und ob die „Hausaufgaben“ mit dieser Ablenkung besser laufen würden …? Da geben die Lernzeiten in der Schule etwas mehr Struktur. Jedes Kind ist da aber vielleicht auch anders.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Genau. Das sind springende Punkte nämlich. Und von qualitativ hochwertiger Ganztagsschule brauchen wir flächendeckend nicht zu sprechen.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

„In Zeiten des Lehrkräftemangels müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Schulen so aufstellen und den Unterricht didaktisch so weiterentwickeln, dass wir mit weniger Personal besser arbeiten als bisher“

Das ist ja wohl ein Wunsch aus dem Wolkenkuckucksheim und wird von den Kultusministerien wohl als Aufforderung verstanden, die übrig gebliebenen Lehrkräfte noch mehr auszupressen.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Kampf- oder Fluchtmodus? Die meisten, noch verbliebenen LuL, so schätze ich, wählen DANN die Flucht!

RainerZufall
1 Monat zuvor

Mit zu wenig „Anspruch“ nehme ich als Hinweis ernst. Allerdings weiß ich nicht genau, wie ich die betroffenen (und unmotivierten) Kinder ohne häusliche Unterstützung, geschweige mehr Lernzeit mit Lehrkräften besser fördern kann. Setze daher oft auf zielerreichendes Lernen, um die Kinder zumindest halbwegs mitziehen zu können =(

SchadeMarmelade
1 Monat zuvor

Seltsam gehen wir die „Maßnahmen“ mal durch:
1. Ganztagsschule: Kinder bleiben länger in der Schule und sind einer Stresssituation ausgeliefert und erhalten keine oder unqualifizierte Förderung. Das bringt also keinen nennenswerten Erfolg? Schade.

2. Keine Wiederholungen. Geldsparmaßnehme als Förderung verkaufen. Coole Idee, hat nur leider nicht geklappt. Doof… Nun schleppt man pro Klasse mindestens 2 SuS mit die seit der 5. Nichts gelernt haben. Sind sie nett bekommen sie nach 9 einen 4er Abschluss geschenkt und wenn sie nerven wiederholen sie und gehen dann ohne Abschluss an die Berufsschule.

3. Sprachförderung. Misserfolg erkannt. Grund auch. Änderungen? Nein. Die Kosten Geld.

4. 2 Säulenmodell. Ob nun zwei oder drei Säulen spielt keine Rolle. Zwei Säulen ist eher viel schlimmer weil nun noch mehr SuS unter Störern und Verweigerern leiden müssen. Denn natürlich gibt es kein Konzept und kein Geld diese aufzufangen. Also belästigen und behindern sie alle lernwilligen SuS.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  SchadeMarmelade

Zu 3: Kostet nicht nur Geld, ist auch politisch unerwünscht. Letzteres wiegt schwerer als das Geld.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Warum sollte Sprachförderung politisch unerwünscht sein?

Behrang Zeini
1 Monat zuvor

Man sollte eben nicht erfolgreiche Modelle anschauen und nur die Teile kopieren, die nichts kosten. Andere Länder geben bis zu 25% des Haushaltes für Kinder und Schüler aus.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

„Flexible Eingangsstufe in der Grundschule und Aufweichung der Stichtagsregelung: Kinder können vor dem sechsten Geburtstag eingeschult werden, benachteiligte Kinder werden nicht mehr zurückgestellt, sondern erhalten ein Jahr mehr Zeit für die ersten beiden Schuljahre. „Tatsächlich sind dadurch die Zahlen verzögerter Schulkarrieren zurückgegangen“, heißt es im MINT Nachwuchsbarometer.“

Ja, sicher sind die verzögerten Schulkarrieren zurückgegangen. Ich prognostiziere auf 0! Ist ja auch ganz einfach, denn das Schülerdatenverarbeitungsprogramm, woraus sich jährlich die Statstik speist, zählt die E3 er (das sind die Kinder im dritten Schulbesuchsjahr in der flexiblen Eingangstufe) genau einmal. Sobald diese Kinder in das dritte Schuljahr versetzt werden, ist in der Schullaufbahn E3 getilgt und taucht auch nie wieder auf. Hinzu kommen noch alle Kinder, die dem Regelunterricht (also alle neu zugewanderten) nicht folgen können, den Status, dass sie nicht der AOGS unterliegen. Theoretisch kann man das 2 Jahre machen, bevor diese Kinder zwingend dem Regelsystem unterliegen. Auch hier, taucht das in der Schullaufbahn nie wieder auf….
Das Alter der Kinder ist hierbei irrelevant!
Wenn ich so eine Statistik führe, dann muss ich mich über die Zahlen nicht wundern!

Ganz ehrlich? Ich heule gleich!

„Vorschulische Sprachstandsdiagnostik: Einführung von Sprachstandserhebungen ein bis zwei Jahre vor der Einschulung mit Förderangeboten für Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung. Bilanz: „Positive Effekte sind hier ausgeblieben, da die Diagnosen häufig mit zu wenigen oder nicht gezielten Fördermaßnahmen verbunden waren.““

Wir testen uns jedes Jahr zu Tode. Dafür gehen zig Lehrerstunden drauf. Und was folgt? Genau, die Kinder bekommen einen verbindlichen Sprachkurs zugewiesen. Wenn sie da nicht erscheinen, dann ist das ganz bedauerlich, aber es wird nicht ein einziges Mal hinterhergehakt. Bußgelder? Auch nicht….Da wundert es doch niemanden, dass das nix bringt…..

„Vermeidung von Klassenwiederholungen: Leistungsschwache Schülerinnen und Schüler sollten nicht mehr sitzenbleiben, sondern besser gefördert werden, um Verzögerungen in der Schulkarriere zu vermeiden. „Dies hat zu einer Reduktion verzögerter Schulkarrieren geführt“, bilanziert das MINT Nachwuchsbarometer.“
In der flexiblen Eingangsstufe kann man nicht sitzenbleiben, nur verbleiben und das auch nur mit Einverständnis der Eltern. Wie geschrieben, ab Klasse 3 ist E3 getilgt…..
Und ja, wir fördern uns einen Wolf…..aber oft fällt dies nicht auf fruchtbaren Boden, weil die Vorläuferfähigkeiten einfach fehlen….

Jetzt heule ich wirklich…..

„In Zeiten des Lehrkräftemangels müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Schulen so aufstellen und den Unterricht didaktisch so weiterentwickeln, dass wir mit weniger Personal besser arbeiten als bisher – auch durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel. Wir brauchen eine Bildungsagenda 2035.“

Da bin ich sehr gespannt! Aber vielleicht könnte man in der jährlichen Statistik noch ein paar Parameter ändern, so dass es passt (ich weiß, das ist böse), aber aus Scheiße kann man eben kein Gold machen und nur bedingt aus dem Arsch ein Gesicht….

Canishine
1 Monat zuvor

Danke, ich hatte genau bei diesen Punkten auch gestutzt (geweint, gezetert, nach Luft geschnappt, …), da sie mir ebenso folgelogisch erschienen: Wer nicht sitzenbleiben kann, hat halt keine Verzögerung in der Schulkarriere. Manchmal (…) kommt man sich veralbert vor.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Immerhin hat auch die Hattie-Studie gezeigt, dass Sitzenbleiben sich sogar negativ auswirkt. (Es hat eine geringfügig negative Effektstärke.)

Allerdings hätte ich es auch besser gefunden, wenn es für die, die ehemals sitzengeblieben wären, eine zusätzliche Förderung gegeben hätte.

So hat man wieder mal die billigste Lösung gewählt und die Schüer:innen und Lehrkräfte im Stich gelassen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Sie haben schon bemerkt, dass wir hier von Grundschule sprechen. Vielleicht lesen Sie einfach mal meine Replik, denn Ihr Post passt nicht dazu….

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Warum? Canishine spricht davon, dass Kinder nicht mehr sitzenbleiben können. Darauf habe ich Bezug genommen.

Verstehen Sie sich als Gatekeeper? Wenn Sie mit meinem Kommentar nichts anfangen können oder denken, dass er nicht sehr klug ist, dann ignorieren Sie ihn doch einfach.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nein, da in meinem Beitrag speziell von Grundschule die Rede war, wollte ich das auch so verstanden wissen….inwieweit eine Wiederholung der Klasse an weiterführenden Schulen sinnvoll oder nicht sinnvoll ist, war hier nicht Thema….

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Ich habe doch gar nicht auf Sie geantwortet.

Wieso wollen Sie anderen vorschreiben, wie sie zu kommentieren haben?

Noch einmal: Wenn Sie mein Kommentar stört oder Sie ihn dumm finden, dann ignorieren Sie ihn doch einfach.

Es scheint ja nicht so zu sein, dass sie dem Inhalt meines Komentars widersprechen.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich wollte keine Diskussion über das Sitzenbleiben anstoßen, lediglich die einfache Logik des Studienbefunds hervorheben.

Pet
1 Monat zuvor

Genau so sehe ich es auch!

Lisa
1 Monat zuvor

Ich begreife den Hype um die verzögerte Schulkarriere nicht. Ich selbst habe ein Jahr wegen Querversetzung ans Gymnasium verloren. War das tragisch? Nein.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Das ist ansich auch bestimmt kein persönliches Problem, aber offenbar war das die Messlatte der Studie….

AmAnschlag
1 Monat zuvor

Wir züchten seit Jahren Nichtswoller, die dann nichts können. Weil sie sowieso super sind und auch nie irgendwas mussten. Wann sagt endlich mal jemand, dass hinter „mangelndem Leistungswillen“ die Erziehung durch die Eltern steckt? Und hinter „schlechten Chancen für Kinder mit Migrationshintergrund“ auch – durch fehlende Integration der Eltern. Stattdessen liegt es an den Lehrern, die die Kinder von heute „nicht mehr erreichen“, is klar. Vorschlag: Lehrer dürfen wieder was, ohne direkt verklagt zu werden. Dann schnallen es vielleicht auch die Eltern. Vorher müssten es allerdings die Politiker wollen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  AmAnschlag

Und daran scheitert es – ihr letzter Satz.
Das „Bildungs“system ist so wie es ist ***gewollt***.

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Inwiefern ist es eine MAßNAHME FÜR BESSERE SCHÜLERLEISTUNGEN, wenn man ihnen weniger Zeit (Früheinschulung, G8, kein Wiederholen) lässt???????…..

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Interessant ist dabei eher, dass sich die Leistungen trotz weniger Zeit nicht verschlechtert haben.
Wenn man unbedingt das Gymnasium als Schulform für die richtig guten S*S erhalten will, dann doch bitte mit G8. Den Leistungen tut es ja offensichtlich keinen Abbruch laut dieser Studie.

G8 diente nicht der Verbesserung der Leistungen, da haben Sie allerdings recht. Das passt hier also gar nicht wirklich her, sondern ist irgendwie nur Beifang.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dafür haben wir ein Absinken des Niveaus (also ja, die Leistungen haben sich verschlechtert, in Mathe gerade nachgewiesen) und eine Zunahme psychischer Erkrankungen. An meinem Gym hatten wir noch nie so viele psychische Erkrankungen wie jetzt, und bis auf sehr wenige Schüler begründen dies die Betroffenen durch zu hohen Schulstress.

Nick
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Vlt. sind die Betroffenen häufig nicht für ein Gymnasium geeignet gewesen. Der Elternwillen hat da offensichtlich sein Übriges getan.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Nick

Absolut. Danke!

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

? Da die Mathe-Probleme ein ganz generelles Problem zu sein scheinen (Meine Leutchen haben gerade MSA-Mathe geschrieben und sind nun am Zittern, weil sie es so schwer fanden.), belegt das nicht, dass G8 der Knackpunkt war.
Mein faules Patenkind hat G8 übrigens mit einem 1er-Schnitt geschafft.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen G9, aber eben an Gymnasien. Es hat so auch keine Daseinsberechtigung, finde ich. Heutzutage sind dort lauter Kids von Leuten, die meinen, nur Gym brächte Prestige. Wenn die Gym-Quote bei 50% liegt, dann stimmt da doch irgendwie etwas nicht. @Nicks Vermutung wird dadurch sehr wahrscheinlich, oder nicht?

Im Übrigen kenne ich das Phänomen sogar von unserer Schule, weil dort recht viele Kids in die Oberstufe kommen („Danke“, Frau Prien und Vorgänger*innen!), die da nicht hingehören. Und an GemS m. O. gibt es ja nur G9.
Was für mich im Hinblick auf G8 tatsächlich eher auf Überforderung als auf „zu kurz und daher belastend für alle“ hinweist.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Leistungen der SchülerInnen ist im G8 also nicht gesunken? Warum gibt es dann überhaupt diese Diskussion?

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Artikel nicht gelesen?
Es geht in dem Artikel um Verbesserung durch Maßnahmen.
Die Einführung von G8 zielte nie auf die Verbesserung der Schüler*innenleistungen ab. Von daher finde ich die Nennung von G8/G9 in dem Bericht auch deplaziert.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie sagten, dass es den Leistungen keinen Abbruch tut. Darauf habe ich geantwortet. Aber komischerweise werden Deutschlands SchülerInnen bei Pisa immer schlechter. Wie passt das zusammen. Komisch dass dies bei den Studienmachern bzw. -auswertern nicht angekommen ist.

DerechteNorden
30 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

? Aber nicht an Gymnasien.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Habe ich was verpasst oder wann wurde das freiwillige Wiederholen in Fällen, in denen es pädagogisch sinnvoll erscheint, abgeschafft?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Steht so im Artikel

FL62
29 Tage zuvor

Wenn die schulpolitischen Maßnahmen alle gescheitert sind, darf man dann mal fragen, wer diese Maßnahmen evidenzbasiert unterstützt hat?

Arne Babenhauserheide
26 Tage zuvor

> Wir wissen eigentlich, was hilft

Was hilft denn? Wie wurde gezeigt, dass es hilft?

Das wäre die spannendste Information gewesen.

Hier im Artikel finde ich nur SINUS.