17.000 Unterrichtsstunden ausgefallen – Holter setzt auf Quereinsteiger und Schulkooperationen

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ERFURT. Der Lehrermangel plagt auch Thüringens Bildungsminister Helmut Holter. Knapp 12 Prozent des Unterrichts sind Ende November an den Schulen ausgefallen oder wurden fachfremd unterrichtet. Für das kommende Frühjahr kündigte Holter jetzt einen Maßnahmenplan an, um die Lage zu verbessern.

An Thüringer Schulen fällt weiter viel Unterricht aus. Wie aus Zahlen des Bildungsministeriums hervorgeht, sind Ende November an allgemeinbildenden Schulen 5,5 Prozent des Unterrichts – also knapp 17 000 Schulstunden – ausgefallen. Im Herbst 2016 lag die Quote bei 5,0 Prozent. Weitere 6,2 Prozent des Unterrichts (19 000 Stunden) wurden in diesem Jahr fachfremd oder fachgerecht vertreten.

Ob Thüringens Bildungsminister Helmut Holter - im kommenden Jahr auch noch KMK-Vorsitzender - den Lehrermangel in den Griff bekommt, wird die Zukunft zeigen. Sven Teschke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)
Ob Thüringens Bildungsminister Helmut Holter – im kommenden Jahr auch noch KMK-Vorsitzender – den Lehrermangel in den Griff bekommt, wird die Zukunft zeigen. Sven Teschke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)
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Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nennt den Lehrermangel und den damit einhergehenden Ausfall von Unterricht immer wieder das wichtigste Problem seiner Amtszeit. Im ersten Quartal 2018 will er einen Plan mit Maßnahmen dagegen vorlegen. Dabei setzt Holter unter anderem auf Quereinsteiger im Lehrerberuf. Laut Ministeriumssprecher müssten jedoch unter anderem auch Schulgrößen diskutiert werden. Je kleiner eine Schule sei, desto schwieriger lasse sich fachgerechte Vertretung organisieren. Kleine Schulen sollten jedoch nicht schließen, sondern miteinander kooperieren.

Zudem wurde im Bildungsministerium eine Arbeitsgruppe aus Eltern- und Schülervertretung sowie Gewerkschaften gegründet, die die Erhebung des Unterrichtsausfalls überdenkt. Die Kommission diskutiert unter anderem, ob weiterhin Stichproben erhoben werden sollen oder ob es eine Gesamterhebung braucht. (dpa)

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2 KOMMENTARE

  1. War es immer schon ein Problem, an kleinen Schulen Vertretung zu organisieren? Warum konnten sie dann so lange bestehen bleiben?

    Oder gibt es diese Probleme erst heutzutage? Dann wüsste ich auch gerne, warum?

    • Wer polemisiert denn sonst immer gegen “Lernfabriken”?

      GS mit weniger als 2,5 Zügen und Schulen der SekI mit weniger als 4 Zügen haben eben Probleme, da aufgrund der geringen Schülerzahlen eben auch nur wenige Vollzeitstellen zur Verfügung stehen bzw. etatisiert sind.

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