Entschädigung für Opfer der Odenwaldschule: Land springt ein

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WIESBADEN/HEPPENHEIM. Nach dem Aus für die Odenwaldschule wird es für die Stiftung «Brücken bauen» finanziell eng. Die Organisation braucht dringend Geld, um Missbrauchsopfer zu unterstützten. Nun geht das Land Hessen in die Pflicht.

Das Land Hessen stellt Geld für die Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule bereit. Die finanzielle Hilfe sei nötig geworden, da die Stiftung «Brücken bauen» nach der Insolvenz der Odenwaldschule kein Geld mehr vom Schulträger bekommt und ausschließlich auf Spenden angewiesen ist, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden mit. Bislang hatte die Stiftung unter anderem die Therapiekosten von Opfern übernommen.

Nach dem Aus der Odenwaldschule fehlt der Stiftung „Brücken bauen“ das Geld des Schulträgers. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)
Nach dem Aus der Odenwaldschule fehlt der Stiftung „Brücken bauen“ das Geld des Schulträgers. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)
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Zunächst hatte die «Frankfurter Rundschau» (FR) über die finanzielle Hilfe des Landes berichtet. Die Unterstützung Hessens ist freiwillig und nicht auf eine bestimmte Summe begrenzt.

An der Internatsschule in Heppenheim waren Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Eine Untersuchung kam zu dem Schluss, dass es zwischen 1965 und 1998 mindestens 132 Opfer gab. Die Dunkelziffer könnte noch deutlich höher liegen. Die Schule ist inzwischen geschlossen, auf dem Gelände soll ein Wohnpark entstehen.

Seit 2011 unterstützt «Brücken bauen» die Opfer. Die Organisation sitze derzeit auf ungedeckten Kosten, die größtenteils aus 13 Zusagen zur Übernahme von Therapiekosten resultieren, teilte das Ministerium mit. Die Hilfen sollen weiter von der Stiftung organisiert werden. Bisher war noch kein Geld des Landes direkt an die Opfer der Odenwaldschule geflossen.

Bis zum Juni 2016 gingen nach Darstellung der Stiftung 536 000 Euro an die Opfer, wie die FR schreibt. Damit sei etwa 45 Betroffenen direkt geholfen worden. (dpa)

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