Kulturkampf um den “Einheitslehrer”: Braucht das Gymnasium ein besonderes Personal?

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KIEL. Es herrscht Frieden – vordergründig. Über Jahrzehnte tobte in Deutschland ein heftiger Streit zwischen Bürgerlichen und Linken um das Schulsystem. Mittlerweile ist weitgehend Ruhe eingekehrt: CDU und FDP wollen keine Gesamtschulen mehr schließen, SPD und Grüne rütteln nicht länger am Bestand der Gymnasien. In Sachen Lehrerausbildung allerdings brechen in diesen Tagen die alten Konfliktlinien wieder auf. Vom “Einheitslehrer” ist die Rede. Die Folgen sind skurril.

Von wegen Ruhe - in den Schulen ist der Umbau auch im nächsten Schuljahr im vollen Gange. (Foto: US Departement of Education/Flickr CC BY 2.0)
Braucht eine angehende Gymnasiallehrerin mehr Fachwissen als eine Sekundarschullehrerin, die zumindest einen Teil ihrer Schüler auch zum Abitur führen soll? Foto: US Departement of Education/Flickr CC BY 2.0

In Schleswig-Holstein heißt es aktuell: Kommando zurück. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plant, das erst vor drei Jahren unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) eingeführte Lehramt „Sekundarschullehrer“ abzuschaffen  – und wieder zwei getrennte Lehrämter für weiterführende Schulen, nämlich ein reines Lehramt für Gemeinschaftsschulen und eines für Gymnasien einzuführen. Damit ja nichts zusammenfindet, was aus Sicht der Christdemokraten nicht zusammengehört, wird die Ausbildung auch räumlich getrennt: Die angehenden Gesamtschullehrer kommen nach Flensburg, die angehenden Gymnasiallehrer nach Kiel.

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In Hamburg ist der Zug in die entgegengesetzte Richtung unterwegs: Dort soll die Lehrerausbildung für Gymnasien und Stadtteilschulen (wie in Hamburg die Gesamtschulen heißen) vereinheitlicht werden. Aus durchaus nachvollziehbaren Gründen. „Schon jetzt hat sich der Einsatz von Gymnasiallehrern an Stadtteilschulen außerordentlich bewährt”, sagt Bildungssenator Ties Rabe (SPD). Schon jetzt unterrichten etwa gleich viel Gymnasiallehrer (40 Prozent) und sogenannte GHR-Lehrer (42 Prozent) an den Stadtteilschulen. Hätten künftig alle Lehrer an Stadtteilschulen eine Gymnasial-Qualifikation, könnten sie ihre Schüler bis in die Oberstufe und zum Abitur begleiten, meint Rabe. Und bringt auch noch ein höchst pragmatisches Argument: Es gebe außerdem die höchsten Bewerberquoten für das Gymnasiallehramt.

Dass es womöglich organisatorisch nicht immer möglich sein wird, Gymnasiallehrer von Gemeinschaftsschulen fernzuhalten (und umgekehrt), sieht offenbar auch die Christdemokratin Prien so. Sie hält deshalb eine Verbindung offen: Angehende Gemeinschaftsschullehrer sollen sich in Flensburg auch für die Sekundarstufe II qualifizieren können – um dann später gegebenenfalls mal die Schulform wechseln zu können.

“Unzureichende Voraussetzung”

Das bringt den Philologenverband in Rage. „Die Entscheidung von Bildungs- und Wissenschaftsministerin Karin Prien zur künftigen Trennung der Lehrerausbildung für die Sekundarstufe ist grundsätzlich richtig und zu begrüßen“, so meint Landesverbandschef Jens Finger. Aber: Die Möglichkeit zur Sekundarstufe-II-Qualifikation für die Kollegen hält er für „inkonsequent, wenn nicht sogar für falsch“. Der Grund: Das fachwissenschaftliche Studium bestimmter Fächer wie Mathematik in Flensburg sei im Anspruch nicht mit dem in Kiel zu vergleichen. So wechselten erfolglose Studenten nach nicht bestandenen Zwischenklausuren von Kiel nach Flensburg und gelangten dort zum Abschluss. „Für die Schulpraxis an der Oberstufe eines Gymnasiums ist das in vielen Fällen aber eine unzureichende Voraussetzung“, meint Finger.

Schlechte Lehrer für dümmere Schüler? Wäre dies tatsächlich das Kalkül, müsste von einem Skandal gesprochen werden. Durchaus fragwürdig ist auch ein anderes Argument, das Philologenverbands-Chef Finger anführt: „Die Unterschiede in den Bildungsgängen und die gänzlich unterschiedlichen pädagogischen Herausforderungen an beiden Schulformen machen getrennte und spezifische Ausbildungen der jungen Lehrer notwendig.“ Ist das so? Überspitzt gefragt: Sitzen am Gymnasium die wohlerzogenen Begabten, die eher Dozenten als Pädagogen benötigen – während an den übrigen Schulformen vor allem Dompteure gefragt sind, die von ihren Fächern nicht so viel verstehen müssen?

Stand der Forschung

Nach dem Stand der Forschung lautet die Antwort eindeutig: Nein. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung haben im Rahmen der Coactiv-Studie das fachliche Können von Mathematiklehrern getestet und gleichzeitig ihren Unterricht und den Lernfortschritt ihrer Schüler analysiert. Die Ergebnisse zeigen einerseits, dass hervorragende Mathematiker nicht automatisch besseren Unterricht erteilten. „Viel wichtiger war das umfangreiche Wissen darüber, wie man mathematische Inhalte erklärt und welche Aufgaben für welche Situationen am besten geeignet sind“, so berichtet die „Zeit“.

Andererseits mache sich bemerkbar, für welche Schulform die Lehrer ausgebildet worden seien. „Denn obwohl die Fachdidaktik bei angehenden Lehrern für Grund-, Haupt- und Realschulen im Studium eine viel größere Rolle spielt als bei den Gymnasiallehrern, geben sie später den schlechteren Unterricht. Während Gymnasiallehrer im Studium von Fachexperten ausgebildet werden, übernehmen bei den Nichtgymnasiallehrern die Fachdidaktiker auch die fachliche Ausbildung. Bildungswissenschaftler gehen davon aus, dass das Fachwissen jedoch eine wesentliche Bedingung für eine gute Didaktik ist und somit indirekten Einfluss auf die Unterrichtsqualität hat.“ Heißt: Alle Schüler brauchen didaktisch und fachlich gut ausgebildete Lehrer.

Dazu kommt als Konsequenz der auseinanderdriftenden Lehrerausbildung in den Ländern: Für Lehrer wird das Umziehen innerhalb Deutschlands immer schwieriger. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Der einstudierte Praxisschock – so kritikwürdig ist die Lehrerausbildung

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52 KOMMENTARE

  1. Zitat aus dem Artikel:

    “[…] obwohl die Fachdidaktik bei angehenden Lehrern für Grund-, Haupt- und Realschulen im Studium eine viel größere Rolle spielt als bei den Gymnasiallehrern, geben sie später den schlechteren Unterricht.

    Während Gymnasiallehrer im Studium von Fachexperten ausgebildet werden, übernehmen bei den Nichtgymnasiallehrern die Fachdidaktiker auch die fachliche Ausbildung. Bildungswissenschaftler gehen davon aus, dass das Fachwissen jedoch eine wesentliche Bedingung für eine gute Didaktik ist und somit indirekten Einfluss auf die Unterrichtsqualität hat.”

    • “… dass das Fachwissen jedoch eine wesentliche Bedingung für eine gute Didaktik ist …”
      Und genau dieses Fachwissen wird selbstverständlich reduziert, wenn es einen Einheitslehrer gibt. Der ist dann so ein Mittelding zwischen Realschul- und Gymnasiallehrer, soll viel Pädagogik, Didaktik und Inklusionskompetenz mitbekommen und zusätzlich noch “Bildungswissenschaft”, d.h. die Theorie und Praxis von den PISA-ähnlichen Tests. Das hält man für besonders wichtig. Zu vermuten ist, dass das damit zusammenhängt, dass es immer dieselben Test-orientierten “Bildungswissenschaftler” sind, die in den beratenden Kommissionen sitzen. Fachleute aus dem MINT-Bereich werden von solchen Kommissionen weitgehend ferngehalten. Dafür gibt es dort Theologen, Psychologen, Soziologen und Germanisten.
      Kleiner Tipp: Man schaue mal bei der “Europa-Universität Flensburg”, was in den dortigen Studiengängen tatsächlich auf dem Programm steht. Mich hat es nicht beeindruckt.

      • Ich bin Ihrem Tipp gefolgt. Lehramt für Gymnasien scheint es dort nicht zu geben. Der Studienaufbau meiner selbst studierten Fächer (beide MINT, Sek II) lässt mich erschaudern, wobei aber auch zu meiner Studienzeit die fachlichen Anforderungen für die Sek I- und Grundschullehrer sehr überschaubar waren.

        Die Fachleute aus dem MINT-Bereich werden wohl festgehalten, weil die sehr viel mehr wissen, was für ein Studium ihrer Fächer erforderlich ist und wie wenig das mit der Spaßgesellschaft in den neuen Lehrplänen zusammenpasst.

        • “… wird die Ausbildung auch räumlich getrennt: Die angehenden Gesamtschullehrer kommen nach Flensburg, die angehenden Gymnasiallehrer nach Kiel.”
          Das war schon bisher so. In Flensburg (ehem. PH) gibt es nämlich kaum Professuren für Mathematik, Physik, Chemie usw. Nur die rot-grüne Vorgängerregierung wollte partout Flensburg aufwerten und dort den Einheitslehrer ansiedeln mit großen Sprüchen (exzellente Lehrerausbildung, Bachelor in Europa-Wissenschaften). Die ehem. Präsidentin W.Wende von Flensburg war zeitweise Kultusministerin und wollte Flensburg groß ausbauen. Ziemlich gleichzeitig wollte man die Medizin in Lübeck schließen, um Geld zu sparen. Hier steht das gymnasiale Lehramt sogar noch drin, man hat sich der neuen Regierung noch nicht richtig angepasst:
          http://www.uni-flensburg.de/portal-studium-und-lehre/studiengaenge/berufsziel-lehramt/

  2. Die Idee eines Einheitslehrers (für die weiterführenden Schulen) unterstütze ich. Diese Lehrer sind dann an allen Schularten einsetzbar, aber vor allem auch für alle Schularten ausgebildet, denn eingesetzt werden sie eh an allen.

    Hier wird oft gesagt, dass die Ausbildung eh gleich sei und sich kaum unterscheide, auch von daher spricht ja dann eigentlich nichts gegen den Einheitslehrer (für weiterführende Schulen). Praktisch hätten wir ihn dann ja schon.

    • Allerdings meine ich, dass Lehrer für die Abiturstufe (also ab Klasse 11) eine besondere Qualifikation erwerben sollten. Die sollte jedem “Einheitslehrer” freigestellt bleiben, sich dann aber auch im Gehalt niederschlagen.

      Bekanntlich bin ich ja durchaus für eine Differenzierung im Gehalt, je nach Einsatz, Funktion usw.

    • Der Haken bei der Sache könnte sein: Ist der Einheitslehrer erstmal etabliert und hat man einheitliche Lehr- und Bildungspläne für die Sekundarstufe, dann kommt garantiert mit frommem Augenaufschlag die Forderung nach der einheitlichen Schule (“wozu brauchen wir denn noch verschiedene Schulformen, wenn die Lehrer und auch die Lehrpläne überall dieselben sind ??”). Sind Sie auch dafür?

  3. @Cavalieri:

    Den Potentialis brauchen Sie hierfür gar nicht zu bemühen: Selbstredend dient diese Forderung all jenen Bildungsstalinisten als Trojanisches Pferd, die im Gymnasium schon immer ein elitäres Herr-schaftsinstitut gesehen haben, das es endlich in rauchende Trümmer zu verwandeln gelte.
    Das Hindernis besteht für diese Jakobiner nur darin, daß diese Schulform unter der Bevölkerung immer noch einen respektablen Beliebtheitsgrad besitzt (was freilich andererseits auch seine crux darstellt) und es mithin nicht akzeptiert würde, wollte man sie auch nur auf kaltem Wege dem Erdboden gleich machen.

    • ob man das Gymnasium als eigenständige Schulform oder alle anderen Schulformen abschafft, läuft im Endeffekt auf das gleiche hinaus. Mit letzterem sind die Bildungsstalinisten auf einem guten Weg.

      Die Haupt- und Förderschulen sind weitgehend verschwunden oder laufen aus, die Gymnasien werden durch Realschüler so geflutet, dass von einem gymnasialen Niveau kaum noch gesprochen werden kann.

  4. Liebe Redaktion,

    als Schleswig-Holsteiner und Kenner der Bildungslandschaft muss ich ihren Artikel einmal deutlich als schlecht recherchiert kritisieren! Die Ausbildung in Gymnasiallehrer und Gemeinschaftsschullehrer war bis vor 3-4 Jahren getrennt. In Kiel wurden Gymnasiallehrer ausgebildet, in Flensburg die anderen Schularten. Die Albig-Regierung wollte nun in Flensburg die Gymnasialausbildung draufsatteln. Könnte diese ansich dumme Idee (siehe unten) ausschließlich damit zu tun haben, dass Bildungsministerin Wende vorher Präsidentin der Felnsburger Uni war?

    Es geht doch nicht darum, angehende “Gymnasiallehrer von Gemeinschaftsschulen fernzuhalten (und umgekehrt)”, es geht darum, die Lehrer bestmöglich auszubilden.

    Die Idee mit Felnsburg ist deshalb dumm, weil man für die Ausbildung vieler Fächer in Flensburg einfach nicht die Voraussetzung hatte und hat. Besonders die Naturwissenschaften haben einfach nicht genügend Labore (bezieht sich sowohl auf die Zahl als auch auf die Ausstattung). Und das wissenschaftliche Niveau war und ist weiterhin nicht in Ansätzen gleich. Ein Gymnasiallehrer sollte meiner Meinung nach eine klare Vorstellung haben, was es bedeutet, sein Fach an einer Universität zu studieren. Es muss ja kein Vollstudium sein, aber die meiste Zeit gleichbehandelt und gefordert wie “normale” Studenten, dass ist notwendig. Wie soll er sonst seine Abiturienten darauf vorbereiten, wenn er nur ein Studium mit geringsten Anforderungen (wie Mathe in Flensburg) absolviert hat?

    Für alle Mathematiker: Zu meiner Studienzeit wurden auch Realschullehrer und Grund- und Hauptschullehrer in Kiel ausgebildet (in Flensburg ebenfalls) und einer der Mathematikprofessoren aus diesem Bereich ist auf die grandiose Idee gekommen, eine Vorlesung “Graphentheorie” für alle Lehramtsstudenten anzubieten. Ich bin dann mal dahin, der Saal war noch zu und ein Mädel neben mir sagte zur anderen (sinngemäß): “Gut dass es jetzt so eine Vorlesung gibt, ich hab das in der Schule mit den Hoch- und Tiefpunkten nicht so ganz verstanden”. Diese Vorlesung hab ich dann nach einem Tag geschmissen, weil die ausdrücklich gewünschten Zwischenfragen dieses Niveau zum Teil nicht überschritten haben.

    • So wie Sie sehe ich das auch. Aber ganz offensichtlich scheinen sich die Anforderungen bei den Geisteswissenschaften Sek II und Sek I zu sehr zu ähneln, als dass die “Bildungsexperten” in den Gremien die Notwendigkeit einer fachlich weitaus besseren Ausbildung bei Sek II-Lehrern sehen können.

    • In Flensburg hatte man in den letzten Jahren dreieinhalb Professoren für Mathematik und einen Akad. Rat. (“halb” heißt Juniorprofessur). Damit ist eine ernsthafte Mathematikausbildung für Gymnasiallehrer unmöglich. Küstenfuchs hat Recht.
      @ Redaktion
      In dem Artikel klingt so unterschwellig eine gewisse Begeisterung für den Einheitslehrer an. Es wird unterstellt, dass dieser dann praktisch ein Gymnasiallehrer ist, der zusätzlich — wie die spichwörtliche eierlegende Wollmilchsau — auch alles andere kann, auch Inklusion. Dem ist aber nicht so. Der Einheitslehrer wird dort, wo er schon exisiert, im Fach deutlich weniger ausgebildet, allerdings mehr als der bisherige Realschullehrer.
      Im Hinblick auf den Beitrag von Milch der frommen Denkungsart darf ich mal provokativ fragen: Herr Priboschek, sind Sie auch einer von diesen Bildungsstalinisten? Und warum fühlen sich progressive Journalisten verpflichtet, immer “politisch korrekt” ihre Sympathie für Einheitslehrer und -schule zu bekunden? Da denke ich auch an Herrn Chr. Füller, der selbst einem Gymnasium entstammt und dann gelegentlich gegen das Gymnasium mit der Begründung hetzt, es sei die schlechteste Schule:
      http://www.ggg-nrw.de/website/GiN/2009b/2009b-Extra.pdf

      • Cavalieri fragte: “Herr Priboschek, sind Sie auch einer von diesen Bildungsstalinisten? Und warum fühlen sich progressive Journalisten verpflichtet, immer ‘politisch korrekt’ ihre Sympathie für Einheitslehrer und -schule zu bekunden?”

        Ich antworte mit den Worten, mit denen sich Herr Priboschek auf der Homepage seiner “Agentur für Bildungsjournalismus” selbst vorstellt:

        “Andrej Priboschek war bildungspolitischer Redakteur der Rheinischen Post in Düsseldorf, bevor er als Sprecher und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit ins Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen wechselte. Sieben Jahre lang war er dort als Referatsleiter tätig.

        Heute ist der Journalist und Sozialwissenschaftler im Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund angesiedelt, für das er unter anderem die Lehrerzeitschrift ‘forum schule’ produziert – und er leitet die Agentur für Bildungsjournalismus.”
        http://www.agentur-für-bildungsjournalismus.de/#team

  5. @Cavalieri:

    Besten Dank für den Link zu dieser Gesamtschulpropagandapostille, die eine ähnliche Glaubwürdigkeit besitzt wie ein kahlköpfiger Friseur, der die Wirksamkeit eines von ihm erfundenen Haarwuchsmittels
    anpreist. Was Herrn Füller angeht, so ist er in meinen Augen nichts weiter als einer jener Salonmarxi-sten, die eine Bildungskrise nach der anderen herbeischreiben, um sich daran finanziell zu sättigen wie der Geier am Aas.
    Im Übrigen hielte ich es ja für legitim (gleichwohl unfüglich), wenn Herr Priboschek und andere die Werbetrommel für den “Einheitslehrer” oder die Marginalsierung des Gymnasiums generell rührten,
    doch dies kann selbst ich, der einen traditionell eher skeptischen Blick auf die Redaktion hat, diesem Artikel nicht entnehmen, auch wenn seine Überschrift durchaus mit diesem Eindruck zu spielen scheint.

    • “Damit ja nichts zusammenfindet, was aus Sicht der Christdemokraten nicht zusammengehört, wird die Ausbildung auch räumlich getrennt: Die angehenden Gesamtschullehrer kommen nach Flensburg, die angehenden Gymnasiallehrer nach Kiel.”
      Wie klingt denn das? Diese Trennung war Fakt in vielen Jahren (Flensburg war PH und ist es de facto immer noch) und sollte erst nach Wunsch der SPD-Regierung aufgehoben werden. Das wurde aber praktisch nie vollzogen. Man hätte erstmal in Fensburg zahlreiche neue Professoren berufen müssen.
      Und was der SPD-Senator Rabe sagt, wird zitiert, gelobt und nicht hinterfragt, was aber der Philologenverband sagt, gilt immer als falsch und wird jedenfalls als fragwürdig dargestellt. Da scheint System dahinterzustecken. Und gegen die Mathematiker wird mal wieder gestichelt: die sollten bloß nicht fachlich allzu gut zu sein, das sei ja eher schädlich. Das richtige MIttelmaß sei gefragt. Dass ein “Allround-Lehrer” dieselben Probleme mit sich bringt wie die eierlegende Wollmilchsau, wird verschwiegen.

    • Milch der frommen Denkungsart schrieb: “Was Herrn Füller angeht, so ist er in meinen Augen nichts weiter als einer jener Salonmarxi-sten, die eine Bildungskrise nach der anderen herbeischreiben, um sich daran finanziell zu sättigen wie der Geier am Aas.”

      Füller hat soeben einen “Kommentar” zur Klage des Bremer Gymnasiums Horn gegen die eigene Bildungssenatorin verfasst, der in Stil, Form und Inhalt unter aller Kanone ist – und für den er dementsprechende Prügel bezieht – gerade auch von Inklusions-Befürwortern.
      http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/bremen-schulleiterin-klagt-gegen-inklusion-ungesundes-volksempfinden-a-1202590.html

  6. @ Cavalieri,

    ich bin für den Einheitslehrer (an weiterführenden Schule mit evtl. Zusatzqualifikation für die Abiturstufe).

    Ob ich für die Einheitsschule bin, weiß ich momentan nicht. Ich war früher dafür, sehe jetzt aber auch Vorteile, wenn die Schüler “ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend” getrennt werden. Dann aber frühestens wie in Berlin und Brandenburg ab Klasse 7.

    In dieser Frage habe ich noch keine feste Meinung.

    • Ich kenne sowohl gute Gymnasiallehrer, die an einer Schule mit robusterem Klientel kläglich untergehen würden, als auch fitte und erfolgreiche Hauptschullehrer, deren Kenntnisse für eine nützliche Wissensvermittlung im Gymnasium nicht ausreichen würden. Das liegt an der Persönlichkeit, aber auch an der Tiefe, Länge und Komplexität der Ausbildung. Es muss zum Menschen und zur künftigen Schulform passen. Ihre Hoffnung “Diese (Einheits-)Lehrer sind dann an allen Schularten einsetzbar,” ist reine, nicht an der Wirklichkeit reflektierte Theorie – auch wenn es sicher Lehrer gibt, die es können würden.

  7. @sofawolf:

    Ihre Meinung sei Ihnen belassen – ich war und bin immer für offenen Disput -, doch sind es halt oft jene, die bei jeder Gele- genheit stets Vielfalt und Diversität das Wort reden, welche die bildungspolitische Einheitspartei propagieren.

  8. Die Schulleitung argumentiert pädagogisch aufgrund des Bremer Schulgesetzes (erhöhtes Lerntempo), die Behörde zeigt auf, dass sie keine andere Lösung sieht (andere Schulen müssen auch, es gibt zu viele betroffene Schüler und wir dürfen das Gymnasium anweisen). Ich bin wirklich sehr gespannt, ob das “anweisen” stärker wiegt als das “erhöhte Lerntempo”. Bei Anweisung sollte die Schule prüfen, ob die Inklusionsschüler ähnlich behandelt werden dürfen wie zu schwache Regelschüler. Spätestens nach Klasse 6 wäre man die meisten von ihnen dann wieder los. Oder knallhart die wirklich für das Gymnasium nicht geeigneten Inklusionsschüler per Dauervertretung beaufsichtigen, vorausgesetzt das ist irgendwie mit den Erlassen vereinbar. Die Schulleiterin ist eh schon unten durch beim Senat, da wäre das auch egal. Das ist eine größere Katastrophe für die Inklusionsschüler, besonders weil sie selbst unschuldige Opfer eines Ideologiek(r)ampfes sind.

  9. Beim Lesen des Artikels und der Kommentare komme ich nicht umhin den Schreibstil der Redaktion zu beanstanden und die Hoffnung der meisten Kommentatoren zu bewundern.
    Beginnend mit dem zweiten Punkt kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass eine zielführende Diskussion mit der Redaktion nur in kleinen Teilen möglich ist. Ich denke hierbei an meine letzte Wortmeldung, in der ich auf eine sehr einseitige Berichterstattung zu einem aktuellen Fall hinwies. Es ging dabei darum, dass der Autor nur die Darstellung einer der beiden Parteien wiedergab und vertrat und weder Argumente noch Ansichten der anderen Seite auch nur nannte. Mein Hinweis, dass sowas nicht die Anforderungen objektiver Berichterstattung erfüllt, wurde zwar beantwortet. Einleitender Satz war aber: “SIE SPEKULIEREN, WIE LIEFERN FAKTEN …”
    Spätestens da war mir klar, wes Geistes Kind das Gedankengut der Redaktion ist. Natürlich liefert man Fakten vermischt mit Meinungen, aber allein das Auslassen gegenläufiger Ansichten, erfüllt den Anspruch von Propaganda.
    Betrachten Sie dazu auch den Umgang mit den Argumenten des Philologenverbands bezüglich des fachlichen Niveaus. Die Gymnasiasten argumentieren ja nicht sachlich, sondern reden sich “in Rage” mit ihren “fragwürdigen” Argumenten. Man geht nicht wirklich darauf ein, ob es einen fachlichen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Studiengängen gibt. Zwar stellt man am schließlich fest, dass das Fachwissen einen enormen Einfluss auf die spätere Qualität von Unterricht hat, aber das zuvor erhaltene Geschmäckle über die grundlos oder sogar aus Standesdünkel heraus erregten Gymnasiallehrer bleibt. Der Sti(e)l des Whataboutism ist hier klar zu erkennen, da nicht das Argument widerlegt, sondern allgemein über den Sinn von Fachlichkeit lamentiert wird.
    Man mag mich bitte korrigieren oder ergänzen, aber warum springt man in diesem Artikel ständig zwischen Gesamtschule und Gemeinschaftsschule hin und her?
    In NRW ist mein letzter Stand, dass man im Studium entweder das Lehramt für die Klassen 1 bis 10 oder das Lehramt für die Klassen 5 bis 13 studiert. Zu meiner Zeit war dies fachlich und didaktisch natürlich unterschiedlich angelegt. Wer erst ab Klasse 5 unterrichtet, muss in Deutsch nicht die Grundlagen der “Alphabetisierung” beherrschen und, wer nur bis Klasse 10 unterrichtet, musste im Mathestudium fachlich nicht bis zu Topologie und Differentialgleichungen vordringen. Fachlich war es bei Freunden im GHR-Studiengang so, dass sie in Mathe im Hauptstudium das gelernt haben, was ich im Grundstudium lernen musste. Die Studiengänge waren insgesamt trotz einiger Gemeinsamkeiten klar voneinander unterscheidbar.
    Durch politischmoralische Entwicklungen ist dieses GHR-Studium aber ad absurdum geführt worden.
    Wenn Haupt- und Realschulen schließen, bleibt für Absolventen dieses Lehrgangs nur noch die Grundschule oder eine weiterführende Schule bis Klasse 10, also eine Gesamt- bzw. Gemeinschaftsschule oder ein Gymnasium. Wohin gehen denn die Lehrkräfte der ehemaligen Haupt- und Realschulen? Drägen sie eher in die Grundschule, was gut wäre, oder drängen sie an die weiterführenden Schulen?
    Im Endeffekt ist der einzig verbleibenden Unterschied im Studium doch nur noch der, ob man von 1 bis 10 oder von 5 bis 13 unterrichten darf. Wenn man jetzt aber feststellt, dass eine “Qualifikation” ausreicht, um das Abitur zu erteilen, dann haben wir faktisch den Einheitslehrer. Zugespitzt wären dann Gymnasial- und Gesamtschullehrer Lehrkräfte zweiter Klasse, weil sie ja nicht in der Grundschule unterrichten dürften – auch wenn man das momentan durch Abordnungen macht.
    Der Weg zur Einheitsschule ist damit ein Schritt näher.
    Unter dem Deckmantel von Inklusion, Integration und Differentiation werden doch keine Untersuchungen, Studien oder objektive Diskussionen betrachtet. Jedes Kind mit Behinderung darf sich seine Schule aussuchen, dann sollte das jedes Kind ohne Behinderung auch schaffen. Jedes Kind, das das Abitur nicht schafft, wurde nicht ausreichend individuell gefördert. Solche Scheinargumente, denen man nicht widersprechen darf, weil man dann ja böse ist, dominieren die Debatten.
    Ich gebe hier einmal gerne das Beispiel von Gymnasien in Duisburg:
    Die Stadtverwaltung hat im Sinne der Integration von Einwanderungskindern unabhängig vom Wissensstand alle Kinder nur nach Alter sortiert und an die Schulen verteilt. Das lief nicht so gut, also hat man gesagt, dass die jüngeren Kinder an Gemeinschaftsschulen gehen sollen und die älteren Kinder an die Gymnasien. Wir haben jetzt also eine Klasse mit Kindern, denen die deutsche Sprache näher gebracht werden muss, wobei die Spannweite der 14-16jährigen von komplett unbeschult bis zu einem für deutsche Kinder altersgerechten Kompetenzniveau reicht. Ziel ist entweder die Integration in Regelklassen oder das Erreichen des Hauptschulabschlusses nach zwei Jahren Unterricht. Lustig ist, dass Gymnasien nach zwei Jahren, also nach Ende der Klasse 9, keinen Hauptschulabschluss erteilen. Weiterhin haben wir die Inklausion und in mindestens zwei unserer vier Klassen pro Jahrgangsstufe sind Kind mit besonderem Förderbedarf. Neben Fällen von Lautstärke und leichter Gewalt, ergibt sich ebenfall das Problem der Klassengrößen. Während Inklusionsklassen kleiner sein dürfen, muss die durchschnittliche Klassengröße beibehalten werden, was bedeutet, dass die “normalen” Klassen größer sind, um Lehrerstellen nicht zu verlieren.
    Des weiteren ist der Platzmangel mittlerweile so groß, dass Kinder, die in Klasse 5 und 6 überwiegend ausreichende oder schlechtere Noten erzielen unsere Schule nicht verlassen, weil es keine anderen Schulen gibt, die sie aufnehmen können. Das wird uns so angeordnet. Folglich wiederholen sie oder werden mitgeschliffen.
    Im Endeffkt haben wird doch durch die Abschaffung der anderen Schulformen und der verbindlichen Grundschulempfehlung die Einheitsschule bereits, wenn an Gymnasien neben einem Drittel Kindern mit Gymnasialempfehlung ein Drittel Kinder mit Hauptschulempfehlung sitzen, die alle bis zum Abitur geführt werden sollen.
    Zugespitzt kann dann doch, wenn der Wunsch der Eltern die Schulform der Kinder unabhängig von der Eignung bestimmt, der Wunsch der Politiker die Schulform der Lehrer unabhängig von deren Eignung bestimmen oder sehe ich das falsch?

    • An einer Stelle muss ich widersprechen, das Lehramt SekII (GY/GE) berechtigt eben auch die Inhaber dieser Lehrberechtigung an Grundschulen zu unterrichten, ansonsten dürfte Frau Gebauer ja keine SekIIer an Grundschulen einstzen, um die dortigen Personallücken zu schließen.

      • Die Argumentation, wer was unterrichten darf, wendet sich wie die Windrichtung.
        Dürfen in einem Jahr GHR-Studierte an der Grundschule Vertretungsunterricht erteilen, wird ihnen das ein paar Monate später aberkannt.
        Der große Mangel an Lehrkräften in der Grundschule, der aus vielen Bedingungen resultiert, fordert zurzeit auch Abordnungen aus den Gymnasien. Ebenso kann in ein paar Jahren bei der Erweiterung von G8 auf G9 ein Mangel am Gym herrschen, so dass GHR-LuL in die Gymnasien abgeordnet werden.

        Am Ende braucht es LuL, die sich auf das Erteilen des Unterrichts in der SekII spezialieren, ebenso wie LuL, die sich auf anderes spezialisieren, z.B. die den Erstunterricht in Klasse 1+2.
        Neben einer generellen Beschäftigung aller Lehrkräfte mit inklusiven Settings sollte es weiterhin Lehrkräfte mit Spezialisierung für unterschiedliche Unterstützungsbedarfe geben.

        Dass Schulen allen Nähten platzen, war neulich schon in einem anderen Artikel mit Zahlen für Köln zu lesen. Dies hat mit einer Diskussion um Gymnasien und deren Schülerschaft oder Einheitslehrer nur wenig zu tun, sondern mit Schulentwicklung, Bedarfsplanung etc., zumal ja die anderen Schulformen offenbar ebenfalls zu viele Anmeldungen/ Schüler in ihren Klassen haben.
        Verbote der Klassenteilung trotz Überschreitung der Höchstzahlen gibt es andernorts auch angesichts des Lehrermangels und/oder der Raumnot.

    • Ich habe nur den Anfang des langen Beitrags von PeterPan gelesen, möchte aber Folgendes sagen:

      Es ist nicht grundsätzlich verwerflich, wenn ein Pressemedium eine gewisse Parteilichkeit erkennen lässt. Das ist Realität. Wir alle kennen Medien, die man eher diesem oder jenem Lager, ja dieser oder jener Partei zurechnet. Das muss man nur wissen.

      Falsch finde ich, wenn Aussagen inhaltlich so verkürzt werden, dass sie geradezu falsch werden. Dazu neigen Verkürzungen natürlich immer. Da muss man aufpassen. Die neue Familienministerin sagte eben nicht – ich hörte es heute auch im Fernsehen wieder -, dass Erzieher wie Grundschullehrer verdienen sollen, sondern ÄHNLICH wie Grundschullehrer. Da wünsche ich mir von Journalisten verantwortungsvolle Berichterstattung!

      (Übrigens sagten sie im Fernsehen, dass Erzieher durchschnittlich 2110,- Euro brutto verdienen. BRUTTO!!!)

          • Na, Palim, was sagen Sie denn zu der im obigen Artikel getätigten Aussage: “[…] obwohl die Fachdidaktik bei angehenden Lehrern für Grund-, Haupt- und Realschulen im Studium eine viel größere Rolle spielt als bei den Gymnasiallehrern, geben sie später den schlechteren Unterricht.”

          • Ihre Antwort, Palim, ist Ausweichen durch eine Gegenfrage.
            Sie haben auch nicht immer alle Studien gelesen, sondern übernehmen in Ihrer Argumentation oft nur Artikelaussagen darüber.

          • @bolle warum sollte ausgerechnet palim es nötig zu haben, zu einer derart primitiven aussage stellung zu beziehen, es wundert mich, dass sie überhaupt reagiert hat. wollen sie auf einem niveau weiterdiskutieren, welches mit derart gehaltlosen begriffen wie “schlechter unterricht” lediglich einen mehr als überflüssigen streit zwischen lehrkräften unterschiedlicher schulformen forciert?

          • Zum einen:
            Der Satz, den Wilma in ihrer Frage aufgegriffen hat, ist absolut aus dem Zusammenhang einer Studie gerisssen, die zu einem weit differenzierteren Bild kommt. Dazu muss man sich mit dieser Studie aber beschäftigen und sich nicht einen einzelnen Satz herausgreifen.

            Zum zweiten:
            Wilma äußert hier in der Regel keine eigene Meinung.
            Sie übt sich im Zitieren.

            Bevor ich in eine Diskussion dazu einsteige, finde ich es wünschenswert, dass auch andere sich mit scheinbar aufgezeigten Inhalten auseinandersetzen, statt im Folgenden weitere Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen.

          • Ich führte lediglich Palims provokative Masche in Bezug auf Sofawolf vor. Bis zu dem Zeitpunkt, als Palim meinte, sich so äußern zu müssen, hatten wir hier eine ausgesprochen sachliche Diskussion.

          • @unverzagte
            “schlechter Unterricht” und “guter Unterricht” sind keine “primitiven Aussagen”, sondern gängige Begriffe.
            Und Streit wurde nach meiner Beobachtung durch Palims unverschämte Frage ausgelöst: “Na, sofawolf, diskutieren Sie mal wieder mit sich selbst Ihr Lieblingsthema?”
            Hören Sie also auf, die Oberlehrerin zu spielen, die Sie ebenso wenig sind wie jemand, der auf anspruchsvollem Niveau diskutiert.

            @Palim
            Sie sagen: “Wilma äußert hier in der Regel keine eigene Meinung.
            Sie übt sich im Zitieren.”
            Das ist doch nicht verkehrt. Warum eigene Worte finden, wenn andere schon gut formuliert haben, was man selber auch denkt?
            Niemand würde ein Zitat ohne Widerspruch bringen, wenn die Aussage nicht mit seiner eigenen übereinstimmte.
            Insofern äußert Frau Pause durchaus eine eigene Meinung.
            Das Problem scheint eher zu sein, dass diese Meinung Ihnen nicht gefällt.

          • U.B. für ihren anspruch mögen die wenig aussagekräftigen kategorien “schlecht und gut” ausreichen. ohne jegliche fundierte begründung sind dies allein polarisierende begriffe, die lediglich eine subjektive ablehnung bzw. zustimmung suggerieren.

          • “Niemand würde ein Zitat ohne Widerspruch bringen, wenn die Aussage nicht mit seiner eigenen übereinstimmte.
            Insofern äußert Frau Pause durchaus eine eigene Meinung.”

            Tja, U.B.,
            genau DAS stritt Wilma selbst in der Vergangenheit ab.

            Sie veröffentlicht sehr häufig Sätze aus anderen Publikationen, OHNE sie in einen Kontext zu setzen oder selbst Stellung dazu nehmen.
            Sie selbst schrieb, dass dies dann kein Statement für oder gegen diese Positionen sei.

            Daraus resultiert die Gegenfrage zum Satz über die Studie, in der Annahme, dass sie zu besagtem Satz gar keine Auseinandersetzung wünscht.

            Tatsächlich wollte sie ja auch nur meine “provokative Masche” im Hinblick auf sofawolfs einseitiges Dauerthema kritisieren
            und hat es dabei selbst übernommen, die Diskussion auf ein anderes Thema zu lenken.

          • @unverzagte
            Mit Verlaub, niemand muss gleich eine Abhandlung schreiben, um etwas als schlecht oder gut zu bezeichnen. Dann dürften wir gar keine Urteile mehr fällen, noch nicht mal übers Wetter.
            Die Begriffe gut und schlecht “suggerieren” auch nicht nur “subjektive ablehnung bzw. Zustimmung”, sondern zeigen sie offen.
            Man erinnere sich an Gerhard Schröders Kurz-Aussage: “Es gibt keine konservative oder linke Wirtschaftspolitik, sondern nur eine gute oder schlechte.” Jedem war klar, was er damit sagen wollte.
            Da hat nur jemand wie Sie gefehlt, der ihn zurechtwies: “Ohne jegliche fundierte Begründung dürfen Sie das aber nicht so sagen, Herr Schröder, auch wenn das Ihren Ansprüchen genügen mag. Ich habe höhere.”

          • @ U.B. prima idee von ihnen, zukünftig keine unbegründeten urteile mehr zu akzeptieren, das sieht unsere rechtssprechung sicher nicht nur zufällig genauso. wettervorlieben sind wie unterrichtsgeschehen vielschichtig bzw. der eine zieht frontalem dem offenen unterricht vor – man kann es auch beides gut finden, aber ohne die minimalste begründung weiß niemand, was mit der these anzufangen ist. da mögen sie es mit schröder halten, für den wir ja eh alles nur “faule säcke” sind, aber der “aufwand” für ein bissel argumentation sollte dennoch jedem zumutbar sein.

          • @unverzagte
            Dann unterlassen bitte auch Sie in Zukunft “unbegründete urteile”, wie das jetzt über U.B.! Sie urteilen doch selbst dauernd per Behauptung statt sachlicher Begründung.
            Am anderen kritisieren, was man selbst nicht anders und möglicher Weise noch stärker macht, fällt mir bei Ihnen immer wieder als Unart auf. Und immer schön auf die Person losgehen, deren Aussagen in ein schiefes Licht setzen und ihr fehlende Eigenschaften vorwerfen!

          • @F.H. bitte was bezwecken sie mit ihrem beitrag, außer meine person abzuwerten? ich verzichte auch weiterhin darauf und sie sollten es insbesondere in ihrem interesse tun, vielen dank für ihr verständnis.

          • “Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.”
            Ihnen das zu sagen, war der Zweck meines Kommentars.

        • ich habe nach einer ausbildung zur erzieherin zwei staatsexamen absolviert – studium und ausbildung sind nicht dasselbe und dies sollte insbesondere einem akademiker mehr als klar sein…

          • “… studium und ausbildung sind nicht dasselbe …”
            Völlig richtig! Allerdings stört mich mehr und mehr das Gerede von der “praxisorientierten Lehrerausbildung”, denn das suggeriert sprachlich, dass es sich nicht mehr um ein Studium, sondern um eine Berufsausbildung handelt. Der Unterschied: Ein Studium ist aktiv, eine Ausbildung ist passiv. Ein Azubi wird ausgebildet, aber ein Student muss selbst studieren. Der Bologna-Prozess mit der neuen Art des Studiums als “Hamster im Laufrad” verheißt nichts Gutes. Man entfernt sich von der Wissenschaft und von dem selbständigen Studium. Die modernen Errungenschaften des Lehramtsstudiums mit viel Rücksicht auf die jeweiligen Kommandos aus der Schulpolitik tun ein übriges, vgl. auch
            https://www.news4teachers.de/2015/09/der-einstudierte-praxisschock-eine-abrechnung-mit-der-lehrerausbildung/
            Da ist z.B. von “Kompetenzgelöbnissen” die Rede und von anderen Dingen, die zwar aalglatte Opportunisten und MItläufer anziehen, aber keine selbständig denkenden Köpfe mehr. Eine Krise ist wohl unübersehbar.

        • Und was verdienen Gymnasiallehrer? 600 Euro plus ca. 170 Euro Zulage mehr! Nur um mal die Verhältnisse klarstellen. Vielleicht können ja die Gymmis A13 und die Zulage an die Erzieher abgeben. Sie bemängeln ja regelmäßig, dass Geld nicht ihr Problem ist 😉

      • sofawolf schrieb: “Es ist nicht grundsätzlich verwerflich, wenn ein Pressemedium eine gewisse Parteilichkeit erkennen lässt.”

        Dem würde ich zustimmen. Problematisch wird es jedoch spätestens dann, wenn man auf der einen Seite ganz offen “PR-Arbeit für Grundschulentwicklung” betreibt und dies auf der anderen Seite “Bildungsjournalismus” nennt.

        Alljährlich wird der Hanns Joachim Friedrichs-Preis für journalistische Arbeit verliehen, bezugnehmend auf folgenden Ausspruch des Namensgebers:

        “Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.”
        https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Joachim_Friedrichs

        • Aus echtem Interesse mal eine Frage an Sie und alle anderen, die hier regelmäßig die Redaktion kritisieren:
          Warum lesen und kommentieren Sie hier, wenn Sie alles so schlecht finden? Ich verstehe das nicht! Suchen Sie sich doch -Ihrer Meinung nach -bessere Seiten, wenn Sie so unzufrieden sind!

  10. Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    nein, weder ich noch die anderen Redaktionsmitglieder sind “Bildungsstalinisten” – was immer das auch genau sein mag. Jedenfalls sind wir weder gewalttätig noch der Überzeugung, wir seien im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit (obwohl wir durchaus zwischen Behauptungen und Begründungen unterscheiden können). Wir haben aber durchaus eine Haltung und verschiedene Meinungen (häufig auch zum selben Thema mehrere). Die stellen wir auf News4teachers zur Diskussion. Sie als Leser sind herzlich eingeladen, sich an den Debatten zu beteiligen – und zu unserer Freude tun Sie das ja rege.

    Sie können sich aber auch gerne auf News4teachers als Autoren einbringen. So haben wir immer wieder Lehrerinnen und Lehrer, Wissenschaftler, Politiker und andere Experten auf News4teachers, die als Gastautoren von ihren Erfahrungen und Perspektiven berichten – und diese zur Diskussion stellen. Wenn Sie Interesse daran haben, eine Position zu beziehen und die auch zu begründen, dann schreiben Sie uns: redaktion@news4teachers.de

    Wir freuen uns über Ihre Zuschriften.

    Herzliche Grüße
    Andrej Priboschek
    Herausgeber News4teachers

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