Ministerium: Mehr als 400 Bewerber für Lehramt an Grundschulen

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Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen soll sich nach den Erwartungen des Kultusministeriums verbessern. Es gibt deutlich mehr Bewerber für das Lehramt. Weitere Entlastung soll die Verlagerung der Sprachförderung in die Kitas bringen.

Niedersachsens Grundschulen bekommen Lehrernachwuchs.                              Foto: Wondleywonderworks/Flickr CC BY 2.0

Das Kultusministerium rechnet angesichts einer hohen Zahl von Lehramts-Bewerbern mit einer Entspannung der Situation an niedersächsischen Grundschulen. Bereits jetzt seien für die Einstellung zum kommenden Schuljahr 426 Bewerbungen von angehenden Grundschullehrern eingegangen, sagte ein Vertreter des Ministeriums am Freitag im Kultusausschuss des Landtags. Zum letzten Einstellungstermin im Februar 2018 seien es lediglich rund 60 gewesen. Daten dazu, wie hoch der Stellenbedarf an den Grundschulen insgesamt sein wird, erhält das Kultusministerium erst zu einem späteren Zeitpunkt.

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Wegen des Lehrermangels an Grundschulen hatte Niedersachsen zu Beginn des laufenden Schuljahres im großen Stil Gymnasiallehrer an Grundschulen abgeordnet. Dies hatte vielerorts für Kritik gesorgt. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat aber bereits angekündigt, dass man die «Abordnungskarawanen» zum kommenden Schuljahr auf ein Minimum zurückfahren will.

Eine weitere Verbesserung der Unterrichtsversorgung an den Grundschulen erhofft sich das Kultusministerium durch die Verlagerung der Sprachförderung im Vorschulalter auf die Kitas. Dadurch sollen den Grundschulen rund 14.000 Stunden mehr zur Verfügung stehen – das entspricht 500 Lehrerstellen. Allerdings sind die Kitas und Kommunen über die Verlagerung in die Kindergärten nicht sehr glücklich. Für die Grundschulen hofft das Kultusministerium, dass die Unterrichtsversorgung dort im kommenden Schuljahr bei 103 Prozent liegt.

Die Unterrichtsversorgung gibt an, zu welchem Prozentsatz der vorgesehene Unterricht und zusätzliche Lehrerstunden für Inklusion, Ganztagsschule und Sprachförderung abgedeckt werden können. Der kurzfristige Ausfall von Schulstunden wegen der Erkrankung von Lehrern ist in dem Wert nicht eingerechnet.

Der Lehrermangel an den Grundschulen sei auch dadurch entstanden, dass der Anstieg der Schülerzahlen durch den Flüchtlingszuzug zeitlich zusammenfiel mit den Auswirkungen einer Reform der Lehrerausbildung, sagte der Vertreter des Kultusministeriums im Ausschuss. Seit 2014 wurde das Studium für Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen von vier auf fünf Jahre verlängert. Diese längeren Studienzeiten hätten nun in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass es eine Delle bei den Absolventen und damit auch bei den Bewerbern gab.

Für das kommende Schuljahr haben sich insgesamt 964 angehende Lehrer für Grund-, Haupt-, und Realschulen beworben – nicht nur an den Grundschulen, sondern auch an den anderen beiden Schultypen rechnet das Kultusministerium mit einer Entspannung. dpa

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