Regierungschef Müller hält an Kopftuchverbot für Lehrerinnen fest

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Nach Ansicht von Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) sollen Lehrerinnen weiterhin kein Kopftuch tragen dürfen. Müller machte sich in einem Interview der «Welt» für das geltende Neutralitätsgesetz stark. Es schreibt vor, dass Polizisten, Lehrer an allgemeinbildenden Schulen und Justizmitarbeiter im Dienst keine religiös geprägten Kleidungsstücke tragen dürfen.

Bislang verbietet das Berliner Neutralitätsgesetz Lehrerinnen das Kopftuch und andere religiöse Zeichen. Foto:
Garry Knight / flickr (CC BY 2.0)

Das Gesetz wolle staatliche Neutralität – «das gilt für Kopftücher, Kippa und Kreuz», sagte Müller im Gespräch. «Daran wollen wir festhalten. Denn wir sind in den letzten Jahren gut damit gefahren, dass wir im Klassenzimmer, Gerichtssaal oder Funkwagen diese staatliche Neutralität nachweisen. Um dieses Gesetz kämpfen wir.» Im rot-rot-grünen Senat sehen das aber nicht alle so.

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Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hatte nach einem Urteil erklärt, das Neutralitätsgesetz sei nicht zu halten. Auch in der Links-Partei bahnt sich eine schwierige Debatte an: Aus Sicht mancher Parteimitglieder diskriminiert das Gesetz vor allem junge Musliminnen, die nicht ihren Wunschberuf ausüben können. Die Linke will sich nun Zeit geben, um eine gemeinsame Position zu finden. dpa

Gerichtsverhandlung um Lehrerin mit Kopftuch könnte zum Präzedenzfall werden

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21 KOMMENTARE

  1. Mir wäre ja lieber, ich weiß, wessen Geistes Kind ein Lehrer/ eine Lehrerin ist.

    Ich glaube nicht daran, dass einzelne Lehrer die Kinder so sehr manipulieren können, weil ein Kind ja meistens mehrere, verschiedene Lehrer hat, die sicherlich auch verschiedene Ansichten vertreten – und das machen sie ja dann auch ohne Kopftuch.

    Der gewesene Sozialismus im Osten Deutschlands dürfte auch gezeigt haben, dass die schulische “Indoktrination” sehr bescheiden erfolgreich war. 1990 wurde er von fast 90% der Menschen abgewählt und die waren doch fast alle durch die DDR-Schule gegangen.

    • Ich frage mich umgekehrt, was es der anderen Seite so unerträglich machen soll, am Schultor das Kopftuch abzulegen und nach der Schule wieder anzulegen. Die Prinzipienreiterei geht doch von denen aus. Wer nach Deutschland auswandert, könnte ja vielleicht wissen, dass Deutschland sicher kein islamischer Staat ist, also entweder ein christlicher oder ein säkularer. Und wer hier geboren ist, sollte mitbekommen haben, dass das Kopftuch hier keine Funktion hat (außer eben der einer politischen Demonstration; “seht her, ich gehöre zu einer Parallelgesellschaft und finde das auch richtig”). Dahinter stecken üblicherweise nicht religiöse Gefühle, sondern eiskalt berechnende Islam-Funktionäre.
      Sie werden schon Recht haben mit der “DDR-Indoktrination”, aber ich bin sehr skeptisch, ob die “islamische Indoktrination” nicht viel zäher und damit erfolgreicher ist. Man soll ja nicht nur an die christlichen Kinder denken, sondern eben auch an die säkularen Moslem-Kinder. Die werden für gewöhnlich von den Hardlinern unter Druck gesetzt, doch gefälligst islamische Regeln zu beachten. Und das geschieht dann mit Methoden, die selbst in der DDR unbekannt waren. Mädchen ohne Kopftücher sind dann eine beliebte Zielscheibe für Mobbing.

  2. @ Cavalieri,

    ich sehe kein großes Problem mit dem Kopftuch, genauso wenig wie mit einem Kruzifix oder ein Kreuz an einer Halskette. Wie gesagt, weiß ich dann schneller, wessen Geistes Kind jemand ist.

    Kinder werden vor allem genetisch und im Elternhaus geprägt. Der Einfluss der Schule scheint mir eher gering. Das erleben wir ja alltäglich und alljährlich. Wer zu faul ist, um Hausaufgaben zu machen, macht sich nicht – egal, welche “Strafen” wir uns dafür ausdenken. Zudem hat ein Kind meistens mehrere Lehrer, die nicht alle gleich agieren. So ist es immer unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt. Besser, wie gesagt, man weiß, welchen.

    Die doch relativ erfolglose Indoktrination durch die Schule in der DDR belegt nur einmal mehr, dass es eben nicht die Schule und all die verschiedenen Lehrer ist, die die Kinder weltanschaulich prägt.

    • “Kinder werden vor allem genetisch und im Elternhaus geprägt.”
      Also wenn irgendetwas bestimmt nicht genetisch bedingt ist, dann alles, was mit Religion zusammenhängt. Prägung im Elternhaus: klar, aber wir haben auch eine Religionsmündigkeit ab 14 Jahren, die in unserem kirchen-, sekten- und islamfreundlichen Staat mittlerweile am liebsten totgeschwiegen wird. Ist es nicht eigentlich allgemeine Doktrin, die Bildung der Kinder nicht allein dem Elternhaus anheim zu geben, sondern sie davon abzukoppeln? Ich meine die berühmte Chancengerechtigkeit. Ab 14 Jahren haben die Kinder prinzipiell die Möglichkeit, sich aus den Klauen von Religion und religiösen Regeln zu befreien. Aber wer unterstützt sie darin? Kopftuchbewehrte Lehrerinnen ganz bestimmt nicht, die werden das im Zweifelsfall für ganz große Sünde erklären, obwohl es sie eigentlich nichts angeht.

  3. @Sofawolf:
    “Ich glaube nicht daran, dass einzelne Lehrer die Kinder so sehr manipulieren können, weil ein Kind ja meistens mehrere, verschiedene Lehrer hat, die sicherlich auch verschiedene Ansichten vertreten – und das machen sie ja dann auch ohne Kopftuch.”
    In diesem speziellen Fall geht es um eine Grundschullehrerin und korrigieren Sie mich bitte, aber ist es nicht so, dass im Falle einer Klassenleitung beispielsweise der Bezug zu den Kindern besonders eng ist?
    Lesen Sie dazu einmal den folgenen Artikel:
    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/grundschueler-ohne-klassenlehrer-vertrauensbruch-bei-den-juengsten-11651144.html
    Die “Kleinen” verbringen viel Zeit mit ihren Lehrern und bauen eine enge Bindung zu ihnen auf.
    Allein das ist im Sinne des Neutralitätsgesetzes schon fragwürdig. Ich gebe zwei weitere Dinge in diesem Zusammenhang an:
    1. In zunehmendem Maße werden muslimische Schüler von Mitschülern unter Druck gesetzt, das Kopftuch zu tragen oder andere religiös motivierte Verhaltensvorgaben (etwa Einhaltung der Fastenvorschriften) zu befolgen. Ein solcher Druck würde sich durch eine religiöse Bekleidung der Lehrkräfte erhöhen.
    2. Man darf außerdem nicht verschweigen, dass es ein Interesse von konservativen religiösen und islamistischen Kräften gibt, das Berliner Neutralitätsgesetz abzuschaffen.
    Es geht bei der Umsetzung staatlicher Neutralität nicht um eine Missachtung der Religionsfreiheit, sondern um die Grenzen der Religionsfreiheit, die den Betroffenen lediglich eine räumlich und zeitlich eng gefasste Zurückhaltung während der Ausübung einer Tätigkeit im Öffentlichen Dienst abverlangt.
    Bei Sätzen wie “Aus Sicht mancher Parteimitglieder diskriminiert das Gesetz vor allem junge Musliminnen, die nicht ihren Wunschberuf ausüben können.” muss man sich ja auch die Frage stellen, wie das überhaupt möglich ist. Momentan ist es in Berlin (und Deutschland) noch so, dass die große Mehrheit der Musliminnen kein Kopftuch trägt.

    • Ja, sicherlich hat eine Klassenlehrerin einen meist sehr engen Bezug zu den Kindern.

      Allerdings findet die Prägung doch eher zu Hause statt. Nicht alle Grundschüler lieben und folgen der Klassenlehrerin bedingungslos, wenn überhaupt einer. Und was ändert das Kopftuch daran? Auch ohne Kopftuch könnte die Klassenlehrerin die Kinder “manipulieren”.

      • Aus meiner Schüler- und Lehrererfahrung heraus meine ich, dass der Einfluss von uns Lehrern, ob Klassenlehrer oder nicht, sehr gering ist.

        Auch ohne Kopftuch schaffen wir es doch nicht, bestimmte Verhaltensweisen durchzusetzen, oder? Wie ist es dann erst mit Charaktereigenschaften oder weltanschaulichen Dingen?

        Die Kinder glauben an Gott oder glauben nicht an Gott – unabhängig von der Position der Klassenlehrerin dazu. Auch jetzt schon.

        • Kommentar 1:
          Ihrer Meinung nach findet die Prägung als zu Hause oder bereits zuvor genetisch statt. Sie glauben also, dass Lehrkräfte, Freunde und Mitschüler nicht bei der Prägung und Entwicklung eines Kindes beteiligt sind.
          Dem muss ich widersprechen.

          Kommentar 2:
          Es ist kein Argument, wenn sie ihre SIcht mit ihrer Erfahrung begründen. Sonst könnte ich einfach sagen, dass meine Erfahrung dem nicht entspricht.
          Was meinen Sie mir bestimmten Verhaltensweisen? Meinen Sie die Einhaltung von Werten und Normen? Meinen Sie die Einhaltung gesellschaftlich anerkannten und sinnvollen Verhaltens? Wenn Sie nict glauben, dass durchsetzen zu können, dann sollten Sie eventuell über einen Berufswechsel nachdenken.
          Es geht im Übrigen nicht um den Glauben an Gott – das fällt ja auch unter die Religionsfreiheit. Es geht um das Miteinander. Ich wiederhole:
          “In zunehmendem Maße werden muslimische Schüler von Mitschülern unter Druck gesetzt, das Kopftuch zu tragen oder andere religiös motivierte Verhaltensvorgaben (etwa Einhaltung der Fastenvorschriften) zu befolgen. Ein solcher Druck würde sich durch eine religiöse Bekleidung der Lehrkräfte erhöhen.”
          Diesbezüglich musste auch ich bereits mit der Schulleitung gewisse Umstände bewältigen: Wenn plötzlich die neun muslimischen Jungs der Klasse die drei nicht-muslimischen ausgrenzen und mobben, weil sie laut eigener Aussage in der Moschee unterwiesen wurden, dass man mit Ungläubigen nicht verkehrt und diese verurteilt, hat das nichts mit Religionsfreiheit zu tun, dann muss man handeln. Auch wenn sich unsere Gesellschaft im Wandel befindet, muss zumindest der Staat neutral bleiben, um so dem möglichen Anschein von Beeinflussung und Benachteiligung zu bewahren.

          Allgemein möchte ich noch anmerken, dass ich die beiden Klagen bezüglich der muslimischen Lehrkräfte für hanebüchen halte:
          Eine Lehrerin klagt, weil sie sich nicht an ein Gesetz halten will und sich daher diskriminiert fühlt.
          Eine andere gibt bei der Bewerbung an, dass sie sich ans Gesetz hält, tut es aber nicht und klagt anschließend wegen Diskriminierung.
          Ich warte diesbezüglich nur darauf, dass die ersten Eltern klagen, weil sie die Note für ihr Kind anfechten, weil es religiös motiviert von der Lehrkraft diskriminiert worden ist.

          • @ PeterPan,

            meinen Sie das hier mit dem nicht korrekt auf Vorkommentatoren eingehen?

            Ach, du liebe Zeit, kommen Sie mal runter. Was für eine unnötige Aufregung. (Gibt es Sie hier schon unter anderem Namen?) Stellen Sie doch einfach Ihre Sicht dar, wie Sie es ja nun auch sehr wortreich getan haben.

            Sie selbst stellen, wie ich finde, meine Äußerung nicht korrekt dar. Mache ich deshalb so einen Aufriss? Aus meiner Äußerung, dass die “(charakterliche) Prägung” eher durch Elternhaus und Gene erfolgt, schlussfolgern Sie (nicht ich), “dass Lehrkräfte, Freunde und Mitschüler nicht bei der Prägung und Entwicklung eines Kindes beteiligt sind” und schieben es mir unter. Habe ich doch gar nicht gesagt. Man kann in einem “Vierzeiler” nun mal nicht alles berücksichtigen. Sonst wird es zu lang, dann liest es keiner (genau).

            Sie haben eine andere Meinung als ich dazu. Ich lese nichts bei Ihnen, was mich umstimmt. Sagen Sie Ihre Meinung und bleiben Sie locker. Wir haben hier nichts zu entscheiden. Die Verantwortlichen lesen hier (wohl eher) nicht mit und holen sich Rat bei PeterPan und/oder sofawolf.

    • Meine ausdrückliche Zustimmung zu den Punkten 1. (Druck ausüben) und 2. (Interesse der Funktionäre, das Neutralitätsgesetz abzuschaffen). Ist es nicht völlig unzeitgemäß zu fordern, dass wir mehr Religion in die Schulen tragen sollen? Berlin ist aufgrund des 4-Mächte-Status hier anders. Art. 7 GG gilt in puncto Religionsunterricht in Berlin nicht. Innerhalb Deutschlands war Berlin bisher der Inbegriff einer säkularen Stadt, vor und nach der Wende.

      “Aus Sicht mancher Parteimitglieder diskriminiert das Gesetz vor allem junge Musliminnen, die nicht ihren Wunschberuf ausüben können.”
      Diese Parteigenossen scheinen sich von der Propaganda von Islam-Funktionären einlullen zu lassen. Hat man je gehört, dass jüdische Lehrer gehindert sind, ihren Wunschberuf auszuüben? Davon habe ich nie gehört. Sie legen ihre Kippa einfach während des Unterrichts ab. Was soll das Problem sein?

      • Aber wer fordert denn, mehr Religion in die Schule zu tragen?

        Und wieso darf denn mehr Atheismus in die Schule getragen werden?

        Hier geht es ja eher um die Behauptung, dass ein Kopftuch “schädlich” sei für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Es geht ja übrigens nicht um die Kopftuch tragende Lehrerin selbst. Die dürfte Lehrerin sein. Ohne Kopftuch. Ist sie dann nicht mehr gläubig? Keine Muslima mehr? Könnte sie dann die Kinder und Jugendlichen nicht mehr in ihrem Sinne beeinflussen? Gilt dann für sie nicht mehr die weltanschauliche und insbesondere parteipolitische Neutralitätspflicht für Lehrer?

  4. @Sofawolf:
    Sie schrieben:
    “Kinder werden vor allem genetisch und im Elternhaus geprägt. Der Einfluss der Schule scheint mir eher gering. Das erleben wir ja alltäglich und alljährlich.”
    “Allerdings findet die Prägung doch eher zu Hause statt.”
    “Aus meiner Schüler- und Lehrererfahrung heraus meine ich, dass der Einfluss von uns Lehrern, ob Klassenlehrer oder nicht, sehr gering ist.”
    WENN ich interpretieren wollen würde, KÖNNTE ich aus Ihrer Äußerung zur Faulheit deuten, dass sie Faulheit für genetisch bedingt halten. Das gleiche WÜRDE auch für das Tragen des Kopftuches gelten. Der Wunsch bzw. das Bedürfnis dieses zu tragen WÜRDE dann ja bereits durch die Muttermilch aufgesogen werden. Das ist natürlich reiner Schwachsinn von meiner Seite aus.
    ABER es ist eine legitime Folgerung aus Ihrer Äußerung zu schließen, dass Sie den Einfluss von Lehrkräften auf die Schüler für so gering halten, dass Erziehung und speziell Vermittlung von Werten und Normen nicht stattfinden kann. Wenn Sie den Einfluss von Schule für so gering halten, bleibt doch keine andere Folgerung, als dass Lehrkräfte und Mitschüler (fast) keinen Einfluss auf die persönliche Entwicklung von Kindern haben.

    Ihre Meinung dürfen und sollen Sie haben. In besonderem Maße müssen Sie meine Meinung nicht annehmen. Entscheidend ist für eine gefestigte Person – besonders im Schuldienst – aber, dass sie ihre Meinung argumentativ vertreten kann. Wenn Sie also sagen, dass meine Argumente Sie nicht umstimmen, dann müssen Sie sich auch die Frage stellen lassen, warum das so ist. Können Sie sie widerlegen? Haben Sie Gegenargumente? Oder übergehen Sie sie einfach?

    • Ich neige sofawolfs Meinung zu, wenn auch weniger krass, denn für so ganz unbedeutend halte ich den Einfluss von Lehrern und Mitschülern nicht. Vielleicht meint sofawolf das aber auch nicht so krass.
      Sie fragen nach Argumenten. Sie sind in der Regel zwar wichtig, aber häufig nicht primär ausschlaggebend für eine Meinung, für meine jedenfalls nicht. Bei mir hat das Gefühl auch ein Mitspracherecht und es sagt nicht selten etwas anderes als ein Verstandesargument.
      Bisher bin ich in meinem Leben mit dem, was man auch Bauchgefühl nennt, gar nicht so schlecht gefahren, auch nicht bei den Schülern.
      Ich finde sogar, dass das Gefühl und persönliche Eindrücke oft vor scheinbar plausiblen Einflüsterungen schützt, nicht zuletzt in der (Bildungs) Politik.

      • Genau, F.H., so “krass” kann es Sofawolf nicht meinen (und wer genau liest, käme auch nicht darauf), wenn er sich doch hier wiederholt für die stärkere Berücksichtigung, Vermittlung und sogar Bewertung der sozial-emotionalen Kompetenzen ausspricht und immer wieder mal darauf verweist, dass das Erziehungsrecht der Schule dem Erziehungsrecht der Eltern laut höchstrichterlichem Beschluss nicht nachgeordnet, sondern gleichgeordnet ist, wenn andere Lehrer allzu gerne darauf verweisen, Erziehung habe im Elternhaus stattzufinden und nicht in der Schule.

        Erziehung ist auch unsere Aufgabe. Das ändert nichts daran, dass ich den Einfluss einer einzelnen Kopftuch tragenden (Klassen-)Lehrerin für eher gering halte, weil das Kind trotz allem vornehmlich durch Elternhaus und Schule und eben auch durch andere nicht Kopftuch tragende Lehrer und Freunde und Mitschüler und und und geprägt wird.

        Mir fällt übrigens gerade nichts ein, worin mich meine Klassenlehrerin geprägt haben soll, vor allem, wenn ich es mit meinen damals 29 Mitschülern vergleiche. Sie müsste uns ja alle in gleicher Weise geprägt haben.

        PS: Siehe dazu auch meinen ersten Kommentar hier, 3. Absatz.

  5. @ ZITAT (PeterPan): “ABER es ist eine legitime Folgerung aus Ihrer Äußerung zu schließen, dass Sie den Einfluss von Lehrkräften auf die Schüler für so gering halten, dass Erziehung und speziell Vermittlung von Werten und Normen nicht stattfinden kann. Wenn Sie den Einfluss von Schule für so gering halten, bleibt doch keine andere Folgerung, als dass Lehrkräfte und Mitschüler (fast) keinen Einfluss auf die persönliche Entwicklung von Kindern haben.”

    Eine falsche Folgerung wird nicht legitim, nur weil man sie selbst für legitim erklärt. 🙂 Sie beklagten sich doch an anderer Stelle über nicht korrektes Eingehen auf vorhergehende Kommentare. Das muss ich auch hier wieder zurückgeben. “für so gering …, dass nicht stattfinden kann” habe ich nicht gesagt und es ergibt sich auch nicht aus dem Gesagten. Das ist also keine legitime Folgerung, sondern lediglich Ihre, meine Aussagen verfälschende, wenigstens aber fehldeutende Folgerung.

    Es bleibt auch nicht als einzige Folgerung, was Ihnen als einzige Folgerung einfällt. Das klingt eher nach einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. 😉 Andere sind durchaus zu anderen Folgerungen fähig. Das kann man nicht einfach wegwischen, indem man behauptet, es gäbe keine andere, weil man selbst keine andere hat. (Siehe dazu meinen Kommentar von 22.31 Uhr an F.H.).

    Ich habe übrigens nie bzw. selten Lust auf ellenlange Debatten. Es reicht mir, meine Meinung zu sagen. Man muss nur leider immer wieder Falschauslegungen bzw. Fehldeutungen richtigstellen. Dinge, die man gar nicht gesagt hat und Schlussfolgerungen, die sich gar nicht wirklich ergeben.

    Aber so ist das ja immer und überall.

  6. @Sofawolf:
    (Achtung: Möglicher Sarkasmus ist in den folgenden Zeilen enthalten)
    Lieber Sofawolf,
    Sie schreiben häufig ihre Meinung und gehen dabei, wie Sie selber sagen, in aller Kürze vor:
    “Man kann in einem “Vierzeiler” nun mal nicht alles berücksichtigen. Sonst wird es zu lang, dann liest es keiner (genau).”
    Sie halten sich also kurz und knapp, was problematisch ist, wenn es um das Vertreten eines Standpunktes geht. Sie können von Lesern doch keine Empathie bezüglich ihrer Gedankengänge erwarten, sonst läuft es auf das ewig gleiche Szenario heraus:
    “Ich habe übrigens nie bzw. selten Lust auf ellenlange Debatten. Es reicht mir, meine Meinung zu sagen. Man muss nur leider immer wieder Falschauslegungen bzw. Fehldeutungen richtigstellen.”
    Wenn Sie ihre Meinung sagen wollen, dann müssen Sie mit Gegenstimmen rechnen, die auf ihre Äußerungen eingehen. Sollten ihre Meinung aber in wenigen Zeilen vorhanden sein, ist dies bezüglich der Kommunikation schwierig. Ich empfehle hierzu das Sender-Empfänger-Modell der Kommunikation. Demnach ist ein typischer Fehler eines Menschen die Annahme, bei Kommunikation handelt es sich um eine 1:1-Übertragung vom eigenen in einen fremden Kopf. Was Sie schreiben und wie Sie es meinen, sind nämlich zwei unterschiedliche Dinge.
    “Genau, F.H., so “krass” kann es Sofawolf nicht meinen (und wer genau liest, käme auch nicht darauf), wenn er sich doch hier wiederholt” in anderen Threads darüber äußert.
    Mit genauem Lesen meinen Sie in diesem Zusammenhang sicherlich nicht die “Vierzeiler” in diesem Thread, sondern ihre Kommentare zu anderen Artikeln oder? Diesbezüglich muss ich Sie enttäuschen: Nein, ich habe nicht ihre wiederholten Äußerungen in knapper aber präziser Sprache zu diversen Themen gelesen und auswendig gelernt, um die Deutungshoheit über ihre Äußerungen zu erlangen.
    Merken Sie eigentlich, welchen Anspruch Sie damit an andere haben bzw. welche Form von Diskussionskultur Sie vertreten?
    1. Sie schreiben kurz ihre Meinung und erwarten, dass sie 1:1 verstanden und akzeptiert wird.
    2. Geht man auf ihren Text ein und stimmt ihm nicht zu, erscheint (Konjuktiv!) es so, dass Sie jegliche Verwendung ihrer eigenen Worte als falsche Spekulationen entlarfen – schließlich wissen Sie ja, was Sie wirklich gemeint haben.
    3. Gegenteilige Argumente werden von Ihnen teilweise dahingehend ignoriert, dass sie nicht widerlegt, sondern einfach nicht anerkannt werden. Oder was meinen Sie mit:
    “Ich lese nichts bei Ihnen, was mich umstimmt.”
    -> Zusammengefasst geht es ihnen ANSCHEINEND zunächst um das Äußern der eigenen Meinung – manchmal sogar vor dem Lesen eines Artikel. Wenn Sie dann dazu genötigt werden, zu diskutieren, bleiben Sie bei ihrer Meinung.
    Besonders hervorzuheben ist dabei ihre Art ihre eigenen Erfahrung als Lehrkraft oder Schüler als valides Argument zu verwenden. Ihre Meinung zur Prägung von Kindern durch Lehrkräfte wird nicht dadurch bestätigt, dass es ihnen so ging – solche Alltagstheorien sind nämlich höchst fragwürdig.
    Ich prophezeihe aber, dass ich ihrer Meinung nach zuviel interpretiert habe oder – wie Sie sagten – mimosig war. Da darf ich Sie aber gerne und zum letzten Mal in diesem Thread zitieren:
    “Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.”
    Sie dürfen mir also meine Meinung nicht nehmen, denn ich habe ja Argumente.
    Ob diese richtig oder falsch oder verständlich oder unverständlich sind, ist ja egal.

    P.s.: Sie schildern, dass es hier nur um eine Lehrkraft geht. Das ist falsch, da es hier auch um die Bedeutung und die Signalwirkung geht. Die Bedeutung ist, dass bei Erfolg alle Lehrkräfte religiöse (und vielleicht) auch politische Symbole tragen dürfen. Die Signalwirkung ist, dass die Wahrnehmung der Religion von Staatsbediensteten wichtiger ist als ihre Verpflichtung zur Einhaltung von Neutralität. Ihre persönlicen Bedürfnisse kommen also vor dem Wohle des Staates und der Allgemeinheit. Besonders bezüglich des von mir genannten Punktes 1. wird somit Konfliktpotential in die Schule getragen.
    Als Vergleich gebe ich den muslimischen Polizisten an, der seiner Kollegin aus religiösen Gründen den Handschlag verweigerte. Wenn die eigenen Religion offen durch Kleidung ausgedrückt werden darf, so wäre der nächste Schritt Gepflogenheiten und Bräuche ebenfalls zuzulassen, da es ja nur einzelne und die Religionsfreiheit betrifft. Muss eine muslimische Grundschullehrerin zum Beispiel ein Elterngespräch mit einem Vater führen, wenn ihrem Empfinden nach ihre Religion Gespräche mit erwachsenen, fremden Männern verbietet? Ist es das richtige Signal in einer Klasse als Lehrkraft ein Kopftuch zu tragen, wenn die muslimischen Mädchen, die es nicht tun, gemobbt werden? Besonders im Hinblick auf jüngere Fälle, die in den Medien publik gemacht worden sind, ist auch die Frage zulässig, ob es sinnvoll ist, dass jüdische Lehrer mit Kippa unterrichten sollten, wenn das Konflikte unter den Schülern verschärft.

    • @ ZITAT (Peter): “Sie halten sich also kurz und knapp, was problematisch ist, wenn es um das Vertreten eines Standpunktes geht. Sie können von Lesern doch keine Empathie bezüglich ihrer Gedankengänge erwarten, sonst läuft es auf das ewig gleiche Szenario heraus: …”

      Dieser Beitrag (der ganze?) war Sarkasmus? Das heißt ja dann, Sie meinen es eigentlich alles gar nicht so, wie Sie es schreiben? Wie meinen Sie es denn dann?

      Sie haben mich noch nicht richtig verstanden. Ja, ich habe Lust, meine Meinung zu schreiben. Mehr nicht. An Meinungsdebatten habe ich meistens kein Interesse. Sie neigen in der Regel dazu, immer unfreundlicher zu werden, je länger jemand widerspricht. Wozu brauche ich das? Mein Ziel ist lediglich, Position zu beziehen. Ich habe nicht die Illusion, hier irgendjemanden von irgendetwas überzeugen zu können. Ich habe keine Lust, etwas tage- und wochenlang auszudiskutieren. Ändert das etwas? Hat schon mal jemand erkennbar im Laufe einer Diskussion seine Meinung geändert? Oder hat der Recht, dem als Letztes nicht mehr widersprochen wird? Wir könnten uns nun also “ellenlang” unsere Meinung zum Thema Kopftuch schreiben, tatsächliche und vermeintliche und absichtliche Missverständnisse richtigstellen, jedes neue Gegenargument parieren und wir blieben doch am Ende jeder bei der Meinung, die wir von Anfang an schon hatten. Ist es nicht so?

      Ich schreibe meine Meinung und man kann das finden (die Meinung), wie man will. Basta. 🙂

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