Angeblich hitzefrei – die Wahrheit: Schulen lassen nach Drohmails Unterricht ausfallen

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SCHWERTE. Schlechter Scherz oder handfeste Erpressung? Nach Drohmails sind am Montag im westfälischen Schwerte zwei Schulen geräumt worden. Wegen der laufenden Ermittlungen blieben die Einrichtungen auch am Dienstag dicht. Unterdessen gab es weitere Drohmails.

Viele junge Menschen streben in den Polizeidienst. Foto: Marco / flickr (CC BY 2.0)
Die Polizei empfahl, den Unterricht ausfallen zu lassen. Foto: Marco / flickr (CC BY 2.0)

Nach wiederholten Drohmails mit Geldforderungen im hohen sechsstelligen Bereich sind am Dienstag zwei Schulen in Schwerte (Kreis Unna) geschlossen geblieben. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Gefährdung für Lehrer und Schüler ergeben, teilte die Polizei am Dienstagnachmittag mit. Die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule habe sich in enger Abstimmung mit Schulaufsicht und Polizei jedoch dazu entschlossen, seit Montagvormittag keinen Unterricht mehr stattfinden zu lassen. Auch an einer angrenzenden Realschule fiel der Unterricht aus. «Man weiß nie, was dahinter steckt», sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

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Zunächst war am Montagmorgen eine Geldforderung an die Gesamtschule geschickt worden. Die Leitung gab daraufhin an beiden Schulen hitzefrei. Diese Begründung war gewählt worden, um alle Kinder sicher und zügig aus den Gebäuden zu bringen, ohne Panik und Hektik aufkommen zu lassen. Eine Durchsuchung gab jedoch keine Hinweise etwa auf verdächtige Gegenstände. Montagnachmittag gingen dann Mails mit Drohungen an die Schule bei verschiedenen lokalen Medien ein. Daraufhin hatten die Schulen sich für weiteren Unterrichtsausfall am Dienstag entschieden.

Ob die Schulen am Mittwoch wieder geöffnet würden, sollte im Laufe des Tages kurzfristig entschieden und auf den Internetseiten der Schulen bekanntgegeben, hieß es bei der Bezirksregierung. Erst am Dienstagmittag waren laut Polizei weitere Mails mit leicht veränderten Forderungen bei der Gesamtschule sowie zwei örtlichen Online-Medien eingegangen. Zum Inhalt der Drohmails äußerte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht.

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