Lehrer wegen umstrittener Internetvideos fristlos gekündigt

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Wegen der Veröffentlichung umstrittener und möglicherweise volksverhetzender Internetvideos ist ein Berliner Grundschullehrer fristlos und außerordentlich gekündigt worden.

Als “Volkslehrer” ist der Berliner Pädagoge im Netz unterwegs – und verbreitet dort im “Willi-will’s-wissen”-Duktus krude Thesen. Screenshot

Das entsprechende Kündigungsschreiben sei dem Lehrer kürzlich zugegangen, hieß es aus der Senatsbildungsverwaltung. Der Mann habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in einer internen Anhörung nicht entkräften können. Aufgrund der Videos bestünden «erhebliche Zweifel an der persönlichen Eignung» des Lehrers, sagte eine Sprecherin der Behörde. Zuvor hatten Medien über die Kündigung berichtet.

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Der Lehrer für Musik und Sport war im Januar vom Dienst freigestellt worden. Außerdem hatte die Senatsbildungsverwaltung Anzeige gegen den Mann erstattet. Er betreibt einen Youtube-Kanal, in dem er sich selbst als «Volkslehrer» bezeichnet. Ihm wird vorgeworfen, in Teilen seiner Videos volksverhetzende Aussagen zu verbreiten und den sogenannten «Reichsbürgern» nahezustehen. Die Gruppierung erkennt die Bundesrepublik sowie deren Behörden und Gesetze nicht an, sie wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Zu seiner Freistellung hatte der Lehrer in einer E-Mail an seine «Freunde, Unterstützer und Beobachter» geschrieben, ein Anwalt habe ihn zur Befragung durch seinen Arbeitgeber begleitet. Im Fall einer Kündigung werde er «selbstverständlich öffentlich dagegen vorgehen». Die Senatsbildungsverwaltung erklärte, der Lehrer habe die Möglichkeit, gegen die Kündigung zu klagen. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Bei dieser Entscheidung muss man sich langsam mal so seine Gedanken machen wohin die politische Hetze und Ausgrenzung noch hinführen wird.Ich denke es wird mehr zur Polarisierung innerhald der Gesellschaft führen, wenn man derartigeLeute , wie diesen Lehrer ins berufliche, wirtschaftliche und politische Abseits drängt.

  2. Ich denke, dass der Staat – wie jeder andere Arbeitgeber auch – Anspruch auf die Loyalität seiner Bediensteten hat. Und dass Eltern Anspruch darauf haben, dass sie ihre Kinder nicht Menschen anvertrauen müssen, die öffentlich mit politisch radikalen Positionen auftreten. Ich kenne den Herrn “Volkslehrer” nicht. Wenn ich mir seine thematische Agenda auf youtube anschaue (Rechtsrockfestival, Wehrmacht, “Ist Deutschland souverän?”, “Judenfrage”), bin ich allerdings froh, dass der meine Kinder nicht unterrichtet. Ich sehe auch nicht, dass “man” diesen Lehrer ins Abseits gestellt hätte. Da hat er sich selbst und offenbar höchst freiwillig hineinbegeben.

    Den Schuldienst halte ich für eine höchst ungeeignete Stelle, um Extremisten zu beschäftigen, nur damit sie nicht noch extremer werden.

  3. Die hier bei N4T zur Verfügung gestellten Videos, die ich mir ansah, stellten sich in ihrer Aufmachung zwar provokativ, aber nicht grenzüberschreitend dar. Allerdings würde ich mich in meiner Freizeit mit anderem beschäftigen, da dieser völkische Klimbim nicht mehr zeitgerecht ist und mir sehr altbacken erscheint.
    Dann schon liber gute klassische Musik, Jazz und Artrock der 70er Jahre. Ostereieranmalen kann man auch zu Hause mit den Kindern und tanzen kann man auch anders organisieren, aber jeder nach seiner Vorliebe.

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