Mathe-Abi wird nicht wiederholt – Tullner lässt Lehrer-Beschwerden zurückweisen

2

MAGDEBURG. War das Mathe-Abi in Sachsen-Anhalt zu schwer? Mehrere Lehrer haben Beschwerde eingelegt, doch das Bildungsministerium in Magdeburg sagt: Alle Aufgaben entsprachen den Vorgaben des Lehrplans.

Sachen Anhalts Bildungsminister Marco Tullner ist überzeugt, dass manche Schüler an Förderschulen besser aufgehoben sind als an allgemeinbildenden. Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband / flickr (CC BY 2.0)
Alles korrekt gelaufen – meint Bildungsminister Tullner. Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband / flickr (CC BY 2.0)

Keine Wiederholung der Abiprüfung: Das Mathematik-Abitur in Sachsen-Anhalt gilt. Das Bildungsministerium wies am Freitag die Beschwerden mehrerer Lehrer zurück, wonach manche Aufgaben auf Leistungskurs-Niveau unlösbar gewesen seien, weil sie nicht im Lehrplan stünden. Die Vorwürfe seien geprüft worden und hätten sich nicht bestätigt, sagte ein Sprecher des Hauses von Bildungsminister Marco Tullner (CDU). Die Aufgaben entsprächen in vollem Umfang sowohl dem Lehrplan in Sachsen-Anhalt, als auch den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK). Die Aufgaben seien auch nicht missverständlich formuliert gewesen.

Anzeige


Konkret ging es um das Mathe-Abi von rund 1540 Abiturienten auf Leistungskursniveau. Insgesamt habe es fünf Beschwerden gegeben, zwei schriftlich und drei mündlich am Telefon. Moniert wurden vor allem Aufgaben aus dem Bereich der Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber auch aus dem Bereich Geometrie.

Seit vorigem Jahr teilen sich alle Bundesländer für mehrere Fächer Aufgaben aus einem gemeinsamen Pool. So soll das Abitur vergleichbarer werden. Alle Aufgaben würden in Berlin zentral geprüft, erklärte Siegfried Eisenmann, Direktor des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (Lisa). Die Aufgaben entsprächen damit einheitlichen Kriterien. Thurmann sagte, Sachsen-Anhalt habe deshalb keinen Spielraum, von diesem Standard abzuweichen.

Um die Lehrer auf die neuen bundesweiten Abi-Standards vorzubereiten, habe es umfangreiche Schulungen gegeben, sagte Eisenmann. Allein für den Bereich Mathematik der höheren Klassenstufen wurden in den vergangenen drei Jahren demnach rund 1200 Lehrer fortgebildet. Die Nachfrage nach den Fortbildungen sei groß gewesen. «Alle Schulen hatten Gelegenheit, daran teilzunehmen.»

Eisenmann wies darauf hin, dass es zur Anforderung an ein Mathe-Abi auf Leistungskurs-Niveau gehöre, dass auch Aufgaben mit wenig vertrautem Kontext und hoher Komplexität dazuzählten. Das sei im Lehrplan ausdrücklich klargestellt. Schüler könnten somit nicht erwarten, jede Aufgabenstellung bereits aus dem Unterricht genau zu kennen.

Auch bei der Bewertung des diesjährigen Mathe-Abis könne man keine Abstriche von den Vorgaben der KMK machen, sagte Thurmann. Alle Schulen würden aber nochmals darauf hingewiesen, welche Spielräume im Rahmen der Möglichkeiten bei der Bewertung der Prüfung bestehen.

Diskussionen um zu schwere Abi-Aufgaben seien nicht ungewöhnlich, sagte Thurmann. Im Jahr 2015 habe es ebenfalls wegen der Mathe-Prüfungen eine größere Welle an Hinweisen gegeben.

Auch in anderen Bundesländern sind vermeintlich zu schwere Prüfungsaufgaben immer wieder Thema. Manchmal werden dabei tatsächlich Pannen aufgedeckt. In Brandenburg etwa sollten dieses Jahr nach Angaben des Bildungsministeriums an zwei Oberstufenzentren Themen in der Prüfung abgefragt werden, die gar nicht unterrichtet worden waren. Das Ministerium kündigte eine genaue Untersuchung an. Von Simon Ribnitzky, dpa

Wieder Panne bei zentralen Mathe-Prüfungen – Schüler dürfen wiederholen

 

Anzeige


2 KOMMENTARE

  1. Man müsste wirklich mal den Wortlaut der Aufgaben und der Lösungen mit dem des Lehrplans vergleichen. Wenn ein Thema nicht unterrichtet wurde, muss das Gründe haben. Hatten Schüler und/oder Lehrer Einflusss auf die zu bearbeitenden Aufgaben am Prüfungstag? Es gibt Bundesländer, an denen die Lehrer aussuchen, und andere, an denen die Schüler Auswahlzeit bekommen. Falls ja, gäbe es ja evtl. Möglichkeiten, diese Teilaufgaben zu umgehen.

  2. Es haben sich fünf Lehrer beschwert? Also ist die Zahl zwischen4 und 6 gemeint? Man sollte meinen, dass die Zahl der Beschwerden deutlich höher sein müsste, wenn diese Vorwürfe Substanz haben sollten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here