Verhandlungen zu katholischen Schulen zwischen Erzbistum und Schulgenossenschaft gescheitert

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HAMBURG. Es sieht nicht gut aus für die von der Schließung bedrohten katholischen Schulen in Hamburg. Die Gremien des Erzbistums haben gegen eine Kooperation mit der Schulgenossenschaft gestimmt. Jetzt muss der Erzbischof entscheiden.

Die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern scheinen verhärtet zu sein.  Foto: Martin Abegglen / flickr / CC BY-SA 2.0

Die Verhandlungen über die Rettung mehrerer katholischer Schulen in Hamburg stehen vor dem Aus. Wie das Erzbistum jetzt mitteilte, haben die Gremien des Erzbistums Hamburg für ein Ende der Verhandlungen mit der Initiative Hamburger Schulgenossenschaft gestimmt. Sechs Bistumsgremien seien am Dienstagabend auf einer Sondersitzung zu dem Ergebnis gekommen, von einer Kooperation Abstand zu nehmen. Die Gremien hätten mit deutlicher Mehrheit gegen eine Fortsetzung der Verhandlungen gestimmt.

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Das letzte Wort hat nun Erzbischof Stefan Heße. Dabei werde er auch die Stellungnahmen der schulischen Hamburger Gremien berücksichtigen, teilte das Bistum mit. Das sind die Schulleiterkonferenz, die Gesamtelternvertretung, die Gesamtschülervertretung und die Gesamtmitarbeitervertretung. Danach werde der Erzbischof in der kommenden Woche seine Entscheidung mitteilen.

«Unterm Strich haben die Gremien vor allem die Gefahr gesehen, dass der Sanierungskurs des Erzbistums gefährdet wird, weil durch die Kooperation mit der Schulgenossenschaft erhebliche finanzielle Belastungen auf das Erzbistum zukommen könnten», sagte Erzbistum-Sprecher Manfred Nielen. Es sei bisher unklar, ob die Schulgenossenschaft wie angekündigt eine bedeutende Summe für die Weiterführung der vor dem Aus stehenden katholischen Schulen beisteuern könnte.

Eine gemeinsame Verantwortung

Den Gremien lagen die «Unterlagen für die Entscheidungsfindung des Erzbistums über die Übernahme gemeinsamer Verantwortung für die katholischen Schulen in Hamburg» vor, die die Initiative Hamburger Schulgenossenschaft am Sonntag veröffentlicht hatte. Dazu gestellt waren Stellungnahmen aus wirtschaftlicher, rechtlicher und schulischer Perspektive aus den Fachabteilungen der Bistumsverwaltung. Über eine Fortführung der Verhandlungen stimmten dann Diözesanpastoralrat, Priesterrat, Kirchensteuerrat, Diözesanvermögensverwaltungsrat, Konsultorenkollegium und die Pfarrerkonferenz ab.

Am Sonntag hatte die Schulgenossenschaft Details zu einem Rettungsplan vorgelegt. Gemeinsam mit dem Erzbistum wollte sie zunächst fünf Schulen betreiben. Im Januar hatte das Erzbistum angekündigt, aus Finanznot bis zu 8 von 21 katholischen Schulen in Hamburg schließen zu wollen.

Das Erzbistum Hamburg ist mit knapp 80 Millionen Euro überschuldet. Nach einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young würde die Summe bis 2021 auf bis zu 350 Millionen Euro wachsen, falls nicht umgesteuert wird. Das Erzbistum unterhält in Hamburg bislang 18 Grund- und Stadtteilschulen sowie drei Gymnasien mit insgesamt rund 9.000 Schülern. Es ist damit der größte private Schulträger in Hamburg. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Kann man uns bitte auch mal verraten, was der Knackpunkt bei den Verhandlungen nun ist, wo doch die Unterlagen angeblich veröffentlicht sind? Was steht denn drin, und was ärgert die Pfaffen? Vielleicht, dass man auch geschiedene Lehrer/innen zu beschäftigen gedenkt? Oder geht’s nur ums liebe Geld? Das wäre allerdings schäbig. Die Pfaffen wollen gern die Welt mit allem möglichen beglücken, aber die Kirchenfinanzen, die müssen dabei stimmen, alles im Namen Jesu. Der “Diözesanvermögensverwaltungsrat”, der ist wichtig.

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