Wirschaftsminister fordert: Mathe-Unterricht muss unterhaltsamer werden

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KIEL. Mathe, nein Danke! Nicht wenige Schüler denken so. Die Abschlussnoten in dem Fach sind entsprechend schlecht. In Schleswig-Holstein will Wirtschaftsminister Buchholz gegensteuern. Mathe-Unterricht soll attraktiver werden, fordert er.

Mathematik ist faszinierend, aber nicht für jeden verständlich.                           Foto: Jakob / flickr / CC BY 2.0

In Schleswig-Holstein ist das Leistungsniveau bei den diesjährigen Abschlussprüfungen auf einen Notendurchschnitt von 3,9 abgesackt. Das ist aus Sicht von Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz besorgniserregend. «Wenn wir unseren Fachkräftemangel in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft wirklich in den Griff bekommen wollen, dann müssen wir hier dringend besser werden», sagte der FDP-Politiker im Gespräch. «Vor allem muss es allen Verantwortlichen besser gelingen, Mathematik unterhaltsamer und damit attraktiver zu machen.» Es könne auch nicht sein, dass schon teilweise in der Grundschule fachfremde Aushilfslehrer eingesetzt würden, um den Matheunterricht überhaupt aufrechtzuerhalten.

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Forderungen der SPD im Landtag, die Zensuren nach der Abschluss-Schlappe schlichtweg um eine halbe Note heraufzusetzen, erteilte Buchholz eine klare Absage. «Das wäre ja so, als würden unsere Straßenbauer Schotterwege einfach schwarz anstreichen statt sie zu asphaltieren.» Ein Mindestmaß an mathematischem Handwerkszeug sei für den größten Teil der Ausbildungsberufe die wichtigste Eintrittskarte, sagte Buchholz. «Das gilt auch für viele Jobs, bei denen man einen Zusammenhang zur Mathematik auf den ersten Blick vielleicht nicht ausmachen würde, etwa bei vielen handwerklichen Berufen.»

Er sei sich mit Bildungsministerin Karin Prien (CDU) einig, dass der Unterricht sowohl in Mathematik als auch in den Naturwissenschaften insgesamt gestärkt und das Anspruchsniveau der Prüfungen wieder erhöht werden müssten. Aus Sicht der Wirtschaft müsse die Zahl geeigneter Bewerber für Ausbildungsplätze steigen. «Und wir brauchen jeden Einzelnen, um das Land zukunftssicher zu machen.» Schulen müssten dringend in die Lage versetzt werden, die mathematischen Fähigkeiten der Schüler angemessen zu unterstützen, aber auch Leistung zu fordern.

Nach den Worten des Ministers werden motivierende Konzepte mit Berufs- und Praxisbezug benötigt. «Aber auch die Idee, das Interesse für die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik, bereits in Kita und Grundschule zu fördern, ist genau der richtige Weg.» Und wenn die Schüler am Sinn des Mathematikunterrichtes zweifeln, sagte Buchholz: «Allein der Umgang mit dem eigenen Geld sollte deutlich machen, dass man mit Mathe besser durchs Leben kommt». dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Die Forderung liest sich wie von jemandem, der das Fach Mathematik in der Schule gehasst hat. Unterhaltung zielt außerdem auf Spaß ab, der im Widerspruch zu Lernen und Arbeiten steht.

  2. Es ist Zeit, dass die Politik sich ernsthaft der Frage stellt, welche außerschulischen Faktoren den ständigen Leistungsrückgang der Schüler mitverursachen.

  3. “Vor allem muss es allen Verantwortlichen besser gelingen, Mathematik unterhaltsamer und damit attraktiver zu machen.”

    Grandios, das ist eins zu eins die Forderung, die bildungsferne Eltern häufig stellen.
    Immer dieses bescheuerte Denken, dass Kinder eigentlich lernen wollen, wenn man es ihnen nur richtig anbietet. Das liebe Politiker ist aus einem anderen Zusammenhang gerissen. Jedes Kind möchte lernen, es möchte auf einen Baum klettern, herunterfallen, und dadurch lernen, dass es ggf. einen Fehler gemacht hat. Das ist natürliches lernen, was ein Mensch möchte. Kaum jemand möchte mit 33 anderen Kindern eingefercht in einem Raum sitzen und die Dinge lernen, die in der Schule gelernt werden. Der Unterrichtsstoff, der zu vermitteln ist, ist nicht mit natürlichem Lernen und natürlichen Verhaltensweisen vereinbar und schon garnicht zum Nulltarif, wie es die Politiker gerne hätten.
    Je früher man dies akzeptiert, und akzeptiert, dass Kinder auch mal etwas lernen müssen, was sie nicht möchten, desto früher wird man gute Lösungen kommen. Es muss endlich aufhören, dass man den Schülern und Eltern auch noch einredet, dass ein anderer Unterricht dafür sorgen würde, dass alles besser ist.

    Sinnvolle Forderungen wären:
    -Eltern müssen ihre Kinder wieder erziehen.
    -Die Spaßgesellschaft muss akzeptieren, dass nicht alles im Leben Spaß macht, immerhin sollen die Kinder auf das Leben vorbereitet werden.
    -Für handlungsorientierten Unterricht müssen Gelder und zeitliche Ressourcen geschaffen werden.
    -Hört endlich auf, Kinder in Watte einzupacken. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder Grenzen gesetzt bekommen möchten!
    -Akzeptiert, dass nicht jedes Kind durch den in der Forschung beschriebenen Karawaneneffekt ein Genie wird! Wenn ich dafür sorge, dass immer bessere Noten gegeben werden, dass Wiederholen oder Verlassen der Schule immer schwieriger wird, dass immer mehr Schüler andere Schüler vom Lernen abhalten können, ohne dass echte Konsequenzen drohen, dann muss ich auch akzeptieren, dass das Leistungsniveau sinkt. Wer A sagt, muss auch B sagen.
    -Gebt den Schulen endlich die Ruhe, die sie brauchen. Beendet endlich diesen Reformwahnsinn, den jede Landesregierung alle 4-8 Jahre durchführt, nur weil der Bereich Schule einer der wenigen Bereiche ist, auf den eine Landesregierung Einfluss hat.

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