Zehn Jahre Kinderschutzgesetz in Rheinland-Pfalz – Zeit für eine Bilanz

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BUDENHEIM. Schwierige Situationen von Kindern früh erkennen – das ist ein Ziel des Kinderschutzgesetzes in Rheinland-Pfalz. Nach zehn Jahren Gesetz ziehen Landesregierung und Kinderschutzbund eine Bilanz.

Der Kinderschutzbund kämpft für eine glückliche Kindheit.       Foto: Therapy and Counseling Free Photos / flickr / CC BY 2.0

Der Deutsche Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz dringt auf eine engere Vernetzung von Jugendämtern, Kinderärzten und Hebammen, um Probleme früher zu erkennen. «Wenn sie alle Hand in Hand arbeiten, dann kann man da relativ viel zum Schutz von Kindern beitragen», sagte der Vorsitzende Christian Zainhofer im Gespräch. Das verbessere die Möglichkeiten, frühzeitig von außen eine mögliche Gefährdung eines Kindes festzustellen. Er hält mehr Geld für die kommunalen Jugendämter für notwendig, um vorsorgend eingreifen zu können. «Da sind der Bund und das Land echt gefordert, den Jugendämtern Geld in die Hand zu geben.»

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Eine Studie der Hochschule Koblenz hatte ergeben, dass viele Jugendämter in Deutschland ihren Aufgaben beim Kinderschutz nur unzureichend nachkommen. Auf rund 13.300 Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) kommen demnach mehr als eine Million Fälle. In Budenheim wollen sich nun Fachkräfte aus lokalen Netzwerken zur zweiten Kinderschutzkonferenz der Landesregierung und des Landesamts für Soziales und Jugend treffen.

Wenn Kinder Probleme haben, sollen die Eltern die passenden Hilfsangebote in Rheinland-Pfalz schneller finden – das plant die Landesregierung. «Die Unterstützungsangebote sollen noch zielgenauer dort abrufbar sein, wo die Familien leben, die Unterstützung benötigen – zum Beispiel in den Kitas, in den Schulen und in den entsprechenden Wohnvierteln», erklärte eine Sprecherin des Familienministeriums. «Wir brauchen auch mehr niedrigschwellige Angebote in unseren Familieninstitutionen wie zum Beispiel offene Treffs.» Die Unterstützung zum Beispiel für Alleinerziehende und Kinder psychisch kranker Eltern solle verstärkt werden, damit betroffene Familien nicht stigmatisiert würden.

Das Kinderschutzgesetz, das den Schutz des Kindeswohls und der Kindergesundheit zum Ziel hat, wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Als größte Errungenschaft sieht das Familienministerium den Aufbau von Netzwerken in allen Kreisen und Städten. «Träger von Hilfsangeboten zum Thema Erziehung sind neben den Jugendämtern auch die Gesundheitsämter, Familienhebammen und Schwangerenberatungsstellen», sagte Familienstaatssekretärin Christiane Rohleder (Grüne). Zu den Netzwerken gehörten auch Kitas, Polizei, Schulen und Beratungsstellen. Im Rahmen des Landeskinderschutzgesetzes erhalten die Jugendämter rund 1,4 Millionen Euro im Jahr vom Land.

Der Kinderschutzbund, der in diesem Jahr 50 wird, sieht trotz vieler Errungenschaften auch noch Herausforderungen für den Schutz von Kindern. Die Kinderrechte seien zumindest in der Verfassung erwähnt und Rheinland-Pfalz habe gebührenfreie Kitas, sagte Zainhofer. Aber: «Auch in Rheinland-Pfalz leben Kinder in Armut, das muss man ganz klar sagen. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es Fälle der Vernachlässigung, es gibt Fälle von sexuellen Übergriffen.»

Der Kinderschutzbund fordert flexiblere Öffnungszeiten der Kindertagesstätten. «Es ist für jemanden, der allein erziehend ist und Nachtschicht arbeiten muss, ein riesiges Problem, wenn er keine Familie hat, seine Kinder unterzubringen», sagte Verbandschef Zainhofer. «Im Endeffekt heißt das, wenn man nichts macht, dass solche Leute den Job verlieren, es sei denn, der Arbeitgeber nimmt darauf Rücksicht.» Im Land gibt es rund 2.500 Kitas. dpa

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