Der Fall Özil und die hysterische Debatte um Integration – Bildungsdaten zeigen: Sie gelingt immer besser!

70

BERLIN. Die Debatte um den Rücktritt von Mesut Özil aus der Fußball-Nationalmannschaft und – damit verbunden – um die Integration von Migranten in Deutschland nimmt irrationale Züge an. „Dass #Özil geht, ist ein Armutszeugnis für unser Land. Werden wir jemals dazugehören? Meine Zweifel werden täglich größer“, so twittert etwa die Berliner Staatssekretärin Sawsan Cheblii (SPD). Für die Migrationsforscherin Prof. Naika Foroutan zeigt der Fall eine starke Entfremdung zwischen der Mehrheitsgesellschaft und Migranten in Deutschland. Tatsache ist: Anhand von Bildungsdaten lässt sich eine solche Entfremdung nicht nachweisen – im Gegenteil: Migrantenkinder holen rasant auf. Allerdings gibt es nach wie vor Hinweise darauf, dass sie im deutschen Schulsystem benachteiligt werden.

Für Schüler mit Migrationshintergrund hängen die Trauben in Deutschland immer noch höher. Foto: fsHH / pixabay (CC0 Public Domain)
Für Schüler mit Migrationshintergrund ist es nicht immer leicht, in Deutschland erfolgreich zu sein. Foto: fsHH / pixabay (CC0 Public Domain)

Sozial benachteiligte Schüler, darunter viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, haben offenbar heute in Deutschland deutlich bessere Bildungschancen als noch vor zwölf Jahren. Dies ergab unlängst eine Sonderauswertung von PISA-Daten. Der Anteil der gut abschneidenden Schüler mit schwieriger sozialer, wirtschaftlicher Ausgangslage sei so stark gewachsen wie in kaum einem anderen Land der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), stellte PISA-Direktor Andreas Schleicher bei der Präsentation der Studie fest. Positiv hätten mehr Ganztagsschulen gewirkt, die Zusammenführung von Haupt- und Realschulen und somit eine bessere soziale Mischung, mehr frühkindliche Bildung an Kitas und eine stärkere Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund. „Diesen Weg müssen wir weitergehen“, forderte Schleicher.

Höheres Abbruchrisiko

Anzeige


Dennoch bleibt viel zu tun. Denn Deutschland liegt bei der Chancengleichheit nach wie vor unter dem OECD-Schnitt. Schleicher: „Der soziale Hintergrund ist immer noch eine Barriere.“ Das belegt auch der Chancen-Spiegel, eine jährliche Bildungsstudie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Für ausländische Schüler war danach das Risiko eines Schulabbruchs ebenso wie für deutsche Schüler lange Zeit gesunken. Seit 2011 jedoch haben sich die Entwicklungen entkoppelt: Während der Anteil der deutschen Schüler ohne Abschluss weiter abgenommen hat, ist der der Ausländer aktuell wieder (leicht) auf 12,9 Prozent angestiegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der 150.000 Schulabbrecher ohne Ausbildung später arbeitslos werde, sei bei Ausländern drei- bis viermal höher als bei Schülern mit deutschem Pass, hieß es.

Auch an weiteren Punkten im Schulsystem lassen sich Unterschiede zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund ausmachen, wie Prof. Haci Halil Uslucan, Professor für Moderne Türkeistudien und Integrationsforschung der Universität Duisburg-Essen, auf dem Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf feststellte:

  • Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in Sonder- und Förderschulen deutlich überrepräsentiert.
  • Selbst wenn Schüler mit Migrationshintergrund einen Abschluss erlangen:  Er fällt im Schnitt niedriger aus als der von deutschstämmigen Absolventen.
  • Dreimal so viele deutschstämmige Kinder schaffen den Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium im Vergleich zu Kindern mit Migrationshintergrund.
  • Je nach Bundesland ist die Sitzenbleiber-Quote bei Kindern mit Migrationshintergrund doppelt bis viermal so hoch wie bei Kindern ohne.

Vorbehalte von Lehrern spielen Lehrer spielen dabei womöglich eine Rolle. Forscher des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration äußerten den Verdacht, dass Lehrer Kindern aus türkischstämmigen Familien weniger zutrauen – auch dann wenn sich deren Leistungen faktisch nicht von denen der anderen unterscheiden. Schülern, an die sie geringere Erwartungen hätten, schenkten Lehrer weniger Aufmerksamkeit und riefen sie seltener auf, hieß es. „Verzerrte Lehrererwartungen beeinflussen die Kompetenzentwicklung von Kindern“, so resümierten die Wissenschaftler.

Bildungsforscher der Uni Mannheim stoßen in dieselbe Kerbe. Sie veröffentlichten den Befund, dass Gymnasiallehrer in Mathematik Schüler mit Migrationshintergrund schlechter benoteten als Kinder ohne – bei gleicher Sprachfertigkeit, ähnlicher sozialer Herkunft und obwohl die Kinder in standardisierten Tests gleich gut abschnitten. „Dass Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund deutlich seltener eine Gymnasialempfehlung erhalten, war bekannt“, erklärte Studienleiterin Meike Bonefeld. „Dass aber solche Unterschiede auch noch auf dem Gymnasium weiter existieren, haben wir so nicht erwartet. Wir deuten diese als einen Hinweis auf systematische Benachteiligungsprozesse im deutschen Bildungssystem auch nach dem bedeutsamen Übergang in die Sekundarstufe.“

Und trotzdem: In der Gesamtschau ist das Bildungsniveau von Migranten in Deutschland kaum schlechter als das der Deutschstämmigen – in der Spitze jedenfalls nicht. Zwar ist laut Destatis der Anteil von Menschen ohne Schulabschluss unter Migranten mit 9 und 14 Prozent viereinhalb (bei 25 – 34-jährigen) bis siebenmal (bei 45 – 54-jährigen ) so hoch wie unter Deutschstämmigen (jeweils 2 Prozent). Aber: Der Anteil der Abiturienten ist mit knapp der Hälfte (bei 25 – 34-jährigen) bzw. rund einem Drittel (bei 45 – 54-jährigen) fast identisch. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Sind viele Muslime in Deutschland überhaupt integrationswillig? Der Fall Özil/Gündogan befeuert eine Debatte, die die Schulen betrifft

 

Anzeige


70 KOMMENTARE

  1. Die Statistiken würden aussagekräftiger werden, wenn man die Herkunftsländer mal aufschlüsseln würde. Bei den so korrigierten Ergebnissen befürchte ich aber Erkenntnisse, die die Macher nicht gerne lesen wollen. Es gibt massive Verschiebungen bei den Nationalitäten, wenn man sich die der Schulabbrecher, Sitzenbleiber, Gymnasiasten, Abiturienten usw. anschaut. Für so etwas ist Frau Chebli auch zuständig, nicht nur für ihre eigene Bevölkerungsgruppe.

    • Warum gibt denn keine Politiker für Integrationspolitik mit einem Polnischen oder einem russischen Migrationshintergrund.Das sind doch viel mehr Menschen als aus dem arabischen oder dem türkischen Raum? Außerdem passen die sich besser in unsere vorhandenen Strukturen ein, haben besserte Schulabschlüsse, sind kulturell ähnlich aufgestellt und bejahen mehr unsere Kultur.

      • Wie kommen Sie denn darauf? Es gibt selbst unter Rußlanddeutschen Integrationsprobleme.

        Aus einem aktuellen Bericht des MDR:

        “Bei Älteren ist das wirklich ein großes Problem. Die wurden von den Problemen der 1990er-Jahre kalt erwischt. Damals gab es auch keinen Integrationsplan”, sagt Stratievski. Viele von ihnen seien mental nie in der Bundesrepublik angekommen. Noch heute gebe es russlanddeutsche Communities, in denen die Alten unter sich blieben, russisch sprechen und russisches Fernsehen schauen würden, sagt Stratievski. “Es gibt sogar einen eigenen Begriff für sie: ‘Russaki’. Das heißt: Nicht ganz eingedeutscht, aber auch keine Russen mehr”, berichtet der Politologe.”

        https://www.mdr.de/zeitreise/integration-von-russlanddeutschen-100.html

        Vielleicht lässt man einfach mal die Kirche im Dorf – und gesteht allen Menschen zu, dass sie sich mit der Eingewöhnung in eine neue Gesellschaft nicht immer so leicht tun und den Hang haben, sich in heimatlichen Communities zusammenzuschließen (und macht das nicht immer zu einem islamischen Sonderproblem). Zweitens: Deutschland hat jahrzehntelang mit der Lebenslüge gelebt, kein Einwanderungsland zu sein – deshalb bedurfte es auch keiner Integrationspolitik. Man hat die Menschen weitgehend sich selbst überlassen (anders als in Skandinavien etwa, wo immer auch Sprach- und Integrationskurse gab). Die Folgen sind erkennbar.

        • “Deutschland hat jahrzehntelang mit der Lebenslüge gelebt, kein Einwanderungsland zu sein – deshalb bedurfte es auch keiner Integrationspolitik.”

          Falsch! Das war – wie immer man dazu stehen mag – keine Lebenslüge, sondern eine Grundeinstellung. “Das alte Deutschland” wollte keine Einwanderer, Deutschland wollte Gastarbeiter, die wieder gehen, wenn man sie nicht mehr braucht und, wenn man ehrlich ist, auch die Gastarbeiter wollten zunächst keine Einwanderer sein, sondern wieder gehen, wenn sie genug verdient haben. Das heißt, das entsprach seinerzeit der beiderseitigen Grundeinstellung und war keine Lüge.

          Deutschland ist inzwischen zu einem Einwanderungsland geworden, weil ein Großteil der ehemaligen Gastarbeiter und ihrer Nachkommen bleiben und nicht zurückkehren will und (!) man die Türen und Tore für Einwanderer geöffnet und sich die politische Einstellung bei einem Großteil bzw. einem bestimmten Spektrum in Politik und Gesellschaft ihnen gegenüber verändert hat.

          • Eine “Grundeinstellung”, die auf falschen Fakten beruht, nennt man eine Lebenslüge.

            Natürlich wollte man Gastarbeiter – und hat sich dann gewundert, dass Menschen kamen.

            Es wurden seinerzeit ja keine befristeten Visa ausgegegeben, die eine Rückreisepflicht beinhaltet hätten. Insofern ist das, was Sie als vermeintliche oder tatsächlich Beweggründe anführen, eine nachträgliche Interpretation. Kann sein. Kann auch nicht so sein. Fakt ist: Menschen ins Land zu holen ohne eine klare Rückkehrvereinbarung – ist Einwanderung. Noch 2006 hat sich der damalige Bundesfinanzminister (und heutige Bundestagspräsident) Schäuble hingestellt und gesagt: “Deutschland ist kein Einwanderungsland.” Das war völlig fernab der Realität.

            Hier ist ein interesantes Interview zur Geschichte der Einwandung in Deutschland. Zitat daraus: “Dass tatsächlich Einwanderung stattfindet, hat man schon in den frühen 60er Jahren erkannt.”

            https://www.tagesspiegel.de/politik/50-jahre-anwerbevertrag-man-koennte-von-einer-auswandererelite-sprechen/5441710.html

            Hier die Quelle für das Schäuble-Zitat:
            https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-sind-kein-einwanderungsland/783936.html

        • bei der ersten Generation lasse ich das Argument Eingewöhnung noch gelten. Bei der zweiten oder der aktuell die Schule besuchende dritten Generation ist das Unsinn. Sie wissen das auch, wollen durch Ihr Beispiel mit den Russen nur vom Thema ablenken.

        • Dass ein in seiner Eitelkeit und seinem Stolz gekränkter Multimillionär auf Grund der Kritik an seiner Spielweise im Nationalteam während der WM 2018 seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erklärt, ist seine persönliche Entscheidung.
          Dass dieser Spieler keine Probleme darin sah, sich öffentlich wirksam mit einem fundamentalistischen Despoten aus dem Land seiner Vorfahren ablichten zu lassen, der für die Entlassung oder Inhaftierung von zehntausenden Journalisten, Lehrern und Juristen verantwortlich ist und mit Notstandsgesetzen regiert, zeugt nicht gerade von der politischen Reife dieses Schalker Jungen.
          Die zahlreichen, sich in ihrem Gehalt an inhaltlicher Dummheit überbietenden Kommentare diverser Politiker, wie der des Putin-Freundes Gerhard Schröder oder einer Berliner Staatssekretärin Frau Chebli und anderer , tragen nicht gerade zur Versachlichung bezogen auf eine gelungene Integration bei, geschweige denn, dass mit diesen unsagbar dämlichen Randbemerkungen in irgend einer Weise zu einer sachlichen Diskussion beigetragen würde.
          Wahrscheinlich konnte man von diesen Leuten auch nichts anderes als einen “Basta”-Kommentar erwarten.
          Wo ist eigentlich eine Staatssekretärin Chebli anzusiedeln ?

      • Jede Gruppe ab einer kritischen Personenzahl hat Integrationsprobleme. Sie können sich auch mal die Hautfarbe von Menschen in den Vierteln US-amerikanischer Großstädte anschauen. Gemischt wird da nur sehr wenig.

        Es gibt auch Integrationsprobleme mit den Japanern in Düsseldorf. Allerdings werden diese 6500 Menschen als Bereicherung für die Stadt gesehen. Die Menschen aus dem arabischen Raum von Marokko bis Pakistan müssen also irgendetwas falsch machen. Lieber Bernd, warum wollen Sie das nicht sehen?

        • Da möchte ich Ihnen aber widersprechen, xxx. Es gibt Menschen in Deutschland, die Einwanderer eher als Bereicherung empfinden und Menschen, die Einwanderer eher nicht als Bereicherung empfinden. Letztere unterscheiden grundsätzlich nicht zwischen Japanern oder Türken. Türken sind nur viel mehr da und fallen daher mehr auf. Wenn sie jetzt auf Einwanderer aus Skandinavien oder Westeuropa verweisen, so gilt im Prinzip auch: Je unauffälliger, desto “egaler”; je auffälliger aber, weil “anders” im Aussehen, Auftreten und in der Kultur, inklusive Religion (+ je höhere Anzahl), desto größer auch die Ablehnung bei der letzteren Gruppe.

          Die Vietnamesen in Ostdeutschland teilen das Schicksal der Türken in Westdeutschland. Es gab seinerzeit kaum Türken im Osten, aber vergleichsweise viele Vietnamesen (ehemalige “Vertragsarbeiter”). Denken Sie an die Ausschreitungen in Rostock 1992 / 1993 (?).

    • Auch wenn es Ihren immer wieder hier geäußerten Vorurteilen gegenüber Muslimen widerspricht, xxx: Bei allen Einwanderergruppen lassen sich Bildungserfolge ausmachen.

      “Für welches Land und welche Gruppe von Migranten die Forscher die Daten auch analysiert haben – die Fortschritte über die Generationen hinweg lassen sich überall feststellen.”

      https://www.welt.de/wirtschaft/article176790313/OECD-Das-Bildungswunder-der-Migrantenkinder-und-die-grosse-Enttaeuschung.html

      Gehören Sie übrigens zu den im Text genannten Mathe-Lehrern, die Migrantenkinder grundsätzlich schlechter beurteilen? In einem Ihrer letzten Posts haben Sie auf eine “Studie” eines bekannten Rassisten verwiesen, die Menschen unterschiedliche Intelligenzgrade abhängig von ihrer Herkunft zuweist. Wenn Sie das tatsächlich denken: Wie soll ein muslimischer Schüler bei Ihnen jemals ein Bein auf die Erde kriegen?

      • Sie dürfen gerne die Intelligenz nach Herkunft messen. Das geht auch in fairer Art und Weise sehr einfach:

        Jedes teilnehmende Land entwirft einen eigenen Test und nimmt am eigenen und an jedem Test aller anderen Länder teil. Die Auswertung zeigt dann die Ergebnisse. Damit kann man die Hypothese “Intelligenz ist regional unterschiedlich” bzw. “Intelligenz ist von der Region unabhängig” überprüfen. Viel Erfolg.

        Bevor wieder Rassismus oder die eine oder andere Phobie kommt: Da jedes Land einen eigenen Test entwirft und an jedes andere Land weitergibt, scheidet das aus.

        Ich bewerte übrigens nach gezeigter Leistung, wobei diese immer irgendwo zwischen dem, was theoretisch möglich und dem, was die Schüler bereit sind zu zeigen, liegt. Die Herkunft ist mir egal. Ich kann Schülern zeigen, wie etwas zu rechnen ist und ggf. sogar, warum das so geht. Ich kann Hilfestellung beim Training geben. Ich kann ihnen aber das Training nicht abnehmen, das müssen sie selbst tun. Wer das nicht einsieht, kriegt in der Tat kein Bein auf die Erde.

        Lieber Bernd, Sie sind übrigens erneut rassistisch, weil Sie die Ostasiaten und die Araber in einen Topf werfen. Das gilt aber für alle, die die Worte Migrationshintergrund und bildungsfern regelmäßig als Ausrede für im Schnitt schlechte Schülerleistungen verwenden.

      • Ach ja, lieber Bernd, die Bildungserfolge sind echt gut:

        “Sie stolperten bei der Untersuchung aber auch über einen potenziell besorgniserregenden Befund: Demnach ist das Bildungsniveau von Migrantinnen aus der Türkei im vergangenen Jahrzehnt deutlich zurückgegangen.

        Tatsächlich hat sich der Bildungsstand von Müttern, die von der Türkei nach Deutschland gekommen sind, im Laufe der Jahre verschlechtert. Vor allem der Anteil der türkischstämmigen Migrantinnen, die nicht einmal das Äquivalent eines Hauptschulabschlusses haben, ist zwischen 2000 und 2012 sprunghaft gestiegen.

        […]

        Dass die türkischen Frauen, die in späteren Jahren nach Deutschland kamen, weniger gut gebildet waren als diejenigen, die einige Jahre zuvor kamen, ist daher ungewöhnlich – und zugleich eine erhebliche Belastung für die künftige Integration.

        Denn frühere Studien der OECD, aber auch anderer Organisationen belegen, dass die Integration der Mütter ganz entscheidend dafür ist, wie gut die Kinder in der Schule abschneiden und wie leicht es ihnen später fällt, einen Arbeitsplatz zu finden.

        Diese Problematik betrifft derzeit insbesondere Frauen, die im Rahmen des Familiennachzugs kommen. In der Vergangenheit hatte die OECD bereits die deutsche Regierung gewarnt, den Familiennachzug bei Flüchtlingen auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn während es für die Flüchtlinge Sprach- und Integrationskurse gebe, würden die nachziehenden Familienmitglieder bisher vom Staat kaum erreicht.”

        (Zitate aus Bernds verlinkten Artikel aus der WELT)

        Cherry-Picking ist dagegen schlecht. Ich picke mal das heraus, was Sie weglassen mussten, um Ihre Aussage nicht zu torpedieren.

      • Bernd, lesen Sie Ihre eigenen Quellen nicht vollständig oder gehen Sie davon aus, dass andere sie nicht vollständig lesen?

        “Sie stolperten bei der Untersuchung aber auch über einen potenziell besorgniserregenden Befund: Demnach ist das Bildungsniveau von Migrantinnen aus der Türkei im vergangenen Jahrzehnt deutlich zurückgegangen.

        Tatsächlich hat sich der Bildungsstand von Müttern, die von der Türkei nach Deutschland gekommen sind, im Laufe der Jahre verschlechtert. Vor allem der Anteil der türkischstämmigen Migrantinnen, die nicht einmal das Äquivalent eines Hauptschulabschlusses haben, ist zwischen 2000 und 2012 sprunghaft gestiegen.

        Das ist umso überraschender, weil der allgemeine Trend in die entgegengesetzte Richtung läuft: Im Allgemeinen hat sich das Bildungsniveau der Neuankömmlinge im gleichen Zeitraum verbessert; das heißt, wer später zugewandert ist, war in der Regel besser gebildet als frühere Zuwanderer.

        Dass die türkischen Frauen, die in späteren Jahren nach Deutschland kamen, weniger gut gebildet waren als diejenigen, die einige Jahre zuvor kamen, ist daher ungewöhnlich – und zugleich eine erhebliche Belastung für die künftige Integration.

        Denn frühere Studien der OECD, aber auch anderer Organisationen belegen, dass die Integration der Mütter ganz entscheidend dafür ist, wie gut die Kinder in der Schule abschneiden und wie leicht es ihnen später fällt, einen Arbeitsplatz zu finden.”

        • Na, läuft der Geifer wieder darüber, dass Sie glauben, türkischstämmigen Menschen doch einen mitgeben zu können? Dafür sollten Sie allerdings erst mal sinnerfassend lesen lernen.

          Es handelt sich bei den Genannten um Frauen, die in der Türkei aufgewachsen sind – und nicht um Kinder und Jugendliche, die in Deutschland oder dem übrigen Europa zur Schule gegangen wären. Daraus lässt sich ableiten, dass das Schulsystem in der Türkei schlecht ist – und sonst gar nichts.

          Nochmal das Fazit der Wissenschaftler: “Für welches Land und welche Gruppe von Migranten die Forscher die Daten auch analysiert haben – die Fortschritte über die Generationen hinweg lassen sich überall feststellen.” Mit ihrer Hetze gegen Muslime und deren angebliche Integrationsunfähigkeit ist das nicht zusammenzubringen.

          • Lieber Bernd,
            genießen Sie es richtig zu liegen und sich überheblich aufzuführen?
            Formulierungen wie “Geifer überlaufen” sind zu persönlich, als dass man hier von einer sachlichen Diskussion sprechen kann.
            Wenn man sachlich bleibt, kann man Ihnen in dem von Ihnen genannten Punkt zustimmen. Es geht hier um zugezogene Mütter, was – wie Ihr Artikel auch sagt – in den kommenden Jahren unschöne Konsequenzen haben kann:
            “Denn frühere Studien der OECD, aber auch anderer Organisationen belegen, dass die Integration der Mütter ganz entscheidend dafür ist, wie gut die Kinder in der Schule abschneiden und wie leicht es ihnen später fällt, einen Arbeitsplatz zu finden.”
            Für den Bereich “Integration und Teilhabe” durch Bildung sollte man das berücksichtigen.
            Darüber hinaus könnte man Ihnen auch zustimmen, wenn Sie sagen “Daraus lässt sich ableiten, dass das Schulsystem in der Türkei schlecht ist – und sonst gar nichts. ”
            Das ist aber leider nur eine mögliche Schlussfolgerung (, die eine Beleidigung des türkischen Schulsystems ist und laut Artikel auch falsch).
            Eine andere wäre, dass die Mütter, die aus der Türkei einreisen, nicht den Durchschnitt beim dortigen Bildungsstand darstellen. Genauer gesagt liegt es eher nahe zu sagen, dass das Bildungssystem in der Türkei nicht so schlecht ist, sondern gerade die, die nach Deutschland gekommen sind, einen für die Türkei unterdurchschnittlichen Bildungsstand haben.
            (Vgl. “Dass die türkischen Frauen, die in späteren Jahren nach Deutschland kamen, weniger gut gebildet waren als diejenigen, die einige Jahre zuvor kamen …)
            So wie der news4teachers-Artikel es auch abschließt, geht es weniger darum, dass Menschen mit Migrationshintergund weniger leisten können. “Der Anteil der Abiturienten ist mit knapp der Hälfte bzw. rund einem Drittel fast identisch.” Dennoch ist der relative Anteil, wenn man nur die “Bildungsverlierer” betrachtet, bei Menschen mit Migrationshintergrund deutlich höher. Der von Ihnen verlinkte Artikel legt diesbezüglich nahe, dass es bei den Kindern der eingewanderten türkischen Mütter diesbezüglich eine Steigerung geben wird bzw. diese bereits ein Teil dieser Statistik sind.

  2. Solche Artikel wie diesen hier genieße ich beim Lesen immer wieder, weil er meiner Ansicht nach aufzeigt, dass es bei Themen wie Integration und Diskriminierung nur auf die Meinung der Verfasser ankommt, in welche Richtung man die Leserschaft führen möchte.
    Hier wird zum Beispiel durch relative und absolute Zahlen eine anscheinende Bildungsbenachteiligung aufgezeigt und auf Voreingenommenheit und “unsichtbare Hürden” geschlossen.
    Als im Vergleich dazu vor einigen Jahren faktisch eine gleiche Benachteiligung von Jungen im Vergleich zu Mädchen im deutschen Schulsystem nachgewiesen wurde, kamen plötzlich “Studien”, die das Thema verharmlosten. Da wurde die Fakten
    “Bei gleicher Leistung erhatten Jungen schlechtere Noten.” und
    “Bei gleichen Noten erhalten Jungen seltener eine Gymnasialempfehlung.” (weg-)relativiert.
    Auch spielte dann die Überrepräsentation von Jungen an Haupt- und Sonderschulen und ihre Unterrepräsentation an Gymnasien plötzlich keine Rolle mehr.
    Da hieß es schlicht, dass man Migration und andere Aspekte einbeziehen müsste. Also wurde nichts unternommen, weil es “keine” Benachteiligung gab.
    Ich vermute mal, dass bei “Jungenförderung” keine Stiftungs- und Spendengelder zu akquirieren sind.
    Beim Thema Integration sieht es da natürlich anders aus. Da wird dann sofort “scharf geschossen”, weil eine “klare” Benachteiligung vorliegt.
    Dies zeigt der Artikel auch, indem er schön und angenehm Brücken schlägt und seriös wirkt, während er doch nur eine Meinung transportiert:
    1. Es werden vier Fakten von Prof. Haci Halil Uslucan genannt, die eine mögliche Benachteiligung implizieren, aber nicht nachweisen.
    2. Hier spielt “WOHLMÖGLICH” etwas eine Rolle. Man hat einen “VERDACHT”. Ob ein Zusammenhang der vier Fakten zu den Lehrererwartungen besteht, ist nicht nachgewiesen, wird aber hier als Vorurteil gegenüber Lehkräften, die ja sicher Vorurteile haben, in den Raum gestellt. (Feinste Ironie)
    3. Dann folgt eine Studie, die Sprachfertigkeit, soziale Herkunft und standardisierte Tests mit den Schulnoten vergleicht. Das klingt gut, aber ist es valide? Woher stammen denn die Schulnoten? Sind das die Noten der Klassenarbeiten, die der sonstigen Mitarbeit oder die Zeugnisnoten? Wurden die Kinder im Unterricht begleitet, um ihr Verhalten und andere Aspekte zu betrachten? Wenn sich Noten so einfach durch die soziale Herkunft, standartisierte Tests und die Sprachfertigkeit feststellen lassen, muss man als Lehrkraft die individuellen Lernwege der Kinder und ihre Kompetenzen ja während des Unterrichts nicht mehr beurteilen. Hierbei stelle ich auch die Werkzeuge der Studie in Frage, wenn ich mir die standartisierten Tests anschaue, die meine Schüler zum Beispiel als Lernstandserhebung in Klasse 8 ablegen müssen. Da wird nämlich vieles gestetet, aber nicht die Kompetenzen der Schüler im Fach Mathematik, weil es ja nur “richtig” oder “falsch” gibt, aber der Lösungsweg irrelevant ist.
    4. Ich verweise an dieser Stelle auf die Relativierungen, die eine Benachteiligung von Jungen gegenüber Mädchen “widerlegt” haben:
    a. Durchschnittlich zeigen Mädchen im Vergleich mit Jungen eine höhere Anstrengungskontrolle, Hemmungskontrolle und ein höheres Konformitätsbedürfnis. Dies befähigt sie u.a.zu besserer Konzentration und Impulshemmung.
    b. Dies [Anm.: Dass Mädchen trotz schlechteren Leistungen bessere Noten oder eine Gymnasialempfehlung erhalten] deutet darauf hin, dass bei der für die Gymnasialempfehlung entscheidenden Notenvergabe neben fachlichen Leistungen andere Kriterien bedeutsam sind.
    Die Frage nach der Berücksichtigung oder Untersuchung solcher Aspekte wie a. und b. kann man bei Jungen und Mädchen machen, aber ginge das auch bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund?
    Oder ist es an dieser Stelle besser hier nicht ins Detail zu gehen?
    Auch wenn ich mich wiederhole, so wurden bei der Untersuchung von Jungen und Mädchen viele Faktoren einbezogen, (vllt. nur) um dann zu sagen, dass sie zu vielschichtig sind, als dass man sie auf das Geschlecht reduzieren kann. Muss man dann an dieser Stelle nicht auch andere Faktoren einbeziehen?
    Es stellt sich doch zum Beispiel die Frage, warum man nur die Mathenoten von Gymnasiasten hier angibt. Was ist mit den anderen Noten? Gab es da keine “Benachteiligung”? Die Daten sollten doch vorliegen.
    Warum wird im letzten Abschnitt nur prozentual der Abituranteil angegeben? Gibt es da keine Unterschiede im Abiturschnitt? Oder ist das plötzlich alles “fair”?
    Die bewusste oder unbewusste selektive Auswahl an Fakten und Ideen und deren Zusammenstellung in diesem Artikel stellt für mich daher keine Berichterstattung, sondern Meinungsbildung dar.

      • Den ersten Absatz werfe ich auf Sie zurück.

        Aber wie dem auch sei, Jungs bzw. Männer werden wirklich benachteiligt. Studienplätze über Abiturschnitt, Stellenausschreibung mit Gleichstellung, Beförderung mit Frauenquote, Stellenschaffung für Gleichstellungsbeauftragte, alles in Richtung Gender Mainstream, vierte Welle Feminismus, SJW usw. geht in erster Linie in Richtung (weiße heterosexuelle) Männer.

      • @Bernd:
        Da Sie nur auf einen Bruchteil meines Kommentars eingegangen sind, gehe ich davon aus, dass Sie mir im restlichen Teil zustimmen. Sie sehen es also auch so, dass dieser Artikel Meinungsmache ist oder?

        (Bei der von mir angesprochenen Studie spreche ich von
        https://www.schulentwicklung.nrw.de/q/upload/Gender/GEW_Bildung_von_Geschlecht_Jungenbenachteil.pdf
        Mir ist diesbezüglich bewusst, dass es verschiedene Studien gibt.
        Hierbei verweise ich aber gerne auf die Diskussion um den Klimawandel, wo es auch zwei Seiten gibt. Absolut betrachtet kommen bei 5 Leugnern des Klimawandels aber 95 Menschen, die ihn nicht verleugnen.
        Wie sieht wohl das Verhältnis bei anderen Themen aus? Entscheidet da die Sache oder die Frage nach Kapital und Ideologie?)

        • Wenn für Sie Meinung oder Interesse so viel wiegt wie verifizierte Information, dann gibt’s zu allem zwei “Seiten” – zum Rauchen (die der Wissenschaft und die der Tabakindustrie), zum Klimawandel (die von Wissenschaftlern und die der AfD/Donald Trump), zur Herrschaft von Aliens auf der Erde etc.

          Was macht der Beitrag oben für Sie zur “Meinungsmache”? Er gibt – soweit ich das nach oberflächlicher Sichtung übersehen kann – aktuelle seriöse Studien zum Thema wieder. Können Sie auf aktuelle seriöse Studien verweisen, die anderes aussagen? Dann bitteschön. Sollte aber schon irgendwie mit dem Thema zu tun haben.

          • Lieber Bernd,
            da können Sie mich auch auf die Suche nach dem heiligen Gral schicken, wenn es um die Nennung einer Studie geht, die keine Diskriminierung von Kindern mit Migrationshintergrund belegt. Oder sind Sie so vermessen zu glauben, dass eine solche Studie finanziert wird?
            Bezüglich der Meinungsmache verweise ich auszugsweise auf meinen vorherigen Kommentar:
            Beim Thema Integration wird sofort “scharf geschossen”, weil eine “klare” Benachteiligung vorliegt.
            Dies zeigt der Artikel auch, indem er schön und angenehm Brücken schlägt und seriös wirkt, während er doch nur eine Meinung transportiert:
            1. Es werden vier Fakten von Prof. Haci Halil Uslucan genannt, die eine mögliche Benachteiligung implizieren, aber KEINEN ZUSAMMENHANG nachweisen.
            2. Hier spielt “WOHLMÖGLICH” etwas eine Rolle. Man hat einen “VERDACHT”. Ob ein Zusammenhang der vier Fakten zu den Lehrererwartungen besteht, ist nicht nachgewiesen, wird aber hier als Vorurteil gegenüber Lehkräften, die ja sicher Vorurteile haben, in den Raum gestellt. (Feinste Ironie)
            3. Dann folgt eine Studie, die Sprachfertigkeit, soziale Herkunft und standardisierte Tests mit den Schulnoten vergleicht. Das klingt gut, aber ist es valide?
            Woher stammen denn die Schulnoten? Sind das die Noten der Klassenarbeiten, die der sonstigen Mitarbeit oder die Zeugnisnoten?
            Wurden die Kinder im Unterricht begleitet, um ihr Verhalten und andere Aspekte zu betrachten? Wenn sich Noten so einfach durch die soziale Herkunft, standartisierte Tests und die Sprachfertigkeit feststellen lassen, muss man als Lehrkraft die individuellen Lernwege der Kinder und ihre Kompetenzen ja während des Unterrichts nicht mehr beurteilen.
            Andere Kriterien, die in der Studie nicht untersucht worden sind, aber zur Notenfindung beitragen, wurden also ignoriert.
            Hierbei stelle ich auch die Werkzeuge der Studie in Frage, wenn ich mir die standartisierten Tests anschaue, die meine Schüler zum Beispiel als Lernstandserhebung in Klasse 8 ablegen müssen. Da wird nämlich vieles gestetet, aber nicht die Kompetenzen der Schüler im Fach Mathematik, weil es ja nur “richtig” oder “falsch” gibt, aber der Lösungsweg irrelevant ist. Vielmehr ergibt sich dann eine Leistungsverteilung, die leistungsstarken Kindern nicht gerecht wird, weil sie die hohen Bewertugen nicht erreichen können, und leistungsschwächeren Kindern hilft, weil sie durch einfache Aufgaben den Mindeststandard erreichen.
            Es stellt sich ebenfalls die Frage, warum man hier nur die Mathenoten von Gymnasiasten berücksichtigt. Was ist mit den anderen Noten? Standartisierte Tests sollten doch auch in Englisch und Deutsch möglich sein. Oder gab es da keine “Benachteiligung”? Zumindest ein Vergleich der Daten mit den Noten im Fach Deutsch sollte doch möglich gewesen sein. Bei gleicher Sprachfähigkeit müsste man ja eine vergleichbare Note vermuten. Das würde dann aber implizieren, dass Mathematiker Rassisten sind (Sarkasmus).
            Die bewusste oder unbewusste selektive Auswahl an Fakten und Ideen und deren Zusammenstellung in diesem Artikel stellt für mich daher keine Berichterstattung, sondern Meinungsbildung dar.

          • Mit Verlaub, für mich ist der Beitrag oben auch recht einseitig und geht in Richtung Meinungsmache durch ausgewählte Studien. Sie wissen genau, dass es auf diesem und anderen ideologisch besetzten Gebieten immer wieder Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen gibt.
            Was soll also Ihre belehrende Vollmundigkeit, die in der Sache wenig bringt? Mit dem Thema hat der Beitrag von Peter Pan 314 mindestens ebenso viel zu tun wie das, was Sie von sich geben.

          • Wenn man nichts Substanzielles sagen kann, dann wird eben eine Verschwörungstheorie konstruiert. Natürlich werden immer nur Studien finanziert, die eine Benachteiligung von Migranten aufzeigen – klar. Das Ergebnis steht dann natürlich vorher fest, auch klar.

            Wenn Dummheit sich ideologisiert, kommt eine Argumentation wie die Ihre heraus, Peter0815 – oder Ihre, Stefan (“Sie wissen genau …”) Nein, weiß ich nicht. Welche Studien meinen Sie denn? Oder haben Sie sich deren Existenz einfach nur mal ausgedacht? So wie die AfD ihre “wissenschaftlichen” Klima-Studien zaubert?

            Ob eine Studie valide ist oder nicht, können Sie übrigens relativ leicht feststellen, die Herren. Schauen Sie einfach hinein – die Studien sind, wie alle seriösen wissenschaftlichen Arbeiten, öffentlich zugänglich.

            Ich hoffe sehr ernsthaft, dass Sie keine Lehrer sind – was wollen Sie denn Schülern erklären? “Zwei Seiten” gibt’s im Internet auch zu der Frage, ob die Erde tatsächlich eine Kugel ist. Oder ob 2+2 tatsächlich 4 ist. Sind das womöglich gar keine Wahrheiten, sondern nur dunkle Machenschaften heimlicher Herrscher, die uns manipulieren wollen? Wer weiß, wer weiß …

          • Das soll also jetzt ein “substanzieller Beitrag” von Bernd sein?
            Zumindest gibt es eine Studie, die eine Selbst-Benachteiligung von muslimischen Migranten aufzeigt, nämlich die von mir schon mal zitierte von A.Toprak und Ko-Autor auf der Homepage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Da gibt es dann Sätze der Art “die Einstellung der Eltern ist dem Bildungsaufstieg ihrer Kinder oft hinderlich” oder “Die Umgangsformen in der Familie und in der Schule unterscheiden sich so grundlegend, dass die muslimischen Jugendlichen sich in der Schule permanent unwohl fühlen und die Schule lieber möglichst schnell hinter sich bringen wollen.”
            Außerdem frage ich mich, ob Bernd schon mal einen PISA-Bericht gelesen hat. Da gibt’s immer einen Abschnitt zu den gemessenen Kompetenzen, aufgeschlüsselt nach Herkunftsländern. Manche MIgranten stehen gut da, andere nicht (die Türken haben im Schnitt immer die wenigsten PISA-Punkte, bei allen Studien, die ich gesehen habe). Also kann man nicht generell von einer Benachteiligung ALLER Migranten aus dem Ausland sprechen. Das ist Propaganda. Man sollte auch den jeweiligen Eigenanteil dabei würdigen, tut das aber prinzipiell nicht. Wer halt Koran-Lesen wichtiger findet als “unsere” westliche schulische Bildung, ist selbst Schuld. Das ist dann so ähnlich wie bei religiösen Sekten. Die behindern bekanntlich die Bildung ihrer Kinder massiv (worüber sich aber niemand aufregen will). Man vergleiche das, was E.S. unten geschrieben hat.

          • Im Post unten beschimpfen Sie Schleicher und PISA, im Post oben muss PISA für Ihre übliche Moslemhetze herhalten – was denn nun?

            Sie bestreiten, was keiner behauptet – natürlich werden nicht ALLE Migranten benachteiligt. Und natürlich gibt es mancherorts Probleme. Das steht auch im Beitrag oben, den Sie aber als “Meinungsmache” diskreditieren – was denn nun?

            In der Studie, die Sie hier zitieren, stehen übrigens noch andere bemerkenswerte Aussagen, die Sie offenbar vergessen haben wiederzugeben – etwa die:

            “Anerkennung führt zu Integration. Gute Sprachkenntnisse und erfolgreiche Bildungskarrieren sind Ausdruck von erfahrener Anerkennung – nicht umgekehrt.”

            “In einem Anerkennungsvakuum ist abweichendes Verhalten rational.”

            “Interkulturelle Kompetenz ist eine Schlüsselkompetenz für pädagogische Berufe.”

            “Chancengleichheit wird in den Bildungsinstitutionen implizit vorausgesetzt – sie sollte aber das Ziel sein.”

            So ist das mit dem Schwarzweiß-Denken. Hat halt mit einer bunten und vielgestaltigen Realität meist nicht viel zu tun.

            Hier ist die Studie übrigens zu bekommen: http://www.kas.de/wf/de/33.47755/

          • À propos schwarz-weiß, lieber Bernd. Für Sie gibt es zwischen rechtsextrem und Ihrer Meinung auch nichts. Kognitive Dissonanz kann man mit Doppelstandards bequem vermeiden.

            Viele Menschen in Deutschland haben Probleme mit der Anerkennung des Scharia-Islams, hingegen keine mit einem säkulären Islam.

            Sie fragen sich sicherlich, weshalb hier schon wieder das Wort Islam fällt. Die Antwort ist einfach: Die von Ihnen genannte “Interkulturelle Kompetenz” schränkt sich ausschließlich auf den Islam. Die Japaner mit ihrer ebenfalls sehr fremdartig wirkenden Kultur benötigen nach Ihrer Lesart keine interkulturelle Kompetenz.

          • Bei jemandem, der Intelligenz anhand von Herkunft herleiten möchte, fehlt mir allerdings der Sinn für Grautöne.

            Da sehe ich nur braun – einen Haufen Kacke.

          • Nicht herleiten, korrelieren. Mehr nicht. Cavalieri hat oben auch wieder etwas in die Richtung geschrieben (Zitat: “die Türken haben im Schnitt immer die wenigsten PISA-Punkte, bei allen Studien, die ich gesehen habe”). Das muss kein Zeichen von genetisch vererbter Intelligenz sein, möglicherweise aber eines von sozial vermittelter. Wenn das nicht untersucht wird, kann das auch niemand widerlegen. Der Grund dafür sind wahrscheinlich Menschen wie Sie, die das Wespennest aufwirbeln.

            Übrigens besteht ein Regenbogen aus mehr Farben als nur rot und grün.

          • Bernd: Ich schließe aus Ihren inhaltsarmen Sprüchen, dass Sie noch nie einen PISA-Bericht von innen gesehen haben, sonst wüssten Sie mehr. Steht doch alles im Internet. Das Problem mit Schleicher ist, dass er Dinge verkündet, die im Bericht gar nicht stehen, und daraus dann noch Schlüsse zieht, um die SPD-Bildungspolitik in Deutschland zu unterstützen (er ist selber SPD-Genosse). Und ich habe darauf hingewiesen, dass Schleicher selbst von anderen PISA-Experten (z.B. Klieme) deswegen Kritik bekam. Erfunden habe ich da nichts.
            Noch was: Ihre Zitate aus der Studie auf der kas-Seite enthalten etliche Postulate (z.B. interkulturelle Kompetenz, Chancengleichheit), also eine Art von Wunschdenken: “Ach möge es doch so sein, das wäre doch so schön.” Jaja, es wäre schön. Nur richtet sich die Wirklichkeit nicht nach sowas. Pädagogische Studien mit vielen Postulaten haben wir reichlich. Schon H.v.Hentig hat sich da betätigt.
            Zu guter Letzt: Die Intelligenzdebatte (das Thema hatte ich nicht angesprochen) wurde vor 40 Jahren noch in der ZEIT geführt, aber offener und nicht so politisch verkrampft:
            http://www.d-e-zimmer.de/HTML/2010iq.htm

          • @Bernd
            Von Intelligenz war doch gar nicht die Rede, sondern vom Scharia-Islam und von Kultur!
            Ich mag es einfach nicht, wenn Sie unliebsame Kommentare immer (bewusst) missverstehen und reflexartig “braune Kacke” diagnostizieren.

          • Ich hoffe, Bernd, Sie schimpfen noch lauter über die Schufa, die die Kreditwürdigkeit anhand des Vornamens, des Wohnortes und der Nachbarn berechnet. Im Unterschied zu den IQ-Tests sind die Schufa-Algorithmen Geschäftsgeheimnis.

          • Doch, Stefan – von Intelligenz war die Rede (an anderer Stelle auf News4teachers). Ich werde den Dreck jetzt nicht wiederholen, den xxx hier veröffentlicht hat.

            Deshalb nur die Reaktion der Redaktion auf xxx”s Beiträge dazu: “Ihre beiden Kommentare hier löschen wir nur aus dokumentarischen Gründen nicht – Sie haben deutliche Gegenreden erhalten, die wir gerne stehenlassen möchten. Wir sind allerdings fassungslos darüber, wie unverhohlen Sie hier rassistische Thesen vertreten (auch wenn sie diese nur “zitieren”). Wir werden hier auch sicher keine Diskussion darüber zulassen, ob Rassismus nicht vielleicht doch gerechtfertigt sei.”

          • Zur Intelligenz empfehle ich die ZEIT-Artikel, die man von dem obigen Link direkt anklicken kann. Das ist besser und kompetenter als alles, was sonst hier zu dem Thema gesagt wurde. Kleine Kostprobe aus dem dritten Artikel von oben:
            “Drittens wurden Kinder untersucht, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen. Die Erbtheorie sagt voraus, daß ihr IQ stärker mit dem ihrer natürlichen Eltern übereinstimmt als mit dem ihrer Adoptiveltern; die Milieutheorie das Gegenteil. Tatsächlich korreliert der IQ zwischen Stiefeltern und adoptierten Kindern nur mit 0,2, also etwa wie zwischen Cousins ersten Grades, zwischen Kindern und natürlichen Eltern aber, wie vorhergesagt, mit 0,5, selbst wenn die Kinder nicht bei ihnen aufwachsen.”
            Und aus dem ersten Artikel:
            “Fakten aus taktischen Gründen nicht zur Kenntnis zu nehmen, jede Art von willentlicher Ignoranz ist unvereinbar mit dem Prinzip der Wissenschaftlichkeit, das unsere Epoche beherrscht. Auch politisch wäre es auf längere Sicht töricht. Auf Illusionen läßt sich nichts Dauerhaftes bauen.”
            Das mit den Illusionen möchte ich dick unterstreichen.

          • Mangels Kenntnis der genauen Hintergründe der Studie, die eine Korrelation zwischen Inteligenzquotient und Herkunft nahelegt, bin ich diesbezüglich wohl über das Ziel hinaus geschossen. Wenn andererseits gleichzeitig jegliche Diskussion darüber abgewürgt wird, kann das auch nicht untersucht werden. Man könnte böse meinen, dass den Gegnern dieser Theorie das Risiko zu groß ist, dass die Befürworter doch Recht bekommen könnten. Aber lassen wir das an dieser Stelle.

            So oder so unterscheiden sich die Bildungsdaten von Mitteleuropäern, Ostasiaten und Arabern, um nur mal die relevantesten Bevölkerungsgruppen Deutschlands zu nennen, wobei die Ostasiaten leicht besser als die Mitteleuropäer und diese deutlich besser als die Araber abschneiden. Wenn wir um des Friedens Willen annehmen, dass die Gene dafür nicht verantwortlich sind, bleibt nur noch die Kultur übrig. Wie können wir es also schaffen, den Arabern eine angemessene Lernbereitschaft zu vermitteln, jedoch ohne unsere eigene mitteleuropäische Kultur aufzugeben, Statistiken schön zu reden, Schwächen einseitig zu ignorieren usw.? Ich persönlich bin da überfragt, weil der aktuelle Mainstream in Deutschland übertrieben geschrieben eher die vollständige Scharia-Islamisierung zulässt, als mal ein kritisches Wort über die Scharia zu verlieren.

          • Sie brauchen ja keinen “Dreck” zu wiederholen, Bernd, sondern nur den Beweis für Ihre Behauptung anzutreten. Geben Sie doch einen Link zum entsprechenden Thema und Diskussionsverlauf an!
            Dass die Reaktion “rassistische Thesen” behauptet, reicht nicht. Es wirkt so, als wollten Sie sich hinter dieser These verstecken.
            Bitte überzeugen Sie selbst, was das “rassistische” Reden von INTELLIGENZ angeht. Ein hinführender Link sollten doch keine Schwierigkeit sein.
            Es ist außerdem fragwürdig, jemandem auf einen Kommentar völlig unpassend und diffamierend zu antworten, um dann notfalls darauf zu verweisen, dass sich die Kritik auf einen früheren oder an anderer Stelle befindlichen Beitrag beziehe.
            Welcher Leser soll denn dann Rede und Antwort noch verstehen? So kann alles Mögliche an Unstimmigkeit oder gar Verunglimpfung von Personen mit anderer Meinung gerechtfertigt werden.

          • Nochmal – weil die von Bernd zitierte Klarstellung offenbar manchen Diskutierenden hier nicht reicht: News4teachers wird verkappten rassistischen Thesen unter dem Deckmantel einer abstrusen “Intelligenzforschung” keinen Raum geben, auch im Leserforum nicht.

            Sparen Sie sich also Links auf irgendwelche Beiträge dazu, wir veröffentlichen sie nicht. Wer sich seriös über das Thema informieren will, kann das mithilfe dieses aktuellen “Zeit”-Artikels tun, den wir zur Lektüre empfehlen:

            https://www.zeit.de/wissen/2018-03/rassenlehre-abstammung-intelligenz-rassismus-usa-rechtsruck

            Damit ist das Thema hier beendet.

            Die Redaktion

    • Seltsam ist jedenfalls, dass der obige Artikel wieder mal Jubelmeldungen von Herrn Schleicher wiederholt (“Positiv hätten mehr Ganztagsschulen gewirkt, die Zusammenführung von Haupt- und Realschulen und somit eine bessere soziale Mischung”), während schon vorher in
      https://www.news4teachers.de/2018/04/interpretiert-schleicher-zu-viel-in-die-pisa-daten-hinein-wissenschaftler-ueben-kritik-am-ranking/
      klar gesagt wurde, dass das politisch motiviert sei und hinsichtlich der Ganztagsschulen auch einfach nicht stimme. Prof. Klieme hatte in einem ZEIT-Artikel klargestellt:
      “Der ernüchternde Befund lautete immer wieder: Eine Wirkung der Ganztagsschule auf die Kompetenzen von Schülern ließ sich bisher nicht nachweisen, auch nicht bei Kindern aus sozial schwachen Familien.”
      Quelle: https://www.zeit.de/2018/07/pisa-studie-oecd-politik-eckhard-klieme
      Ich denke, genau deshalb ist PISA in Verruf geraten: Aus politischen Gründen wurde und wird zu viel hineininterpretiert, was wissenschaftlich gar nicht bewiesen ist. Funktionären wie Schleicher daf man schon gar nicht trauen. Da würde ich das Urteil von Klieme vorziehen.

  3. Mesut Özil hat Recht, wenn er sagt: Wenn er erfolgreich ist, ist er “einer von uns”; wenn er nicht erfolgreich ist, ist er Ausländer.

    So ist das aber immer. Die Deutschen sind auch immer gleich wieder Nazis, wenn man sich über sie ärgert. Man denke an die Darstellung unserer Politiker in ausländischen Pressemedien, wenn man miteinander einen Konflikt hat (Griechenland, Polen …). Wie schnell wird da zu Nazi-Symbolen gegriffen, um sie zu verunglimpfen. Oder man denke an ein harmloseres Beispiel. Haben Kinder was geleistet, ist es mein Sohn/meine Tochter; haben sie Mist gebaut, ist es dein Sohn/deine Tochter. Hätte Deutschland die Fußballweltmeisterschaft gewonnen, hätte nicht einer über die Probleme gesprochen, über die sich jetzt viele das Maul zerreißen (aber es hätte sie doch trotzdem gegeben?!).

    Das ist einfach so: Will man jemanden ärgern, sagt man etwas, worüber der andere sich ärgert.

    • Allein die Tatsache, dass jetzt Erdogan offenbar genau Bescheid weiß über Rassismus in Deutschland und angeblich genau weiß, dass Özil Recht hat:
      http://www.tagesschau.de/inland/oezil-143.html
      zeigt mir, dass das ein abgekartetes Spiel zwischen Özil und Erdogan ist. Özil ist offenbar ein politischer Lockvogel für Erdogans Interessen. Erdogan könnte ja auch mal sein Augenmerk auf die Diskriminierung von (inländischen) Minderheiten in der Türkei richten, z.B. Aleviten, Kurden, Christen, Atheisten, Homosexuelle, laizistische Politiker und Gewerkschafter etc. Könnten z.B. aus dem Ausland zugewanderte bekennende Atheisten in der türkischen Nationalmannschaft spielen? Was würde passieren, wenn sie sich weigerten, die türkischen Nationalhymne mitzusingen?
      Was den Fußball betrifft: Bei der WM konnte man die Namen der eingesetzten Spieler sehen. Bei den Russen und den Kroaten hatten fast alle typisch russische bzw. kroatische Namen (soweit ich das beurteilen kann), analog bei den Japanern, aber bei der Schweiz gab es nur sehr wenige typische Schweizer Namen, die meisten klagen sehr ausländisch. Auch an solchen Dingen kann man sehen, wie es Ausländern in den betreffenden Ländern ergeht und wie sie angenommen werden.

  4. Eine Lehrerin aus Österreich sieht die Schulbildung und den Lernwillen von Migrantenkindern etwas anders als hier im Artikel und nach Meinung der Migrationsforscherin Naika Foroutan beschrieben.
    Zitat: …”Susanne Wiesinger sagt dies nicht so deutlich. Zudem ist sie Sozialdemokratin. Dennoch erklärt sie, dass sie bei vielen muslimischen Eltern eine wachsende Bildungsfeindlichlichkeit beobachte, was sie zugleich erklärt: Es drehe sich alles oft nur um den muslimischen Glauben. Susanne Wiesinger: ‘Das ist das, was sie in ihren Augen mehr wert macht und worin sie sich abheben’.“
    (Titel des Artikels: “Integration? Lehrerin warnt: Unsere Schulen geraten immer mehr außer Kontrolle!”)

    • Wenn bereits eine Sozialdemokratin so negativ über muslimische Familien schreibt, muss die Lage dramatisch schlecht sein. Bernd, bitte entkräften Sie diese meinige Befürchtung.

    • Doch, kann ich. Es geht nämlich nicht um die Nationalität des Schülerklienteles sondern um dessen sozio-ökonomisches Umfeld. Das, was in dem bericht geschildert wird, lässt mich aufgrund eigener Erfahrung vermuten, dass es sich um eine Schule des Standorttyps 5 handelt. Hier liegt der eigentliche Grund für die geschilderten Umstände. Ein “Besatz” dieser Schule mit Schülern der von Ihnen – @xxx – angeführten Nationalitäten führte in diesem Schulumfeld auch zu keinen anderen Verhältnissen.

      • So gesehen haben Sie recht, vorausgesetzt der Standorttyp 5 reicht schon aus für die Zustände, und die Nationalität der Schülerschaft ist unabhängig von einer Zuordnung für den einen oder anderen Standorttyp.

        Oder kurz gefragt: In welchem Umkreis müssen Sie die von mir genannten Nationalitäten zusammensuchen, um die gleichen Zustände zu erreichen? Ich glaube nicht, dass die Stadtgrenze ausreicht, selbst wenn Sie _alle_ Schüler dieser Nationalitäten unabhängig vom Bildungsniveau zusammenkarren.

        • Standorttyp 5 bedeutet eben, dass das Umfeld der Schule eine geringe Attraktivität und Wirtschaftskraft, einen hohen Anteil an Arbeitslosen und Empfängern von staatlichen Transferleistungen sowie einen hohen Anteil an Migranten hat. So die Umschreibung von “sozialem Brennpunkt”.

          Diesen Standorttyp kann man – siehe die FNBL – auch in bestimmten Stadtbereichen mit einer geringen “Ausländerquote” und überwiegend biodeutschen Schülern kreieren.

        • Standorttyp 5 bedeutet eben, dass das Umfeld der Schule eine geringe Attraktivität und Wirtschaftskraft, einen hohen Anteil an Arbeitslosen und Empfängern von staatlichen Transferleistungen sowie einen hohen Anteil an Migranten hat. So die Umschreibung von “sozialem Brennpunkt”.

          Diesen Standorttyp kann man – siehe die FNBL – auch in bestimmten Stadtbereichen mit einer geringen “Ausländerquote” und überwiegend biodeutschen Schülern kreieren.

          PS GY unterhalb des Standorttyps 3 – also 4 oder 5 – gibt es nicht. Das ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal von GY.

      • “zu keinen anderen Verhältnissen”
        Das kann sich doch höchstens auf das “rein Soziale” beziehen, aber nicht auf die schon fast krankhafte Neigung, religiöse Vorschriften (auch die Scharia) über alles zu stellen. “Es drehe sich alles oft nur um den muslimischen Glauben”, so hat E.S. oben korrekt aus dem Artikel über die sozialdemokratische Lehrerin in Wien zitiert. Dort kommt übrigens auch ein Psychologe zu Wort, der das aus seiner Sicht beurteilt. Zur Integration sagt er: “Und gerade dieses bewusste Abheben, diese massive Abgrenzung lässt — entgegen aller unwissenschaftlichen links-grün-ideologischen Statements — Integration wissentlich von vorne herein nicht zu.” Das dürfte bei den von xxx genannten Nationalitäten auch bei sozial schwachen Leuten wohl doch anders sein.

  5. @Bernd:
    Vielen Dank für Ihre Antwort vom 25. Juli um 19.50 Uhr.
    Um auf den Artkel zurück zu kommen und konkret dabei zu bleiben, sehe Sie es mir bitte nach, wenn ich mich stellenweise wiederhole.

    Meine bewusste Kritik an diesem Artikel ist die der Meinungsmache. Es werden vier Fakten genannt und dafür wird eine Erklärung geliefert. Diese basiert aber auf “wohlmöglich” und einem “Verdacht”. Alternative Begründungen werden nicht aufgeführt. Der mündige Leser kann sich selbstverständlich selbst eine Meinung bilden, aber vom Stil her ist der Artikel an der Stelle unsauber.

    Im Anschluss darauf beruft man sich auf eine Studie, die ich leider bisher nicht ausfündig machen konnte, aber wenn Sie da einen entsprechenden Quellenverweis haben, der über die Pressemitteilung hinausgeht, wäre ich Ihnen sehr verbunden.
    So bleibt mir bislang nur die eigene kritische Reflektion mit den Ergebnissen der Studie, die für mich Fragen aufwirft:
    Die Studie verweist auf Eigenschaften wie gleiche Sprachfertigkeit, ähnliche soziale Herkunft und gleich gutes Abschneiden der Kinder in standardisierten Tests, aber sagt aus, dass abhängig vom Migrationshintergrund die Noten ungleich verteilt sind. Dies betrifft sowohl die Zeugnis- als auch die Noten der Klassenarbeiten. Das ist doch besorgniserregend:
    1. Wie kann das mit den Klassenarbeiten passieren? Sollten die Punkteverteilung oder die Bewertung ungerecht sein, so würden die Kinder das beim Vergleich innerhalb der Klasse doch merken. Besonders im Mathematikunterricht könnte man eine solche Ungleichbehandlung nicht verstecken. Der Umkehrschluss ist die Frage nach der Vergleichbarkeit des standartisierten Tests und der Klassenarbeiten – das unterschiedliche Abschneiden kann entweder daran liegen, dass alle Lehrkräfte unter- oder bewusst bei der Konstruktion von Arbeiten Kinder je nach Migrationshintergund dieskriminieren, oder man fragt sich, ob der standartisierte Test valide ist. Hier verweise ich erneut als Beispiel auf die Lernstandserhebung am Ende von Klasse 8 in NRW, wo nur richtig oder falsch gelten und Aspekte wie Teillösungen unberücksichtigt bleiben.
    2. Wie kann das bei Zeugnisnoten passieren? Nun, neben dem Potential, das ein Kind hat, fließen weitere Aspekte in die Notenfindung ein. Entweder man sagt hier, dass diese durch die Lehrkraft mit Vorurteilen versehen sind, oder man zieht in Erwägung, dass Arbeitsverhalten und weitere Kriterien berücksichtigt werden müssen, was man nicht durch Sprachfertigkeit und soziale Herkunft in der Studie erfasst hat.

    An dieser Stelle möchte ich Sie auf die Studie zu den Diktaten von Max und Murat aufmerksam machen. Wenn Sie danach googlen, werden Sie schnell reißerische Artikel finden, in denen die mediale Aufmerksamkeit der Leser auf Diskriminierung innerhalb der Grundschulen gerichtet wird. Da heißt es zum Beispiel:
    “Grundschulkinder mit ausländischen Wurzeln werden einer Studie zufolge bei gleicher Leistung im Fach Deutsch von angehenden Lehrerinnen und Lehrern schlechter benotet.”
    [http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/schlechte-noten-in-grundschule-wegen-auslaendischer-namen-15705522.html]
    Wenn Sie die Studie dazu lesen, wird Ihnen bewusst, was eine Studie, ihre Ergebnisse und die zugehörige Berichterstattung miteinander verbindet – manchmal die “Sensationsgeilheit”.
    Nach einer Einstimmung bezüglich Vorurteilen (Tests mit Bildern, Namen und Adjektiven) wurden 200 Studenten gebeten EIN EINZELNES Diktat zu benoten. Entweder hatte es 5 oder 30 Fehler und entweder war es von Max oder Murat – also circa 50 Studenten pro Möglichkeit.
    Während die Autoren der Studie davon ausgingen, dass bei Max Fehler übersehen werden und bei Murat nicht, stellte sich heraus, dass die Fehler bei allen gleich gut entdeckt worden sind.
    Als es dann um die Einordnung der Fehler hinsichtlich einer Schulnote ging, wurde Max in der Regel besser benotet. Hier spielten zweifelsohne Aspekte wie Vorurteile eine Rolle.
    Die Auoten schließen daraus, dass eine Bewertung, die nicht auf objektiven Kriterien basiert, anfällig für Aspekte wie Vorurteile ist. Man sollte den Studenten also Bewertungsmethode vermitteln, damit sie später etwas wie einen “Erwartugshorizont” bei der Bewertung verwenden. Mein Lieblingszitat diesbezüglich ist:
    “[Es] sollten die Bewertungsstandards vereinheitlicht werden, damit angehende Lehrerinnen und Lehrer in Zukunft Noten nach objektiveren Standards vergeben.” (Als würden Lehrer Noten würfeln.)
    In einer Klasse, wo man 30 Kinder unterrichtet, sollte man also nicht jedes Diktat einzeln und nach Gefühl bewerten. Das ist mal eine Feststellung.

    PS: Wenn Sie, lieber Bernd, Kritik äußern, ist das absolut in Ordnung. Dabei dürfen Sie auch gerne ironisch, sarkastisch oder herablassend sein. Ihre Art der wiederholten Beleidigung und Unsachlichkeit finde ich hingegen ermüdend. Sie sprechen von “Dummheit” und “Ich hoffe sehr ernsthaft, dass Sie keine Lehrer sind …”, aber gehen nicht angemessen auf Argumente Ihres Gesprächspartners ein. Sie lassen viele Aspekte einer Antwort unberührt und werden schnell persönlich bzw. ziehen Ihr Gegenüber ins Lächerliche.
    Sollten Sie zu den von mir genannten Punkten kritische Anmerkungen haben – besonders zu denjenigen, die ich jetzt zum dritten Mal erwähnt habe, würde ich mich sehr freuen.
    Sollten Sie meinen Geifer erkannt oder meine Verschwörungstheorie entlarvt haben, dann wünsche ich Ihnen mit Ihren Erkenntnissen viel Spaß.

    • Guter, sachlicher Kommentar, der in wohtuendem Gegsatz zu einer Diskussionsweise steht, bei der sich der Schreiber aus Mangel an Sachargumenten immer wieder in Verunglimpfungen des Meinungsgegners flüchtet, um dessen Beiträge in den Dreck von “braun” oder “blöd” zu ziehen!!
      Dass Ihre “genannten Punkte” stur übersehen oder auch missdeutet werden, hat ebenfalls Methode. Fassen Sie es als ungewolltes Kompliment auf.

    • “Wie kann das bei Zeugnisnoten passieren?”
      Ganz einfach: Die standardisierten Tests sind nur schriftlich und nehmen auch keine Rücksicht auf das, was in einer speziellen Schulklasse nun tatsächlich behandelt wurde. Man testet deshalb sehr allgemein, meist nur “Literacy” und nichts Tiefergehendes, also möglicherweise nicht das, was in Klassenarbeiten vorkommt.
      Die Schulnoten hängen aber bekanntlich auch vom Mündlichen ab, und zwar sogar besonders stark. Und Leute, die im Schriftlichen gleiche Leistungen zeigen, werden das im Mündlichen nicht immer auch tun. Zudem wird (vermutlich) auch das allgemeine Benehmen mit einfließen: Wer öfter stört, kann nicht auf Nachsicht bei den Noten rechnen, wer brav ist, schon eher. Der Prozentsatz an nicht erledigten Hausaufgaben wird wohl auch in die Note eingehen usw. usw. Man sollte das aber nicht als “Vorurteile” interpretieren. Lehrer sind keine Computer, die irgendwie absolut gerechte Noten ausspucken.

      • Richtig. Lehrer sind Menschen und mit entsprechenden Schubladen ausgestattet. Die Durchlässigkeit ist aber bei entsprechendem Benehmen und Fleiß gegeben. Wenn eine Marie im Zweifel die bessere Note bekommt und ein Murat die schlechtere Note, liegt das nicht daran, dass sie Marie oder Murat heißen, vielmehr an den gezeigten Leistungen. Die meisten Lehrer sind ja keine Unmenschen und geben nur bei entsprechender Begründbarkeit die schlechtere Note. Es liegt also in erster Linie an den Schülern selbst. Notfalls müssen sie schauspielern.

    • Bemerkenswert – und anzuerkennen -, PeterPan314, dass Ihre sachlichere Auseinandersetzung mit Studien und dem Thema des Beitrags oben dann plötzlich zu einem ganz anderen Ergebnis kommt als Ihre vorhergehenden, pauschalen Herabwürdigungen wissenschaftlicher Arbeiten.

      Dazu möchte ich folgendes anmerken:

      1, Natürlich geben die genannten Studien nur Hinweise – ihnen und dem Beitrag oben vorzuwerfen, es werde nur über einen Verdacht, nicht über einen Beweis berichtet, heißt, der Berichterstattung Seriosität vorzuwerfen – bis eine wissenschaftliche These “bewiesen” ist, braucht es mehr als eine Studie (das sollten Sie als Lehrer wissen!). Auch die Relativitätstheorie ist und bleibt eine Theorie, obwohl es für zahlreiche Aussagen darin wissenschaftliche Belege gibt. Trotzdem kann natürlich auch eine Einzelstudie Aussagekraft haben, zumal es (wie Sie ja selbst berichten) auch noch eine andere aktuelle Studie gibt, die zu ähnlichen Ergebnissen kommt.

      2. Sie ziehen die Ergebnisse in Zweifel – und behaupten, ohne jemals die Studie selbst gesichtet zu haben, die Daten könnten ja auch nicht valide sein. Das ist ohne jeden Beleg oder Hinweis auf Manipulation oder Schlamperei eine höchst billige Argumetation. Genauso gut lässt sich behaupten, die Amerkaner waren nie auf dem Mond, der CIA war für 9/11 verantwortlich oder Lehrer sind grundsätzlich faul und dumm. Tun ja auch viele. Das Internet ist voll von pseudowissenschaftlichen Verschwörungstheorien.

      3. Sie kritisieren die von Ihnen angeführte “Max/Murat”-Studie für ihre – in Ihren Augen banale – Schlussfolgerung, mit Ihren Worten: “In einer Klasse, wo man 30 Kinder unterrichtet, sollte man also nicht jedes Diktat einzeln und nach Gefühl bewerten. Das ist mal eine Feststellung.” Andererseits schreiben Sie: “Als würden Lehrer Noten würfeln.” Nein, Lehrer würfeln Noten nicht. Aber wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass Noten immer auch eine subjektive Bewertung enthalten? Da sind andere Lehrkräfte, auch Verbandssprecher, deutlich selbstkritischer unterwegs. Um nur mal den ehemaligen Präsidenten des Bayerischen Lehrerverbands, Klaus Wenzel, zu zitieren: “Noten sind subjektiv und ungerecht.”

      4. Schließlich konzidieren Sie: “Als es dann um die Einordnung der Fehler hinsichtlich einer Schulnote ging, wurde Max in der Regel besser benotet. Hier spielten zweifelsohne Aspekte wie Vorurteile eine Rolle.” Genau: Quod erat demonstrandum!

      Damit haben Sie ihre pauschalen und unbelegten Vorwürfe zuvor – etwa an die Redaktion, “Meinungsmache” zu betreiben – selbst ad absurdum geführt.

      https://www.sueddeutsche.de/bildung/zensuren-in-schulzeugnissen-noten-sind-ungerecht-und-subjektiv-1.1286734

      • Es ist richtig, dass Schulnoten subjektiv sind. Klassenarbeiten lassen sich jedoch noch halbwegs objektiv über einen entsprechenden Erwartungsbogen bewerten. Die sonstige Mitarbeit ist allerdings tatsächlich sehr subjektiv und spiegelt daher insbesondere die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler im jeweiligen Fach wieder (im anderen Fach des Lehrers kann das durchaus anders sein). Man kann aber davon ausgehen, dass die Subjektivität bei allen Schülern einer Klasse gleich ist, und dass der Lehrer Ärger mit der Schulleitung bekommt, wenn die Noten zu schlecht werden. Die wenigen tatsächlich nicht integrierten Schüler gleich welcher Herkunft ecken aber mit allen anderen Schülern gleich welcher Herkunft auch so an. Die größten Leuchten in der Klasse sind sie ohnehin auch nicht. Das ist aber alles unabhängig von der Herkunft.

        Wie man Noten gerechter machen kann, würde ich auch gerne wissen. Meiner Erfahrung nach können sich die Schüler sehr gut selbst einschätzen, wenn man sie ehrlich fragt, und diese Einschätzung deckt sich meist sehr gut mit der des Lehrers (+/- 1 Note). Daher ist die zweifellos vorhandene Ungerechtigkeit gering.

        • Das Gerechtigkeitsfrage bei Noten ist uralt. Hier wird sie nur wieder hochgespült, um Migrantenkinder als benachteiligt darzustellen.
          Meine Erfahrung ist umgekehrt: Diese Kinder werden eher mit Samthandschuhen angefasst und bekommen im Zweifelsfall eine bessere Note – auch von mir.
          Lehrer haben es satt, über die Notengebung immer wieder dem Verdacht von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt zu sein.
          Auch bei Özil sehe ich kein Rassismusproblem. Seine posierenden Fotos mit Erdogan, einem handfesten Diktator und Despoten, haben ihm öffentliche Kritik eingebracht. Sich jetzt als Opfer von Rassismus darzustellen, ist zwar raffiniert, weil die Rassimus-Keule blendend ankommt, inhaltlich aber lehne ich seine Opfer-Stellungnahme zum Huldigungstreff mit Erdogan ab.

          • geli hat es selbst geschrieben: “Lehrer haben es satt, über die Notengebung immer wieder dem Verdacht von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt zu sein.”
            Dass sie sich damit dem Verdacht von Deutschenfeindlichkeit und Rassismus (Deutschen gegenüber) aussetzen, spielt keine Rolle.

    • Man fragt sich, was die führenden SPD-Genossen eigentlich vor 50 Jahren in ihren Köpfen hatten, damals, als die massenhafte Anwerbung von Gastarbeitern in die Wege geleitet wurde. Ab 1969 regierte die SPD im Bund, in Berlin (West) regierte sie sowieso fast immer. Könnte es sein, dass man damals allgemein etwas naiv war? Konnte man damals wirklich nicht wissen, dass verschiedene Völker und Gesellschaften über die im Link genannten Themen ganz anders dachten als wir?

      • Wer ist denn “wir”? Sie und ich ganz sicher nicht, obwohl wir (vermutlich) beide deutsche Staatsbürger sind. Nicht Völker und Gesellschaften “denken”, sondern Individuen. Oder sind wir jetzt schon wieder beim “Volksempfinden”, das Rechte ja so gerne für sich reklamieren?

        Und was “die führenden SPD-Genossen vor 50 Jahren in ihren Köpfen hatten”, ist relativ leicht nachvollziehen – genau dasselbe wie diejenigen Politiker und Wirtschaftsvertreter heute, die eine Einwanderung von Fachkräften fordern. Es geht dabei um die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, also die Lebensgrundlage von uns allen (hier stimmt das Wir dann mal).

        • Was meinen Sie, warum Deutschland ein so beliebtes Einwanderungsland ist?

          Ich kann es Ihnen sagen: Die Einwanderer bekommen (spätestens nach Anerkennung ihres Status) einen reich gedeckten Tisch an Sozialleistungen, während sie gleichzeitig ihre Lebensgewohnheiten und Ansichten beibehalten dürfen, weil Kritik daran von Leuten wie Bernd als Rassismus, Islamophobie oder noch schlimmere Dinge ausgelegt wird. Die PKS lässt grüßen, der deutliche Anstieg von Messerattentaten auch.

          • Na, wird die Lügenmaschine wieder angeschmissen?

            Ich nenne Sie einen Rassisten, weil Sie hier pseudowissenschaftliche Studien anführen, die die Intelligenz der Menschen von ihrer ethnischen Herkunft herleitet – das haben die Nazis und ihre Vorläufer auch schon getan.

            Was sind denn “die” Ansichten von Einwanderern? Ich kenne verschiedene – Menschen mit äußert unterschiedlichen Ansichten. Genauso wie ich deutsche Spinner und Radikale kenne, aber auch sehr vernünftige Deutsche.

            Die Polizeiliche Kriminalstatistik lässt grüßen? Na prima, dann verraten Sie den Leser hier doch auch, was drinsteht:

            “Die Kriminalität in Deutschland ist stark rückläufig. 2017 zählte die Polizei annähernd zehn Prozent weniger Straftaten als im Jahr davor. Das bedeutet einen Rückgang, wie es ihn in den vergangenen 25 Jahren nicht gab, und die niedrigste Zahl registrierter Straftaten seit der Wiedervereinigung.”

            Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-gefuehlte-und-reale-kriminalstatistik-kolumne-a-1204345.html

        • Ich bezog mich auf die Aussagen von Körting in dem Link. Er beschreibt ja die unterschiedlichen Vorstellungen z.B. zur Rolle der Frau und das Demokratieverständnis der Erdogan-Anhänger. Die Themen sind doch bekannt. Es geht nie um einzelne Individuen und deren Ansichten, sondern um die (eine bzw. andere) Gesellschaft und deren übliche Normen, das wissen Sie doch wohl auch. Ob sich nicht doch Einwanderer der Mehrheitsgesellschaft anpassen müssen und nicht umgekehrt?
          Ich hätte übrigens präziser schreiben sollen “die massenhafte Zuwanderung durch Familiennachzug”, denn die ersten Gastarbeiter durften bis 1964 nur 2 Jahre bleiben (das war mir nicht bewusst). Entscheidend dürfte die Diskrepanz zwischen den damaligen Erwartungen vor 50 Jahren und der heutigen Realität sein (z.B. der in unseren Schulen). Darin war man eben naiv (die CDU-Leute auch). Es kann nur gut sein, wenn die Parteien das wenigstens jetzt diskutieren. Es müssen ja nicht alle Fehler auch noch wiederholt werden.

      • “Eine Einwanderung von FACHKRÄFTEN” sagen Sie ganz richtig. Und welche Einwanderung haben wir heute?
        Wer sie kritisiert, bekommt es ganz schnell mit Rassismusvorwürfen zu tun.

  6. @Bernd:
    Vielen Dank für Ihre Antwort vom 27. Juli um 08.23 Uhr.

    Im Bereich von Diskussionskultur haben wir beide – wie es scheint – unterschiedliche Auffassungen von Stil und Etiquette. Sie gehen zwar stellenweise auf meinen Inhalt ein, aber verstehen Aussagen stets so, dass Sie richtig lägen und ich unzuläglich oder absurd sei. Auch wenn ich nicht so vermessen bin zu glauben, dass eine Diskussion zu einem Thema im Internet die Meinungen anderer Menschen ändert, so habe ich in Foren, in denen Lehrkräfte anwesend sein sollten, wenigstens die Hoffnung, dass man hier neben der eigenen Meinung auch die von anderen nachzuvollziehen versucht. Diese Bemühungen zeigen Sie aber nicht. Vielmehr ist für Sie alles weiß (Ich bin richtigt) und schwarz (Die anderen liegen falsch und wissen es nur noch nicht). Von daher ist diese Anwort in diesem Thread meine letzte:

    1. Was Ideen, Theorien und Modelle sind, weiß ich. Ihre Ausführungen diesbezüglich und speziell in Richtung der Relativitätstheorie sind daher insofern nicht haltbar, als dass es hier nicht um eine Theorie geht, zu der es keine Alternativen gibt. Gibt es zwei konkurrierende Theorien, die einen Sachverhalt gleich gut erklären, sind beide so lange zu hinterfragen, bis sich eine durchgesetzt. Fernsehzuschauer kennen das auch aus “The Big Bang Theory”, wo es um in der Physik “Schleifen” und “Fäden” (Stringtheorie und Schleifenquantengravitation) gibt. Es ist und bleibt also vermessen – auch im Hinblick auf Ihr Beispiel und Ihren Standpunkt – davon auszugehen, dass der Verdacht, der hier im Artikel hinsichtlich von Vorurteilen und Diskriminierung geäußert wird, der einzig wahre Ansatz ist.

    2. Ich ziehe auch weiterhin die Ergebnisse der Studie in Zweifel. Wenn Sie meinen Beitrag zur Max/Murat-Studie korrekt gelesen hätten, wüssten Sie, dass die Aussagekraft einer Studie und die Berichterstattung darüber unterschiedlich sein können. Da Sie mir keine Quelle zur Studie genannt haben, muss ich auch davon ausgehen, dass Sie sie ebenfalls nicht gelesen haben. Sie hinterfragen also nicht, sondern nehmen die Ergebnisse nur hin, weil sie Ihnen genehm sind. An dieser Stelle hätten Sie mir nämlich inhaltlich etwas entgegensetzen können. So bleibt meine Kritik hinsichtlich spezifischer Fragen bestehen, weil Sie darauf ERNEUT nicht eingegangen sind:
    a. Warum sind standartisierte Tests hinsichtlich des Migrationshintergunds fairer als Klassenarbeiten? Benachteiligen Klassenarbeiten Schülergruppen oder bevorzugen standartisierte Tests ebenjene?
    b. Warum muss aus sozialer Herkunft, Sprachfähigkeit und dem Ergebnis eines standartisierten Tests eine gerechtere Bewertung folgen als die einer Zeugnisnote? Sind andere Aspekte wie die von sonstiger Mitarbeit hier einfach zu vernachlässigen? Das sind gerechtfertgte Fragen an eine Studie.

    3. Bezüglich meiner Kritik an der Max/Murat-Studie gehen Sie ERNEUT über wichtige Inhalte und die damit verbundene Intention hinweg. Ich kritisiere an dieser Studie, dass von EINEM Diktat, dass einzelne Studenten korrigieren mussten, auf die Bewertung von Grundschulen allgemein geschlossen worden ist. Solche Verallgemeinerungen sind unhaltbar und diffamierend.
    Die Studie zeigt, dass Studenten bei einem Diktat unabhängig vom Namen die gleiche Anzahl an Fehlern finden, aber dann bei der Bewertung dieser Fehler bei EINEM Diktat dazu neigen eine vom Namen abhängige Note zu setzen. Die Konzipierung dieser Studie war aber unter dieser Betrachtungsweise darauf ausgelegt, dass es keine objektiven Bewertungsstandards gab. Es gab ja auch keinen Vergleich zwischen Diktaten, sondern man hatte nur eins. In einer Klasse mit 30 Kindern würde dann ein Erwartungshorizont angefertigt werden, der klar festlegt, bei welcher Fehlerzahl man welche Note erhält. Da das Finden von Fehlern unabhängig vom Namen erfolgt, erhalten dann sowohl Max als auch Murat für die gleiche Fehlerzahl die gleiche Note. Bei kritischer Betrachtungsweise haben die Autoren die Situation der Grundschule dargestellt, indem sie Studenten in eine Klasse mit einem Kind gesteckt haben. Sind das noch objektive Bedingungen?

    4. Den Artikel bezüglich der Subjektivität von Noten finde ich im übrigen sehr interessant und stimmen ihm in großen Zügen auch zu. Deshalb bewundere ich die Ironie, dass Sie ihn anhängen, um mich zu hinterlegen. Im Interview geht es um die Frage, wie Noten “gemacht werden”. Dabei liegt der Fokus darauf, dass man in unterschiedlichen Schulen für die gleiche Leistung eine andere Note erhält. Das lernt man im Studium als “Big fish, little pond”. Die Aussage von Wenzel ist dabei, dass die Vergleichbarkeit von Noten außerhalb der Klassen nicht gegeben ist. Ein mittelmäßiger Schüler ist in einer schwachen Klasse stark und einer starken Klasse schwach – wenn man es vereinfachen möchte. Er bestätigt aber die Rolle des Vergleichs innerhalb der Klasse. In der Max/Murat-Studie gab es diesen Vergleich nicht. Diesen Vergleich gab es für die sonstige Mitarbeit in der Mathestudie auch nicht. Dass Sie hier aber einen Artikel angeben, der die vielfältigen Faktoren bei der Notengebung beleuchtet, ohne selbst andere Aspekte bei der Bildung von Noten als den der Diskriminierung anzuerkennen, finde ich sehr ironisch.
    Als Hinweis dazu ERNEUT: Bei Verleichsstudien zwischen Jungen und Mädchen in Grundschulen wird diesbezüglich auf die Einstellung zur Schule, die Arbeitseinstellung und das Verhalten hingewiesen. Da Jungs in diesen Bereichen weniger konform mit den Anforderungen der Schule sind, schneiden Mädchen besser ab. Solche Aspekte sind aber in diesem Artikel nicht genannt worden.

    5. Bezüglich Ihres “Beweises”: Bitte verwenden Sie die Worte “Quod erat demonstrandum” nicht leichtfertig und anangebracht.
    Bezüglich einer guten Diskussionskultur ist es üblich auch auf Inhalte des Gegenübers einzugehen und seinen Standpunkt nachzuvollziehen. Bei Diskussionsrunden im wahren Leben findet man das zwar auch nur noch selten, aber es ist empfehlenswert um sich weiterzuentwickeln. Vielleicht versuchen Sie das auch mal.
    Wenn ich also auf eine Studie eingehe, in der Diktate, die sich nur im Namen des Verfasser unterscheiden, die gleiche Fehlerzahl haben, aber unterschiedlich benotet werden, so bleibt mir aufgrund des Mangels an Variablen nur der Schluss auf eine Korrelation zwischen Name und Note. Die zugehörige Kausalität zwischen Namen und Note lässt sich dabei auch nicht einfach so ausschließen, wenn man die Studie gelesen hat. Wenn Sie das können, dürfen Sie das gerne tun.
    Wenn Sie es also als Sieg sehen, dass die Bewertung, wenn es sonst keine anderen möglichen Kriterien gibt, von dem Namen eines Kindes in der Tendenz beeinflusst werden und ich Ihnen das zugestehe, dann gratuliere ich Ihnen. Sollten Sie hingegen Lehrkraft sein, dann wissen Sie auch, dass eine solche Bewertung, die nicht auf nachvollziehbaren Kriterien basiert, unhaltbar ist. Was bei der Notenfindung neben dem Namen noch eine Rolle spielt, haben Sie ja sicherlich in dem von Ihnen angegebenen Interview gelesen.

  7. “Warum sind standartisierte Tests hinsichtlich des Migrationshintergunds fairer als Klassenarbeiten?”
    Das entspricht wohl dem festen Glauben derer, die sich mit diesen standardisierten Tests ihr Geld verdienen, also den Psychometrikern. Seit TIMSS und PISA haben wir es mit dieser Überschätzung zu tun, die es in USA offenbar schon vorher gab.
    Ironischerweise möchte man aber weder Zertifikate wie MSA und Abitur noch den Übergang zu den weiterführenden Schulen von solchen Tests abhängig machen. Genau deshalb gibt es auch kein VerA 4, sondern ein VerA 3 und dann wieder Tests am Anfang von Klasse 5. Die gesamte Verantwortung für die Noten soll weiterhin bei den einzelnen Lehrern liegen, damit nur nicht hinterher jemand die Psychometriker verantwortlich machen kann, wenn was schiefgeht.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here