Medienkoffer zu Familienformen kommt in Kita und Grundschule gut an

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MAGDEBURG. Mehr als Mutter-Vater-Kind? Ein Koffer mit Spiel- und Anschauungsmaterial soll Kindern in Sachsen-Anhalt alternative Familienmodelle nahebringen – offenbar ein Erfolg.

Auch bei Familien gibt nicht nur Schwarz oder Weiß.                                                Foto: Marco Verch / flickr / CC BY 2.0

Der Medienkoffer mit Büchern und Spielen, der Kita- und Grundschulkindern die Vielfalt der Familienformen näherbringen soll, ist aus Sicht des Gleichstellungsministeriums ein Renner. «Wir haben eine Wahnsinns-Nachfrage», sagte die Landesbeauftragte für Frauen- und Gleichstellungspolitik, Andrea Blumtritt. Inzwischen gebe es auch Nachfragen nach ähnlichen Angeboten für ältere Zielgruppen. So zeigten etwa Berufsschulen Interesse.

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Nach Angaben des Kompetenzzentrums für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe haben seit dem Start des Projekts im April rund 20 Kitas ihr Interesse bekundet. «Drei Kitas haben den Koffer schon ausgeliehen», sagte Referentin Sarah Brune. Der Verein hat die Koffer zusammengestellt. Das Land hält zwei Koffer für Kitas und zwei für Grundschulen bereit. Ein weiterer Koffer wird vom Verein betreut.

Die Einrichtungen behalten das Material für vier Wochen. Dann kommt die nächste Kita zum Zug. «In den Sommerferien ist es jetzt etwas ruhiger. Bis Mitte Oktober sind die Koffer dann wieder ausgebucht», sagte Brune. Anfragen seien zu ihrer Überraschung auch aus anderen Bundesländern gekommen. «Wir haben die Einrichtungen dann auf ähnliche Projekte in ihren Ländern hingewiesen.»

Neben Büchern und Spielen für die Kinder zwischen drei und sieben Jahren sind nach Angaben des Kompetenzzentrums auch Fachbücher für Erzieher und Lehrer enthalten. Das auch als Kita-Koffer bekannte Projekt ist Teil eines Aktionsplans der Landesregierung für mehr Akzeptanz für Lesben, Schwule, Transsexuelle und andere sexuelle Minderheiten.

Von den Schulen sei die Nachfrage zunächst nicht so groß gewesen, berichtete Brune. «Viele planen den Ablauf ihres Schuljahrs lange im Voraus, deshalb haben der Koffer und das Thema Vielfalt oft noch nicht gepasst.» Für das neue Schuljahr seien aber bereits Termine vereinbart. Brune stellt den Koffer dann vor Ort vor. «Es gibt viele Fragen zu beantworten und Unklarheiten beiseite zu schaffen.»

Weil die Nachfrage bei den Kitas so groß ist, werde die Anschaffung von zwei weiteren Koffern empfohlen, hieß es aus dem Ministerium. «Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel und abhängig von der Auslastung in den nächsten Monaten wird entschieden, wie viele weitere Koffer anschafft werden können.» Das Kompetenzzentrum würde gern jedem Landkreis einen eigenen Koffer zur Verfügung stellen. dpa

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1 KOMMENTAR

  1. 20 von mehreren 100 KiTas haben Interesse, 9 haben den Koffer bis Mitte Oktober ausgeliehen. Mit “riesig” würde ich die Nachfrage jetzt nicht umschreiben.

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