Linke: Lehrermangel trifft vor allem Schulen in sozialen Brennpunkten

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HAMBURG. Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft hat dem rot-grünen Senat vorgeworfen, nicht genug für die personelle Ausstattung der Schulen in sozial schwierigen Stadtteilen zu tun. Derzeit seien allein an den Stadtteilschulen 139 unbesetzte Lehrerstellen ausgeschrieben, davon die Hälfte an Schulen mit niedrigem Sozialindex, sagte die schulpolitische Sprecherin der Fraktion, Sabine Boeddinghaus, am Dienstag. Laut Senatsantwort auf ihre Schriftliche Kleine Anfrage werden derzeit auch an Grundschulen 27, an Gymnasien 13 und an den Sonderschulen zwei neue Lehrer gesucht.

In sozialen Brennpunkten - wie hier Berlin Neukölln - sind Migrantenquoten von 70 Prozent aufwärts in Schulen keine Seltenheit. Foto: Sascha Kohlmann / flickr (CC BY-SA 2.0)
In sozialen Brennpunkten – wie hier Berlin Neukölln – sind die Herausforderungen für Lehrkräfte besonders groß. Foto:
Sascha Kohlmann / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der Senat räumte ein, dass es an einzelnen Hamburger Schulen zu temporären Engpässen in einzelnen Fächern oder an einzelnen Standorten kommen könne. «Dieses Phänomen gibt es bereits seit Jahren, es bezieht sich auf sogenannte Mangelfächer, aber auch auf Schulen in Randlagen und/oder sozial schwieriger Lage.»

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Gerade dort, wo besonderer Bedarf bestehe, «vernachlässigt der Senat seine Aufgabe, Bildungsgerechtigkeit zu schaffen», sagte Boeddinghaus. «Er unterstützt die pädagogisch besonders herausgeforderten Schulen und ihre Lehrkräfte nicht ausreichend.» Sie forderte, deutlich mehr Lehrer auszubilden als bislang geplant.

Laut Senat sollen ab kommendem Jahr mehr Lehrkräfte ausgebildet werden. «Von derzeit rund 580 Referendaren, die jedes Jahr ihre Ausbildung in Hamburg beginnen, soll die Zahl schrittweise um 135 Ausbildungsplätze gesteigert werden», heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Schulen mit niedrigem Sozialindex würden bei Bedarf bereits jetzt bevorzugt Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst zugewiesen. dpa

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