Philologen fordern eine Höchstgrenze für die Sek I von 25 Schülern pro Klasse

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MAINZ. “Angesichts unerwarteter Steuermehreinnahmen ist die Gelegenheit günstig, schon lange geplante Verbesserungen im Bildungsbereich endlich umzusetzen und zum nächsten Schuljahr die viel zu großen Klassen in der Sekundarstufe I der Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen zu verkleinern” – meint jedenfalls der Philologenverband Rheinland-Pfalz. Er fordert jetzt eine Höchstgrenze an weiterführenden Schulen von 25 Kindern pro Klasse.

Die Klassengröße prägt das Lernklima. Foto: Shutterstock

Die vor Jahren bereits versprochene Senkung der Klassenmesszahl auf höchstens 25 Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen habe die damalige rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Vera Reiß, ausgesetzt, so heißt es nun in einer Pressemitteilung. Die Klassenmesszahl bezeichnet die vorgegebene Obergrenze für eine Klassengröße. Für die tatsächliche Klassengröße ergäbe sich bei der Senkung der Klassenmesszahl daher im Durchschnitt noch einmal ein wesentlich niedrigerer Wert.

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Der Philologenverband Rheinland-Pfalz fordert eine Klassenmesszahl von maximal 25 Schülerinnen und Schülern an allen weiterführenden Schulen. Einerseits verdiene die Bildung in Rheinland-Pfalz in Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen einen durchaus finanzierbaren Investitionsschub. Andererseits seien Lehrkräfte in ausreichender Anzahl auf dem Arbeitsmarkt vorhanden, um diese aus pädagogischen Gründen unbedingt notwendige Verkleinerung der Klassen umzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz sollten bestmöglich gefördert werden, heißt es. Dabei habe der Philologenverband nicht nur die Klassenstufe 5 und 6 im Blick, sondern fordert eine solche Senkung ebenfalls in den Klassenstufen 7 bis 10.

Eine besondere Brisanz erhält unsere Forderung durch die Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz vom 12.09.2018, in der es wörtlich heißt: „Während Rheinland-Pfalz in der Primarstufe mit vergleichsweise kleinen Klassen beste Lehr- und Lernbedingungen ermöglicht, lag die Klassengröße in der Sekundarstufe I mit 25 Schülerinnen und Schülern pro Klasse deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Nur in Nordrhein-Westfalen waren mehr Schülerinnen und Schüler in einer Klasse der Sekundarstufe I.“ News4teachers

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7 KOMMENTARE

  1. Zitat: “… der Philologenverband Rheinland-Pfalz. Er fordert jetzt eine Höchstgrenze an weiterführenden Schulen von 25 Kindern pro Klasse.”

    Ein notwendiger erster Schritt. An den anderen weiterführenden Schulen dann maximal 20 Kinder (ich selbst präferiere ja 18 Kinder maximal in allen Schularten; an Brennpunktsschulen maximal 14 Kinder).

    • Achso, finanziert durch die sprudelnden Steuereinnahmen. 🙂

      Regelung des Lehrerbedarfs durch Vergrößerung des Potenzials und Senkung des Bedarfs:
      – Seiteneinsteiger
      – ausländische Lehrer
      – vorübergehende Senkung des Stundensolls für die Schüler

  2. Da die Absolventen mit Lehramt SII in großer Zahl zur Verfügung stehen, ist das Absenken der klassenfrequenz an GY eine wunderschöne Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Gleichzeitig soltte die Wochenarbeitsverpflichtung abgesenkt werden.

    In den Schulen der SI können dann ja immer noch Klassen zusammen gelegt, die Wochenstundenbelastung erhöht, die Anpassung der Entgelte verschoben und die Kürzung der Stundentafeln für die SuS umgesetzt werden – wer braucht schon 188 WS von Klasse 5 bis 10. Das Ausfüllen eines Antrages auf ALG II muss den SuS wegen der guten Konjunkturlage auch innerhalb von drei Jahren beizubringen sein.

  3. Der Philologenverband ist die Interessenvertretung der Gymnasiallehrer und hat eine – aus Lehrersicht – vernünftigt Forderung für das Gymnasium und die anderen weiterführenden Schulen gestellt, zumal in dem Bundesland die durchschnittliche Klassengröße wohl deutlich über dem Durchschnitt aller Bundesländer liegt (siehe letzte Absatz).

    Es ist nicht Aufgabe der Interessenvertretung, sich Gedanken über die Finanzierung zu machen. Die Finanzierung ist grundsätzlich eine Frage der Prioritäten einer Landesregierung, zumindest solange genügend Lehrer da sind. Für das Gymnasium wären die da.

    • Es ist Lobbyismus, klar daran zu erkennen, dass gleiche Klassen-/Kursgrößen für die SekI an IGS und GY gefordert werden. Herangezogen wird dafür die Klassenfrequenz anderer schulformen der SekI. Wenn Lehrkräfte der SekI+II Kursgrößen wie an Haupt- und Realschulen haben wollen, dann macht denen mit Sicherheit auch die gleiche Wochenstundenzahl wie die der lehrkräfte der sekI nichts aus.

      • Alle Lehrerverbände sind Lobbyisten, was denn sonst? Ihr Vergleich mit der Wochenstundenzahl ist allerdings nicht so ganz schlau, weil es um gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit geht und Korrekturen und Vorbereitung in der Oberstufe sicherlich höher sind als in der Sek I.

        • Gesetzlich vorgeschrieben ist auch die höhere Arbeitszeit von Landes- und Bundesbeamten gegenüber den tarifbeschäftigten Kräften des ÖD. Und? – Interessiert das irgendeine Sau im Schulministerium?

          btw welche vorgeschriebene Arbeitszeit? Es gibt im Bereich Schule überhaupt keine Arbeitszeiterfassung bzw. Arbeitszeitmodelle geschweige denn ein Entgeltrahmenabkommen …

          Die Vorbereitungen sind für die GOSt mit Sicherheit aufwändiger, nur was gerne verschwiegen wird ist, dass nicht unbedingt alle Kursteilnehmer in der Q-Phase den gewählten Kurs auch schriftlich absolvieren. Da bleiben von einem 22er-Kurs auch schon einmal nur vier bis sechs Korrekturen.

          PS Die meisten Lehrkräfte sind überhaupt nicht organisiert – gehören weder einer Gliederung innerhalb des DBB noch der GEW an.

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