Tagung der deutschen Gymnasialrektoren über (Schul-)Bildung auf dem Land

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KÜHLUNGSBORN. In der öffentlichen Diskussion über die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum geht es meist um die Medizin und den Unwillen der Ärzte, eine Landpraxis zu übernehmen. Doch auch die Schulen auf dem Land kämpfen mit Problemen.

Nur mit Landwirtschaft allein lässt sich nicht gut leben. Foto: Tim Geers / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Kultusministerien der Bundesländer müssen nach Ansicht von Gymnasialdirektoren bessere Anreize schaffen, um Lehrer für die Arbeit in den ländlichen Räumen zu gewinnen. Deutschlandweit drohen diese Regionen abgehängt zu werden. «Das wichtigste Ziel muss sein, in diesen Gegenden die gesamte Versorgung zu erhalten», sagte der Vorsitzende der Schulleitervereinigung der Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern und Leiter des Gadebuscher Gymnasiums, Ingolf Litzner, vor der Bundesdirektorenkonferenz Gymnasien von Mittwoch bis Samstag in Kühlungsborn. Dazu gehöre neben der allgemeinen Versorgung auch die Medizin oder die Kultur. «Aber das alles funktioniert nur, wenn ausreichend für die schulische Bildung gesorgt ist.»

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Mit Blick auf Mecklenburg-Vorpommern meinte er: Es gebe aus anderen Bundesländern mit ausgeprägten ländlichen Räumen gute Beispiele, wie ein solches Anreizsystem aussehen könnte. «Wir müssen nicht alles neu erfinden», betonte Litzner. So könnten finanzielle Anreize etwa beim monatlichen Gehalt geschaffen werden, um junge Lehrer an Landschulen zu holen. Es könnten auch Fördermittel ausgegeben werden, um den Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen, sagte Litzner. Bei alldem müsse darauf geachtet werden, dass die Lehrer, die bereits in den ländlichen Regionen arbeiten, nicht benachteiligt werden. «Es darf keine Zwei-Klassen-Lehrerschaft geben», betonte der Schulleiter. So könnten Gelder für den Erwerb von Wohneigentum auch auf Darlehensbasis vergeben, die dann später zurückgezahlt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Litzner 60 Gymnasien, von denen viele in ländlichen Regionen sind. Allerdings gebe es unterschiedliche Definitionen darüber, was ein ländlicher Raum ist. «Aber auch die Menschen dort haben ein Recht auf Teilhabe an Bildung.» Von zentraler Bedeutung sei auch die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, die Fahrt der Kinder auch außerhalb der Schulzeiten sollte kostenfrei sein. dpa

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