Versetzungen in Mangelregionen – Eisenmann: «Das ist ungerecht, aber es geht nicht anders.»

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STUTTGART. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will trotz des anhaltenden Lehrermangels keine Zulagen für Pädagogen in unbeliebten Regionen auf dem Land zahlen.

«Ich bezweifle, dass das erfolgreich wäre», sagte sie der «Südwest Presse». «Das geografische Beharrungsvermögen von Junglehrern ist erstaunlich.» Im Landkreis Tuttlingen etwa herrsche landesweit der größte Mangel. «Es gibt Lehrer, die lieber befristet in Karlsruhe arbeiten als unbefristet im unkündbaren Beamtenverhältnis in Tuttlingen.»

Das ländliche Idyll wirkt auf Junglehrer offenbar wenig anziehend. Ministerin Eisenmann wundert sich. <a href="https://www.flickr.com/photos/16978334@N06/20617044493/in/photolist-y5eW1Z-zkyvy5-yjqdWf-zB7kwm-y5e5fg-ymKpG2-xpHpV1-ynrPor-y5f7HR-ykQ6gs-y5f59T-ymJHQP-y5fbCK-ymKJwB-xpHELy-xpJrVG-xpJmk3-yjqGbW-y58qdq-xpRK3n-ynsJ5Z-ymKfHF-ymKvMt-y595vW-y5eZhD-y58oF7-xpRUQi-yns5Cz-BWxMGD-y57Dp7-ymKnWt-ykPsS5-ynsdnT-xpS6ck-y5eF9K-xpRTBM-xpRuxa-y591Xd-y57NHh-ynrB8V-y58EnL-ykPoTd-zpi48m-yjqeKu-whkqti-zBQ38P-xQpQ8y-wUfGdE-xyDPW7-xNWYCd" target="_blank" rel="noopener">Foto</a>: pinguin1961 / flickr (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 2.0</a>)
Das ländliche Idyll wirkt auf Junglehrer offenbar wenig anziehend. Ministerin Eisenmann wundert sich. Foto: pinguin1961 / flickr (CC BY-SA 2.0)
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Um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, würden verbeamtete Lehrer bereits aus gut versorgten Gegenden in sogenannte Mangelregionen versetzt. Dadurch würden Stellen an attraktiveren Orten für Junglehrer freigemacht, die sonst nirgends hinwollten. Eisenmann: «Das ist ungerecht, aber es geht nicht anders.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach zuletzt von etwa 500 Stellen, die im neuen Schuljahr an Grundschulen unbesetzt bleiben. Nach Angaben der Kultusministerin gibt es die genauen Zahlen erst in der neuen Woche. «Wir haben zum neuen Schuljahr etwa 5500 Lehrerstellen zu besetzen. Davon wurden 4100 durch Pensionierungen frei», sagte Eisenmann. «In normalen Jahren wären es halb so viele.» (dpa)

Das Thema wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers heiß diskutiert.

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11 KOMMENTARE

  1. Ich glaub ich k… D.h. als Mutter und verbeamtete Lehrerin werde ich „Strafversetzt“, damit eine Anfängerin die eventuell Singel und noch ohne Wohnsitz ist nicht aufs Land muss??? Was fällt der Regierung eigentlich noch ein um uns Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Parallel dazu sind gerade 4 Junglehrerinnen aus meiner Gegend ins Ausland und Nachbarbundesländer abgewandert, weil sie in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden, ohne Hoffnung auf Anstellung….

    • Ich gehe mal davon aus, dass verbeamtete Lehrer (m/w) mit Familie und Kindern wohl kaum strafversetzt werden. Singles gehen da vor. Das ist aber das Los des Beamtentums. Mit der Vereidigung geben Sie den eigenen Willen an das Bundesland ab. Dafür genießen Sie aber die Vorzüge des 20% höheren Nettoeinkommens während der Berufstätigkeit, eine Krankenversicherung mit Leistungen der PKV und eine Pension, von der Angestellte nur träumen können.

      • Mein Gehalt ist kaum höher als das meiner Freundin die Erzieherin ist. Die PKV ist auch nicht mehr das was sie war und ich muss noch lange nicht mein Rückrad an der Tür des Beamtentums abgeben und jede besch.,, Entscheidung meines momentanen Landesherren diensteilig abnicken. Das Geschwätz kann ich nicht mehr hören.

          • Bei der gesamten Arbeitszeit einer Teilzeitstelle als Lehrerin inkl. dem heimischen zweiten Feierabend, Konferenzen usw. kommt man vielleicht wirklich auf nur etwas mehr als die Erzieherin, die zuhause Feierabend hat und vielleicht sogar noch in der Leitung mitwirkt.

  2. Das geht dann so: Kaum sind die Lehrer verbeamtet, müssen sie die Stellen wieder für die Nachkömmlinge freimachen und werden in Mangelgebiete versetzt. Das ist nur eine Verschiebung des Problems. Komische Blüten, die der Lehrermangel treibt.
    Was ich auch nicht kapiere, ist, dass man befristet in Karlsruhe arbeiten kann. Diese Stellen würde ich dann schon gar nicht anbieten. Entweder normaler Weg oder nichts, aber keine Alternativen.

  3. “Um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, würden verbeamtete Lehrer bereits aus gut versorgten Gegenden in sogenannte Mangelregionen versetzt. Dadurch würden Stellen an attraktiveren Orten für Junglehrer freigemacht, die sonst nirgends hinwollten. ”

    Da ist wohl eine Regierung mit ihrem Latein völlig am Ende. Das schreit geradezu nach Dienst nach Vorschrift.

  4. Geografischen Beharrungsvermögen…

    Das nennt sich: ich habe eine Wohnung mit ausgestattetem Arbeitszimmer und endlich die Bänke für die Ersties angeschafft von meinem Geld, da ziehe ich doch nicht um, an einen Ort, wo weder Bänke noch Regale passen.
    Stattet die Schulen angemessen aus und zwar auf Staatskosten, dann beharrt auch keiner mehr darauf, seinen Klassenraum zu behalten. Von Schulwechsel ganz zu schweigen.
    Mich betrifft es davon abgesehen gar nicht. Ich möchte in eine Grundschule aufs Land. Antrag abgelehnt. Mir völlig schleierhaft, wo das Problem liegt. Ich werde aktuell fürs Nichtstun bezahlt, statt mich wunschgemäß dahin zu versetzen, wo angeblich gesucht wird.

    • So ganz verstehe ich es auch nicht. In Landschulen ist es normalerweise doch noch etwas angenehmer zu unterrichten als in der Stadt. Früher wollte keiner in die Stadt. Nach Stuttgart versetzt zu werden war der reine Horrorgedanke. Es gab einmal eine Zeit, da hat man junge Lehrer nach Stuttgart “zwangsversetzt” und zwar aus allen Regionen vom Land weg.

  5. Da fällt mir nichts Adäquates zu ein, außer: Die Landesregierung ist unfähig und den jungen Berufsanfängerinnen (die maskuline Form ist inbegriffen)geht es anscheinend zu gut. Dass man sogar als Referendar(weiblich inbegriffen) so viel Mut hat, Forderungen bzgl. des Ausbildungsortes zu stellen, verblüfft ohnehin. Aber das zeigt auch wieder die Unfähigkeit des Regierungsapparates.
    Zum Glück bin ich schon pensioniert.

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