Immer mehr Schüler scheitern am Gymnasium – Philologen appellieren an Eltern, ihre Kinder nicht zu überfordern (und sie im Zweifel woanders anzumelden)

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STUTTGART. Immer mehr Kinder sind an den Gymnasien überfordert – in Baden-Württemberg betrifft das aktuell jeden 15. Fünft- bis Siebtklässler. Dies geht aus einer Umfrage des Philologenverbandes hervor, an der sich 113 Gymnasien im Land beteiligt hatten. „Es ist besorgniserregend, dass der Anteil der leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler gegenüber dem Vorjahr offenbar weiter angestiegen ist“, befand der Landesvorsitzende Ralf Scholl. Auch in Hamburg steigen die Zahlen der Kinder, die nach der Orientierungsstufe das Gymnasium verlassen müssen.

Immer mehr Schüler kommen mit dem Druck auf dem Gymnasium nicht zurecht. Foto: Shutterstock

Im Schuljahr 2016/2017 waren in Baden-Württemberg gravierende Probleme bei 6,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler zu konstatieren. Aktuell, also im Schuljahr 2017/2018, zeigten sich im Schnitt bereits mehr als sieben Prozent der Fünft- bis Siebtklässler an Gymnasien in Baden-Württemberg den Leistungsanforderungen nicht gewachsen. In den fünften Klassen betrug die Quote der Kinder, die das Gymnasium während des vergangenen Schuljahres aus Leistungsgründen verlassen mussten, zum Ende des Schuljahres nicht beziehungsweise nur auf Probe versetzt wurden oder eine Realschulempfehlung erhielten, 5,6 Prozent. In der sechsten Klasse lag dieser Anteil sogar bei 8,1 Prozent, in Klasse 7 bei 7,6 Prozent.

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Philologen-Chef Scholl hofft, dass die zum Schuljahr 2018/2019 in Baden-Württemberg eingeführte Vorlagepflicht der Grundschulempfehlung zu einer Verbesserung der Situation beiträgt. „Wir begrüßen diese Maßnahme, da sie den weiterführenden Schulen wichtige Informationen über das Leistungsniveau ihrer neuen Schülerinnen und Schüler liefert und somit eine gezielte individuelle Förderung von Anfang an erleichtert“, betont er – und fordert  Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) auf, die Förder- und Unterstützungsangebote für leistungsschwache und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler auszubauen, damit die Gymnasien ihrer zunehmend heterogenen Schülerschaft gerecht werden können.

An die Eltern appelliert Ralf Scholl, die Grundschulempfehlung ernst zu nehmen und ihr Wahlrecht bezüglich der weiterführenden Schule verantwortungsvoll auszuüben. „Es ist niemanden gedient, wenn Kinder auf eine Schule geschickt werden, die nicht ihrem Niveau entspricht.“ Sollten Schülerinnen und Schüler massive Probleme haben und überfordert sein, sei es im Sinne des Kindes wichtig, möglichst rasch die Schulart zu wechseln. „Nach dem Motto ´Kein Abschluss ohne Anschluss´ stehen in Baden-Württemberg auch Kindern und Jugendlichen, die nicht von vorneherein das Gymnasium besuchen, alle Ausbildungs- und Berufswege offen“, meint der Philologenvorsitzende.

Umfrage: 71 Prozent der Eltern präferieren das Gymnasium

Das sehen allerdings viele Eltern anders. Bei einer Umfrage, die die Stadt Düsseldorf vor zwei Jahren unter Eltern von Zweit- und Drittklässlern durchführte, gaben stattliche 71 Prozent der Väter und Mütter an, ihr Kind auf ein Gymnasium schicken zu wollen – wohlgemerkt: ein bis zwei Jahre, bevor die Grundschule ihre Empfehlung abgibt. Schulformen, die kein Abitur anbieten, scheinen kaum mehr eine Chance bei vielen Eltern zu haben. Weit abgeschlagen folgten nämlich hinter den Gymnasien die Gesamtschulen (die ja ebenfalls das Abitur anbieten) mit 14 sowie die Realschulen mit 13 Prozent. Lediglich ein Prozent der Grundschul-Eltern gab an, ihr Kind an einer Hauptschule anmelden zu wollen. In Nordrhein-Westfalen ist der Elternwille wie in Baden-Württemberg bei der Schulwahl entscheidend; die Grundschulempfehlung hat nur beratenden Charakter.

Das gilt auch für Hamburg. Wie eine Anfrage der CDU an den Senat nun ergab, waren es zu Beginn des laufenden Schuljahres 892 Jungen und Mädchen, die vom Gymnasium auf eine Stadtteilschule wechseln mussten – das war jeder achte Schüler aus den betroffenen Jahrgängen fünf und sechs an den Gymnasien.  Bemerkenswert sei nicht nur die hohe Zahl der Schulformwechsler, sondern auch der hohe Anteil unter ihnen, der ohne Empfehlung auf ein Gymnasium gelangte, so berichtet die „Welt“: Mehr als 60 Prozent der scheiternden Kinder seien von ihren Eltern gegen den Rat der Grundschule am Gymnasium angemeldet worden

Tatsächlich scheinen immer mehr Eltern das Leistungsvermögen ihrer Kinder zu überschätzen. Seitdem die verbindliche Grundschulempfehlung in Nordrhein-Westfalen 2010 abgeschafft wurde, stieg der Anteil der Kinder, die nach der 6. Klasse das Gymnasium verlassen müssen, drastisch an. Laut “Kölnischer Rundschau” waren es 2016 –  27 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Gleichzeitig habe sich in den vergangenen Jahren der Anteil der Kinder, die ohne gymnasiale Empfehlung am Gymnasium angemeldet wurden, deutlich erhöht. Waren es dem Bericht zufolge im Schuljahr 2010/11 insgesamt gerade mal knapp ein Prozent der Gymnasiasten, die weder eine glatte noch eine eingeschränkte Empfehlung für diese Schulform hatten, kletterte der Anteil im Schuljahr 2016/2017 auf 7,3 Prozent – eine Versiebenfachung! bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers heißt diskutiert.

Inklusion: Haben geistig Behinderte einen Anspruch auf einen Platz am Gymnasium? Experte sagt: Nein!

 

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69 KOMMENTARE

    • leider die Konsequenz aus falscher Bildungspolitik, die im Auftrag der Wirtschaft alles außer Abitur und in einigen Jahren auch alles unterhalb von Bachelor schlecht redet.

      • Wo redet die “Bildungspolitik” denn etwas schlecht? Glauben Sie ernsthaft, Eltern ließen sich von der “Bildungspolitik” einreden, dass z. B. die Hauptschule super ist – das klappt ja nicht mal mehr in Bayern.

        Die ansteigenden Zahlen sind eine logische Konsequenz der Freigabe des Elternwillens, was wiederum in einer bürgerlich-liberalen Gesellschaft kaum mehr anders zu machen ist – glauben Sie ernsthaft, die Herren und Damen Rechtsanwälte, Ärzte und Ingenieure lassen sich heutzutage noch von einer Schulbehörde sagen, dass ihr Göttersproß auf die Realschule soll?

        Was glauben Sie, warum G8 so schnell beerdigt wurde? Die bürgerliche Klientel fürchtete, dass ihre Kinder an einem flotter voranschreitenden Gymnasium nicht mehr mitkäme – und hat alles in Bewegung gesetzt, um die Schulzeitverkürzung wieder rückgängig zu machen. Und weil das bildungspolitisch nunmal die mächtigste Lobby in Deutschland ist, ging das trotz immenser Kosten ruckzuck.

        Die Ironie der Geschichte ist, dass diese Klientel – die das Gymnasium für das Allerheiligste hält – das Gymnasium kaputt machen wird. Bei Übertrittsquoten von 50 oder 60 Prozent können wir dann nämlich getrost von einer Gesamtschule sprechen.

        • es gibt nicht so viele Anwälte etc, um 50% Gymnasium herzustellen, zumal akademische Paare signifikant weniger kinder bekommen als nicht akademische Paare. es wird ja überall gelobt, wenn viele Kinder einen höheren Abschluss schaffen als die Eltern. Trotz Niveauabsenkung schafft das trotzdem nicht jeder.

        • Anna: Warum bitte soll das Gymnasium denn auch plötzlich “flotter voranschreiten” als früher, wenn gleichzeitig die Übergangsquoten erheblich gestiegen sind ??? Tatsächlich hat man nämlich einige Inhalte über Bord geworfen, um die 8 Jahre zu realisieren. Das war nicht zum Vorteil. Und die Standard-Begründung “in anderen Ländern reichen ja 12 Jahre insgesamt auch aus” ist unglaubwürdig, wenn man dann eben Gesamt- bzw. Stadtteilschulen mit insgesamt 13 Jahren hat. Auch die haben nämlich in anderen Ländern nur 12 Jahre insgesamt. Da stimmt doch was vorn und hinten nicht.
          Eine andere Ironie der Geschichte ist, dass diejenigen Politiker, die seit 50 Jahren von der Gesamtschule schwärmen, ihre eigenen Kinder meistens doch auf ein Gymnasium oder gar eine Privatschule schicken. Wenn erstmal die Einheitsschule kommt, werden sie womöglich ganz auf Privatschulen umschwenken, so wie bereits Kultusminister Stoch (SPD), der siene 4 Kinder auf Waldorfschulen schickte.

  1. Auch in Schleswig-Holstein sind die Kinder, die trotz einer 4 inb Mathe und einer 3 in Deutsch auf dem Gymnasium angemeldet werden, kein Einzelfall mehr.

    Der Politik gelingt es nicht, die Schülerströme richtig zu kanalisieren und kommt mit der ebenso hilflosen wie unsinnigen Forderung nach dem Ausbau von Förderangeboten (wofür sie aber dann keine Lehrerstunden abstellen!).

    Ein Notarzt beatmet auch keine Leichen, was sollen da Förderangebote?

  2. Hier im Ort hat sich im vergangenen Jahr eine Schülerin des Gymnasiums unter anderem wegen der eigenen Überforderung in der Schule vom Dach des Einkaufszentrums einer Nachbarstadt in den Tod gestürzt. Es ist einfach nur entsetzlich, dass derartiges in unserer Gesellschaft passiert.

    In Singapur liegt die Selbstmordrate heranwachsender Schüler aber noch weit höher als bei uns, weil dort die Schüler nicht nur vorschulisch gedrillt werden, sondern auch noch nach der Schule zusätzlich teuren privaten Förderunterricht nehmen.

    • Gut sind bei diesem und ähnlichen Zeitungsartikeln auch die Leserkommentare im Forum. Da wird manchmal ganz schön zugelangt. Oft hat man auch das Gefühl, da redet mancher aus der Praxis, weswegen man das durchaus ernstnehmen sollte. Es fällt auch auf, dass Kritiker sich meist konkreter äußern als die Befürworter der derzeitigen “Explosion” von höheren Zertifikaten. Man achte auf die Phraseologie.

  3. Als Mutter eines Kindes in Klasse 4, dass in einer Realschule womöglich gut aufgehoben wäre:
    Solange die Gesamtschule und Sekundarschule Ganztagsschule ist und mein Kind nie vor 17 Uhr zu Hause wäre, ziehe ich auch das Gymnasium vor. Und ja ich weiß, dass ich es damit womöglich überfordere. Aber mit Schule bis 16:30 überfordere ich es genauso. Zumindest in Klasse 5/6. Und wer weiß, vll wächst das Kind eher an den komplexen Aufgaben im Gymnasium als es sich an die Dauerbelastung von 9 Stunden Unterricht gewöhnt? Mir ist es jedenfalls lieber, es gibt noch eine Möglichkeit nach unten. Was mache ich mit einem Kind, dass am Ganztag scheitert?

    Ich finde, man sollte noch einmal differenzierter hinsehen, woran es liegt, dass die Gymnasien vorgezogen werden. Hier ist es so, dass das Gymnasium die einzige Schule ist, die keinen Nachmittagsunterricht hat. Trotz Lehrermangel fallen im Gymnasium weniger Stunden aus (bzw in Ganztagsschulen nennt man das dann ja Selbstlernen. Weil man Kindern nicht zumuten kann, selbstständig zu Hause zu lernen, werden sie zu 35 in einen Raum gepfercht) , Gymnasium: maximal 25 SuS in einer Klasse, Realschule 36! Gymnasium: Wahlmöglichkeiten bzgl der AGs, der Fremdsprache, Förderung im Bereich IT (vorhandene IT-Ausstattung, Roboter-AG…), Gesamtschule: Wahlmöglichkeiten nur im Bereich der Pflichtfächer, mehr Lehrer sind nicht da, Computer aus dem 20. Jahrhundert und die Kinder dürfen ggf mal Plakattexte mit Word erstellen.
    Es fehlen Fremdsprachenlehrer, so dass in Klasse 10 -wenn man Pech hat- nicht die notwendige Fremdsprache gelernt wurde. Damit ist der Übergang zum Gymnasium auch nur theoretisch möglich. Praktisch muss man ohne zweite Fremdsprache dann doch andere Wege zum Abitur einschlagen.
    Ganz abgesehen von unserem praktischen Überlegungen: das Gymnasium ist nebenan, die Sekundarschule 20 Minuten, die Gesamtschule 40 Minuten Fahrzeit entfernt. Wenn man in der Gesamtschule anmeldet, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung relativ hoch. Das wird einem direkt gesagt. Ich will mein Kind nicht mit 9 Jahren einen Bewerbungsprozess durchlaufen lassen, an dessen Ende womöglich die Aussage folgt: Ablehnung, du bist für die Gesamtschule nicht geeignet (bzw es gibt zu viele Bewerber, aber für das Kind ist es das Gleiche. Die gewünschte Schule lehnt es ab).

    • Wenn Sie in die Augen der Kinder sehen, denen ich ihre 5 als mündliche Note mitteilen muss, dann ist ihr ganzer Text oben völlig belanglos.
      Hören sie auf, mit falschen Sätzen wie “Aber mit Schule bis 16:30 überfordere ich es genauso.” ihr falsches Verhalten vor sich selbst zu rechtfertigen, das Erleben des Scheiterns ist viel schlimmer als die Auswahl von AG’s usw.

      • Woher wissen Sie, dass die Entscheidung falsch ist? (Sein wird. Noch ist sie gar nicht gefallen) Und woran erkennen Eltern das? Es gibt keine brauchbaren Noten in der Grundschule durch den vielen Unterrichtsausfall. Das, was mein Kind nach Hause bringt ist 1. Aber das ist sehr wenig. Diktat 1 – schön. Rechtschreibung geht. Mathetest 1- , auch schön, aber die Aufgaben sind 1:1 so vorab bearbeitet worden. Die Lehrer sind halbwegs zufrieden. Sport ist problematisch, Kunst ist okay, aber zu wenig bunt, das Plakat in Sachunterricht hätte ordentlicher sein können. Was ich sehe ist, dass mein Kind nach sechs Stunden Schule einen Mittagsschlaf macht. Also werde ich es sicher nicht den ganzen Tag in Fremdbetreuung geben, wo es 9 Stunden lang Leistung bringen muss. DAS weiß ich, dass es das nicht kann. Wie es sich im Gymnasium beteiligen wird, kann ich nicht wissen. Und sie auch nicht. Scheitern kann es auch an der Sekundarschule. (Die Empfehlung erhalten wir erst im Februar. Bis dahin werden wir uns aber wohl schon entscheiden müssen)

        Ich vergebe als Lehrerin auch Fünfen. Nicht am Gymnasium. Was macht sie so sicher, dass mein Kind an anderen Schulen mündlich bessere Leistungen erbringt als am Gymnasium?

        • Gehen Sie doch einfach davon aus, dass 6-7 Stunden am Gymnasium eine erheblich höhere Leistungs- und Konzentrationsintensität erfordern als 9 Stunden im Ganztagsbetrieb. An der Schule mit Ganztagsbetrieb sitzen doch nicht nur kleine Roboter, die locker auf höchstem Konzentrationsniveau von 8-15:30 Uhr Leistung abliefern.
          Es macht in meinen Augen gar keinen Sinn, diese ganzen Kriterien, die sie aufzählen (AG’s, Stündigkeit, Fremdsprachen), zu berücksichtigen. Sie sind schlicht irrelevant!

          In Mathematik z.B. ist es erheblich, ob die Dinge wirklich verstanden werden und nicht nur nach Rezeptbuch abgearbeitet werden. Ob man das Wissen auch in anderem Zusammenhang anwenden kann.
          In meiner 5. Klasse am Gymnasium haben 8 Schüler folgende Aufgabe in der Arbeit (vom Ansatz) falsch berechnet:
          “Die Löwen im Zoo fressen 7kg am Tag. Der Zoo verfüttert täglich 42 kg
          an die Löwen. Wie viele Löwen sind im Zoo?”
          Wer hier die Rechnung nicht kann und z.B. 7 mal 42 rechnet, ist definitiv falsch am Gymnasium. Die Frage ist nicht, ob diese Kinder scheitern, sondern wann!
          In aller Regel wissen die Grundschulkollegen sehr genau, ob ein Kind den Anforderungen des Gymnasiums gewachsen ist. Einfach mal hinhören!
          Und wenn an der Grundschule hauptsächlich 1en in den Arbeiten sind, wird es ja wohl Richtung Gymnasium gehen. Aber das sollte der Grund für die Schulwahl sein.
          Und was mich sicher macht, dass ihr Kind an Sekundarschulen bessere Noten bringt als am Gymnasium? Weil es dort kaum kleine Genies gibt, weil das Lerntempo geringer ist, weil die Anforderungen geringer sind, weil es nahezu immer so ist…

          • “weil es nahezu immer so ist…” was ist nahezu immer so? Kinder sind nahezu immer besser in der Sekundarschule aufgehoben als am Gymnasium? Na dann schließen wir einfach alle Gymnasien und machen überall Gesamtschulen auf, deren Ziel zunächst die mittlere Reife ist, worauf dann mit einer weiterführenden Schule aufgebaut werden kann.

            Ihre Löwenaufgabe ist falsch gestellt. Meine Antwort wäre 7kg. Sie haben doch direkt im ersten Satz festgehalten, dass die Löwen 7 kg fressen. Es gibt keine Erklärung dafür, warum der Zoo ihnen das sechsfache des Bedarfs hinwirft.

          • Das habe ich weder geschrieben noch gemeint! Die Noten sind an Sekundarschulen bei gleichem Können besser als am Gymnasium. Das bedeutet nicht, dass alle Schüler an Sekundarschule besser aufgehoben sind. Dieser Schluss ist unzulässig, weil er nicht berücksichtigt, dass die Schulen unterschiedliche Bildungsaufträge und Abschlüsse haben.

            Und sorry, dass ich hier die Beispielaufgabe nicht exakt gestellt habe. Ich wollte darstellen, dass Schüler mit Antworten wie “Es sind 294 Löwen im Zoo” oder “Es sind 35 Löwen im Zoo” am Gymnasium falsch sind.

      • Dina hat Ihren Standpunkt schon gut dargestellt. Die Ganztagsschule ist dank der langen Sitzzeit und ungesunden Stühle schädlich für die Kinder, vermehrte Rückenschmerzen und verkürzte Muskeln sind oft die Folge. Außerdem fehlt den Kindern die Lernzeit mittags und sie sind noch müder, wenn sie aus der Schule kommen. Wenn dann noch der Weg zur Schule länger ist, verschlimmert sich alles noch.

        Ihre Matheaufgabe ist auch unklar gestellt und Sie setzen voraus, dass jeder Löwe gleich viel ist, was aber genannt werden müsste, da es in der Realität eher unwahrscheinlich ist, dass alle Löwen gleich viel essen.

        • @Krokodilstreichler mir ist keine ganztagsschule bekannt, wo kinder gesundheitsschädliche folgen ertragen müssen aufgrund miesem stühlen bzw. zu langer sitzzeit. aufgrund des zunehmenden konkurrenzdruckes stellt jede schule inzwischen in ihrem profil heraus, warum sie garantiert keine “sitzschule” ist. so sind wir, wie viele andere auch, eine bewegungsschule mit bestimmten auflagen, die jährlich nachzuweisen sind.

          was der Küstenfuchs mit seiner aufgabe verdeutlichen wollte, dürfte allen klar sein, die bis drei zählen können.

          • selbstverständlich führt bewegungsmangel zu haltungsschäden und es ist auch nicht verwunderlich, dass dies von einer arztpraxis betont wird – diese problematik ist den schulen, zumindest im hamburger raum seit langem bekannt, so dass entsprechend gegengewirkt wird.

            die unklarheit mag für eine biologiearbeit zum individuellen fressverhalten von raubtieren hinreichend sein, hier ging es aber primär um eine simple divisionsaufgabe in mathe, die durchaus verständlich gestellt war.

            offtopic: manchmal kann ich mich des eindruckes nicht verwehren, dass hier einige kolleginnen unter einer form von korrekturzwang leiden. diese eingeschränkte sicht auf dinge, die allein mit dem prädikat falsch oder richtig ihre existenzberechtigung zu erhalten scheinen.

          • “Langes Sitzen führt zu Rückenschmerzen und verkürzten Muskeln”
            Da muss ich einräumen, dass da was dran ist. Hat mir mein Orthopäde gerade vor zwei Stunden vor der Spritze auch ins Gewissen gerufen.

      • Xxx Unseres auch, aber nachmittags sind wirklich nur freiwillige AGs. Hausaufgaben werden zu Hause gemacht.

        Ich finde einfach, dass die Diskussion zu knapp geführt wird, wenn man sagt: Eltern entscheiden sich über die Köpfe der Kinder hinweg für das Gymnasium und schaden damit den Kindern. Man macht sich als Eltern andere Gedanken, nicht nur die nach dem späteren Medizinstudium. Ich kenne auch Eltern, die das Kind aufs Gymnasium geschickt haben, weil es dort nicht mit dem Schlägertyp aus der Grundschule zusammen bleiben musste oder Eltern, die so großen Respekt vor den Zehntklässlern hatten, dass sie deshalb das Gymnasium wählten, weil dort die ganz Großen ja im Oberstufengebäude sind.
        Was Eltern kaum können ist, die Schulleistung einschätzen. Sie wissen nicht, ob ihr Kind sich meldet, sinnvolle Beiträge leistet oder viel quatscht. Wie sollen sie diese Entscheidung fällen? Und so fällt sie, wie bei uns, aus rein praktischen Gründen: näher dran, bessere Zeiten, Geschwister sind auch schon da, Wände sind schön bunt …

        Wenn man die Situation der Kinder verbessern will, muss man genau nachfragen. Und ich denke, dass es regional da sogar sehr unterschiedliche Begründungen gibt. Nur zu sagen, die bösen Helikoptereltern mit ihrem Wunsch nach dem nächsten Einstein, greift deutlich zu kurz.

    • @Küstenfuchs
      Ich finde Dinas Ausführungen zu der Entscheidung, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken, gut erklärt und einleuchtend. Den Ganztag finde ich auch (egal an welcher Schulform) eine Überforderung und Zumutung für Kinder. Es wird zwar so getan, als diene er den Wohl des Kindes, in Wirklichkeit dient er aber anderen.

      • Ich versuche noch einmal, meinen Standpunkt darzustellen:

        Meine Kernthese: Eltern sollten ihr Kind nur am Gymnsium anmelden, wenn sie relativ sicher sind oder es eine realistische Chance gibt, dass ihr Kind das Abitur machen wird.

        Kinder am Gymnasium anzumelden, die dort überfordert sind, nur weil es tolle AG’s gibt, keinen Ganztag, das Gymnasium dicht dran ist usw, ist grundfalsch, weil ein Scheitern dort keinem Kind gut tut und langfristige Folgen haben KANN (nicht muss) wie Schulfrust, geringeres Selbstbewusstsein oder eine Abneigung gegen “schwere” aber wichtige Fächer wie Mathematik oder Englisch, die das Scheitern am Gymnasium begründet haben.

        Wenn Eltern sich also eigentlich sicher sind, dass das Gymnasium ihr Kind überfordert, kann es nicht im Sinne des Kindeswohls richtig sein, es am Gymnasium anzumelden, auch wenn die Rahmenbedingungen dort gut sind.

  4. Wenn immer mehr Eltern aus welchen Gründen auch immer ihre Kinder ans Gymnasium schicken und die übrigens Schulformen zu “Resteschulen” werden, dann spricht das womöglich doch dafür, ganz neue Wege zu gehen, nämlich die Einheitsschule (bis Klasse 8?) zu schaffen, an der dann auf andere Weise differenziert wird (Kurssystem?).

    Ich glaube kaum, dass es die Politik noch schaffen wird, den Eltern die “Resteschulen” schmackhaft zu machen, wenn man sogar davon spricht, dass auch Erzieher künftig studieren sollen, ja, und sogar Hebammen sollen eine akadmische Ausbildung machen. Was bleibt dann noch für “die anderen”? Der Zug ist abgefahren.

    Der Grundstein dafür wurde gelegt, als man vor Jahren (nach der ersten PISA-Studie) beschloss (!), dass man die Abiturquote steigern müsse und damit mehr oder weniger deutlich alle anderen Ausbildungen abwertete. Der Mangel an Ausbildungswilligen im Handwerk ist seit Jahren bekannt. Viele Stellen im nicht-akademischen Bereich könnten ohne die Zuwanderer scho längst nicht mehr besetzt werden.

        • Die Lösung ist doch ganz einfach:
          Möglichkeit 1: Verbindliche Schulartempfehlungen
          Möglichkeit 2: Ein Ausschlusskriterium fürs Gymnasium (z.B. wenn die Durchschnittsnote aus Deutsch/Mathe/Sachunterricht 3,0 oder schlechter ist///oder das windelweiche Kriterium: Wenn Deutsch oder Mathe 4 oder schlechter ist)
          Möglichkeit 3: Eingangstests

          • Wenn so etwas tatsächlich eingeführt werden sollte, werden die Kriterien für den Übertritt zum Gymnasium wahrscheinlich so weich werden, dass sich nichts ändert. Andernfalls wäre ja die Wiederwahl und der Klassenteiler an den Gymnasien in Gefahr. Trotz Geburtenrückgang muss ja die Schülerzahl gehalten werden. Das geht zwangsläufig nur durch Absenkung der Mindestanforderungen für die Aufnahme eines Schülers.

          • Nein, das sind nur Lösungen in der Theorie. Sie werden in der Praxis scheitern, weil Eltern soviel Druck ausüben werden, dass Lehrer, um diesem Druck zu entgehen, so zensieren und so empfehlen und Eingangstest so intensiv vorbereiten, dass alles zur Zufriedenheit der Eltern ausfällt. Schulleiter, Schulaufsichten, Schulpolitiker blasen ins gleiche Horn. Das ist doch teilweise schon jetzt so.

            Die Zeiten haben sich einfach geändert. Die Leute nehmen immer weniger einfach nur hin. Sie wollen selbst bestimmen, selbst entscheiden und setzen dafür alle Hebel in Bewegung.

          • In Schleswig-Holstein gab es bis vor 3 Jahren die Sperre, dass ein Kind mit einer Hauptschulempfehlung nicht auf das Gymnasium durfte. Das filtert nur diejenigen raus, die vom ersten Tag keine Chance auf dem Gymnasium haben.

            So etwas ähnliches wäre auch heute umsetzbar, trotz Elterndruck usw.
            Es ist einer breiten Mehrheit zu vermitteln, dass sich eine 4 in Mathe oder Deutsch in der Grundschule und ein Besuch des Gymnasiums ausschließen, da die meisten wissen, dass es auch mit einer 3(Grundschule) schwer am Gymnasium wird.

          • Küstenfuchs:
            “Möglichkeit 1: Verbindliche Schulartempfehlungen
            Möglichkeit 2: Ein Ausschlusskriterium fürs Gymnasium (z.B. wenn …)”
            So ist es in Bayern, und alle progressiven Bildungspolitiker (besonders die GEW) polemisieren ständig dagegen! Das soll einen so schrecklichen Leistungsdruck erzeugen, dass die Kinder nicht mehr schlafen können!
            Ich bin ehrlich verblüfft, das von IHNEN zu lesen. Aber ich stimme zu.

            Herr Mückenfuß: In Bayern ist es doch Praxis und nicht nur Theorie.

          • Wieso kommt es ihnen so vor, als habe ich Sympathie für die GEW? Ich habe mich bisher hier immer GEW-kritisch geäußert.
            GEW-Kritik bedeutet aber nicht, dass ich nationalsozialistische Positionen teilen muss.

          • Wer redet denn hier von nationalsozialistischen Positionen? Mir scheint, es gibt hier irrige Vorstellungen über die nationalsozialistische Schulpolitik. In den 1930er Jahren gab es auf dem Gymnasium noch Schulgeld, das hat viele Leute davon abgehalten. “Sozialistisch” war das jedenfalls nicht. Und der Einfluss des Staates sollte immer mehr ausgeweitet werden, auch durch Massenorganisationen wie HJ und BDM. Die Kinder wurden vom Staat regelrecht vereinnahmt und indoktriniert (nicht immer mit Erfolg). Fragt sich nur, wer sie heute auch wieder vereinnahmen will, und wofür.
            Kommentar zu einer Rede von Hitler am 2.12.1938: “In einer Rede in Reichenberg erläuterte Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den Werdegang der Jugend im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Sie soll von ihren Eltern entfremdet und von klein auf im Sinne des Führerstaates durchgeformt werden und nach Absolvierung der verschiedenen nationalsozialistischen Massenorganisationen und Ableistung des Wehrdienstes keinen eigenen Willen mehr haben dürfen.”
            Quelle: Das Buch “Chronik 1938”, Chronik-Verlag 1987.

    • @Herr Mückenfuß
      Sollten Sie der selbstsicheren Einschätzung erlegen sein, dass ein Kindergarten weiterhin nur im Sinne von “satt und sauber” seiner Funktion nachzukommen habe, sowie einer strukturierten Förderung der Sprache in Lied und Reim gegenüber verwehrend tätig sein soll, so wird ob der niedrigen Ansprüche an diese, eine qualifiziertere Ausbildung der Kindergärtnerinnen nicht nötig sein.

      Ich halte diese Einstellung von Ihnen der wichtigen Bedeutung der Institution Kindergarten gegenüber, die der sprachlichen Vorbildung der Kinder dient, für fatal und wenig förderlich den Kindern gegenüber, um eine ausreichende Vorbildung dieser zu bewirken, gleich welcher Herkunft und Abstammung sie sind.
      Schließlich sind viele Kinder nicht ausreichend auf die Grundschule vorbereitet, und somit ist es um so wichtiger, diesen die Grundkenntnissen in der deutschen Sprache in Form von Gesang und Sprache , sowie der feinmotorischen und der grobmotorischen Schulung professionell zu vermitteln. Das schließt auch die Grundkenntnisse der Graphem-Lautbeziehungen zumindest der Großbuchstaben ein, wie auch die Vermittlung der arabischen Zahlen und das Zählen bis 20 mit ein.
      Dafür müssen die Erzieherinnen aber auch besser ausgebildet werden und entsprechend bezahlt werden, denn eine professionelle Bildung sollte bereits im Kindergartenalter einsetzen.
      Bildung vermittelnde Kindergärten sind deutlich personalintensiver und qualifizierter aufgestellt als die Kindergärten der reinen Verwahrung. Es wird sich noch einiges ändern in deren Struktur und Qualifikation.

      • Um mit Sprachförder-Werken wie “Hören, lauschen, lernen” von P. Küspert/ W. Schneider zur Sprachförderung oder dem Intra-Akt-Plus-Konzept im Kindergarten strukturiert richtig zu arbeiten zu können, bedarf es einer guten Ausbildung der Erzieherinnen. Nur weil überwiegend Frauen dort beruflich tätig sind, so sollte man diese auch bei einer besseren Ausbildung dann auch deutlich besser bezahlen. Ich erwarte, dass mindestens eine Mitarbeiterin pro Gruppe eine derartig qualifizierte Ausbildung in Zukunft haben wird, wenn wir die Voraussetzungen für eine bessere Vorbildung der Kinder verbessern wollen.

      • @ AvL

        Als Ossi kenne ich die Kindergärten als vorschulische Bildungseinrichtungen, die die Kinder auf einen erfolgreichen Schulstart vorbereiten. Insofern ist Ihr “sollten” wirklich eine Fehlspekulation. Ich finde es richtig, dass die Kindergärten die Kinder spätestens im letzten Jahr auf den Schulbesuch vorbereiten, noch keine oder kaum Inhalte vermitteln, aber Fertigkeiten, um im Schulalltag zurechtzukommen.

        Ich dachte lange, dass sich nach PISA die frühklindliche BILDUNG, nicht nur Betreuung, durchgesetzt habe, höre und lese in letzter Zeit aber immer öfter das Gegenteil. Mindestens als Ossi weiß ich, dass dafür kein Hochschulstudium nötig wäre, was vielen jugendlichen Interessenten diese Berufsausbildung verwehren würde. Unnötigerweise. Sind die Grundschullehrer heutigentags besser, nur weil sie ihren Beruf studieren müssen? Gerade von Ihnen lese ich doch immer wieder anderes, will sagen, es kommt auch die Methoden an und nicht auf den Abschluss.

        • Es hängt die vorschulische Bildung der Kinder davon ab, hier in einer Kleinstadt in NRW, wer der Träger des Kindergartens ist und welches Klientel vorwiegend bedient wird. So unterscheidet sich schon die Grundausstattung der Kindergärten erheblich. Teilweise sind die Gebäude ehemalige Volksschulen aus den 50er Jahren mit einer unzureichenden gebäudetechnischen Ausstattung. Und es gibt schon erhebliche Unterschiede in der vorschulischen Bildung der Kindergärten. Da muss noch sehr viel investiert werden. Andererseits sollten aus meiner Sicht entsprechend qualifizierte Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen deutlich besser bezahlt werden, erst recht wenn diese studiert haben. Es sind überwiegend von Frauen ausgeübte Berufe und damit hängt es wohl auch zusammen, dass man diese eben schlechter bezahlt hat, was sich ändern wird.
          Der Satz wird wohl Sofawolf in Wallungen versetzen.

        • Wie groß waren eigentlich die Gruppen in den DDR-Kindergärten? Es gibt Gerüchte, dass die sehr groß waren, aber ich kann das nicht beurteilen. Jedenfalls hatte man wohl kaum Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch, oder? Und wieviele Moslems aus dem Vorderen Orient gab’s in der DDR?

          • Die Zeiten ändern sich und der Blick zurück, in schwelgender Sehnsucht, in eine scheinbar bessere Zeit, fördert nichts anderes zu Tage, als einen nostalgisch verklärten Blick in eine scheinbar bessere Vergangenheit und eine Zeit ohne Fremde.
            Es gibt sie, die geschichtsvergessenen Mitbürger, die unsere Vergangenheit anders sehen wollen, als diese sich darstellt.
            Einmal auf den DDR-Markt in Dresden gehen reicht bereits, denn da passiert es einem, dass man von einem nach Blockwart ansehenden deutschen Mitbürger am Revers gepackt wird und unter Absegnung monotoner Phrasen wie “Früher war alles eben besser, da staun`ste , was !”

            Hier vor Ort ist die Zusammensetzung der Bevölkerung von aufgeklärten Katholiken dominiert, gefolgt von Protestanten sowie einer Minderheit von Menschen ohne eine religiöse Bindung und schließlich Moslems mit türkischem und arabischen Migrationshintergrund. Alle sprechen Deutsch.

            Bis auf das von Herrn Dr. Blex kläglich gescheiterte und organisierte Treffen Dortmunder Neonazis bei einem AfD-Auftritt im November 2015 in Oelde mit Höcke und anderen Hetzern, sieht man hier keine rechtsradikalen Chaoten in der Innenstadt sich herumtrollen.

          • Also ich hatte nur bei Herrn Mückenfuß angefragt, mit wie großen Gruppen die DDR-Kindergärten das bewerkstelligt haben, was heute angeblich so schlecht gelingt, nämlich eine echte Vorbereitung auf die Schule. Was soll das mit Neonazis zu tun haben ???
            Und auch hier hört man immer wieder, dass es Kinder gibt, die bei Einschulung eben kaum Deutsch sprechen, besonders in B-Neukölln. Dafür kann ich doch nichts. Wie das bei Ihnen vor Ort ist, das interessiert hier erst in zweiter Linie.

          • Dafür sprechen aber hier vor Ort die Menschen mit einem Migrationshintergrund nach einer entsprechenden Vorbereitung Hochdeutsch. Das schafft nicht jeder Mitbürger.

            Wo und wie ist denn der Bezug der DDR-Kindergärten zu Moslem herzustellen, denn auch heute sind die meisten Moslems in Westdeutschland, weil die gar nicht in die aufblühenden Landschaften wollen, in denen sich braune Jungs richtig wohl fühlen und dort jährlich unbehindert 60 Nazirock-Konzerte abhalten können, getarnt als Parteiversammlungen mit ausgestrecktem rechten Arm und ätzendem Liedgut rassistischer Unkultur, wie WER DEUTSCHLAND NICHT LIEBT; SOLL DEUTSCHLAND VERLASSEN.
            Dars Zitat hörte man auch von Herrn Kalbitz auf dem Kyffhäusertreffen der AfD, und die Zuschauer stimmten fröhlich skandierend mit ein. Dabei stammt die Strophe von einer Neonazi-Band Hauptkampflinie. Und auch die deutschlandfeindliche Pegida-Bewegung des mehrfach vorbestraften Lutz Bachmann benutzt diese Liedzeile.

            Schließlich fällt die Rhetorik eines Bernd Höcke, Andrè Poggenburg und Andreas Kalbitz und wie die alle sonst noch heißen auf fruchtbaren geistigen Nährboden einer geschichtsverklärten Bevölkerung, die misstrauisch gegen alles Fremde ist, aber gerne mal nach Mallorca oder sonst wo hinfliegt.
            Allerdings wird der Verfassungsschutz auf diese Wort-Neuschöpfungen wie Ethnozid, Volkstod, Überfremdung, Umerziehung, alimentierte Messermänner, Burka-und Kopftuchmädchen, Kümmeltürken mit Vielweibern in Lehmhütten und Halbnegern zunehmend aufmerksam.
            Eine Beobachtung ist nicht mehr fern.

          • Jaja, der Verfassungsschutz. Der hat in den 1970er Jahren zahlreiche Linksintellektuelle als kommunistische Aufrührer verdächtigt. Damals waren es andere “Key words”, die eine Rolle spielten, z.B. Klassengesellschaft.

          • Dafür ist der persönliche Werdegang des Herrn Kalbitz eindeutig, die Sprache des rechten Flügels der AfD um so deutlicher rassistisch-nationalistisch, und so gerät man eben nicht unberechtigt und durch eigenes Zutun und dämlich-rassistische Äußerungen schließlich in den Genuss und den Fokus dieser Behörde, die man als parlamentarisch kontrollierter Beamtenapparat doch nicht auch noch in Frage stellen wird, oder ist man jetzt schon bei Höcke angelangt, der den Verfassungsschutz als Instrument geißelte, warum wohl ?

          • Mir fehlt jetzt die Information, was Herr Kalbitz mit dem obigen Thema, nämlich dem Scheitern von Schülern am Gymnasium, zu tun haben soll. Bei meiner obigen Frage nach den DDR-Kindergärten gibt es wenigstens noch einen losen Zusammenhang.

  5. Dank Lobby ist das Gymnasium die Schulform mit der besten Ausstattung, besten Lehrerversorgung, besten Bedingungen. Da wollen gerne alle mit dabei sein. Das freut die Gymnasien doch, oder?

    Natürlich können auch alle SuS auf einer anderen Schule angemeldet werden:
    Dann geht die Lobby dort mit hin, die beste Ausstattung auch.
    Die beste Lehrerversorgung wird vom Gymnasium abgezogen und die Kinder werden an der anderen Schule von den seleben Lehrkräften wie zuvor unterrichtet.

  6. Deer Wunsch nach verbindluchen Empfehlungen der gymnasialen Kollegen verstehe ich. Doch das wird schon an der Klagebereitschaft der Eltern scheitern. Das Schulamt knickt doch sofort ein, wenn den Eltern die Empfehlung nicht gefällt und sie mit einer Klage drohen. Und wenn das nicht meine Empfehlung kippt, dann geht man ins Beratungsverfahren und die Beratungslehrerin gibt nach einem Termin dem Kind die gewünschte Empfehlung.
    Leider ist es tatsächlich so, dass die Kinder, die ich nicht an das Gymnasium empfohlen haben zu 100% spätestens in Klasse 7 auf die Realschule/Werkrealschule wechseln. Das ist für die Kinder in der Pubertät eine Katastrophe, denn sie haben keinerlei Anstrengungsbereitschaft oder Motivation mehr.
    Ich verstehe aber auch die Angst der Eltern. Ohne einen guten Schulabschluss wird es immer schwieriger eine Ausbildungsstelle zu finden.
    Da ist es besonders wichtig, den Eltern die unterschiedlichen Wege durch das Schulsystem zu kennen und sie entsprechend zu beraten. Viele Wege führen nach Rom/ zum Abitur, dass muss nicht immer der direkte sein.
    Und Schläger/ Drogenkonsumenten gibt es inzwischen auch ausreichend am Gymnasium. Ich wundere mich was da inzwischen rumläuft (Schulschwänzer/Drogendealer/…) Das ist kein Argument, nicht auf die Realschule zu gehen.

    • “Ohne einen guten Schulabschluss wird es immer schwieriger eine Ausbildungsstelle zu finden.”

      Wenn das Gymnasium auf seine ursprüngliche Aufgabe reduziert wird, nämlich die Studierbefähigung, entfällt das, weil dann nur noch maximal 30% des Jahrgangs dort mitkommen. Die anderen Schüler werten die anderen Schulformen deutlich auf und dann können die Sek I-Abschlüsse auch wieder gut werden.

      Das wird aber nicht geschehen, ich weiß.

      • Berufsbildendes Abitur und allgemeine Hochschulzugangsberechtigung schließen sich halt von vornherein aus. Nur die Wirtschaft ist halt am ersten Bildungsgang interessiert, da sie nur so ausreichend schulischerseits ausgebildete Berufseinsteiger bekommt. denen ist es letzlich egal, ob das der Meister oder Techniker mit Fachabitur ist, der seinen Weg über das Berufskolleg gemacht hat, oder der Bachelor, der ein Duales Studium abgeschlossen hat. Beide haben den Vorteil, dass sie nicht älter als 23 Jahre sind, nicht mehr unter das Jugendarbeitsschutzgesetz fallen und aufgrund des jugendlichen Alters und der geringen Berufserfahrung niedrig im ERA-Tarif eingruppiert werden können.

        Bildung – und somit auch die schulische – muss wirtschaftlich verwertbar sein, folglich sind gymnasiale Lehrinhalte “nice to have” – Humboldt ist nämlich schon länger tot und die INSM um so lebendiger. Oder anders ausgedrückt; Mohn macht dumm!

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