Nach tödlicher Messerattacke in der Schule: 16-Jähriger muss (nur?) sechs Jahre in Haft

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LÜNEN. Nach der tödlichen Attacke in einer Lüner Schule muss der 16-jährige Täter in Haft. Verurteilt wurde er aber nicht wegen Mordes oder Totschlags.

Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen sind in den Schulgesetzen der Länder geregelt. Foto: Shutterstock
Die Bluttat in einer Lünener Gesamtschule hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Foto: Shutterstock

Nach einer tödlichen Messerattacke in einer Gesamtschule in Lünen hat das Dortmunder Landgericht einen 16-jährigen Schüler zu sechs Jahren Jugendhaft verurteilt. Die Richter sind davon überzeugt, dass der Angeklagte Ende Januar einen Mitschüler vor Beginn des Unterrichts auf einem Schulflur erstochen hat. Die Tat werteten sie am Freitag jedoch nicht als Mord oder Totschlag, sondern als Körperverletzung mit Todesfolge. Nach Angaben von Gerichtssprecher Thomas Jungkamp konnte die Kammer keine sicheren Feststellungen zum Tötungsvorsatz treffen.

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Die gesamte Verhandlung, einschließlich der Urteilsverkündung und -begründung, fand wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Eltern des getöteten 14-Jährigen reagierten auf den Urteilsspruch höchst emotional. Auf dem Gerichtsflur bezeichneten sie die Entscheidung lautstark als «Witz» und «Skandal». Ihre Rechtsanwältin Nisrine Jayd-Rizzo kündigte an, eine Revision in Erwägung zu ziehen.

Die Bluttat vom 23. Januar hatte die alle Lehrer und Schüler der Lüner Gesamtschule tief erschüttert. Der Angeklagte war nach dem tödlichen Messerstich geflüchtet, jedoch schon kurz darauf von der Polizei festgenommen worden. In einer seiner Vernehmungen soll er davon berichtet haben, dass er am Tattag zusammen mit seiner Mutter in der Schule gewesen sei. Der 14-Jährige habe auf dem Flur dann seine Mutter provozierend angeschaut, deshalb habe er zugestochen.

Die Tat hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte um zunehmende Gewalt unter Schülern ausgelöst. dpa

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24 KOMMENTARE

        • Cavalieri hat nur die Frage von Pälzer mit nein beantwortet. Ansonsten hat die Herkunft hoffentlich nichts zu bedeuten. Ein Kind von Traurigkeit war der Tatverdächtige jedenfalls nicht, wenn er bereits von der Schule geflogen sei, was bekanntermaßen ziemlich schwierig ist. Eine islamfeindliche, rechtsextreme AfD-Sympathie kann ich im Gegensatz zu Ihnen nicht daraus ablesen.

          • Nein, es war lediglich die Androhung der Entlassung von der eigenen Schule ausgesprochen und der jetzt Verurteilte zur Hospitation an eine Hauptschule vermittelt worden. Wäre er de facto von der Schule entlassen worden, hätte das gespräch zur Wiederaufnahme ja nicht stattfinden können und die tötliche Messerattacke hätte nicht stattfinden können.

          • Danke für die Ergänzung. Aber auch eine Androhung der Entlassung und Vermittlung an eine Hauptschule gibt es nicht so einfach.

          • Nein, ging es cavalieri nicht. Er beantwortete nur die Frage von Pälzer, ob der Tatverdächtige zur Großfamilie Schulze gehöre. Aufgrund der kasachischen Herkunft lautet die Antwort nein. Einen Zusammenhang zwischen Herkunft und Tat haben Sie alleine gezogen bzw. ziehen wollen, weil die Antwort von cavalieri kam.

          • Man kann’s auch übertreiben mit dem Verschweigen eines Migrationshintergrunds, Herr Wrobel. Es erinnert mich auch an Diskriminierung und Rassismus, wenn übertriebene Rücksichten und Verbote gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen geübt werden.

          • Und was ist mit dem Vorfall in Wenden, im Kreis Olpe ?
            Spielt es da auch eine Rolle, welche nationale Herkunft des Täters bestand ?
            Wo spielt bei all diesen traurigen Ereignissen die Herkunft des Täters eine Rolle, außer vielleicht in den Köpfen irgendwelcher selbsternannter Nationalpatrioten, die Zusammenhänge herstellen wollen und derartige Gewalttaten noch instrumentalisieren, wie in Chemnitz, als ein Anhänger der Linken, sie haben richtig gehört, von einem Migranten erstochen wurde, und danach versammelten sich einfache alle Gruppierungen der ultrarechten Szene einschließlich aller Neonazi-Gruppen dort ?

          • Ach ja, Herr Höcke wurde nicht aus der AfD ausgeschlossen und außerdem mit 81 % noch zum neuen Landesvorsitzenden in Thüringen gewählt.
            Es liegen somit zwei Gründe vor, die AfD in diesem Bundesland (2,1 Millionen Einwohner) gemeinsam mit einem geistig-ideologisch Gleichgesinnten von Thürgida , Herrn D. Köckert, zu überwachen.

          • @XXX
            Der Zusammenhang ist ein Totschlagsdelikt, wie in Chemnitz, nur hier war es ein Schüler, beides schreckliche Taten, in Chemnitz ein linker mit kubanischem Migrationshintergrund.
            g.h. hat sich auch zu einer möglichen Demonstration in Köthen geäußert. Da hatte Herr David Köckert seinen großen Auftritt mit Zitaten von Goebbels. Und in Freiburg laufen die selben geistigen Größen auf die Straße und beschimpfen den Oberbürgermeister.

    • Seltsam. In diesem Fall hat die Herkunft nichts zu bedeuten – wäre der Täter ein Moslem, bekämen wir hier wieder Posts über den mörderischen Islam zu lesen.

      Hat natürlich gar nichts damit zu tun, dass Russlanddeutsche zur Kernklientel der AfD gehören, iwo…

      • Was haben ein zugegebenermaßen krimineller libanesischer bzw. libyscher Familienclan aus ganz anderen Teilen Deutschlands mit einem Jugendlichen kasachischer Herkunft aus Lünen zu tun?

          • Genau. Wieso stützen Sie meine Argumentation, gegen die Sie bereits etliche Kommentare geschrieben haben?

          • Weil die soziale und religiöse Herkunft der beteiligten Personen bei allen aufgeführten Taten rein gar nichts mit dem begangenen Verbrechen zu tun hat.
            Sie haben es noch einmal bestätigt.
            Sophokles würde sich freuen. Allerdings ist der Sprachstil bei Platon einträchtiger

          • Nur zur Information: Laut Wikipedia besteht die Bevölkerung in Kasachstan zu 70 % aus Moslems, obwohl man historisch erst unter mongolischer Herrschaft und dann unter russischer Herrschaft war.

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