Rassismus-Debatte: Biologie-Lehrplan sieht vor, dass Schüler „Merkmale von europiden, negriden und mongoliden Menschen“ lernen

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DRESDEN. Es handele sich um einen bedauerlichen Einzelfall, so erklärte das sächsische Kultusministerium – nachdem öffentlich geworden war, dass in einem Arbeitsheft Menschen in „Rassekreise“ eingeteilt wurden. Mittlerweile wurden die Schulen im Freistaat informiert, das ältere, dort aber offenbar noch gebräuchliche Unterrichtswerk dürfe nicht mehr verwendet werden. Allerdings: Der gültige sächsische Biologie-Lehrplan fürs Gymnasium sieht durchaus vor, dass Schülern „Merkmale von europiden, negriden und mongoliden Menschen“ vermittelt werden.

Auszug aus dem sächsischen Lehrplan Biologie fürs Gymnasium, Klasse 10. Screenshot

Welche Augen-, Gesichts- und Haarformen gehören zu welchen „Rassekreisen“? Im Arbeitsheft „Naturwissenschaften: Biologie, Chemie, Physik – Farben” von 1997 wurden Schülern vermeintliche  Rassemerkmale genannt und Fotos angeblich typischer Vertreter vorgeführt. Über die angeblichen Angehörigen eines „Mongolischen Rassekreis“ erfuhren die Zehntklässler: „Gelbton der Haut, untersetzter Körperbau mit langem Rumpf, flaches Mittelgesicht mit niedriger Nasenwurzel“. Zu einem „Negriden Rassekreis“ heißt es unter anderem: „breite Nasen, dicke Lippen“. Die Schüler hatten dann Fotos von Menschen anhand von Hautfarben oder Nasengrößen zuzuordnen.

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Das Ministerium unterstütze diese Inhalte nicht; der Begriff „Menschenrassen“ sei im Unterricht nicht zu verwenden, so erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gegenüber der „Welt“. „Im Gegenteil, im Bereich der Evolution des Menschen liegt die Grundaussage insbesondere auf den Gemeinsamkeiten und der (genetischen) Gleichwertigkeit aller Menschen“, befand er dem Bericht zufolge. Zwar wählten die Schulen Unterrichtsmaterialien in eigener Verantwortung aus den Sortimenten der Verlage aus. Diese müssten jedoch im Einklang mit den Lehrplaninhalten des Bundeslandes stehen.

Tatsächlich scheint das durchaus der Fall zu sein. Wer auf der Seite www.schule.sachsen.de den aktuellen Lehrplan Gymnasium für das Fach Biologie aufruft, findet darin die gleiche Einteilung von Menschen, wie sie im nunmehr verbotenen Lehrheft auftaucht.

Das Deckblatt des Lehrplans. Screenshot

Auf Seite 32 des 2007 in Kraft gesetzten Lehrplans für die Klasse 10 werden zum Thema „Stammesgeschichte des Menschen“, das insgesamt neun Unterrichtsstunden umfassen soll, einige Punkte aufgeführt, mit denen sich die Schüler beschäftigen sollen: darunter „Schädel, Extremitäten, Wirbelsäule“ – und eben: „Merkmale von europiden, negriden und mongoliden Menschen“. Dass den Lehrplanmachern der Aspekt durchaus problematisch erschien, wird an dem Zusatz deutlich, der als begleitender Unterrichtsinhalt vorgeschrieben wird: „Antirassismus als Gebot des Humanismus“. Der Ausdruck “Menschenrassen” soll zwar 2004 aus dem Lehrplan gestrichen worden sein – die zugrundeliegende Theorie findet sich dort aber nach wie vor.

Dabei gilt eine solche „Rassenlehre“ heute (und galt auch schon 2007) als nicht haltbarer Unfug. Die Kategorisierung suggeriere, dass es fundamentale, erbliche Unterschiede zwischen Menschengruppen gebe – was von der Wissenschaft längst widerlegt sei, sagt Saboura Naqshband, Wissenschaftlerin am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung, gegenüber der „Welt“. Sie erkennt laut Bericht in Lehrmaterialien wie dem Arbeitsheft eine pseudowissenschaftliche veraltete und rassenbiologistische Theorie. „Die bis ins 20. Jahrhundert vorherrschende Vorstellung von vermeintlich unterschiedlichen, hierarchisch geordneten ,Rassengruppen‘ diente der Rationalisierung der Ausbeutung in der kolonialen Expansion Europas und dem Genozid im Nationalsozialismus“, sagte Naqshband.

“Völlig unangemessen”

Bereits 1995 hatte eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe der UNESCO festgestellt, das „Rasse-Konzept“ sei überholt. In einer damaligen Stellungnahme heißt es: „‘Rassen‘ des Menschen werden traditionell als genetisch einheitlich, aber untereinander verschieden angesehen. Diese Definition wurde entwickelt, um menschliche Vielfalt zu beschreiben, wie sie beispielsweise mit verschiedenen geographischen Orten verbunden ist. Neue, auf den Methoden der molekularen Genetik und mathematischen Modellen der Populationsgenetik beruhende Fortschritte der modernen Biologie zeigen jedoch, dass diese Definition völlig unangemessen ist. Die neuen wissenschaftlichen Befunde stützen nicht die frühere Auffassung, dass menschliche Populationen in getrennte „Rassen“, wie „Afrikaner“, „Eurasier“ (einschließlich „eingeborener Amerikaner“), oder irgendeine größere Anzahl von Untergruppen klassifiziert werden könnten.“ Agentur für Bildungsjournalismus

Hier geht es zum Lehrplan Biologie fürs Gymnasium des Freistaats Sachsen.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

 

Sachsen zieht rassistisches Unterrichtsheft aus dem Verkehr – ein Einzelfall? Debatte um Antisemisitmus in Schulbüchern weckt Zweifel

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62 KOMMENTARE

  1. Blöde Frage: Was spricht dagegen, die Merkmale diverser Menschengruppen zu besprechen im Kontext des _Anti_rassismus und des Humanismus? Wohlgemerkt, ich zitiere aus dem Lehrplan, und ziehe aus der Gruppe keine Schlüsse auf Charakter oder Intelligenz. Man könnte natürlich in der Tat besprechen, weshalb Afrikaner das Gros der Olympiasieger und Weltmeister auf den Langstrecken in der Leichtathletik stellen oder Laktosetoleranz eine beim europiden Menschentyp weit verbreitete Mutation ist (die Intoleranz ist der biologisch vorgesehene Regelfall). Das sind aber rein biologisch und statistisch feststellbare Tatsachen, die mit Rassismus positiver oder negativer Art nichts zu tun haben.

    • Was dagegen spricht? Dass es diese angeblichen Merkmale so nicht gibt – Läufer aus Afrika sind deshalb erfolgreich, weil sich dort eine entsprechende Profi-Szene etabliert hat (nicht weil Schwarze per se schneller rennen können). Die Deutschen sind ja auch nicht deshalb im Fußball relativ erfolgreich, weil sie ein besonderes Fußball-Gen hätten.

      Aus dem aktuellen Biologie-Lexikon von Spektrum der Wissenschaften:

      „Die auf Oberflächenmerkmalen beruhenden, typologisch erfassten Unterschiede sagen wenig oder nichts über die genetische Nähe oder Distanz von Menschen aus. Der größte Teil der genetischen Unterschiede ist nicht zwischen den geographischen Gruppen, sondern zwischen den Individuen ein und derselben Population zu finden.“

      Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/menschenrassen/42123

      • In den Savannen und Graslandschaften Afrikas dürften Gene, die eine Jagd mit schnellem und ausdauernden Laufen erforderten, von Vorteil für diese Populationen gewesen sein.

          • Ich habe mal gelesen, die hätten Fallgruben ausgehoben oder die Tiere in die Sümpfe getrieben. Allerdings soll sich der homo sapiens sapiens mit dem nahe verwandten Neandertaler, der mehr kleiner, schneller und gedrungener im Körperbau war, vermischt haben.
            Es gab immer die Vermischung von Menschen mit abweichenden Genen, die einen Überlebensvorteil hatten. So auch in Papua Neuguinea, wo die Bevölkerungsgruppen eine natürliche Resistenz gegen allerlei Krankheitserregern in sich tragen, gegen die wir hier prophylaktisch Medikamente einnehmen müssen, um zu überleben.

          • In Europa ist das Gen der Faktor 5 Leiden Mutation relativ stark vertreten. Es ist verbunden mit einem deutlich erhöhten Risiko an Thrombosen mit der Lungenarterienembolie.
            Besonders hoch ist das Risiko bei Patienten die homozygot davon betroffen sind. Die Aktivierung des Gerinnungssystem kann nicht effektiv gegenregulatorisch unterbrochen werden.
            das Gen wird sich durchgesetzt haben, weil sich diese Populationen relativ häufig blutige Auseinandersetzungen geliefert haben oder sonstige Verletzungen zuzogen.

      • Warum sollten derartige Unterschiede nicht anders bedingt sein als durch bloßes Training? Hier wundert mich immer wieder der ‘antirassistische’ Dogmatismus. Dazu passt:

        https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/blutspender-mit-migrationshintergrund-gesucht-100.html
        “Elizabeth Y. aus Mettmann bittet öffentlich um Hilfe. Ihr Sohn hat eine lebensbedrohliche Blutkrankheit. Helfen kann ihm nur eine Stammzellspende. Doch europäisches Blut führt bei Migranten und Flüchtlingen aus Afrika oder dem arabischen Raum häufig zu Abstoßungserscheinungen mit schweren gesundheitlichen Folgen, bis hin zum Tod.
        […]
        Gerade bei Patienten, die in den letzten Jahren zugewandert sind, gibt es Schwierigkeiten bei der Versorgung. Gleichzeitig sollen mit dem von der Europäischen Union geförderten Projekt die unterschiedlichen Blut-und Stammzelleneigenschaften unterschiedlicher Ethnien weiter erforscht werden.
        Migranten mit außereuropäischen Wurzeln sollen spenden
        Mit einer groß angelegten Werbekampagne in mehreren Sprachen wenden sich alle Kooperationspartner deshalb an Zugewanderte mit außereuropäischen Wurzeln. Sie sollen sich als Blut-oder Stammzellspender typisieren lassen, um Menschen mit einem besonderen ethnischen Hintergrund zu helfen.”

    • Laktoseintoleranz findet sich mehr bei Populationen in Asien, die keine Viehhaltung mit Milchwirtschaft, wie etwa in Europa betrieben.
      Eine Gluten-Intoleranz , das Protein der Getreidesorten, wird in Gegenden mit relativ frühzeitigem hochentwickeltem Ackerbau, wie im Dreistromland , weniger vorkommen als in Zentraleuropa, wo sehr lange die Viehwirtschaft und die Jagd betrieben wurde. Die Ackerwirtschaft kam erst später hinzu.
      Das Sichelzellgen und die Thalassämie der roten Blutzellen konnte sich als relative Malariaresistenz entsprechend in den Malariagebieten des Mittelmeerraumes und Afrikas halten, weil es einen relativen Überlebensvorteil bietet.
      Das Merkmal heller Haut konnte sich auf Grund der Vitamin D-Synthese unter anderem in der Haut mehr in weniger sonnenbeschienen nördlichen Gegenden durchsetzen, weil dafür ein Teil der UV-Strahlung benötigt wird.
      Dagegen findet ich eine stärkere Pigmentierung in sehr stark von der Sonne beschienenen Gegenden, da diese Menschengruppen durch das Mehr an in der Haut synthetisierte Melanin vor zu viel UV-Strahlung relativ geschützt sind.

        • Das gehört in den Biologieunterricht im Bereich Evolution und Selektionsdruck, der Isolation von Populationen mit der Entstehung neuer Unterarten egal welcher Pflanzen- oder Tierspezies .
          Es zeigt uns aber auch auf , wie wichtig es ist, dass es nicht nur wenige Saathersteller geben darf, alte Pflanzenarten, wie Maispflanzen aus Mexiko, die gegen den Maiszünsler resistent sind, besser schmecken und unempfindlicher sind, erhalten werden müssen, besonders vor dem Hintergrund der vom Menschen gemachten Klimaveränderungen.
          Die Vielfalt der Allele macht mehr möglich.

          • Landet man dann bei “Menschen, die seit Jahrtausenden überwiegend in Europa, in Afrika und in Asien leben”? Insgesamt ist das aus rein wissenschaftlicher Sicht eine Wortklauberei ähnlich wie die “Volksfront von Judäa” vs “Judäische Volksfront”. Eine andere als die wissenschaftliche Sicht sollte man bei AvLs Vorschlägen auch nicht einnehmen. In einer weiteren Stunde könnte oder sollte man sogar die von Bernd genannten Einwände thematisieren.

          • Stimmt. Man gelangt zu einer vollkommen anderen Sichtweise, denn die Vielfalt bedeutet eine Bereicherung und nicht das Gegenteil.

          • Nein, das ist keine Wortklauberei – nochmal: Die Eigenschaften, die “europiden, negriden und mongoliden” Menschengruppen angedichtet werden, existieren so nicht.

            Laktose-Intolerante finden sich genauso in Hamburg wie in Tokio, vielleicht in größerer Häufung hier oder dort – aber was sagt das aus? Genauso wenig sind alle Asiaten “gelb”. Oder alle Indianer “rot”. Oder alle Afrikaner haben “dicke Nasen”, wie es in dem unsäglichen Schulbuch heißt. Die genetischen Unterschiede zwischen uns, xxx, sind womöglich größer als die zwischen Ihnen und einem beliebigen Menschen aus Mumbai.

            Deshalb sind diese vermeintlichen Unterscheidungsmerkmale, die “Rassen” zugeschrieben werden, Blödsinn – aber zweifellos ein wichtiges Thema für die Schule. Denn aus der Geschichte des Rassismus und seinen mörderischen Folgen lässt sich viel auch über heute lernen.

          • Man muss kein Rassist sein, wenn man einen Äthiopier von einem Japaner, Russen oder Briten unterscheiden kann. Rassistisch wird es, wenn z.B. von einem blonden türkischen Mädchen verlangt wird, sich die Haare zu färben. siehe https://www.sueddeutsche.de/panorama/maedchen-in-der-tuerkei-blond-und-benachteiligt-1.407802

            Bei der Laktose-Intoleranz kommt es übrigens gerade auf die Häufung an, die Sie so zur Seite wischen. Das sagt nämlich folgendes aus: welche Ernährungsweise einer bestimmten Gesellschaft gut tut und welche nicht.

          • Bernd, es geht um den Äthiopier als Ausgangsperson. Osteuropäer sehen aber tendenziell etwas anders aus als Westeuropäer. Übrigens sehen Niederländer auch anders aus als Deutsche.

          • Die häufigere Verteilung der Blutgruppe B bei Russen wäre eine Möglichkeit, aber auch Türken haben mehr die Blutgruppe B im Blut.
            Und außerdem haben sich alle miteinander vermischt, auch Russen mit Kirgisen etc..
            Da hilft nur noch die Sprachdifferenzierung und der Blick in den Personalausweis, um sich Klarheit zu verschaffen, wer da gerade Ärger bereitet, wenn der Alkoholspiegel zu hoch ist.
            Die Briten hatten eben das Pech auf einer Insel leben zu müssen, und so erhielten diese nur “Besuch” von Römern, erobernden Angelsachsen, rauffreudigen und plündernden dänischen Wikingern, erobernden Nachfahren dieser aus der Normandie, sowie Skoten und Pikten.

          • Ich verstehe Bernds Argument schon, er will sagen: man kann die Menschen nicht in jedem Fall und eindeutig klassifizieren, damit hat er natürlich recht. Es geht nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, wir alle kennen Leute, die “typisch britisch” oder irisch oder bayrisch aussehen, aber natürlich könnte es dann auch ein Ami oder Däne sein. Und ein guter Teil des “Aussehens” ist gesellschaftlichen Ursprungs.
            Ein Teil der alten sozialistischen Ideologie war, dass Genetik absolut gar keine Rolle für den Menschen spiele, essentiell für die Hoffnung auf erfolgreiches Erziehen des klassenlosen Menschen. Es wäre interessant zu fragen, ob dies auch hier eine Rolle spielt. Möchten Sie, Bernd, Ihre Meinung dazu schreiben?
            Für mich wäre es schwer erklärbar, warum ich z.B. Leute aus Äthiopien oder Somalia mit guter Wahrscheinlichkeit von Menschen aus Kamerun/Nigeria/Kongo unterscheiden kann, wenn es da gar keine Unterschiede im Genpool gäbe. Dass es keine klaren Trennungen zwischen den Genen versch. Ethnien gibt, ist natürlich völlig unbestritten.

          • Ich denke, der Zusammenhang ist relativ schlicht: Völker – oder Ethnien – haben sich evolutionär den Umweltbedingungen angepasst, unter denen sie lange Zeit gelebt haben. Eine dunkle Hautfarbe korresponiert zum Beispiel mit einer starken Sonnenbestrahlung. Und natürlich ist das dann auch in den Genen dieser Volksgruppen verankert. Mehr als das aber eben auch nicht – die Hautfarbe hat keinen Zusammenhang mit der Nasenform und bestimmt schon gar keine Charaktereigenschaften.

            Weil darüber hinaus keine Menschenzucht betrieben wird, sondern Völker sich fröhlich mischen, sind die Variationen des Genpools innerhalb von Populationen groß – größer mitunter als von Menschen unterschiedlicher geografischer Herkunft. Und deshalb macht es keinen Sinn, von “Menschenrassen” zu sprechen. Praktisch das einzige, was sich feststellen lässt, ist: Es gibt Menschen unterschiedlicher Hautfarbe. Aha.

  2. Höchstpeinliche Lehrinhalte wurden da bis in die heutige Zeit gelehrt, oder wie soll man den sächsischen Lehrplan verstehen ?
    Da wurden echte Grundlagen geschaffen für ein anderes Menschenbild mit der Abgrenzung von Menschen auf Grund äußerer Merkmale. Das derartiges sich in den Lehrplänen halten konnte spricht für die Tendenz, dass man anscheinend länger nicht mehr sich diese angesehen hat. Da werden sich in anderen Bundesländern auch noch so manche Ungeheuerlichkeiten finden.

    Peter Petersens Mondfahrt ins Sachsenland der ewig gestrigen rassischen Unterteilung von Menschen nach ihrer Haar-und Hautfarbe, Physiognomie, Hirngröße etc., welche eine Grundlage für die Herleitung eigener rassischer körperlicher und geistig-kultureller Überlegenheit, Intelligenz, Lernfähigkeit, Verhaltensverschiedenheit und Denken bilden, und das erfolgte im hier und jetzt !

  3. Wenn ich’s richtig überblicke, hat News4T nun einen dritten Artikel begonnen zum selben Thema, und der Anlass ist, dass in einer sächsischen Schule ein altes Schulbuch verwendet wird. Ich frage auch hier nach: wurden die genannten und heiß diskutierten Seiten im Unterricht verwendet; wurde diese Frage untersucht?
    Ich gestehe, dass ich eine gewisse Aversion gegenüber dem StändigneueSchulbücherDruckenUndVerwenden habe.

    • Ja, das finde ich auch. Es hat etwas von “Kampagnenjournalismus”, wenn in kurzer Zeit zum immer gleichen Theme schein-neue Artikel veröffentlicht werden, die eigentlich nichts Neues bringen.

      Warum machen die n4t-Leute sowas? Bei A 13 für alle kann man es ja noch verstehen. Das war/ist halt eine Kampagne.

      • Warum wohl. Wenn derartige falschen Einteilungen von Menschen auf Grund simplifizierender Differenzierungen vorgenommen werden und im Unterricht vermittelt werden, die nachweislich überholt sind, wohl aber einer rassischen Empirie dienen können, so sollte darüber berichtet werden.

        • Kampagnenjournalismus erinnert mich an die Tageszeitung mit den 4 großen Buchstaben und z.B. an den Sturz von Christian Wulff als Bundespräsidenten.

          Kam nicht später heraus, dass alle Vorwürfe haltlos waren?

          • Lieber Herr Mückenfuß,

            schon diese – aus unserer Sicht sehr gehaltvolle – Debatte hier im Forum zeigt, wie sinnvoll unser Beitrag war. Es ist auch keine “Kampagne”, wenn ein vergleichsweise kleines Medium wie News4teachers mehrfach über ein Thema berichtet, weil sich dabei neue Entwicklungen ergeben haben.

            Wenn es Sie nicht interessiert: Lesen Sie’s einfach nicht. Wir machen hier nur ein (unentgeltliches) Angebot. Keiner zwingt Sie, es anzunehmen.

            Herzliche Grüße
            Die Redaktion

          • Wie sagt man: Getretene Hunde bellen. (?) 🙂

            Kritik scheinen Sie außerordentlich ungern zu vernehmen. Aber das soll ja eine typische Lehrereigenschaft sein.

          • Hm… 4teachers stellt hier diese Seite zur Diskussion zur Verfügung. An der Redaktion aber unsachlich herumzukritisieren empfinde ich grenzüberschreitend. Wem der Tenor hier nicht gefällt, der sollte sich eine zu ihm passende Seite suchen.
            Auf anderen Seiten werden übrigens Teilnehmer gesperrt, auch bei 4 teachers intern. Hier wird das mehr als großzügig gehandhabt – es wurde bisher nur gelöscht und niemand gesperrt – und das sollte man nicht ausnutzen.
            Das ist zumindest meine Meinung.

  4. Ich finde die Diskussion künstlich. Tatsache ist nun einmal, dass Ostasiaten erkennbar anders aussehen als Europäer oder Afrikaner.

        • So, glauben Sie? Worin unterscheiden sich denn “der” Russe aus Asien von “dem” Deutschen aus Europa körperlich, also nackt – ohne jegliche kulturellen Hinweise wie Sprache, Gestik oder Kleidung? Letztlich führt diese Rassenkunde (noch im besten Fall) dazu, Menschen als Karikaturen zu sehen – wie bei Karl May. Dann sind Indianer eben Rothäute und Chinesen Schlitzaugen. Dabei gibt es allein in China 90 Ethnien. Die wollen Sie alle mit einem Blick zuordnen können?

          • Übrigens ist das Volk der relativ kleinwüchsigen Buschmänner genetisch mit allen anderen Haut-, Haar- und ich weiß nicht was für Differenzierungen am nächsten verwandt, und es sind in den Savannen eine der kulturell am besten an ihre Umwelt angepassten Populationen, neben den Pygmäen, Tuareg, Berbern, Xhosa, Zulu und anderen Ethnien. Die sehen als Afrikaner aber sehr verschieden aus.
            Die Sprachen und die Kulturen sind ebenso verschieden, aber auch nicht für jeden erkennbar.

    • Wenn Sie sich Ostasiaten ansehen, dann werden Sie feststellen, dass diese sehr verschieden aussehen.
      Mein Vater wurde auf Grund seiner dunklen Haare, der starken Pigmentierung und der Augen von deutschen Mitbürgern in der Bahn als unflätig als Türke angemacht.

        • Nein, mein Familienname reicht sehr weit zurück und ist im norddeutschen Raum etabliert. Die Römer, die Völkerwanderung mit den Mongolen, Alanen und Vandalen, die Goten, wer weiß nicht was ist hier durchgezogen oder hat von der Erde Besitz ergriffen.

          • Aber für einen Japaner etc. hat man ihn wohl nicht gehalten. Mich hält man auch oft für einen Franzosen oder Italiener, aber nicht für einen Japaner.

  5. Wenn, dann richtig, oder? Gerade sehe ich bei “tagesschau24” einen Bericht über den deutsch-französischen Jugendaustausch. Ein Deutschlehrer in Frankreich sammelt mit seinen Schülern Adjektive, die die Deutschen (DIE Deutschen???) qualifizieren. Sie nennen pünktlich, tolerant, humorlos … Er sagt in die Kamera, er wollen Unterschiede benennen, nicht ignorieren. Man solle lernen sich in seiner Unterschiedlichkeit zu achten und anzunehmen (sinngemäß).

    Wo bleibt der Aufschrei Rassismus? Es sind doch Verallgemeinerungen, Vorurteile, Klischees … und das im deutsch-französischen Jugendaustausch!!! (allerdings nicht in Sachsen und auch nicht in der ehem. DDR … hmmm).

    • Sie haben völlig recht – und wenn die Aufzählung vermeintlich deutscher Eigenheiten im französischen Lehrplan gefordert würde, gäbe es zweifellos auch öffentliche Kritik daran. Aber dass ein einzelner Lehrer auch mal Unsinn verbreitet, ohne dass deshalb eine Staatskrise ausgerufen wird, soll Gerüchten zufolge hin und wieder auch in Deutschland vorkommen. Vielleicht sogar in Sachsen…

  6. “Biologie-Lehrplan sieht vor, dass Schüler „Merkmale von europiden, negriden und mongoliden Menschen“ lernen”
    Und was soll dieser zweifelhafte Wissenszuwachs bringen? Das habe ich in meinem Leben nie gelernt, jetzt zum ersten Mal gelesen. Und mir fehlte bisher nichts und wird nichts fehlen. Wir haben in der Schule eher gelernt, Mensch ist Mensch, egal wie er aussieht. Warum in Biologie nicht das Gemeinsame der Menschen lernen? (Körperbau usw.) Das reicht vollkommen. Das Problem liegt hier genau im Ethischen. Gerade, wenn man Aussehensunterschiede versucht zu thematisieren, kommt man in die ethische Kategorie. Da ist man nicht mehr weit entfernt davon, diese zu werten.

    • Thematisieren und Tabuisieren sind Gegensätze und dennoch hat beides oft ähnliche Folgen.
      Warum nicht mit vielen Dingen lockerer umgehen, anstatt sie durch Thematisierung oder Tabuisierung immer wieder hochzujubeln?

      • Wäre ich mit einverstanden. Wir haben in der Grundschule Lesestücke, wo es um Vorurteile gegenüber Menschen anderer Hautfarbe oder gegenüber Behinderten oder alten Menschen geht. Das finde ich schon gut, dass man das allgemein thematisiert.
        Aber sich über Bezeichnungen wie “Mohrenköpfe” oder “Neger”aufzuregen, finde ich reichlich übertrieben. Ich habe da nie abwertend gedacht, Mohrenköpfe habe ich wirklich nur mit dem Schaumgebäck in Verbindung gebracht.
        Ein paar aufgeregte Aktivisten haben das erst in die Welt gesetzt, dass das der Ausdruck von Vorurteilen wäre. Das hat die Politik aufgefriffen und haben dann leider Menschen dieser Hautfarbe so übernommen. Hätte man das Ganze unaufgeregt belassen, wäre es nicht so weit gekommen, dass man schon Sprachverdreher erfinden muss, um etwas in der Richtung zu bezeichnen, ohne dass sich irgendwer wieder aufregt.

        • Naja, wenn im Twitter-Auftritt eines AfD-,Bundestagsabgeordneten der Sohn von Boris Becker “Halbneger” genannt wird, dann ist schon klar, dass das nicht nett gemeint ist.

          • Stimmt – der Begriff wird inzwischen verschandelt… und in dem Fall bewusst zur Provokation eingesetzt.
            War aber vor über 10 Jahren noch anders.

          • Und warum war es vor 10 Jahren noch anders? Weil die Bezeichungen da noch noch nicht so wie heute von ideologischen “Sprachpolizisten” zu bösen Begriffen erklärt worden waren.
            Damals noch harmlos gemeint und verstanden stehen sie heute als neue Beleidigungen zur Verfügung.

          • Jetzt sind die, die sich gegen rassistische Beleidigungen wehren, Schuld an rassistischen Beleidigungen? Bemerkenswertes Rechtsverständnis.

          • Bernd, meines Wissens gehört die große Mehrheit der Menschen, die sich gegen rassistische Beleidigungen wehren bzw. überhaupt die Messlatte für rassistische Beleidigungen festlegen, selbst nicht der von Beleidigungen betroffenen Bevölkerungsgruppe an.

          • Äh? Wenn Ihre rhetorische Frage nicht so unpassend wäre, handelte es sich in der Tat um ein bemerkenswertes Rechtsverständnis.

            @unverzagte
            Warum sprechen wir eigentlich noch von “Juden” wie zu Hitlers Zeiten statt von “Israeliten” oder “Semiten”? Ist das nicht auch eine “absolut indiskutable benennung”, die Sie eigentlich empörend finden müssten, weil auch hier “diskrimierendes sprachverhalten eine lange tradition” hat?

          • Der Begriff des Juden ist primär wertneutral, denn Jude ist und wird man durch ein inneres Bekenntnis zu Gott im jüdischen Sinne.
            Der Begriff Jude ist sehr viel älter als der unsägliche Missbrauch des Begriffes durch das NS-Regime mit all ihren Menschen verachtenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

          • Erst die Nazis haben den Begriff des Juden derartig abwertend missbraucht, 1,5 Millionen jüdische Menschen in die Ghettos in Westpolen eingesperrt, bar jeder Möglichkeit einem Berufsleben nachzugehen, entwurzelt von ihrer ursprünglichen Umgebung, sich selbst überlassen, eingesperrt in engste Behausungen, wo diese dann verhungernd auf ihren Tod warten sollten, um dann im NS Film ” Der ewige Jude” mit Ratten verglichen zu werden und als schmarotzende Abart des Menschen gebrandmarkt zu werden.
            Als Aussätzige Abart des Menschen misshandelt, um diese Verbrechen zu rechtfertigen.
            Aber diese Herrenmenschen der SS haben sich an diesen Mitmenschen bereichert. wie man an den vielen Neugründungen von Firmen nach 1933 feststellen kann.

        • @ysnp
          innerhalb eindeutig abwertender bezeichnungen von farbigen gehts weniger um ihre subjektive intention als dem historischen kontex, der kolonialherrschaft/versklavung : neger ist die direkte ableitung von nigger – eine absolut indiskutable benennung. mit verlaub staune ich, dass dies in einigen akademischen kreisen im jahre 2019 scheinbar unbekannt ist bzw. diskrimierendes sprachverhalten hat leider eine lange tradition. dazu ein hübsches geleitwortwort: deutsche fremdwörter sind die farbigen der sprache.

          • Wo sind derartige Differenzierungen von Menschen nach ihrem äußeren Erscheinungsbild überhaupt noch sinngebend und logisch, wenn sich eh niemand wie einer dem anderen gleicht, wenn diese Differenzierungen nicht schon einem anderen Zwecke zugeführt werden und wurden, um eben bewusst abzugrenzen, auszugrenzen und zu trennen.
            Ist einem derartiges Verhalten selbst widerfahren, so fällt es einem leichter sich einem derartigen Denken und Handeln zu widersetzen, befreit es andererseits auch die anderen nicht von der Entscheidung und der Verantwortung, sich einer ernsthaften inneren Auseinandersetzung zu stellen, ob ein derartiges Denken nicht nur biologischem Wissen widerspricht, sondern unseren christlich ethischen Wertvorstellungen es nicht entspricht, sondern diesem eindeutig widerspricht.
            Ich erinnere daran, dass es ein derartiges Denken im christlichen Glauben nicht gibt, Menschen nach ihrem äußeren Erscheinungsbild zu klassifizieren und einzuordnen und dann gegebenenfalls voneinander zu trennen.
            Es widerspricht auch dem, was ich an biologischen Beschreibungen an anderer Stelle getätigt habe, weil wir alle genetisch und biologisch gesehen miteinander verbunden sind.
            Das hat auch nichts mit einer anderer Stelle geäußerten Gleichmacherei gemein.

        • Zu dieser Debatte empfehle ich Ihnen das Buch “Deutschland Schwarz Weiß” von Noah Sow. Es hilft sehr, um die Strukturen des alltäglichen Rassismus in Deutschland zu erkennen. Zur Diskussion um das N-Wort heißt es dort unter anderem: “Oft erfolgen bei der Rechtfertigung für die kritiklose Verwendung des N-Wortes Konstrukte, die auf dem Versuch einer ‘neutralen’ Herleitung basieren. Dafür wird die ‘linguistische’ Information strapaziert, das N-Wort leite sich von dem lateinischen ‘niger’, französischen ‘nègre’ oder spanischen ‘negro’ ab. Da die Wörter ‘niger’, ‘,nègre’ oder ‘negro’ sich aber bis dato zu keiner Zeit im deutschen Sprachgebrauch fanden und Schwarze Menschen auch nicht etwa als ‘negro’, sondern als ‘Neger’ bezeichnet wurden, ist dieser Rechtfertigungsversuch hinfällig.”

    • xxx, dann fragen Sie doch mal dunkelhäutige Menschen, ob sie gerne “Neger” genannt werden. Oder Menschen mit Behinderungen, ob sie gerne wieder “Krüppel” genannt werden wollen – war ja früher hierzulande auch üblich.

      • Nennen Sie mir bitte einen Grund, weshalb ich solche Fragen überhaupt stellen sollte, oder ist es bereits rassistisch, wenn mir das Aussehen von Menschen vollkommen egal ist?

          • Ich bin übrigens nicht der Meinung, ysnp, dass der Begriff “Neger” jemals nett gemeint war. Im besten Fall wurde er gedankenlos genutzt von Menschen, die sich mit dem Thema Rassismus/Kolonialismus nicht auseinandergesetzt haben (was früher vielleicht auch nicht jeder musste; heute sollten wir etwas weiter sein). Was für ein Bild von dunkelhäutigen Menschen bis vor wenigen Jahrzehnten in Europa verbreitet war, lässt sich sehr gut ablesen an dem belgischen Comic-Heft “Tim im Kongo” aus den 50er Jahren, das mit dem Nazi-Rassismus natürlich nichts zu tun hat – und trotzdem üble Vorurteile transportiert. Erwachsene Schwarze treten dort durchgängig mit dem geistigen Horizont von Fünfjärigen auf. Sie können dieses Menschenbild auch an den Auftritten des früheren Bundespräsidenten Lübke in Afrika betrachten – die Anrede “sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger” ist zwar nicht verbürgt, passt aber zu vielen belegten Aussprüchen Lübkes. Paternalismus schwang immer mit.

          • Hier etwas zur Geschichte des Begriffes:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Neger

            @ unverzagte
            Früher entsprach das deutsche “Neger” dem englischen Begriff “negro”, während “nigger” schon immer abwertend gebraucht wurde. Die Wortherkunft ist interessant. Das Wort kommt aus dem Lateinischen “niger”, was schwarz bedeutet.

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