Theater beklagen Attacken von AfD und rechten Gruppierungen

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BERLIN. Die Theater in Deutschland sehen sich immer wieder Angriffen von Rechten ausgesetzt. «Verbal geschieht das auf eine aggressive, giftige Art», sagte der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon. «Im Grunde wird alles, was nicht AfD ist, als linksversifft bezeichnet. Außerdem gibt es den Weg über Gerichte und kleine und große Anfragen in den Parlamenten.» Khuon ist Intendant am Deutschen Theater Berlin. Dessen Performance «Gala Global» hatten im Juni Anhänger der rechtsextremen «Identitären Bewegung» gestört.

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Der Chef des Bühnenvereins plädiert dafür, dass die Theater verstärkt den Blick auf das Ganze werfen und die Gesellschaft spiegeln. «Es geht um Fragen wie: Warum haben Menschen das Gefühl, dass sie zu kurz kommen? Warum gibt es keinen Wohnraum? Warum verdient die Kita-Erzieherin so wenig?», erläuterte der 67 Jahre alte Theatermacher. Die Bühnen tauschten sich bundesweit über den Umgang mit Anfeindungen aus, sagte Khuon. Zudem haben sich schon rund 500 Kulturinstitutionen der Bewegung «Die Vielen» angeschlossen, die sich für Kunstfreiheit und gegen Rechtspopulismus und Rassismus einsetzt.

Das politische Theater maße sich an, die moralisch zulässigen Antworten auf komplexe gesellschaftliche Debatten zu kennen, sagte der kulturpolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Marc Jongen. Wer diese Antworten nicht teile, dem werde auf der Bühne der «Schauprozess» gemacht. Deshalb stelle die AfD Anträge auf Kürzungen von Förderungen.

Klagen von AfD-Politikern gab es unter anderem in Zusammenhang mit Theater-Inszenierungen an der Schaubühne Berlin und dem Theater Paderborn. Am Jungen Schauspiel Hannover wurde im November das Stück «Endland» von Martin Schäuble uraufgeführt. Für die düstere Zukunftsvision über ein von Rechtsnationalen regiertes Land hatte der Autor unter anderem bei AfD-Wahlveranstaltungen recherchiert. Gegen die Inszenierung habe es bisher keine Proteste gegeben, sagte Schauspiel-Sprecherin Natalie Köhler. Sie werde von Schulen sehr gut angenommen. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. “Attacken” in der Überschrift finde ich übertrieben. Aber wenn es gegen die Afd geht, kann es sprachlich gar nicht drastisch genug zugehen.
    Es sollten auch mal die Sünden von AfD-Gegnern zur Sprache kommen. Nicht zur Relativierung, wie wahrscheinlich gleich wieder eingeworfen wird, sondern für mehr Ausgewogenheit in der Berichterstattung.

    Auf der linksradikalen Plattform indymedia.org wird aktuell zu Attentaten auf Abgeordnete der AfD aufgerufen. Es wird genau beschrieben, wie die Taten durchgeführt werden können, welche Waffen sich dafür eignen und wie strategisch vorzugehen ist. Wörtlich heißt es:
    „Handreichung fuer Attentate gegen die AfD Schweine im Wahlkampf“

    https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11209008-mordaufruf-anleitung-attentate-afd-abgeordnete-indymedia

  2. Theater werden von der Öffentlichkeit bezahlt. Ich finde es problematisch, wenn sie gezielt Werbung für bestimmte Parteien und Stimmung gegen andere Parteien machen. Auch wenn ich selber von der AfD gar nichts halte. Es geht um grundsätzliche Fairness.

  3. @ stillmann sündigere gewaltaktionen weichen vom thema ab: der afd gehört auch in diesem kontext nicht die opferrolle.

    @pfälzer ihr verständnis von fairness rechtfertigt also gewissermaßen aggressive verbalattacken, werden sie dafür von der öffentlichkeit bezahlt? das wäre in der tat als problematisch zu erachten.

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