Jede 7. Unterrichtsstunde betroffen: Viele Lehrer lehren fachfremd

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DÜSSELDORF. Im vergangenen Schuljahr haben rund 41 Prozent der nordrhein-westfälischen Lehrkräfte in der Sekundarstufe I mindestens eine Unterrichtsstunde fachfremd erteilt. Ursache für diesen hohen Anteil sei vor allem das an den Hauptschulen verbreitete Klassenlehrerprinzip, erklärte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine AfD-Anfrage.

Nicht jede Lehrkraft hat das studiert, was sie zu unterrrichten hat. Foto: Shutterstock

Demnach wurde an den Hauptschulen von rund 84 Prozent der dort eingesetzten über 7000 Lehrkräfte teilweise auch Unterricht in Fächern erteilt, für die sie nicht ausgebildet wurden. Am wenigsten kam das in den Gymnasien vor: Hier wurden nur knapp 18 Prozent der fast 40.000 Gymnasiallehrer fachfremd eingesetzt.

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«In der Regel werden Lehrkräfte jedoch nur in geringem Umfang fachfremd eingesetzt», versicherte die Ministerin. In der Sekundarstufe I betreffe das etwa jede siebte Unterrichtsstunde an Gymnasien, Real-, Gemeinschafts-, Sekundar- und Gesamtschulen. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Mindestens 1 Stunde?
    Da reicht dann ja schon eine Stunde übernommener Vertretungsunterricht, in der nicht eines der eigenen Fächer erteilt wird.

  2. Das meint, dauerhatf im Std. Plan vorgesehene Stunden.
    Aber mal im Ernst: Das Fachlehrerprinzip gilt nur an Gymnasien.
    Und noch ernster: Es gibt Lehrer, die Mathe als Neigungsfach besser unterrichten als Mathelehrer mit Dr. Titel.
    ALlerdings merkt man gerade im Fach Mathematik, dass i.d.R. ohne Studium das Fach nur schwer zu vermitteln ist.
    Es spricht einiges für das Klassenlehrerprinzip, man sollte das nicht verteufeln.
    Und wenn Schule flexibel ist, spricht man dauerhaft mit den Lehrkräften über Ihren Unterrichtseinsatz.

    • Das dürte aber für so ziemlich alle Fächer gelten, wobei Neigung bis Klasse 7 einschließlich noch gehen kann. Bei der Algebraisierung in Mathematik, Textanalyse in Sprachen, anspruchsvollen Experimenten in Naturwissenschaften sollte man aber genau wissen, was man wie und warum tut oder lässt. Aus diesem Grund halte ich auch nicht viel von den Qualifikationskursen für Mangelfächer, wenn die nicht ausschließlich Fachwissenschaft inkl. Hausaufgaben beinhalten.

  3. Das finde ich nicht weiter dramatisch. Man lernt ja im Studium in erster Linie, wie man sich Fachwissen aneignet und im Referendariat, wie man es an den Mann bzw. an den Schüler bringt. Deshalb halte ich auch das Referendariat für die wichtigere Ausbildungsphase eines künftigen Lehrers.

    Ja, in der Sek II geht es sicherlich nicht mehr so einfach, fachfremd trotzdem qualitativ hochwertig bzw. tiefgründig zu arbeiten ohne Ausbildung.

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